Gemeinschaftsprojekt: Tanz in G-Dur, von Haydn

Als Titel ist "Tanz in G Dur" angegeben, da kann man sich wahrscheinlich streiten ob das Falsch oder unvollständig ist.

Ein Menuett (incl. Trio) ist ein Tanz, von daher ist das natürlich nicht falsch.
Aus der Wahl des Titels kann man aber gewisse Rückschlüsse ziehen, ob es dem Herausgeber wichtig war, Haydns Angaben genau zu übernehmen.
 
Ich habe übrigens jetzt durchaus Lust, das Gesamte Stück zu üben, mir gefällt das.
 
Falls jemand die Sonate in den drei Haydn-Sonaten-Bänden von Henle sucht...in meinen Ausgaben ist sie nicht enthalten. Der Grund liegt in der unsicheren Urheberschaft: IMLSP Hinweis: "Haydn's authorship of this sonata is uncertain".
 
So ich habe dann jetzt mal eine hoffentlich fehlerfreie und übersichtliche Version der Noten erstellt.
Vorläufig entfernt, weil es noch zu viele Fehler hat. Das ist wohl keine Arbeit für einen müden Kopf ;-)
 
Zuletzt bearbeitet:
Zu verbessern wären auf jeden Fall noch:
Takt 4, Oberstimme, Schlag 2, 1. Achtel d' statt g'
Takt 5 und 6, Unterstimme, G, g, a, h statt D, d, e, fis
 
  • Like
Reaktionen: beo
Jetzt aber:
Tanz-in-G-Dur.jpg

Und für alle die sich wundern warum ich keine Noten abschreiben kann:
Bildschirmfoto_2017-11-08_08-59-49.png
 
Welche Quelle hast du verwendet? Sind die Phrasierungen deine Interpretation oder woher kommen die?
 
Ist dort die Phrasierung exakt wie in deiner obigen Abschrift?

Ich frage deshalb, weil in deiner ursprünglichen Version ja gar keine Phrasierungen eingetragen waren.
 
Ja ist es, ich habe das beibehalten. Ich hatte mir schon überlegt, ob ich das entferne, aber die von @Pedall verlinkte Version stammt von IMSLP, was bedeutet, die wurde von einer Privatperson erstellt. Daher ist die Version die ich hier habe, die "offiziellste" die mir zur Verfügung steht.
 

Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass Haydn da gar keine Phrasierungen und Artikulationen angegeben hat. Und in den beiden Versionen von Hob. XVI:15, die bei IMSLP verfügbar sind, steht da auch nichts.

Zudem bin ich mir unsicher, ob ich all die Legato-Bögen zwischen den Vierteln mag. Aber das muss nichts heißen. Leider kann ich es aktuell mangels Instrument auch nicht ausprobieren und mit reiner Klangvorstellung komme ich zu keinem abschließenden Ergebnis.
 
  • Like
Reaktionen: beo
Ist dort die Phrasierung exakt wie in deiner obigen Abschrift?
Du verwechselst hier Phrasierung mit Artikulation.

die von @Pedall verlinkte Version stammt von IMSLP, was bedeutet, die wurde von einer Privatperson erstellt
Das ist Unsinn. Die "Version" wurde vielleicht von einer Privatperson gescannt, aber der Notensatz stammt von einem renommierten Verlag. Allerdings ist die Ausgabe so alt, dass sie neuere Erkenntnisse und Quellen naturgemäß nicht berücksichtigt.

Zudem bin ich mir unsicher, ob ich all die Legato-Bögen zwischen den Vierteln mag.
Die Unsicherheit ist berechtigt. Die angebundenen Auftakte sind stilistisch nicht nur fragwürdig, sondern schlicht falsch. Die Sonate wurde ca. 1765 geschrieben - da wurde noch auf dem Cembalo musiziert. Betonungen konnte man nicht durch Dynamik erreichen, sondern nur durch Längen. Ein langer Auftakt und eine kurze '1' - die sich durch den Bogen ergibt - verschiebt die Taktschwerpunkte auf groteske Art und Weise; zumindest für die damaligen Ohren. Der "Erfinder" dieser Artikulation hatte vielleicht unbewusst das Andante cantabile con moto aus Beethovens 1. Sinfonie im Ohr. Beethoven spielte mit diesem "falschen" Auftakt ganz bewusst und setzte ihn in diesem Satz charakterbildend ein. Wenn Haydn etwas ähnliches gewollt hätte, dann hätte er es definitiv notiert, weil diese Artikulation gegen jegliche Konvention verstößt. Und in einem so leichtgewichtigen Werk wie dieser frühen Sonate *) - noch dazu in einem Tanzsatz - hielt er das aus guten Gründen nicht für angebracht.

