Neuer, talentfreier Vorschüler- Fahrplan gesucht


Henry
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Selbstverständlich hätte der KL einiges Didaktisch-Methodische anstellen können, um den Threadersteller vernünftig da abzuholen, wo er tatsächlich steht, und ihm Erfolgserlebnisse und Weiterkommen zu ermöglichen. Keine Frage. Es aus Unfähigkeit oder aus "Wurschtigkeit" heraus nicht zu tun, ist ganz klar Zeichen, dass er ein KKL ist.

Bei einem bestimmten Schüler jedoch keine Lust zu haben, sich da reinzuknien, weil man für sich beschlossen hat, kein Lehrer für schwierige Spezialfälle mit hohem "Psycho-Bedarf" zu sein, ist völlig legitim. Und wenn ich dies konstatiere, beinhaltet dies nicht, dass ich jemanden damit vom KKL-Sein freispreche - aber dies scheint für einige Rotseher hier zu viel Logik auf einmal zu sein...

Nur mal so nebenher - mein "Großer" ist Autist und ich habe auch einen sehr guten Spezl welcher auch Autist ist.

Es mit "Psycho-Bedarf" abzutun, ist für eine Lehrkraft außerordentlich unwürdig.

Vielmehr sollte man sich mit Autismus mal befassen - das sind keine Psychos, sie sind eben mal nur etwas bis völlig anders.

Natürlich, der KL kann sich die Schüler aussuchen und wenn er nicht in der Lage ist bestimmte Menschen aufgrund von Behinderungen zu unterrichten, sollte er es besser lassen als daß er da Schaden anrichtet.

Wenn Autisten das Bedürfnis haben das Klavierspiel zu erlernen, sollte dies auf jeden Fall gefördert werden, ganz gleich in welchem Alter.

Autisten sind zu außergewöhnlichen Leistungen fähig.

Mein ehemaliger Chef arbeitete mal mit einem autistischen Klavierstimmer zusammen - der stimmte in der Tat ein Klavier chromatisch innerhalb einer halberten Stund....sehr zur Freude der Kollegen.
 
Ralph_hh
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Wenn jemand mit 60 erst "vor ein paar Jahren" diagnostiziert wurde, eine Erkrankung im autistischen Spektrum zu haben, kanns so arg ja kaum sein...
 
A
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Ehrlich gesagt kann ich immer gar nicht nachvollziehen, wieso sich jemand das freiwillig antut, sich auf so einem superniedrigen Level superlangsam durch Simpel-Stücke durchzumühen, die man dann nicht mal fehlerfrei vorspielen kann, weil man so aufgeregt ist. Mir persönlich würde das null Spaß machen, es sei denn, ich wüsste, es ist nur eine relativ kurze Periode, durch die ich durch muss, und danach wird's besser.
Ich hatte in meiner Musikschulzeit einige ältere Anfänger und möchte daher nachdrücklich widersprechen.
Es macht auch einem Klavierlehrer Spaß solche meist hochmotivierten Schüler zu unterrichten und sich auf deren Probleme am Instrument einzulassen. Auch wenn man selbst gerade Mazeppa übt und andere Schüler auf eine Hochschul-AP vorbereitet.
 
A
Alter Tastendrücker
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Dabei verteidige ich NUR das RECHT jedes KL, sich seine Kunden auszusuchen, keine therapeutischen Funktionen übernehmen zu wollen sowie Schüler, auf die er keinen Bock hat, rauszuwerfen (dies aber wohlgemerkt, was ich auch bereits schrieb, bitte mit geschickteren und
In der Tat!!
Wenn man mit einem Schüler nix anfangen kann und/oder will, dann muss man sich trennen!
Das ist für beide Teile der einzig sinnvolle Weg. Ich habe z. B. Schüler absolut jedes Niveaus unterrichtet, aber den Pop-Stückchen Spieler (nicht, dass ich den moralisch verurteilen würde!) grundsätzlich gemieden!
 
