Wenn Kinder Klavierlehrer wechseln...

  • Ersteller des Themas Viva la musica
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Demian
Demian
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Es gibt ja auch Eltern, die der Meinung sind, dass ihre Kinder sich von Pommes, Cola, Gummibärchen und Schokolade ernähren sollen, weil der Nachwuchs dort immer zugreift und nahrhafte Lebensmittel verschmäht. Dies lässt sich direkt auf das Klavierspiel übertragen.
 
antje2410
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Ja, genau das habe ich immer gedacht, bis ich monatelang den Onlineunterricht live mitbekommen habe. Ich hole mir in meinem Unterricht bei derselben KLmeine Infos und Tipps teilweise ja durch Rückfragen von ihr, aber die Kinder machen das ja nicht so. Die sind oft schon SEHR allein gelassen mit den Stücken.
Das ist nicht gut! Kein Wunder, dass er die Stücke nur runterrattert, und Deine Tochter frustriert beim Üben ist.
Da ist der Hinweis dann z.B. jede Stunde aufs neue " linke Hand leiser", aber kein Hinweis, WIE man das üben soll. Auch rhythmische Probleme kriegen die Kinder oft nur schwer in den Griff und üben dann eine Woche lang was ganz falsches ein, was sie nur mühsam wieder los werden.
Hm, das auch nicht, gerade Kinder (kleine) können mit Hinweisen oft wenig anfangen, da muss man schon mehr investieren.

Mein Sohn kommt mit den Noten gut klar, der rattert dann auch ein im Unterricht nur minimal vorbesprochenes Stück halt so runter, der ist auch sehr "fehlertolerant" und tiefenentspannt.
Aber meine übereifrige Kleine ist beim üben eigentlich regelmäßig in Tränen aufgelöst, weil sie die Noten in den Randbereichen oder im Bass dann doch nicht so genau kann und auch oft bei den Fingersätzen völlige Unklarheit herrscht. Die will dann unbedingt im Unterricht alles richtig machen und übt dazu sehr ehrgeizig, dabei kann ich sie dann nur schwer allein lassen, weil sie will es ja unbedingt können und verzweifelt so richtig, wenn sie mit dem vorgegebenen Abschnitt nicht klar kommt. Ich hab das immer wieder bei der KL angesprochen, dann ist es eine oder zwei Stunden besser, dann halt wieder wie vorher.
Da zeigt sich mal wieder, wie unterschiedlich Kinder sind :-)
Dein Sohn "rattert" halt runter, Deine Tochter ist frustriert und verzweifelt.
Das beides sind doch Zeichen, dass ein Lehrerwechsel wirklich angebracht wäre. Wie gesagt, als Elternteil muss man manchmal über das Wohl der Kinder entscheiden, auch wenn es für sie erst mal "unangenehm" ist. wenn Du selbstsicher und den Kindern zugewandt Deine Argumente sagst, aber im gleichen Atemzug auch, dass Du die Entscheidung FÜR sie triffst, dann können sie das verstehen.
Sie fühlen sich natürlich der Lehrerin auch verpflichtet, und haben möglicherweise ein schlechtes Gewissen, wenn sie nicht mehr dort sind. Kinder sehen bei solchen Entscheidungen gerne die Schuld bei sich, das muss man ihnen nehmen.
Mit den Sachargumenten meinte ich meine Kinder, nicht die KL. Ich mische mich bei der KL natürlich nicht in ihre Methoden ein, ich beantworte nur die Fragen meiner Tochter, wenn sie mich fragt und ich etwas dazu sagen kann.
Ach so! Das habe ich falsch verstanden.
Und das beruhigt mich wirklich, dass es auch "natürlich" laufen kann, denn meine größte Sorge ist ja, dass sie sich schlimme Fehler angewöhnen, wenn Technik, Haltung einfach nie Thema sind. Danke für deinen tollen Bericht, das fand ich sehr hilfreich!!
Gern geschehen, danke! Aber die kritischen Punkte waren auch wichtig.
Ansonsten würde ich sagen, wenn die Kinder partout nicht wechseln wollen, lernen sie halt so weiter.
Siehe oben, bezüglich "unpopuläre Entscheidungen".
Ich würde auch sehr deutlich sagen, dass ich keine Lust habe, Zweitlehrerin zu sein. Gleichzeitig das Ego der Kinder kitzeln. Zum Sohn: "Du machst so tolle Fortschritte, da brauchst Du doch einen Lehrer, der Dir noch viel mehr zeigen kann!"
Zur Tochter: "Es ist für Dich nicht gut, wenn Du so frustriert beim Üben bist, und ehrlich, mich nervt das auch! Meinst Du nicht auch, dass ein Lehrer besser ist, bei dem Du daheim mit Spaß übst und bei dem Du genau gezeigt bekommst, wie und was Du üben sollst?"
 
