Fingerfertigkeit - Tempo üben

  • Ersteller des Themas Ralph_hh
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Dem steht das "Sie" aber entgegen weil dieses "Sie" Distanz und Abstand bringt.

Das „Sie“ ist doch die normale Anrede. Mein KL und ich siezen uns auch. Abstand und Distanz sind ja nichts schlechtes.
Es kommt natürlich immer auf den Kontext an, beim Sport oder in Foren wird meist geduzt. Das zwanghafte Duzen bei vielen Geschäftsbeziehungen finde ich nervig.
 
Ich denke, das merkt man sehr schnell ob ein Du oder Sie angebracht ist. Meine letzte KL führte relativ schnell ein "Du" ein und das hat meinem ehrlichen Respekt ihr gegenüber als Konzertpianistin und Hochschullehrerin keinerlei Abbruch getan.
 
@Bavaria blu aka playitagain aka Vivalavida

Warum treibst du dich eigentlich auf so etwas Banalem wie einem Klavierforum herum? Deine wahre Berufung scheint mir eher Professorenschulung und Kommunikationsberatung zu sein. Da bist du wahrscheinlich besser aufgehoben.

Ach ja, und deine Ausdrucksweise hat sich in den letzten Monaten so stark verbessert, dass mittlerweile sogar Redenschreiber für den Bundespräsidenten drin wäre.

Also, raube doch bitte nicht dir und uns die Zeit, sondern tu etwas Sinnvolles!
 
Ach ja, und deine Ausdrucksweise hat sich in den letzten Monaten so stark verbessert, dass mittlerweile sogar Redenschreiber für den Bundespräsidenten drin wäre.
You can say you to me.
Obacht, wenn die Ausdrucksweise so unterschiedlich ist, das könnte ja dann vielleicht ein anderer sein ...;-)

Ich denke, das merkt man sehr schnell ob ein Du oder Sie angebracht ist. Meine letzte KL führte relativ schnell ein "Du" ein und das hat meinem ehrlichen Respekt ihr gegenüber als Konzertpianistin und Hochschullehrerin keinerlei Abbruch getan.
Mit Respekt hat das "Sie" nur am Rande was zu tun.
Meinen derzeitigen Klavierlehrer habe ich gleich am Anfang das "Du" angeboten, aber es wurde abgelehnt.;-)
Warten wir noch hies es. Mittlerweile sind 3 Jahre vergangen und nun geht er bald in Pension...
:trinken321:
 
Meinen derzeitigen Klavierlehrer habe ich gleich am Anfang das "Du" angeboten, aber es wurde abgelehnt.;-)
Warten wir noch hies es. Mittlerweile sind 3 Jahre vergangen und nun geht er bald in Pension...
:trinken321:

Hmmm, Sie könnten noch Mal recherchieren, wer wem das 'Du' anbietet.

Und vielleicht auch gleich den Zusammenhang mit Respekt berücksichtigen. Und wenn Sie sich schon Weiterbilden, dann auch noch aktives Zuhören und Wahrnehmung von Grenzen.

Vielleicht knirschts dann nicht so häufig im sozialen Umfeld.
 
Mit Respekt hat das "Sie" nur am Rande was zu tun.
Meinen derzeitigen Klavierlehrer habe ich gleich am Anfang das "Du" angeboten, aber es wurde abgelehnt.

Diese zwei Sätze direkt hintereinander ... :004:

Der Klavierlehrer hat instinktiv gespürt, wie wenig Respekt Du seiner Branche und damit ex ante auch ihm entgegenbringst. Wahrscheinlich transpirierst Du Deine intensiv empfundene Verachtung bzw. Misstrauen in wabernden Wolken.

Von so einem will er sich nicht ankumpeln lassen. :007:
 
Au weia, ja, da muss schon was los sein, wenn man in die Situation gerät, ein Du-Angebot abgelehnt zu kriegen... Entweder der blaue Baier hat sich völlig unangemessen verhalten, indem er (insbesondere als Jüngerer - es gehört sich, dass normalerweise immer der Ältere das Du anbietet) zu einem viel zu frühen Zeitpunkt das Du anbot, oder, wie Barratt argwöhnt, der KL hat keinen Bock auf das Du mit so jemand Merkwürdigem gehabt.
 
Der Klavierlehrer hat instinktiv gespürt, wie wenig Respekt Du seiner Branche und damit ex ante auch ihm entgegenbringst.
Gar nicht. Wenn ich nichts vom Unterricht halten würde würde ich ja nicht hingehen.
Wir verstehen uns gut und hatten in den letzten 3 Jahren noch nie einen Konflikt. Der Lehrer ist mit allen seinen Schüler per "Sie" und eben mit allen auf Distanz. Er nimmt auch nur engagierte Schüler, so wie mich.
Vom meinem Lehrer wurde ich aber auch noch nie schwach angeredet. Denn dann braucht sich der oder diejenige auch nicht zu beschweren und herum zu weinen dass da kein/wenig (Gegen)Respekt vorhanden ist. Denn Respekt ist keine Einbahnstrasse.