A
Alter Tastendrücker
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Talentierte" Schüler zu unterrichten, ist keine Kunst.
Widerspruch!!!
Es ist weder moralisch noch methodisch 'wertvoller' diesen oder jenen Schülertypus gut zu unterrichten!
Es setzt hohe Kompetenz voraus einen Hochbegabten so zu führen, dass er/sie sich gut entwickeln kann!! Es gibt genug Gegenbeispiele!
UND: es ist verdienstvoll und aufwändig 'schwierige Fälle', die eventuell als 'Wanderpokale' an der Musikschule schon einige ungewollte Lehrerwechsel und unfreundliches Verhalten von Lehrpersonen durchzustehen hatten, motiviert und motivierend zu unterrichten
 
Debösi
Debösi
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Hallo Marcus,

schmökere doch einfach mal auf dieser Webseite

Es lohnt sich!

Viele Grüße
 
HbMuth
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Talentiert oder nicht, es gibt Schūlerinnen* mit der Neigung, ihre eigene Laienmeinung zur Stückewahl, zum eigenen Vorankommen, zum ihrem aktuellen Spiel, zu Ūbeweisen etc. mitunter ungefragt auszusprechen. Lehrpersonen, die viel auf ihre Autorität geben, haben da ihren Beitrag zu etwaigen Reibungsverlusten, die zu Frustration auf beiden Seiten führen. Gegeben, dass ein gewisses Talent da ist, ist die Schülerin dennoch dankbar für Bereitschaft seitens der Lehrerin sie zu unterrichten. Es sollte also nicht nur musikalisches Talent einerseits, sondern auch pädagogisches Talent andererseits vorhanden sein, mit solchen Widerständen umzugehen.

Erwachsenenpädagogik beinhaltet eben auch dies, wobei der Wortteil päd- sich nicht auf Kind, sondern auf hinderliche Impulse beziehen, die Kindern eigen ist und die auch später hervorbrechen können, wenn höhere geistige Instanzen, später gelernte Strategien dagegen versagen, zum Beispiel aufgrund von Frustration. Solche Widerstände kann die Schülerin nicht notwendig immer in jeder aktuellen Verfassung aus eigener Kraft lösen, und sie zu schlucken, "gute Miene" zu machen, ist längerfristig auch nachteilig, sie stauen sich an und åußern sich halt anders. Natürlich hat eine Lehrerin lieber, wenn ihre Tipps und Ratschläge und Wissensinhalte aus der Hand gefressen werden, aber das Berufskonzert ist nun mal kein Wunschleben.

* generisches Femininum bezieht sich auf männliche wie weibliche Personen. Nicht, dass der Verdacht aufkommt, dass bezöge sich auf einen, der sich schon mehrmals im Unglücklichen-Thread ausgekotzt und die Beiträge nächsten Tags wieder gelöscht hat, gell.
 
Henry
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Wenn jemand mit 60 erst "vor ein paar Jahren" diagnostiziert wurde, eine Erkrankung im autistischen Spektrum zu haben, kanns so arg ja kaum sein...
In welcher Zeit lebst Du denn?

Eine Krankheit fangt man sich, eine "Andersartigkeit" ist angeboren.

Es gibt viele Gesichter des Autismus (ebenso bei ADHS) - das geht von weniger auffälligen Erscheinungen bis hin zur Behinderung.

Liegt eine Behinderung vor, wird die Diagnose schon recht zeitig gestellt, bei den weniger auffälligen kommt es vor, daß die Diagnose erst sehr spät oder garnicht gestellt wird.

Schau mal, bei mir wurde die Diagnose ADHS per Zufall erst 2010 diagnostiziert - ich selbst war darüber recht verwundert, aber dann wurde mir auch klar, warum mich einige Leute als "psyschisch auffälliges Ekel , was in die Klapse gehört" gesehen haben.