T
thda
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Eine wirklich fundierte Meinung.
Du hast halt keine Ahnung von Pädagogik. peng aus.

Es geht nicht darum, das Kind in Watte einzupacken sondern um die Suche nach einem Weg, dem Kind einen Wechsel schmackhaft zu machen.
Natürlich kann man das auch diktatorisch regeln ... das hat ja Tradition.
Ich würde kein Geld für einen Schwachmaten ausgeben. Wenn ich die Kompetenz habe, den Unterricht der KL bewerten zu können, und das Urteil vernichtend ausfällt, käme mein Kind weg.

Vorausgesetzt es handelt sich um einen wirklichen KKL. @Viva la musica wird das am besten wissen. Muss halt abwägen.
 
DonMias
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Aber vermutlich werde ich es ihr nach zwei drei Probestunden überlassen
Ist das wirklich eine gute Idee? Kann ein Kind in dem Alter beurteilen, wie gut ein Lehrer als Lehrer (!) ist? Ich konnte das in dem Alter nicht.

Im Nachhinein bin ich von den Lehrern, die ich in meinem Leben in diverse Bereichen hatte, denen am dankbarsten, bei denen ich am meisten gelernt habe. Das waren in den meisten Fällen nicht die nettesten und auch nicht die, die ich mir selbst ausgesucht hätte.
 
beo
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Ist das wirklich eine gute Idee? Kann ein Kind in dem Alter beurteilen, wie gut ein Lehrer als Lehrer (!) ist? Ich konnte das in dem Alter nicht.

Im Nachhinein bin ich von den Lehrern, die ich in meinem Leben in diverse Bereichen hatte, denen am dankbarsten, bei denen ich am meisten gelernt habe. Das waren in den meisten Fällen nicht die nettesten und auch nicht die, die ich mir selbst ausgesucht hätte.
Interessant, ich habe die Lehrer bei denen ich besonders viel gelernt habe, auch alle sehr gemocht.
 
DonMias
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Diese Fähigkeit fehlte mir. Aber ich bin auch kein intuitiver Menschenkenner. Die weniger netten aber guten Lehrer habe ich als Kind und Jugendlicher erst mit der Zeit schätzen gelernt und "gemocht". Teilweise sogar erst, nachdem ich bei ihnen keinen Unterricht mehr hatte. Bei etlichen "netten", die ich von Anfang an mochte, habe ich eher weniger gelernt.

Interessehalber: Wann bist Du zur Schule gegangen? Bei mir war es 1975 - 1988.
 
Albatros2016
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Interessant, ich habe die Lehrer bei denen ich besonders viel gelernt habe, auch alle sehr gemocht.
Ging mir ähnlich, bis auf wenige Ausnahmen.

Einer meiner alter Englischlehrer war menschlich ein Arsch, aber sein Unterricht war super.

Aber der beste Lehrer,den ich je hatte war mein Tutor, sowohl menschlich als auch fachlich. Er hat um jede/n Schüler/in gekämpft und versucht, das beste herauszuholen, absolut fair und kompetent. Von seinem Kaliber hätte ich mir mehr gewünscht.
 
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beo
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Ich bin 1977 eingeschult worden.

Ich habe in meinen Erinnerungen gekramt und dabei ist mir aufgefallen, dass meine Mitschüler nicht immer die gleichen Lehrer mochten wie ich. Da gab es einen Mathelehrer den alle verehrten, weil der lustig sei und gut erklären könne, ich habe bei dem gefühlt gar nichts verstanden. Und später den Physiklehrer der war sehr unbeliebt, ich kam mit dem prima zurecht. Aber mehr Abweichungen zu meinen Mitschülern fallen mir da nicht ein.
 
