Fingerfertigkeit - Tempo üben

  • Ersteller des Themas Ralph_hh
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Sven

Sven

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Man kann auch lernen, eine Rakete zum Mond zu schießen.

Es gibt viele Menschen, die das nicht können. Es gibt offenbar keine natürliche Anlage, quasi vom ersten Atemzug an, Astrophysiker zu werden. Oder Pianist.

Aber es gibt keine nichtsprechenden (gesunden) Menschen. Nirgends.

Das halte ich nicht für eine valide Argumentation.

Du behauptest, dass 100% der Menschen, denen ständig seit praktisch immer Sprechen vorgemacht wird, das Sprechen lernen.

Welcher Anteil der Menschen, der genauso intensiv eine bestimmte andere Tätigkeit vorgemacht bekommt, schafft es langfristig zu vermeiden, diese zu lernen?

Ich wurde früh zur Software-Entwicklung angeregt. Habe ich praktisch genauso spielerisch und schmerzfrei gelernt wie das Sprechen.

Mir fählt kein Thema ein, bei dem das nicht genauso klappen sollte.
 
Hekse

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@Barratt

:005: schon ein ganzes halbes Jahr!!!!

Die Ausführung war für Brennbaer. Offensichtlich gibt es Leute, bei denen alle 5 Finger einigermaßen gleichmäßig funktionieren.
 
Dorforganistin

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Ich vermute, dass auch deine Finger gleichmäßig "funktionieren". Du hast halt noch nicht gelernt, diese Gleichmäßigkeit koordiniert einzusetzen.
Schau mal in (ältere) Beiträge z.B. von @rolf (wo steckt der eigentlich?), in denen es um natürliche Bewegungsgrundformen geht, die beim Klavierspiel eingesetzt werden.
 
Hekse

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Ich vermute, dass auch deine Finger gleichmäßig "funktionieren". Du hast halt noch nicht gelernt, diese Gleichmäßigkeit koordiniert einzusetzen.
Schau mal in (ältere) Beiträge z.B. von @rolf (wo steckt der eigentlich?), in denen es um natürliche Bewegungsgrundformen geht, die beim Klavierspiel eingesetzt werden.

Ich versuche die Beiträge zu finden, die du meinst. Viel von ihm und Chiarina habe ich schon gelesen und versucht zu verstehen/ umzusetzen. Einige Beiträge habe ich sogar ausgedruckt und mit zum KL genommen. Er hatte Spaß..
Ganz ebenmäßig gleichmäßig klappt auch schon meistens, aber ein bißchen!! leiser oder lauter geht noch regelmäßig schief. (Bzw. Ich bin positiv überrascht, wenn's dann doch klingt wie gedacht)
Wenn ich die Stelle singulär spiele oder wiederhole und mich konzentriere geht's.
 
Dorforganistin

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Schau mal, das hier stammt sogar aus diesem Thread:

welche Anteile der Klavierspielmotorik längst bei (nahezu) allen vorhanden sind (sei es "instinktiv", reflektorisch, natürliche Bewegungen etc) - und fatal wirkt es sich aus, wenn man in automatische vorhandene (natürliche) Bewegungen eingreift (der Tausendfüßler fällt auf die Fresse, wenn er beim laufen grübelt, wann genau Fuß Nr.37 dran ist)

:-)
 
Hekse

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Ja, diesen Thread kenne ich.

Und den Zustand: "hoch-konzentriert, nicht denkend" kenne ich auch, hatte ich bisher aber erst einmal beim Klavierspielen.

Leider ist das gar nicht so einfach, aber etwas wunderbares, wenn er sich dann doch einstellt.
 
Barratt

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Tut es doch schon nach einem halben Jahr, wie Du merkst:

Wenn ich die Stelle singulär spiele oder wiederhole und mich konzentriere geht's.

:super:

Viel von ihm und Chiarina habe ich schon gelesen und versucht zu verstehen/ umzusetzen.

Gute Methode. Lies Dir diese Texte von Zeit zu Zeit durch. Oder die Übeexperimente von Stilblüte. Dann bleibt es frisch präsent.
 
Barratt

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Das halte ich nicht für eine valide Argumentation.
Soso, hältst Du nicht für valide. Damit muss ich leben. :005:

Du behauptest, dass 100% der Menschen, denen ständig seit praktisch immer Sprechen vorgemacht wird, das Sprechen lernen.

