Absolutes Gehör

Ich schenke Wein nach Gehör aus.
Wenn die Gläser gleich sind, klappt das bestens. Fazit: isch hawe dr Gehär dodal bevickt. :dizzy:
 

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Oh Mann, wer hört sich das freiwillig öfter als einmal an?
 
Oh Mann, wer hört sich das freiwillig öfter als einmal an?
Vielelicht nicht Du, es könnte aber Menschen gebe, die sich für Vierteltonklaveire interssieren. Leider kam ich bisher noch nicht in den Genuß, eines zu spielen. Es sollte auch Achteltonklaviere geben! Vielleicht findet sich etwas darüber.

ich bin froh, daß es Menschen gibt, die das selbe Leid im Falle falscher Töne ertragen müssen, denn in meinem Umfeld hat niemand ein absolutes Gehör. Daß Absoluthörer bewundert werden, verstehe ich nicht. (fast) jeder kann grau von weiß unterschieden. wesahalb ist es dann so außergweöhnlich, d von dis zu unterscheiden oder 440 Hz von 441 Hz? Noch merkrüdiger scheint mir die Existenz von Threades zum Erlernen des absoluten Gehörs.


Im Kindergarten kam die Gruppenleitung auf meine Eltern zu, naürlich wegen meiner Tonsensibilität. Da wußte niemand, was das absolute Gehör überhaupt ist. hast Du Dir im Kindergartenalter Gedanken über einen Halbtonschitt gemacht, weil ungeübte Kindergartenkinder immer so vollig falösche sangen? Meine Eltern waren aber nicht überehrgeizig und ließen mich mit dem Instrumentalunterricht begonnen, als ich es wollte. Aus heutiger Sicht hätte ich leiber mehree Jahre früher beginne sollen. Ob meine Eltern auch das absolute Gehör haben, weiß ich nicht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Falls jemand irgendwo eine Aufnahme von einem eventuell existierenden Achteltonklaveir findet, freue ich mich darauf.
 
Oh Mann, wer hört sich das freiwillig öfter als einmal an?

Nun, zum Beispiel ich. Ich höre gerne Musik, die ganz allgemein kleinere Intervalle als Halbtöne verwendet. Darauf gekommen bin ich eigentlich hauptsächlich über den Umweg aussereuropäischer Musik. Speziell vierteltönige Musik haben vor allem Ivan Wyschnegradsky, Alois Hába und Charles Ives als bekannteste Vertreter komponiert. Es lohnt sich wirklich, sich mit deren Musik zu beschäftigen. Mikrotonale Musik ist ansonsten auch nicht ungewöhnlich in der "neuen" Musik. Vierteltonflügel wurden meines Wissens nur von Förster hergestellt. Von einem Achteltonklavier habe ich noch nie etwas gehört.

Ein wenig Zwölfteltonmusik von Wyschnegradsky, "Arc-en-Ciel":

View: https://www.youtube.com/watch?v=RCcJHCkYQ6U
 
Nun, zum Beispiel ich. Ich höre gerne Musik, die ganz allgemein kleinere Intervalle als Halbtöne verwendet. Darauf gekommen bin ich eigentlich hauptsächlich über den Umweg aussereuropäischer Musik. Speziell vierteltönige Musik haben vor allem Ivan Wyschnegradsky, Alois Hába und Charles Ives als bekannteste Vertreter komponiert. Es lohnt sich wirklich, sich mit deren Musik zu beschäftigen. Mikrotonale Musik ist ansonsten auch nicht ungewöhnlich in der "neuen" Musik. Vierteltonflügel wurden meines Wissens nur von Förster hergestellt. Von einem Achteltonklavier habe ich noch nie etwas gehört.

Ein wenig Zwölfteltonmusik von Wyschnegradsky, "Arc-en-Ciel":

View: https://www.youtube.com/watch?v=RCcJHCkYQ6U


Krawehl, blassblauer Dunst am Musenginst :017:
 

Gerade entdeckt:

[...]