Das Thema war ja Tempo, vielleicht gibt es noch ein Feedback zu meinem 2 Phasenmodell vorgestellt im Beitrag #141 ?
 

Und der Lehrer hat sich in drei Jahren noch nie dazu geäußert, wie du deine Arme bewegen sollst? Kann ich irgendwie nicht glauben. Aber dann frag ihn halt.
Seitdem ich mit meinem Burgmüller bei meinem KL vorstellig geworden bin und ihn gefragt habe, wie ich das schnell spiele, weil ich da an Grenzen stoße, reden wir quasi über nichts anderes als die Bewegung von Händen und Armen.
 
Und der Lehrer hat sich in drei Jahren noch nie dazu geäußert, wie du deine Arme bewegen sollst? Kann ich irgendwie nicht glauben.

Naja, das muss man ja glauben:
Ich kenne keinen einzigen Erwachsenen Klavierspieler (und ich kenne ein paar) dem je ein Bewegungsmuster gezeigt wurde.

Aber Hauptsache der Unterricht verläuft konfliktfrei.

Ich hab´s! Der Lehrer liest hier mit und sagt sich: Dem erkläre ich bestimmt keine Bewegunsmuster. Gibt nur Konflikte. :-D
 
Danke, das habe ich so auch verstanden.
Nur in Summe sind dann wohl diese "Stationenübungen" die Vorbereitung für ein flüssiges Spiel. Dieses lerne ich ja nicht unbedingt dabei.
Erst wenn ich dann alles zusammen kombiniert habe, von mir aus eine Phrase lang, kann ich also eine gesamte Bewegungskoordination ausführen. Dies kann man wie in der Corona Krise die 2.Phase bezeichnen. Also
Phase 1: kleinteiliges Üben
Phase 2: zusammenfassendes Üben einer Phrase oder ähnlichem
So macht das schon mehr Sinn jetzt.

Lieber Bavaria Blue,

du wolltest Feedback zu dieser Aufstellung. Die ist so nicht richtig.

1. Ich habe bereits geschrieben, dass Stationenübungen eher für schnelles und flüssiges Passagenspiel geeignet sind (Passagen = schnelle Läufe etc.). Du schreibst hier von "flüssigem Spiel". Bei anderen musikalischen Strukturen eignen sich andere Dinge mehr wie das stimmenweise Üben, Weglassen von Tönen, kurze Abschnitte machen (kleinteiliges Üben), rückwärts additiv üben etc., was alles ein Üben in verschiedenen Tempi bzw. im Endtempo möglich macht und NICHT das Tempo allmählich steigert.

2. Stationenübungen und Rhythmisieren dienen natürlich zum Erlernen des "flüssigen Spiels" von Passagen. Deswegen macht man sie ja und deswegen funktioniert es auch.

Du lernst aber erst 2, 3, dann immer mehr Töne "flüssig" zu verbinden. Aus dem "wenigen flüssigen" wird ein "immer mehr flüssiges".

Ist nicht nur Ansichtssache. Du kommst mir wie jemand vor dem die Beziehung zum Schüler wichtig ist. Das finde ich gut. Dem steht das "Sie" aber entgegen weil dieses "Sie" Distanz und Abstand bringt.
Wenn Leute also das auf deiner interessanten Homepage lesen, erzeugst du einen abstrakten Abstand zwischen dir und dem Leser. Dies ist ja genau das was du eigentlich nicht willst.

Zum Du/Sie - Thema :004::

die Menschen sind unterschiedlich. Ich duze mich mit allen Schülern, aber wenn ein erwachsener Schüler neu ist, sieze ich ihn zunächst. Ich kenne ihn nicht, er kennt mich nicht, also passt das "Sie" genau, zeugt von Respekt und bietet mehr Raum und Möglichkeiten. (Ausnahmen sind Musikerkollegen, die ich auch unterrichte). Mit einigen einigt man sich schnell auf ein "Du", einige legen auf das "Sie" ausdrücklichen Wert, wenn sie mich gerade erst kennen gelernt haben und mögen das kumpelhafte "Du" nicht aus einem Automatismus heraus. Erst nach einiger Zeit einigt man sich dann auf ein "Du". Für mich wäre es auch kein Problem, dauerhaft jemanden zu siezen - meine Unterrichtsqualität und meine Beziehung zum Schüler hängt davon nicht ab. Meine letzte Professorin bestand darauf, sogar mich zu siezen bei Nennung des Vornamens - auch kein Problem.

Allen diesen Situationen ist zu eigen, dass es eine individuelle Vereinbarung gibt und die erste Wahl bei einander fremden Personen, die miteinander einen Vertrag bzw. ein Unterrichtsverhältnis eingehen, meist das "Sie" ist. Diese Vereinbarung gibt es in im Internet veröffentlichen Texten nicht, also wähle ich das "Sie". So einfach ist das. :003: Mit einem "Du" könnte ich möglicherweise jemanden überfahren und das möchte ich nicht. Unsere Kultur ist da halt anders als der gesamte englischsprachige Raum.