Auch W.A. Mozart war nach heutigem Wissenstand hochkarätiger ADHSler - niemand käme heute auf die Idee ihn als "krank" zu bezeichnen.

Und was das jetzt mit Autismus zu tun hat?

Ne ganze Menge - Autismus und ADHS sind von den gleichen Rezeptoren abhängig - es gibt Menschen wo es nicht sicher ist, ob sie Asperger oder ADHS haben....es kann das eine in das andere übergehen.

Bei F.Chopin bin ich mir auch ned so ganz sicher, ob da nicht Autismus vorgelegen haben könnte.

Der autistische Spezl, den ich erwähnte - der wurd in den 80iger Jahren mit der Diagnose "Endogene Psychose" in die Klapsmühle gesperrt und mit Elektroschocks gequält.

Wir sind heute Gottseidank soweit, "Andersartigkeiten" von "Geisteskrankheiten" zu unterscheiden.
 
Ralph_hh
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In welcher Zeit lebst Du denn?

Eine Krankheit fangt man sich, eine "Andersartigkeit" ist angeboren.
Es liegt mir fern, mit der Wortwahl irgendwie diskriminieren zu wollen. Der TE selbst spricht von einer Behinderung, auch der Begriff gilt ja vielerorts nicht mehr als gesellschaftsfähig. In den USA sprechen sie von "mentally challenged". Bei Borderline z.B. spricht man weder von Krankheit noch von Behinderung sondern von einer Störung. Letztlich ist es doch egal, wie man das nennt oder? Wichtig ist der Respekt vor diesen Menschen, die nicht pauschal in einen Schublade gesteckt werden sollten.

Wie auch immer. Ich kenne einen Asperger Autisten, bei dem ist es sehr auffällig und die Diagnose kam dementsprechend schon im Grundschulalter (oder ggf. Kindergarten). Was ich sagen wollte, ist, dass wenn man erst im Erwachsenenalter diagnostiziert wird, die Ausprägung offenbar eine eher milde ist, sonst wäre sie viel früher erkannt worden. Korrigier mich, wenn ich damit falsch liege, Du hast ja Erfahrungen damit. - Vor dem Hintergrund, dass der KL hier im Verdacht steht, offenbar keine Lust auf solche Menschen zu haben.
 
Vanessa
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Liegt eine Behinderung vor, wird die Diagnose schon recht zeitig gestellt, bei den weniger auffälligen kommt es vor, daß die Diagnose erst sehr spät oder garnicht gestellt wird.

Schau mal, bei mir wurde die Diagnose ADHS per Zufall erst 2010 diagnostiziert - ich selbst war darüber recht verwundert, aber dann wurde mir auch klar, warum mich einige Leute als "psyschisch auffälliges Ekel , was in die Klapse gehört" gesehen haben.

Auch W.A. Mozart war nach heutigem Wissenstand hochkarätiger ADHSler - niemand käme heute auf die Idee ihn als "krank" zu bezeichnen.

Ich tue mir ehrlich gesagt nach wie vor schwer damit, für alle möglichen Andersartigkeiten Diagnosen zu stellen. Die Menschen sind sich schon über Jahre immer ähnlicher geworden, keiner möchte aus der Reihe tanzen und für die, denen das nicht gelingt, gibt es Diagnosen.

Ich finde es viel schöner, wenn man die Menschen einfach unterschiedlich sein lässt. Aber inzwischen ist der Markt hinter diesen ganzen Diagnosen so groß geworden, dass zu gut daran verdient wird. Der Pfad zwischen einer tatsächlichen Erkrankung und einer Andersartigkeit ist schmal.
 

Vanessa
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Es liegt mir fern, mit der Wortwahl irgendwie diskriminieren zu wollen. Der TE selbst spricht von einer Behinderung, auch der Begriff gilt ja vielerorts nicht mehr als gesellschaftsfähig.