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D
DerOlf
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Interessant, ich habe die Lehrer bei denen ich besonders viel gelernt habe, auch alle sehr gemocht.
Ich bin mir zwar unsicher, ob das wirklich was miteinander zu tun hat, aber ich habe einfach bei Lehrkräften, die ich mochte, mehr getan und daher in ihren Fächern auch besser gelernt.
Die Lehrkraft zu mögen ist aber ganz sicher keine Garantie für Lernerfolg.

Ich hatte auch Lehrkräfte, mit denen ich persönlich nicht gut klar kam und deren Unterricht mir auch nicht viel gebracht hat ... andere hingegen sind gerade durch den Unterricht bei diesen Lehrkräften richtig gut weiter gekommen. Waren die nun "schlecht" oder hat ihr Unterricht für mich einfach nicht gepasst? Ich tendiere doch stark zu Letzterem.

Ich glaube, das ist einfach zu vielfältig, um aus persönlichen Erfahrungen abzuleiten, ob man ganz allgemein "gute Lehrkräfte" hatte ... aber wenn man glaubt, bei ihnen gut gelernt zu haben, dann waren sie zumindest schonmal nicht schlecht.

Das einzige zulässige Maß für die Qualität einer Lehrkraft ist die Entwicklung des Schülers.
 
Cosmodog
Cosmodog
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Wenn ich meine persönlichen Erfahrungen mit Lehrern aus meiner damaligen Schulzeit betrachte, spielt Sympathie/Antipathie bei mir eine entscheidende Rolle.

Ich hatte mal Französisch als zweite Fremdsprache gewählt, fand die Lehrerin dann total blöd. Hab es nach einem Jahr aufgegeben mit der alten Hexe. Die hat mir das Interesse an der Sprache komplett vergrätzt. In Frankreich könnte ich heute etwas zu trinken bestellen und mein Gegenüber zum Sex auffordern, für mehr reicht es kaum. Ersteres ist vom Unterricht hängengeblieben, zweiteres habe ich mal aufgeschnappt.

Physik Regelunterricht, der Lehrer ein totales A....l...: Note im Zeugnis: 5 .
Im selben Jahrgang Physik Leistungskurs, der Lehrer total sympathisch: Note im Zeugnis: 2

Ich konnte als Kind/Jugendlicher eindeutig bei Lehrern besser lernen, bei denen es Spaß gemacht hat und die ich mochte.

Das ist meine persönliche Lebenserfahrung, da brauche ich keinen Pädagogik Experten um das zu bewerten.
 
DonMias
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Das ist meine persönliche Lebenserfahrung, da brauche ich keinen Pädagogik Experten um das zu bewerten.
Mit solchen Aussagen bin ich vorsichtig.

Um das für Dich persönlich nachträglich zu bewerten brauchst Du möglicherweise keinen "Pädagogik-Experten". Aber Deine persönliche Lebenserfahrung muss nicht für alle anderen gelten. Bei mir war es beispielsweise hinsichtlich meiner Schulnoten komplett egal, welchen Lehrer ich hatte. Die Noten haben sich auch bei Lehrerwechseln nie nennenswert - also außerhalb üblicher kleiner Schwankungen - geändert.

Was sich hingegen durchaus geändert hat war, wie viel ich gelernt habe.

Aber letztlich ist es ja hinsichtlich des Problems von @Viva la musica ziemlich egal, wie es bei einzelnen von uns war. Einzelfälle können bestenfalls als Gedankenanstoß oder Anregung dienen. Der in diesem Faden relevante Einzelfall ist Viva la musicas Tochter. Viva la musica muss letztlich entscheiden, wie sie mit der Situation umgeht. Ich hoffe, unsere Diskussion hilft ihr dabei, die für ihre Tochter richtige Entscheidung zu treffen.
 
Vanessa
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Ansonsten würde ich sagen, wenn die Kinder partout nicht wechseln wollen, lernen sie halt so weiter.