Liebe Grüße

chiarina

P.S.: Ich verstehe wie viele andere hier nicht, dass deine Fragen, die doch sehr grundlegender Art sind, nicht in deinem Unterricht nicht geklärt werden. Arbeit am Klang bedeutet immer auch Arbeit an der technischen Umsetzung der Klangvorstellung, also auch an Bewegungen. Was macht man denn sonst so im Unterricht, wenn man an Stücken arbeitet?
 
Zuletzt bearbeitet:
@chiarina , danke für deine Ausführung.
eher für schnelles und flüssiges Passagenspiel geeignet
Ok.
2. Stationenübungen und Rhythmisieren dienen natürlich zum Erlernen des "flüssigen Spiels" von Passagen. Deswegen macht man sie ja und deswegen funktioniert es auch.
Gut, aber die Frage war ja wie ich von einer Stopp Bewegung, den Stationen, die sich ja auch ins Gedächtnis einprägen, auf eine flüssige Bewegung komme. Denn diese abgehakte Bewegung (Staionenübung) muss ich ja letzendlich wieder überschreiben durch eine komplette flüssige Bewegungen der gesamten Phrase als Beispiel. Darum geht es doch schon die ganze Zeit. Deshalb habe ich ja das 2. Phasen (Stufen) Modell vorgeschlagen. Die 2.Phase überschreibt sozusagen das Stocken und Anhalten der ersten Phase.

Ok, schön dargelegt. Ich denke das hängt auch davon ab wie und wo man aufgewachsen ist. Vermutlich bin ich da sehr "englisch" um es mit deinen Worten zu sagen. Das "Sie" ist für mich übrigens auch kein Problem, mag das "Du" halt einfach lieber, wie ausgeführt, das ist auch schon alles.

dann laß dir das doch von deinem Klavierlehrer zeigen.
Handhaltungen etc. das schon, Bewegungen aber nicht.
Überprüft wird, wie auch bei anderen Schülern, nur das musikalische Resultat. Es wird mehr oder weniger nur am musikalischen End-Ergebnis gearbeitet. Wenn das passt wird auch die Bewegung passen. Vielleicht sind ja meine Bewegungen schon ok genug dass der Lehrer nicht intervenieren muss. Das könnte dann natürlich zu einer verzerrten Wahrnehmung führen.
 
Dann frag halt mal nach. Schnapp dir ein einfaches Stück, in meinem Fall war's der Burgmüller. Diese F-Dur Tonleiter ja nun nichts, wo man irgendwie üben müsste, welches die richtigen Töne sind oder wie man das rhythmisch gestaltet. Aber einzig eine Aussage, ich laufe da tempo technisch gegen eine Wand muss ja irgendwie eine Antwort vom KL provozieren.

Aber, wie hier bereits mehrfach erwähnt. Die Haupterkenntnis ist ja längst gefallen. Das Tempo langsam steigern bringt da gar nichts, weil die Bewegungsabläufe schnell andere sind als langsam.
 
Ich habe hier gewissermaßen als Wegelagerer den Faden verfolgt und bedanke mich sehr für die fundierten und hilfreichen Tipps von berufener Seite.
Obwohl ich mich noch als junger Dilletant einer gewissen Fingerfertigkeit erfreute, muss ich heute als alter arthritisch eingeschränkter Laie eingestehen, dass ich mich früher besoffen gespielt habe.
Die (kostenlosen) Expertentipps hier, von Chiarina, Rolf, Hasenbein und Mick z. B., zeigen mir heute den (zuvor verfehlten) richtigen Weg. Ich will nicht ausschließen, dass mein KL damals ähnliche Vorgaben gemacht hat, die ich aber offenbar nicht genügend gewürdigt habe.
"Such er den redlichen Grwinn, sei er kein schellenlauter Tor..."
Hier wurde auch die Methapher des Gärtners bemüht, was mich an ein Goethe-Zitat aus dem Faust erinnerte: "Weiß doch der Gärtner, wenn das Bäumchen grünt, dass Blüt und Frucht die künftgen Jahre zieren..."
Wenn schon Fragen gestellt werden, dann auch bitte die Antworten würdigen, denn zu späte Einsicht ist zumindest Zeitverschwendung.
 
Gut, aber die Frage war ja wie ich von einer Stopp Bewegung, den Stationen, die sich ja auch ins Gedächtnis einprägen, auf eine flüssige Bewegung komme. Denn diese abgehakte Bewegung (Staionenübung) muss ich ja letzendlich wieder überschreiben durch eine komplette flüssige Bewegungen der gesamten Phrase als Beispiel. Darum geht es doch schon die ganze Zeit. Deshalb habe ich ja das 2. Phasen (Stufen) Modell vorgeschlagen. Die 2.Phase überschreibt sozusagen das Stocken und Anhalten der ersten Phase.]

Lieber Bavaria Blue,

da man beim Rhythmisieren immer wieder andere Rhythmen verwendet, befindet sich auch die Station an immer anderer Stelle. Die Note, an der man vorher Station gemacht hat, wird bei den anderen Rhythmen in eine flüssige Bewegung integriert. Diese Erfahrungen greifen ineinander und so entsteht flüssiges Spiel. Auf meiner Website befindet sich eine Rhythmustabelle, die man auch noch erweitern kann.

Liebe Grüße

chiarina
 

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