"Quintfall" / Vordominanten

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Foxedge

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Hi. Hat es einen Grund, warum man die jeweilige Vordominante finden soll, indem man eine Quinte aufsteigt und die Dominante dann wieder der Ausgangsdominante vorausstellt?

Es wäre wesentlich einfacher immer eine Quarte runter zu gehen, dann stimmt auch die Chronologie von vorne herein.
 
Peter

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Bechsteinfan
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Ich verstehe gerade nicht mal, worum es geht. :girl:
 
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Foxedge

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Man kann einer Dominante laut Harmonielehre weitere Dominanten voranstellen, das ganze nennt man dann Quintfall. Beispielweise kann man statt G7-Cmaj7 in C-Dur auch A7-D7-G7-Cmaj7 spielen. Die "Vordominanten" liegen immer in Quintabständen zueinander. Wenn ich also ein Stück in C-Dur schreibe und mir überlege, zwei Vordominanten einzubauen, dann geht man laut Buch so vor, dass man immer in Quintabständen die nächste Dominante findet. Die Quinte zu G ist D, also kann man D7 vor G7 setzen.

Dann müsste ich wieder von D7 aus eine Quinte hinauf um A7 zu finden, um A7 dann vor D7 zu setzen. Das ist ja immer ein hin- und her.

Stattdessen kann man einfach rückwärts Quarten ablaufen. Also G7, D7, A7, E7 und so weiter, dann spart man sich immer dieses vom Ausgangspunkt aufwärts gehen und dann aber hinten ansetzen - man geht einfach chronologisch immer weiter runter und hat direkt seine Dominanten höherer Ordnung.

Wahrscheinlich ist es völlig egal ob man nun eine Quinte aufwärts oder eine Quarte abwärts geht,
mich hat nur interessiert warum es bevorzugt Quinten sind und sich das ganze auch Quintfall nennt, wo es andersherum etwas komfortabler wäre.
 
Peter

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Bechsteinfan
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Dann müsste ich wieder von D7 aus eine Quinte hinauf um A7 zu finden, um A7 dann vor D7 zu setzen. Das ist ja immer ein hin- und her.
Hmm, eigentlich ist es nur ein Hin. :-D Ist doch egal, ob Du nun in Quinten oder in Quarten rechnest.
Stattdessen kann man einfach rückwärts Quarten ablaufen. Also G7, D7, A7, E7 und so weiter
Wenn Du vorwärts Quinten abläufst, kommst Du doch auf das gleiche Ergebnis und gleiche Chronologie?
 
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Musikanna

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Zur Frage nach der Bezeichnung (der Rest wurde schon beantwortet):
Diese hat sich wohl im Deutschen so eingebürgert. (Obwohl das Deutsche manchmal zu übertrieben langen Wortzusammensetzungen ;-) neigt, verzichtet man hier auf die Erwähnung von Quarten.)
Im Russischen z. B. heißt es Quarten-Quinten-Zirkel und Quarten-Quinten-Sequenz. Manchmal lässt man aber das Wort Quarte auch weg.
 
Rheinkultur

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Die "Vordominanten" liegen immer in Quintabständen zueinander. Wenn ich also ein Stück in C-Dur schreibe und mir überlege, zwei Vordominanten einzubauen, dann geht man laut Buch so vor, dass man immer in Quintabständen die nächste Dominante findet. Die Quinte zu G ist D, also kann man D7 vor G7 setzen.
Die korrekte Bezeichnung für die "Vordominante" lautet allerdings "Zwischendominante". Eine solche kannst Du sowohl zu Akkorden mit leitereigenen als auch leiterfremden Tönen bilden.

Wahrscheinlich ist es völlig egal ob man nun eine Quinte aufwärts oder eine Quarte abwärts geht, mich hat nur interessiert warum es bevorzugt Quinten sind und sich das ganze auch Quintfall nennt, wo es andersherum etwas komfortabler wäre.
Bei Benennung von Funktionen hat es sich durchgesetzt, sie immer auf aufsteigende Skalen zu beziehen. Sowohl bei Anwendung von Funktions- als auch Stufentheorie ist das üblich und sinnvoll. Für die harmonische Analyse ist es unerheblich, in welche Richtung die Stimmen im analysierten Musikbeispiel fortschreiten.

Hmm, eigentlich ist es nur ein Hin. :-D Ist doch egal, ob Du nun in Quinten oder in Quarten rechnest.
Egal ist das nicht - soll in abwärts gerichteten Quarten gedacht werden, müsste man die abweichende Intervallrichtung ja angeben. Verwirrend, verkomplizierend und daher unsinnig... .

LG von Rheinkultur
 
Rheinkultur

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stimmt ;-)
aber schon der grimme Ludwig konnte das abwechslungsreich gestalten, und ja, sowohl Quinten abwärts als auch Quarten aufwärts hatte er dafür eingesetzt:Den Anhang 14133 betrachten
(mal bei den sf gucken)
So ist es. Durch die Gegenbewegung der jeweiligen Stimmen erzielt er auch in melodischer Hinsicht ein besseres Ergebnis. Für die Harmonieanalyse genügt die Erkenntnis, dass Beethoven mit einer Zwischendominante zur Doppeldominante (einfachste Form der Zwischendominante) beginnt, diese folgt als Zwischendominante zur Dominante, die sich ihrerseits zur Tonika auflöst. Schneller kann man beim Modulieren nicht durch die Tonarten kommen.

LG von Rheinkultur
 
 

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