Ich lese diesen gesamten Faden ein bisschen mit gemischten Gefühlen. Meine ältere Tochter ist schon seit vier Jahren beim gleichen (Gitarren-)Lehrer und da habe ich zeitweise auch kritisiert, wie der Unterricht abläuft, z. B. weil da keine Noten gelernt, sondern nur nach TAB gespielt wird. Ich setze das mal gleich mit deinem Kritikpunkt, dass die KL zu wenig bis überhaupt nicht auf Haltung und Technik achtet.

Als meine Tochter einmal in einem ziemlichen Motivationstief war, dachte ich auch mal kurzzeitig über einen Lehrerwechsel nach, aber da meine Tochter daran keinerlei Interesse hatte, habe ich die Idee nicht näher verfolgt. Stattdessen haben wir ein Gespräch mit dem Lehrer geführt und das Motivationstief ging auch wieder vorbei. Ansonsten halte ich mich da raus. Sie ist glücklich, spielt inzwischen zwar nicht nach Noten, aber richtig schön, was will ich mehr?

Die andere, die kleinere Tochter hat Geigenunterricht und ihr Lehrer ist allein schon vom Typ her ganz anders. Wesentlich strukturierter, leistungsorientierter (aber nicht übertrieben), auf der anderen Seite aber lange nicht so humorvoll. Ich mag beide Lehrer, jeden auf seine Art, jeder hat seine Vorzüge und jeder hat seine Nachteile. Der Geigenlehrer bezieht mich als Mutter viel mehr ins Üben ein, auch das Notenlesen muss ich mit der Kleinen üben, das kommt im Unterricht einfach zu kurz, weil die Kleine halt mehr nach Gehör spielt als nach Noten. 🤨 Ich bin der Meinung, dass auch bei einem anderen Lehrer vieles an mir hängenbliebe, weil in 30 Minuten Unterricht einfach mehr nicht leistbar ist. Auch die regelmäßigen Klatschduette muss ich mit ihr üben, aber gerade diese Regelmäßigkeit ist ja auch der Schlüssel zum Erfolg. Nicht zuletzt profitiere ich selbst davon, sowohl was den Rhythmus angeht als auch in Bezug auf die Gehörbildung.

Daher frage ich mich, ob es vielleicht eine Option wäre, den Unterricht deiner übereifrigen Tochter einfach um 10 Minuten zu verlängern und diese 10 Minuten ausschließlich für Übetipps, Fingersätze, Lesen der Noten im Randbereich und Bass, einfach einen konkreten Übeplan zu verwenden. Oder ein paar Zusatzklavierstunden, in denen die KL einfach mal nur beobachtet, wie das Kind übt. Vielleicht bedarf es auch ein bisschen mehr an Zuspruch, dass nicht alles perfekt sein muss. Ein Instrumentalunterricht, der ein Kind regelmäßig zu Tränen treibt, ist jetzt nicht gerade das, was zur Entwicklung der Persönlichkeit beiträgt.

Was das Niveau angeht: Was versprichst du dir denn von dem besseren Unterricht, der auf Haltung und Technik achtet und Übetipps gibt und so weiter? So wie ich dich lese, liegt das Problem deiner Tochter in erster Linie daran, dass die keinen Plan hat, wie sie ihren Übereifer so steuern kann, dass sie nicht regelmäßig in Tränen ausbricht, wenn die Dinge nicht so laufen, wie sie sollen. Das gelingt meines Erachtens am besten durch ein ehrliches und offenes Gespräch mit der aktuellen KL und auch mit ihr, wenn deine Tochter Vertrauen zu ihr hat. Dieses Übereifer-Problem würde sie zu jedem anderen Lehrer mitnehmen und wenn der dann noch mehr verlangt und obendrein noch nicht vertraut ist, dann kann der Schuss womöglich nach hinten losgehen. Ein solcher Übereifer kann auf der anderen Seite, wenn man mal gelernt hat, wie man damit umgehen muss, auch sehr förderlich sein. 😊

Ich persönlich lege bei der Instrumentalausbildung meiner Kinder den Schwerpunkt auf die oben schon erwähnte Entwicklung der Persönlichkeit. Und daher ist die Lehrperson in ihrer Persönlichkeit (und auch deren Konstanz) für mich noch wichtiger, als sie es aus pädagogischen Gründen sowieso schon ist (und das ist ja nicht nur bei Kindern so). Zusammenfassend wäre es für mich demnach keine Option, einen Lehrer nur wegen seiner Unterrichtsmethoden zu wechseln, es sei denn, ein Kind wäre bei ihm unglücklich. Inwiefern deine Tochter allerdings wirklich glücklich ist mit diesem Klavierunterricht, wenn sie beim Üben in Tränen ausbricht, vermag ich natürlich nicht zu beurteilen.
 