Das ist schon sehr interessant!
Aber muß man dafür einen solchen Aufwand treiben? Es dürften in Kneipen, in Garagen, Partykellern und Abstellkammern genügend Instrumente geben, die nicht anders klingen - es reicht, wenn man den Zahn der Zeit am Klavier nagen läßt. Sorry, wenn ich mich als Kunstbanause oute, aber für mich hört es sich bloß nach verstimmtem Kneipenpiano an ...
 
Nun, zum Beispiel ich. Ich höre gerne Musik, die ganz allgemein kleinere Intervalle als Halbtöne verwendet. Darauf gekommen bin ich eigentlich hauptsächlich über den Umweg aussereuropäischer Musik. Speziell vierteltönige Musik haben vor allem Ivan Wyschnegradsky, Alois Hába und Charles Ives als bekannteste Vertreter komponiert. Es lohnt sich wirklich, sich mit deren Musik zu beschäftigen. Mikrotonale Musik ist ansonsten auch nicht ungewöhnlich in der "neuen" Musik. Vierteltonflügel wurden meines Wissens nur von Förster hergestellt. Von einem Achteltonklavier habe ich noch nie etwas gehört.

Ein wenig Zwölfteltonmusik von Wyschnegradsky, "Arc-en-Ciel":

View: https://www.youtube.com/watch?v=RCcJHCkYQ6U


Danke! Das ist interessant!
 
Nun, zum Beispiel ich. Ich höre gerne Musik, die ganz allgemein kleinere Intervalle als Halbtöne verwendet. Darauf gekommen bin ich eigentlich hauptsächlich über den Umweg aussereuropäischer Musik. Speziell vierteltönige Musik haben vor allem Ivan Wyschnegradsky, Alois Hába und Charles Ives als bekannteste Vertreter komponiert. Es lohnt sich wirklich, sich mit deren Musik zu beschäftigen. Mikrotonale Musik ist ansonsten auch nicht ungewöhnlich in der "neuen" Musik. Vierteltonflügel wurden meines Wissens nur von Förster hergestellt. Von einem Achteltonklavier habe ich noch nie etwas gehört.

Ein wenig Zwölfteltonmusik von Wyschnegradsky, "Arc-en-Ciel":

View: https://www.youtube.com/watch?v=RCcJHCkYQ6U


Indien wurde bereits erwähnt.

 
Das Hörbeispiel in Beispiel Nr. 230 gefällt mir sehr gut. Ich ordne mehrere dieser Tonabstufungen in die gleiche Kategorie ein, aber dennoch gibt es dort Nuancen.

Dazu fällt mir ein: Früher (heute auch noch ein wenig) fand ich leicht verstimmte Klaviere im Klang wesentlich interessanter und reiz-voller als perfekt gestimmte Instrumente.
 
Ich kann mich erinnern, dass ich als Kind die Musiklehrer in der Schule mit der Fähigkeit verblüffen konnte, Klaviertöne und Tonarten unverzüglich zu identifizieren.
Die identische Erfahrung habe ich auch hinter mir. Ich verbinde zusätzlich mit jedem Ton und damit jeder Tonart Eigenschaften, die ich nicht in Worte fassen kann. Diese Eigenschaften sind es, die mich die Töne erkennen lassen. Im Grunde behindert es mich nicht, ich lebe damit. Schwierig wird es, wenn man ein tonales Stück transponiert. Es funktioniert dann nach meinem Gehör unter Umständen nicht mehr. Damit scheidet das Ensemblespiel im Jazz für mich aus, zu dem ich ohnehin keine Lust habe. Relativ häufig wundere ich mich, dass der Komponist das Stück in der nach meinem Empfinden richtigen Tonart gesetzt hat. Es muss also auch anderen Menschen so ergehen. Ein Beispiel: Es-moll verbinde ich mit einem Gefühl, ungefähr als ob sich die Welt aus den Angeln hebt. Nun gibt es eine Rachmaninoff-Etude, die genau mit maximaler Kraftanforderung auch dieses Gefühl vermittelt. Sie ist in es-moll gesetzt. Diese zu spielen ist dann ein bombastisches Erlebnis! In a-moll oder gar fis-moll hätte ich überhaupt kein Interesse daran.
 
