Was darf Klavierunterricht kosten?

  • Ersteller des Themas Sternchen083
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Rechnung aus betriebswirtschaftlicher Sicht finde ich gut, aber hast du die Kosten nicht vielleicht zum Teil ein wenig hoch angesetzt? 6000 Euro Rücklage für neue Instrumente und 20 Jahre bedeutet selbst bei konservativer Verzinsung Kosten pro Instrument von über 80000 Euro. Ein gutes Instrument ist sicherlich gut für den Unterricht, aber zwei neue Flügel der guten Klasse alle 20 Jahre müssen es nicht sein, oder?
 
Rechnung aus betriebswirtschaftlicher Sicht finde ich gut, aber hast du die Kosten nicht vielleicht zum Teil ein wenig hoch angesetzt? 6000 Euro Rücklage für neue Instrumente und 20 Jahre bedeutet selbst bei konservativer Verzinsung Kosten pro Instrument von über 80000 Euro. Ein gutes Instrument ist sicherlich gut für den Unterricht, aber zwei neue Flügel der guten Klasse alle 20 Jahre müssen es nicht sein, oder?
Ok, man kann den Korb auch niedriger hängen. Aber dann mache ich die Rechnung so auf: Ich trete mit einer Investition in Vorleistung (und muß gegebenenfalls Kreditzinsen zahlen), und die Abschreibungsdauer für Tasteninstrumente beträgt lt. Finanzamt 20 Jahre. Wenn ich und meine Schüler mit den Instrumenten pfleglich umgehen, dann können sie natürlich auch älter werden. Dann freue ich mich natürlich riesig. Aber mir ging es ganz bewußt um eine streng ökonomische Betrachtungsweise, die sich auch an anderen Berufssparten messen lassen kann.
 
Hi,

mein Unterricht kostet 1.200 Euro pro Jahr, 1x wöchentlich 45 Minuten und in den Ferien und an Feiertagen findet kein Unterricht statt.

Ich finde das ist durchaus angemessen. Wenn man überlegt, was man für Handwerker manchmal bezahlen muss, ist das doch fast geschenkt;)

Ich bekomme hochqualifizierten Unterricht, der exakt auf meine Bedürfnisse abgestimmt ist. Und mit der Zeit nimmt es meine Lehrerin auch nicht so genau, wir werden nie pünktlich fertig ...
 
Ich kann mir das irgendwie gar nicht richtig vorstellen dass man in einer Stunde wirklich was lernt....hatte noch nie Unterricht aber liebäugel damit :) mehr als 2x im Monat werde ich mir aber nicht leisten können.
 
Hallo Sternchen,
ich wohne in einem ländlichen Gebiet, meine Stadt hat nur 45.000 Einwohner, und ich zahle bei der Lehrerin meiner Tochter (die zahlt in der Musikschule 46,-€ pro Monat für 30min die Woche) inzwischen 20,-€ für 30 Minuten, teurer als in Hamburg, wie du siehst! Nach deinen Preisen dürfte ich ja nur 15,-€ für 30 min. zahlen, also ich finde es sehr günstig! Aber vielleicht ist in der Großstadt ja auch die Konkurrenz größer, kann ich mir gut vorstellen, hier habe ich kaum Alternativen. Also 60 min. für 30,-€ ist echt günstig!
 
Danke, koelnklavier, für die Rechnung.

Den Preis aus dem Anfangspost finde ich nicht sehr teuer. Das bekomme (bekam) ich für ganz normale Nachhilfe, die ich bislang ohne Studienabschluss gegeben habe.

Viele vergessen bei der Bezahlung - auch eines privaten Klavierlehrers - dass er nicht im Anschluss an die Stunde das Geld nimmt und davon Pizzaessen geht. Das gilt aber für so ziemlich alle Freiberufler. Bei der Erbringung nicht-materieller Leistungen herrscht ja generell eine ziemliche Dumping-Mentalität :?
 
@Miyoko, in einer Stunde kann man ziemlich viel lernen, man kann es dann sicher noch nicht, aber man weiß auf jeden Fall wie es gehen könnte.

Man kann das so ein bisschen mit dem Schulunterricht vergleichen, Du bekommst etwas erzählst, übst es kurz an, hast gesehen wo es herkommt und wozu man es nutzen kann und Dich wirklich damit auseinandersetzen musst Du dann zuhause.

Gut Ding will schließlich Weile haben :)

Liebe Grüße
Pflaume
 
Hab mich jetzt mal erkundigt und sogar in dem Kaff wo ich wohne eine Lehrerin gefunden. 45 Minuten für 18€. Hab am Samstag einen Termin für eine Probestunde :p
 

'Nabend zusammen,

man, Ihr solltet Euch echt alle nicht beklagen. Ich zahle hier in der Schweiz umgerechnet ca. 50 Euro für 50 Minuten !!!!
Und das ist noch günstig :?

