Klavierlehrer wechseln nach nur 7 Stunden?

schwibsi
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Da müssen Beethoven, Mozart ... jedes Semester für die Klavierstudenten neue Stücke schreiben?

Wenn ich mich nicht verlesen habe, hat Mozart das bei den Etüden für seine Schüler regelmäßig getan.
Es kommt doch darauf an, was die Zielsetzung ist. Wenn die darin liegt, ein bestimmtes Repertoire spielen zu können, ist es natürlich nicht zielführend, das Repertoire zu ändern.

Wenn man aber bei einer bestimmten Technik oder einem Stück auf dem Weg dorthin merkt, dass die Motivation absackt oder die Fertigkeiten nicht besser werden, muss man halt was anderes probieren.
Ich kenne gar keinen Prozess, der beim ersten Mal so perfekt ausgeführt wurde, dass es daran nichts mehr zu verbessern gäbe. Ich sehe keinen Grund, warum das beim Klavierunterricht anders sein sollte. Gerade weil Klavierunterricht meistens 1:1 abläuft, gibt es Gelegenheit zu individualisieren. Wenn ich 1000 Studenten in einem Hörsaal habe, sieht das ganz anders aus.

Ich verstehe schon, woher die Sichtweise kommt: man geht zu einem Meister in die Lehre und saugt ehrfürchtig alles auf, was der Meister einem zuteil werden lässt. Es gibt ja genügend Videos von Masterclasses auf Youtube, in denen man sieht, wie Barenboim etc. vor Publikum den Unterricht halten.
 
ehenkes
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Die Motivation geht immer hoch und runter, das ist menschlich. Daher sollte man immer ein paar Sachen in Reserve haben, um diese Tiefen zu überbrücken.
 
mick
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ehenkes
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Drohungen, Liebesentzug, Schläge und noch strengere erzieherische Sanktionen funktionieren prima und haben sich über Jahrhunderte bewährt. Man muss doch das Rad nicht ständig neu erfinden!
:-)
Wurde der kleine Ludwig van Beethoven nicht auch nachts von seinem angetrunkenen, ehrgeizigen Vater (er war Sänger wie auch der Großvater) aus dem Bett gezerrt und ans Klavier gezwungen?
Just do it!
 
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Barratt
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2. Der Schüler geht beim Lehrmeister in die Lehre. "Wenn Du auf mein Niveau kommen willst, musst Du den Weg gehen, den ich Dir zeige, und tun, was ich sage."

Das klingt schon irgendwie nach Guruwesen / höriger Gefolgschaft. ;-) Politisch korrekter würde man einem erwachsenen Anfänger gegenüber formulieren: Ich schlage Dir vor, was nach meiner Überzeugung für Dich zum aktuellen Zeitpunkt sinnvoll ist, und bin auch bereit, dies zu begründen.

Wie Du schon sagtest, der Bestfall ist, dass die hochkompetente Lehrkraft und starkmotivierte Lernende gleiche Ziele haben. :-):blume:
 
ehenkes
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hochkompetente Lehrkraft und starkmotivierte Lernende gleiche Ziele
Das ist der Idealfall. Dann bestimmt der mögliche Flow zwischen beiden und der Übungs-Fortschritt die Lerngeschwindigkeit.

Nehmen wir nun den Fall verschiedener Ziele. Darum geht es vor allem. Wenn sich beide dann nicht auf ein 50/50 Modell einigen, dann geht es schief. 50/50 begrenzt natürlich die Möglichkeiten.

Beide Felder können sich aber auch ergänzen. der Schüler könnte dem KL ganz neue Stücke aufzeigen und näher bringen, dem KL also seinen Tellerrand erweitern. Auch das soll es geben. :coolguy:
 
P
Pedall
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Wenn man das etwa 50/50 aufteilt, kann man nach meiner Erfahrung eine gute Balance halten zwischen Last und Lust.
Darf ich mal fragen, bei wie vielen Lehrern Du längerfristige Erfahrungen im musikalischen Einzelunterricht gesammelt hast?
Und wieviele Schüler hast Du über einen längeren Zeitraum unterrichtet?

Bei allen guten Lehrern, die ich hatte, stellte sich die Frage nach "Pflicht" oder "Kür" gar nicht. Die Stücke, die ich "aufbekam", machten mir alle so viel Spaß, daß von "lustlosem Abarbeiten" keine Rede sein konnte.