Vanessa
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Blablabla, man kann alles zerdiskutieren und alles schön politisch korrekt immer von 2 Seiten sehen, blablabla rhabarber.

Die KL hat einfach keinen Plan, peng, aus. Also wechseln. Das Kind wird mit dem "Verlust" schon klarkommen. In was für einer Welt sind wir bloß gelandet, in der gedacht wird, es sei gut und "liebevoll", Kindern jede negative Emotion und jede Schwierigkeit zu ersparen...

Vielleicht, lieber hasenbein, ist dir bewusst, dass Kinder sowieso schon mit ganz vielen negativen Emotionen und Schwierigkeiten klarkommen müssen, gerade jetzt, in diesen Pandemiezeiten, wenn monatelange Schulschließungen und Kontaktsperren Schwierigkeit genug sind.

Das ist aber nur eine Seite. Die andere bezieht sich auf die Unsicherheit, ob denn der nächste KL "einen Plan" hätte. Da in deiner Welt ja ohnehin die allerwenigsten KL gut sind, wäre doch vorstellbar, dass Viva la musicas Kinder in den nächsten Jahren eine ganze Reihe von Klavierlehrern wieder ablegen um dann zum Schluss auch noch das gesamte Klavierspiel hinschmeißen. Das ist dann aber ein Erfolg? 🤔 Peng, aus!

Auch das Argument mit der Instrumentalpädagogik verstehe ich in diesem Zusammenhang nicht, denn es geht um Kinder, die Spaß am Klavierspiel haben sollen und nicht um eine Pianistenausbildung.
 
Vanessa
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Und @hasenbein hat recht, dass die Diskussionen hier im Forum auf der anderen Seite nicht dazu beitragen, dass man in Sachen KL entspannter wird und dass man sich natürlich so einen tollen Unterricht, wie man ihn hier oft skizziert bekommt, auch mal wünscht... :blöd:

Geschrieben wird viel! 😉 Dem mehr als wahren Satz "Papier ist geduldig" könnte man hinzufügen, dass dies auch für Geschriebenes und Gesagtes im Internet gilt. Gesehen bzw. erlebt hat noch niemand hier diesen skizzierten Unterricht, der genau wie jeder andere unterschiedlichen Schülerpersönlichkeiten und Lerntypen ausgesetzt ist, die mal besser und mal schlechter harmonisieren.

Dann kommt der Zeitfaktor dazu. So eine Klavierstunde ist nach einer bestimmten Zeit vorbei, in diesem skizzierten Unterricht hier spielt die Zeit keine Rolle.

Und letzten Endes sind wir alle nur Menschen, jeder mit seinen Schwächen und mit seinen Vorzügen. Perfekt ist niemand und nix auf der Welt, auch nicht ein ganz spezieller Klavierunterricht. 😊
 
V
Viva la musica
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Daher frage ich mich, ob es vielleicht eine Option wäre, den Unterricht deiner übereifrigen Tochter einfach um 10 Minuten zu verlängern und diese 10 Minuten ausschließlich für Übetipps, Fingersätze, Lesen der Noten im Randbereich und Bass, einfach einen konkreten Übeplan zu verwenden
Das ist eine ziemlich gute Idee! Das wäre wirklich zu überlegen!
Ich weiß auch noch nicht, wie wir weitermachen. Die Kinder hatten jetzt drei Probestunden bei einer anderen Lehrerin.
Mein Sohn will nicht wechseln, das ist sicher. (Die andere Lehrerin ist ihm zu anstrengend, da muss er ja mal auf Details achten...).
Meine Tochter weiß noch nicht so recht, ist aber interessiert, sie will noch weiter die andere KL kennenlernen. Deswegen geht sie da im September jetzt noch einen weiteren Probemonat hin. Die andere KL, das hat sich schon in den Probestunden gezeigt, kann den Kindern teilweise wesentlich konkretere Hilfestellungen anbieten und arbeitet wesentlich mehr am Detail. Ich glaube, für meine musikbegeisterte Tochter wäre das gut. Aber ich lasse es jetzt einfach meine Tochter in Ruhe probieren und dann kann sie selbst entscheiden, was ihr mehr hilft.