Ich habe die Äußerung nicht diskriminierend verstanden, ob "Erkrankung", "Behinderung" oder "Störung", die unzähligen Begriffe dafür ändern am Sachverhalt schließlich nichts.
 
beo
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Für die Betroffen sind die Diagonsen wichtig. Ich habe in meinem Umfeld einige Asperger Autisten. Viele haben ihre Diagnose sehr spät bekommen, weil es immer noch zu wenig Spezialisten gibt, die diese Diagnose überhaupt stellen können. Vor ihrer Diagnose, waren sie einfach nur die, mit denen irgendwas falsch ist. Nach der Diagnose, sind sie immer noch anders, aber sie müssen sich von niemanden mehr sagen lassen: "Reiß Dich doch einfach zusammen und sei normal!"
Das Wissen, ganz normaler Autist zu sein, hilft.
 
Vanessa
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Für die Betroffen sind die Diagonsen wichtig. Ich habe in meinem Umfeld einige Asperger Autisten. Viele haben ihre Diagnose sehr spät bekommen, weil es immer noch zu wenig Spezialisten gibt, die diese Diagnose überhaupt stellen können. Vor ihrer Diagnose, waren sie einfach nur die, mit denen irgendwas falsch ist. Nach der Diagnose, sind sie immer noch anders, aber sie müssen sich von niemanden mehr sagen lassen: "Reiß Dich doch einfach zusammen und sei normal!"
Das Wissen, ganz normaler Autist zu sein, hilft.

Bei den Erwartungenshaltungen in unserer Gesellschaft natürlich! Man ist anders als die anderen und das gilt als nicht "normal". Deswegen hilft die Diagnose. Auch die der Dyskalkulie, der Legasthenie, der was nicht alles. Ich will nicht alle über einen Kamm scheren, aber wäre die Gesellschaft imstande, mit solchen Andersartigkeiten umzugehen, bräuchten viele ihre Diagnose nicht.
 
beo
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Ich will nicht alle über einen Kamm scheren, aber wäre die Gesellschaft imstande, mit solchen Andersartigkeiten umzugehen, bräuchten viele ihre Diagnose nicht.
Da bin ich nicht sicher, denn mir fällt ein weiterer Aspekt ein: Wir lernen von unseren Mitmenschen welches Verhalten richtig ist. Wer nicht neurotypisch ist, kann das nicht, denn was für die meisten richtig ist, passt einfach nicht. Mit Diagnose kann man sich an Menschen mit der gleichen Diagnose orientieren, ohne ist man auf die eigene Selbstreflexion angewiesen, was deutlich schwieriger ist.

Und wenn wir eine offene, tolerante Gesellschaft hätten, gäbe es wegen einer Diagnose ja auch keine Stigmata mehr.
 
Henry
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@Vanessa , es gab mal einen Spruch "Menschen sind nicht behindert, sie werden behindert"

Und da ist schon was dran, die heutige Gesellschaft stellt für einige Menschen unüberwindbare und gefährliche Hindernisse dar, welche andererseits das Leben für andere bequemer machen.

Mein Großer bräuchte keine 24 h Betreung und Aufsicht, gäbe es zum Beispiel keine Verkehrsmittel.
 
Henry
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@Ralph_hh , ich habe es nicht als diskriminierend gewertet, nur für überholt.

Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, wo Schwule und Lesben so wie Menschen welche masturbierten als "krank" eingestuft wurden.

Ebenso Menschen welche sich anders verhielten als von der Gesellschaft erwartet.

Wie viele wurden völlig grundlos in die Psychiatrie eingewiesen, weil sie einfach mal als krank galten?
 
samea
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Erkrankung, Behinderung, Störung sind alle drei medizinische Fachbegriffe.

Erkrankung
"Eine Krankheit bzw. Erkrankung ist eine Störung der normalen physischen oder
psychischen Funktionen, die einen Grad erreicht, der die Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden eines Lebewesens subjektiv oder objektiv wahrnehmbar negativ beeinflusst."