Ja, und zwar in einer kritischen Phase der Hirnentwicklung ganz am Anfang des Lebens. Ist diese abgeschlossen, ist es offenbar nicht möglich, dieses Defizit "nachzuholen". Stichwort Hirnlateralisierung, wenn Dir das was sagt. Ohne Spracherwerb entstehen erhebliche Hirnschäden, die später nicht mehr wettgemacht werden können. Das behaupte nicht ICH, sondern empirische Wissenschaftler. Ich interessiere mich für so´n Zeuch, weißte.

Klavierspielen oder Raketentechnik hingegen können problemlos noch später gelernt werden. :021:

Ein niedrigschwelliger Einstieg zum Thema ist die Wikipedia-Seite über das arme Kind Genie. Dort finden sich im Apparat viele Verweise zu Studien mit "feral childs". Die inhärente Problematik solcher Studien liegt auf der Hand: Es sind eben keine Laborbedingungen, sondern das Wohlbefinden der Kinder steht an oberster Stelle. Diese Kinder leiden unter schwerer Deprivation und sind zu einem normalen zwischenmenschlichen Umgang überhaupt nicht in der Lage. Im Fall von Genie spielt neben Deprivation auch Misshandlung eine große Rolle, so dass man die Ursachen der Verhaltensdefizite nicht genau analysieren kann.

Geht es aber nur um Spracherwerb, war sie ein gutes Forschungsobjekt. Sie hat Lexeme gelernt, aber keine Grammatik. Das entspricht meiner o. g. These, dass Säugetiere zwar Lexeme lernen (passive Sprachkompetenz ließ sich auch bei Genie recht gut aufbauen), aber aufgrund der Hirn- und Schädelanatomie nicht nachsprechen und aller Wahrscheinlichkeit nach auch nicht in einen grammatischen Zusammenhang bringen können (aktive Sprachkompetenz ist in einem anderen Hirnareal angesiedelt und konnte von Genie auch nach jahrelangem Training auch nicht sicher erlernt werden).
 
Bedelia

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was ist daran primitiv, konkret zu werden und die eigene Einstellung nicht in Fremdwörtern zu verstecke.

Edit: ich möchte lieber -zu verpacken- sagen.
 
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Sven

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was ist daran primitiv, konkret zu werden und die eigene Einstellung nicht in Fremdwörtern zu verstecken.

Der Unterschied liegt in der Behauptung, dass etwas falsch IST und der Kundgabe, dass man etwas für falsch HÄLT und das folgend begründet.

Das ist der Unterschied zwischen der Verkündung eines Fakts und der Präsentation eines Arguments für die eigene Meinung.

Und im Besonderen der Unterschied zwischen einer reinen Meinungsäußerung (beliebige unbegründete, häufig objektiv falsche, Tatsachenbehauptung) und einem echten Argument.
 
Barratt

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Schon gut, @Sven, ich bin mehrerer Sprachregister kundig und hatte die Intention Deiner Mutmaßung verstanden.

Du hast sicher auch Belege dafür im Köcher, warum Du die von mir vorgetragenen Ergebnisse der Spracherwerbsforschung in Zweifel ziehst.

Zu einer Auswahl des wissenschaftlichen Kanons hierzu verwies ich auf den Apparat des Genie-Artikels auf Wiki. Sowohl den Artikel als auch den ausführlichen Quellenteil finde ich (man darf Wiki auch mal loben) gelungen.

Das halte ich nicht für eine valide Argumentation.

Jetzt bin ich gespannt auf den Vortrag Deiner Gegenargumentation (mit Belegen bitte). :001:
 
Bedelia

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Das halte ich nicht für eine valide Argumentation.

Du behauptest, dass 100% der Menschen, denen ständig seit praktisch immer Sprechen vorgemacht wird, das Sprechen lernen.

Welcher Anteil der Menschen, der genauso intensiv eine bestimmte andere Tätigkeit vorgemacht bekommt, schafft es langfristig zu vermeiden, diese zu lernen?

Ich wurde früh zur Software-Entwicklung angeregt. Habe ich praktisch genauso spielerisch und schmerzfrei gelernt wie das Sprechen.

Mir fählt kein Thema ein, bei dem das nicht genauso klappen sollte.

also man muss schon bei der Sache sein, um was zu lernen.

Mir fällt umgekehrt nur die Werbebranche ein, die das schafft.
 
 

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