Die übt grad mit Feuereifer auch ein doppeltes Übeprogramm von zwei Lehrern. Die braucht sogar mehr Input, merke ich jetzt. Unter 30 Minuten geht sie grad gar nicht mehr vom Klavier weg und arbeitet sich da höchst konzentriert durch all ihre Stückchen.

Es ist halt - so stellt sichs für mich dar - die Entscheidung zwischen: bei der einen KL lernt sie Stücke, schöne Stücke!, auch zusammenspielen mit ihrem Bruder, mit anderen Instrumenten. Bei der anderen KL lernt sie Klavierspielen und Kontrolle und Bewusstsein über das, was sie musikalisch tut.

Ob das jetzt langfristig für sie überhaupt wichtig ist, weiss ich nicht. Pianistin oder Musikerin wird sie vermutlich nicht, evtl. gibts auch noch einen Instrumentenwechsel. Aber sie ist auf jeden Fall sehr lernwillig und überaus eifrig und da würde ich ihr dann auch gern passendes "Futter" für ihren Lernwillen zur Verfügung stellen. Vielleicht bleibt sie auch erstmal bei der einen KL und sagt in einem Jahr, sie will jetzt doch noch mehr lernen.
Aber gemischte Gefühle habe ich da auch die ganze Zeit, weil wir unsere KL ja auch sehr mögen.

Aber auch ich werde früher oder später die KL wechseln (müssen), weil ich zunehmend wegen mangelnder Technik Probleme mit meinen Händen bekomme (Sehnenscheidentzündung) und sie kann mir da einfach gar nicht helfen. Das ist mir mit Blick auf meine eiftige Tochter eine Warnung. Mein Sohn übt so wenig, der hat da eher kein Risiko... ;-)
 
Vanessa
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Aber auch ich werde früher oder später die KL wechseln (müssen), weil ich zunehmend wegen mangelnder Technik Probleme mit meinen Händen bekomme (Sehnenscheidentzündung) und sie kann mir da einfach gar nicht helfen. Das ist mir mit Blick auf meine eiftige Tochter eine Warnung. Mein Sohn übt so wenig, der hat da eher kein Risiko... ;-)

Also mein "Gefühl", wenn ich dich so lese: Der Sohn bleibt (das ist ja offenbar entschieden)! Die Tochter ist unentschlossen, evtl. mit der ihr obliegenden Entscheidung für bzw. gegen eine der beiden KL aber auch überfordert und wartet so erst einmal ab. Das werte ich dahingehend, dass sie die alte Lehrerin einfach nicht bzw. noch nicht "loslassen" will und da sie ja noch sehr jung ist, würde ich sie vermutlich auch erst einmal da belassen, zumal du von einem etwaigen Instrumentenwechsel schreibst, was auf anderer Ebene von Unentschiedenheit zeugt und obendrein einen weiteren Lehrerwechsel zur Folge hätte. Allerdings würde ich ihren Unterricht verlängern, wenn sie mehr Input braucht. 😊

Und dann würde ich mir für dich einen neuen Lehrer suchen. Hattest du selbst schon Unterricht bei dieser neuen Lehrerin? Das hätte für mich Priorität, wenn ich von möglichen Sehnenscheidenentzündungen (oder bereits vorhandenen?) lese. Zum einen kriegst du dann hoffentlich keine Probleme mit den Händen und zum anderen kannst du dann viel besser einschätzen, was ein Lehrerwechsel bringt. Davon profitiert dann wiederum deine Tochter, die noch alle Zeit der Welt hat, ihre KL zu wechseln. Gut' Ding will Weile haben! 😉

Ich wünsche euch viel Glück und die richtige Entscheidung! 😊 👍
 

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