Behinderung
"Als Behinderung wird im medizinischen Sinne eine angeborene oder erworbene Beeinträchtigung in der Interaktion mit der Umwelt bezeichnet.
Diese Beeinträchtigung kann physisch oder psychisch sein und steht immer Zusammenhang mit den Umweltbedingungen."

Gesundheitliche Störung
Eine gesundheitliche Störung ist eine Veränderung der Gesundheit mit Krankheitswert. "Es werden demgemäß in der medizinischen Diagnostik die gesundheitlichen Störungen des Körpers nach einem System geordnet erfasst, in der medizinischen Klassifikation systematisch klassifiziert, und in der medizinischen Wissenschaft systematisch studiert."

Keiner dieser Begriffe ist diskriminierend. Es handelt sich schlicht und ergreifend um medizinische Fachsprache. Welchen dieser Begriffe ich wähle ist abhängig von dem was ich sagen möchte.

Ich nehme mich als Beispiel. Ich bin Diabetikerin.

Gesundheitliche Störung: Die Bauchspeicheldrüse produziert zu wenig Insulin.

Erkrankung: Diabetes, ohne Insulin-Gabe würde ich sterben.

Behinderung: Liegt nicht vor, da durch die Verabreichung des Insulins die Störung kompensiert werden kann und bei mir keine nennenswerten Einschränkungen der gesellschaftlichen Teilnahme vorliegt.
 
HbMuth
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Wer wirklich komplett normal ist, ist insgesamt anormal. Oder auch: Normalität nennt man den Durchschnitt aller Besonderheiten, vom Einzelnen abstrahiert.

Wer normal ist oder "professionelle Hilfe benötigt", wie das heute heißt, hat wie jeder (auch implizit) kommunikative Akt vier Aspekte. Nach dem Apellaspekt ist das "sei doch mal ein bisschen berechenbarer, kontrollierbarer für mich", nach dem Beziehungsaspekt ist das "ich stehe in der Gesellschaft, du außerhalb", nach dem Selbstoffenbarungsaspekt "ich betrachte mich als normal", nach dem Sachaspekt "ich kann oder will mich nicht länger mit dir auseinandersetzen, geh mir aus dem Weg".
 
Vanessa
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Da bin ich nicht sicher, denn mir fällt ein weiterer Aspekt ein: Wir lernen von unseren Mitmenschen welches Verhalten richtig ist. Wer nicht neurotypisch ist, kann das nicht, denn was für die meisten richtig ist, passt einfach nicht. Mit Diagnose kann man sich an Menschen mit der gleichen Diagnose orientieren, ohne ist man auf die eigene Selbstreflexion angewiesen, was deutlich schwieriger ist.

Und wenn wir eine offene, tolerante Gesellschaft hätten, gäbe es wegen einer Diagnose ja auch keine Stigmata mehr.

Ich finde da irgendwie den logischen Bogen nicht. Du meintest, eine Diagnose, also in dem Fall das Wissen, ein ganz normaler Autist zu sein, würde helfen. Hier lese ich von Stigmata wegen einer Diagnose, wie passt das zusammen? Was hilft nun mehr, Diagnose oder Nicht-Diagnose?

Deinen zweiten Satz würde ich anders formulieren: Wir lernen von unseren Mitmenschen nicht, welches Verhalten "richtig", sondern welches (in unserer Kultur!) erwünscht ist. Wer nicht tickt wie die Mehrheit, eckt an, ob mit oder ohne Diagnose. Das ist nun einmal (und war schon immer) das Los der Andersdenkenden.

Und da ist schon was dran, die heutige Gesellschaft stellt für einige Menschen unüberwindbare und gefährliche Hindernisse dar, welche andererseits das Leben für andere bequemer machen.

Die heutige Gesellschaft? Wie war genau das denn vor 100 Jahren? Ohne Rampen, ohne Aufzüge, ohne Barrierefreiheit aus der Sicht eines Gehunfähigen?
 
 

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