*) Die Sonate ist übrigens eine Transkription der "Geburtstags"-Cassation Hob. II:11. Dort kann man in den Stimmen ein paar nützliche Hinweise über Haydns Intentionen hinsichtlich der Artikulation finden.
 
Zuletzt bearbeitet:
Das ist Unsinn. Die "Version" wurde vielleicht von einer Privatperson gescannt, aber der Notensatz stammt von einem renommierten Verlag, auch wenn die Ausgabe so alt ist, dass sie neueren Erkenntnissen der Musikwissenschaft nicht unbedingt genügt.
Wenn das so ist, dann hat sich da aber jemand Strafbar gemacht, denn die Noten selbst sind zwar frei, die Arbeit des setzens aber nicht. Bei genauer Betrachtung dürftest Du trotzdem Recht haben, weil die Noten verpickelt sind wärend die Seitenzahlen klar sind. Ich bin aber von mir aus nicht auf den Gedanken gekommen, dass die Noten illegal sein könnten.
 
Wenn das so ist, dann hat sich da aber jemand Strafbar gemacht, denn die Noten selbst sind zwar frei, die Arbeit des setzens aber nicht. Bei genauer Betrachtung dürftest Du trotzdem Recht haben, weil die Noten verpickelt sind wärend die Seitenzahlen klar sind. Ich bin aber von mir aus nicht auf den Gedanken gekommen, dass die Noten illegal sein könnten.

Ob das strafbar ist, weiß ich nicht. Bei so alten Drucken glaube ich das eher nicht. Neuere Sachen darf man natürlich nicht scannen, das ist wohl klar.
 
Wenn das so ist, dann hat sich da aber jemand Strafbar gemacht, denn die Noten selbst sind zwar frei, die Arbeit des setzens aber nicht.

Sie können trotzdem nach Herzenslust kopiert werden, sobald die urheberrechtlichen Fristen abgelaufen sind. Und wenn das Notenbild dann auch noch älter als 50 Jahre ist, kannst Du die Kopien sogar verkaufen, da kann Dir kein Verlag einen Strick daraus drehen.
 
Naja, wenn das Peters-Copyright der 2. IMSLP-Version ein paar Jahre nach 1937 auf den Reprint von Kalmus / Belwin ( "now Alfred" ) übergegangen sein sollte, ist vielleicht das der Grund für das "Non PD EU". Das Peters-Ding selbst kam ja 1937 raus, zweiter Punkt wäre die Herausgebertätigkeit von Martienssen, der bis 1955 lebte, und ja EIGENTLICH noch nicht 70 Jahre tot ist in Deutschland. Herausgebertätigkeiten sind oft umfangreich...naja, ok. Insofern...

Außerdem gibts ja noch die Breitkopf-Version von 1918, bei der nichts steht.

LG, Olli
 
Naja, wenn das Peters-Copyright der 2. IMSLP-Version ein paar Jahre nach 1937 auf den Reprint von Kalmus / Belwin ( "now Alfred" ) übergegangen sein sollte, ist vielleicht das der Grund für das "Non PD EU". Das Peters-Ding selbst kam ja 1937 raus, zweiter Punkt wäre die Herausgebertätigkeit von Martienssen, der bis 1955 lebte, und ja EIGENTLICH noch nicht 70 Jahre tot ist in Deutschland. Herausgebertätigkeiten sind oft umfangreich...naja, ok. Insofern...

Das "Copyright" spielt im deutschen Urheberrecht so gut wie keine Rolle. Das Urheberrecht ist nach deutschem Recht nicht übertragbar.

Herausgebertätigkeit begründet nur dann ein Urheberrecht, wenn es sich um eine wissenschaftliche Ausgabe handelt. In diesem Fall beträgt die Schutzfrist aber nicht 70 Jahre nach dem Tod des Herausgebers, sondern nur 25 Jahre nach dem Erscheinen der Publikation:

https://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__70.html

Wenn es sich bei der Edition von 1937 um eine wissenschaftliche Ausgabe handeln sollte, dann ist die Schutzfrist jedenfalls schon längst abgelaufen...
 
Zuletzt bearbeitet:

Zurück
Top Bottom