Ein Richtwert für Klavierlehrer sind so um die 60-70 Euro.

Die Preise, die Ihr hier genannt habt, finde ich alle mehr als in Ordnung für eine Klavierstunde. Oft haben Klavierlehrer auch noch einen Raum, in dem sie unterrichten (und nicht bei sich zu hause) und Miete zahlen müssen.

Liebe Grüsse
Astrid
 
hallo,

ich bezahle 35 euro für ausgemachte 45 minuten, wird aber fast immer eine stunde. im unterricht gibt es auch musiktheorie, musikgeschichte, rhythmusübungen, entspannungsübungen, alles was ich gerade so "brauche" oder wovon mein lehrer meint, es wäre dran. ausserdem hab ich den unterricht in einem separaten raum (also nicht bei ihm oder mir zuhause) und als übungsinstrumente zwei flügel. ausserdem bezahle ich pro stunde und kann meine stunden auch verlegen, wenn mir jobtermine dazwischen kommen. das hat auch seinen preis, musste aber bei mir sein.

am anfang hab ich geschluckt, das ist mehr, als ich in der stunde verdiene. aber wenn ich hochrechne, wie viel spaß mir das ganze macht, ist es/er sein geld allemal wert. ich hatte, als ich eine/n lehrer/in gesucht habe, verschiedene leute durchtelefoniert und hätte auch ne musiklehrerin für 20 euro für 60 minuten haben können - aber wenn sie mir nicht sympathisch ist oder ich das gefühl habe, sie macht unterricht nach schema f, sind selbst 20 euro zu viel. ich bereue es also nicht und verzichte dafür lieber auf anderes.

lavendel
 
Mehr bezahlen!

Man kann 25-30 Euro für 45-60 Minuten auch nicht ernsthaft teuer finden. Wenn ihr einen Handwerkermeister zu euch kommen lasst, wie viel bezahlt ihr dem pro Stunde? Und der hat nicht studiert....
Dem stimme ich voll und ganz zu!
Mein Mechaniker nimmt etwa 80 Euro die Stunde, wenn er an meinem Auto arbeitet. Der Spengler kriegt noch mehr... Der Computerfritze nimmt über 100,- Ich rede noch nicht von Anwälten etc...

Eine Klavierstunde kann ebenso anstrengend sein - und ist es vermutlich auch.

Warum ist Klavierunterricht billiger als Helferlohn beim Handwerker?
Ich frage mich das immer wieder - warum verkaufen sich Klavierlehrer sooo billig? Ich kenne keinen anderen Beruf mit solch umfassender Ausbildung, der sich so schlecht verkauft. Ist die Abeit denn nichts wert?

Bei den hier erwähnten Stundenpreisen ist es gewiss schwierig, sein Instrument warten zu lassen, den Klavierstimmer zu bezahlen. Hin und wieder ein neues bzw. besseres Instrument anzuschaffen fast ausgeschlossen. Das ist ja furchtbarer Hungerlohn!

Mein Tipp an den, der etwas von seinem Unterricht erwarten will: Lieber etwas mehr bezahlen und dafür gut Klavierspielen lernen. Lasse den Lehrer auch mal leben und beurteile nach dem Lernerfolg! Für mehr Geld strengt man sich auch mehr an - und das würde ich erwarten.

LG
Klaviermacher
 
Dem stimme ich voll und ganz zu!
Mein Mechaniker nimmt etwa 80 Euro die Stunde, wenn er an meinem Auto arbeitet. Der Spengler kriegt noch mehr... Der Computerfritze nimmt über 100,- Ich rede noch nicht von Anwälten etc...

Eine Klavierstunde kann ebenso anstrengend sein - und ist es vermutlich auch.

Warum ist Klavierunterricht billiger als Helferlohn beim Handwerker?
Halt, jetzt verdreht ihr hier aber was!

Der Handwerker ist darauf angewiesen,immer wieder neue Aufträge zu bekommen. Der Klavierlehrer hat meist einen Vertrag, er weiß, dass er jeden Monat so und so viel Geld bekommt. Daher muss er nicht so viel verlangen.
Für den Kunden ist ein Handwerker sowieso eine teure Angelegenheit, die er sich nicht so oft leisten kann. Wie stellst du dir das beim Klavierunterricht vor?
 
'Nabend zusammen,

man, Ihr solltet Euch echt alle nicht beklagen. Ich zahle hier in der Schweiz umgerechnet ca. 50 Euro für 50 Minuten !!!!
Und das ist noch günstig :?

Ein Richtwert für Klavierlehrer sind so um die 60-70 Euro.

Stimmt.

Richttarife des Berufsverbandes in der Nordwestschweiz
liegen bei 70 Euro/50 Minuten.

Btw: Hallo Astrid, wie gehts dir so? ;)
 
Halt, jetzt verdreht ihr hier aber was!