Nehmen wir nun den Fall verschiedener Ziele. Darum geht es vor allem.
Wo sollen denn "verschiedene Ziele" herkommen? Wenn jemand von mir die Grundlagen des vierstimmigen Satzes lernen will, dann bringe ich ihm die Grundlagen des vierstimmigen Satzes bei und lasse ihn nicht den "Mikrokosmos" üben. Wenn jemand von mir Shakuhachi lernen will, dann schicke ich ihn woanders hin, weil ich vom Shakuhachispiel nichts verstehe.

"Verschiedene Ziele" gibt es dann, wenn der Schüler etwas können, aber nichts lernen will. Der Vergleich mit dem Russischschüler, der sich weigert, sich mit dem kyrillischen Alphabet herumzuplagen will, ist nicht aus der Luft gegriffen, denn solche Schüler gibt es auf musikalischem Gebiet tatsächlich. Ich hatte mal einen Schüler, der wollte tolle Sachen spielen, sich aber nicht mit dem lästigen Baßschlüssel abgeben. In solchen Fällen hilft dann auch kein "50/50-Modell".
 
hasenbein
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Also ich hatte noch keinen Schüler der sich Beschwert hat, weil ich ihm zu dominant war :-D Ganz im Gegenteil - wenn ich sage "und, was machen wir heute?" kommt meistens zurück "hä? Weiß nicht, du bist doch die Lehrerin" [emoji38]
Da merkt man dann doch, dass Du noch jung bist und deshalb Deine Autorität noch starke Grenzen hat. Einem älteren Lehrer (spätestens 50 plus...) würde kein Schüler so etwas antworten.

Die Frage "Und was machen wir dann heute?" stelle ich auch gelegentlich Schülern, die nicht geübt haben, damit sie richtig deutlich spüren, dass sie eine starke (Mit-) Verantwortung für Erfolg oder Misserfolg des Unterrichts bzw. dafür, ob es Spaß macht oder nicht, haben. Lasse sie dann kurz schmoren, auf ihre Antwort wartend.
 
Stilblüte
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@hasenbein Alter ist eine Sünde, die sich mit der Zeit von selbst erledigt :-D
 
pianochris66
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Die rhetorische Frage "Was machen wir denn heute" von Hasenbein erinnert an die Krankenschwester, die das Krankenhauszimmer nach Betätigung des Lichtschalters lauthals um 5.45 Uhr mit den Worten "Wie geht es uns denn heute" betritt:-((:bomb::-D.
 

hasenbein
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Ich gönne Euch ja das Lachen von Herzen, alles gut - aber während die Ausdrucksweise der Krankenschwester tatsächlich Blödsinn ist, ist das im Falle von Klavierunterricht anders, da der Unterricht nun mal von Lehrer und Schüler gemeinsam gestaltet wird, natürlich unter Führung des Lehrers. Die Wir-Form ist hier absolut angemessen.
 
Stilblüte
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Erinnert an den Psychiater, der einen Jungen fragte: "soso, wir machen also noch in die Hose?" und der Junge antwotete: "was, du auch?"
Das finde ich wirklich genial! Diese abschwächenden und herablassende Pluralform ist genauso unnötig wie das unpersönliche "man" wenn jemand "ich" meint.
Meistens merkt man (!) das allerdings nicht...
 
Klein wild Vögelein
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Erinnert an den Psychiater, der einen Jungen fragte: "soso, wir machen also noch in die Hose?" und der Junge antwotete: "was, du auch?"

Da fällt mir eine interessante Unterhaltung mit unseren Freunden ein:

Das Thema war ziemlich unbehaglich, es ging um die Vorstellung , im hohen Alter, nicht mehr autark sein zu können und aus Krankheitsgründen unseren Lebensabend in einem Pflegeheim verbringen zu müssen.

Ich warf die unerfreulich Befürchtung in die Diskussion, dass ich täglich von der pflegenden Person gefragt werde: „ Und? Hatten wir schon Stuhlgang? “ :blöd:.

Unser böser Freund Marcus erwiderte auf seine stets kultivierte Art, dass er ein freizügiges „Du gekackt?“ bevorzugen wurde. :lol:
 
S
Stephan
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Im Krankenzimmer zu fragen "Wie geht es Ihnen", ist schon anfechtbar. "Mir geht es ausgezeichnet, darum lieg' ich hier mit beiden Beinen im Gips und Beatmungsgerät im Krankenhaus." Besser schon, "Wie geht es Ihnen denn heute?"-"-im Vergleich zu gestern, haben die Schmerzen schon nachgelassen" (aha, geht doch).
Ganz doof: auf einer Beerdigung die Witwe zu fragen, " Na,Hilde, und wie geht's?"...;-)
 
Häretiker
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