Der Handwerker ist darauf angewiesen,immer wieder neue Aufträge zu bekommen. Der Klavierlehrer hat meist einen Vertrag, er weiß, dass er jeden Monat so und so viel Geld bekommt. Daher muss er nicht so viel verlangen.
Für den Kunden ist ein Handwerker sowieso eine teure Angelegenheit, die er sich nicht so oft leisten kann. Wie stellst du dir das beim Klavierunterricht vor?

Eben, in meiner Familie zum Beispiel kommt es höchstens mal alle 10 Jahre vor, dass nen Handwerker bestellt wird, den man bezahlen muss. Eine Klavierstunde alle 10 Jahre wäre aber schon...

Sollte Klavier denn noch mehr nur für die verwöhnten reichen Kinder sein? Und diese würden auch nicht mehr üben, wenn eine Stunde 1.000€ oder mehr kosten würde. Talentierten und lernwilligen Schülern nähme man bei Preisen von 80€ und mehr jedenfalls absolut die Chance auf eine vernünftige Klavierausbildung. Und bei Erwachsenen ist das wahrscheinlich ähnlich. Wer wirklich lernen will, der übt auch dann, wenn der Unterricht bezahlbar ist!
Davon abgesehen würde es für die Klavierlehrer nicht gerade vorteilhaft sein, denn wenn sich niemand mehr Unterricht leisten kann, dann verdienen sie doch auch nichts mehr.

Zitat von klaviermacher:
Für mehr Geld strengt man sich auch mehr an - und das würde ich erwarten.

Wenn man für Klavierunterricht als Schüler oder auch Erwachsener noch einen Nebenjob annehmen muss, dann hat man weniger Zeit zum Üben und der Fortschritt wäre doch eher schlechter... Außerdem dürfen Kinder/Jugendliche doch erst wirklich mit 14 arbeiten und das ist für nen Klavierbeginn nicht gerade ideal.

Gekostet hat mein Unterricht weniger als 10€ für 30 Minuten bei der ersten Lehrerin und 23,67€ für 45 Minuten bei der zweiten. Geübt habe ich trotz des teureren Preises aber auch nicht mehr

Zitat von thepianist73:
Richttarife des Berufsverbandes in der Nordwestschweiz
liegen bei 70 Euro/50 Minuten.

Bin ich froh, dass ich in Deutschland wohne, sonst hätte ich bis heute noch nie eine Klaviertaste auch nur berühren dürfen ;)
 
Mein Klavierunterricht kostet - umgerechnet auf 45 Minuten - 28.13€
 
Halt, jetzt verdreht ihr hier aber was!

Der Handwerker ist darauf angewiesen,immer wieder neue Aufträge zu bekommen. ?

Nein, da ist nichts verdreht. Beim guten Handwerker stellen sich die Leute an. So siehts aus. Brauchst nicht denken, daß da sofort ein Termin möglich ist. Er ist eben nachgefragt! Nicht angewiesen!

Und wenn guter Unterricht seinen Preis hat, was soll da verkehrt sein?

Die Sachlage ist ja die: Bei " Ich möchte billigsten Unterricht" liegt das Interesse vielfach woanders. Die Eltern sehen nicht die fundierte musikalische Ausbildung im Vordergrund. Hauptsache der Nachwuchs treibt sich nicht auf der Straße herum und dafür sollte der Preis nicht zu hoch sein.

Um dieses nicht zu unterschätzende "Marktsegment" ergibt sich fast zwangsläufig ein Wettrennen um das Thema "Wer ist der Billigste?".

Die aktuelle Situation, die sich aus solcher Art "Beschäftigungstherapie" fast zwangsläufig ergibt: Der Schüler übt nicht oder wenig - das spielt für die Eltern bei diesen geringen Kosten sowieso blos eine untergeordnete Rolle. Fortschritte sind kaum zu bemerken. Was bleibt sind frustrierte Lehrer, unmotivierte Schüler, aber das Schlimmste: "Scheitern, ein Instrument zu erlernen." Das ist kein guter Lebensstart!

Ausnahmen gibt es wie immer bei jeder Regel.

Welcher Lehrer spielt dieses traurige Spiel nach unten gerne mit?
Keiner!

Man sollte sich weigern, jemanden zu unterrichten, dem es nicht wirklich darum geht, sein Bestes zu geben, selbst wenn es nur die Eltern sind. "Ich möchte ja gar keinen Mozart" sind typische Anzeichen solch falscher Einstellungen.

Um wieder auf das Thema zu kommen: Mit 20 Euro in der Stunde ist man eben blos ein besserer "Aufpasser" bzw. "Kindermädchen" und nicht mehr. Für das braucht man aber dann nicht so lange zu studieren. Nicht wahr?

Daher ist es grundfalsch, sich preislich immer nach unten zu orientieren. Das gilt für den Pädagogen wie für die Eltern gleichermaßen.

LG
Klaviermacher
 

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