Relativ häufig wundere ich mich, dass der Komponist das Stück in der nach meinem Empfinden richtigen Tonart gesetzt hat. Es muss also auch anderen Menschen so ergehen. Ein Beispiel: Es-moll verbinde ich mit einem Gefühl, ungefähr als ob sich die Welt aus den Angeln hebt. Nun gibt es eine Rachmaninoff-Etude, die genau mit maximaler Kraftanforderung auch dieses Gefühl vermittelt. Sie ist in es-moll gesetzt. Diese zu spielen ist dann ein bombastisches Erlebnis! In a-moll oder gar fis-moll hätte ich überhaupt kein Interesse daran.
Interessant! Könnte es aber nicht vielleicht auch genau andersherum sein, nämlich dass du mit der Tonart etwas Bestimmtes verbindest, weil ihre Erscheinung bzw. ihre Klangwirkung sich durch ein bestimmtes Stück mit einem spezifischen Ausdruck manifestiert hat?
 
Interessant! Könnte es aber nicht vielleicht auch genau andersherum sein, nämlich dass du mit der Tonart etwas Bestimmtes verbindest, weil ihre Erscheinung bzw. ihre Klangwirkung sich durch ein bestimmtes Stück mit einem spezifischen Ausdruck manifestiert hat?
Das vermag ich nicht zu entscheiden. was war zuerst, die Henne oder das Ei. Ich kann es nicht beeinflussen, es verändert die Wahrnehmung irgendwie, da ich den Unterschied nicht kenne, belastet es mich auch nicht. Es geht nicht weg, es kann so sein, wie Du vermutest, aber mein Erinnerungsvermögen reicht nicht soweit zurück. Da ich von frühester Kindheit an an Musik gewöhnt bin, ist das möglich. Ich bin allerdings der einzige in der Familie, mit dieser Eigenschaft, soweit bekannt.

Mit großem Erschrecken habe ich allerdings von der Halbtongeschichte bei hohen Tönen gelesen. Davon hatte ich noch nie gehört und mein früherer Violinlehrer wohl auch nicht. Das ist mein zweites Instrument. Bei höheren Tönen über der e-Saite verrutschte ich immer um einen Halbton, langsam aber sicher. Das hat meinem Geigenlehrer die Geduld und mir letztlich die Lust am Violinspiel genommen (bis die ersten playalong Produktionen erschienen). Ich habe dieses Forum zufällig entdeckt, ich habe nach der Ossia-Kadenz vom Rach3 gegoogelt und bin dann bei clavio gelandet. Mir ist niemals jemand begegnet, der Ähnliches erlebt hat. Ich habe auch nie ernsthaft nach einer Erklärung gesucht. Ich konnte mir das alles nicht logisch erklären. Damit blieben die Bach-Solo-Violinstücke für mich ein verschlossenes Buch. Glücklicherweise gibt es das Problem beim Klavier nicht. Eigentlich habe ich mich noch nie in solchen Foren bewegt, da es eine Menge Zeit beansprucht.
 
Interessant! Könnte es aber nicht vielleicht auch genau andersherum sein, nämlich dass du mit der Tonart etwas Bestimmtes verbindest, weil ihre Erscheinung bzw. ihre Klangwirkung sich durch ein bestimmtes Stück mit einem spezifischen Ausdruck manifestiert hat?
Wenn Du logisch darüber nachdenkst, ist es klar: Irgendwo hat eine Prägung stattgefunden. Aber sollte man deswegen irgendwem jemandem einen Vorwurf machen? Welchen Sinn sollte eine ererbte Eigenschaft machen. Einen Selektionsvorteil gibt es nicht!!! Deswegen kann es sich nicht um eine ererbte Eigenschaft handeln.
Allerdings: Es gibt klare Nachteile in der akustischen Reizbewertung, aber auf die Höhenflüge möchte ich nicht verzichten. Besonders interessant: Was passiert bei atonalem Geschehen? Wer auch so Musik wahrnimmt, sollte sich mal an den späten Scriabin halten, oder an Schönbergs drei Klavierstücke Op. 11. Der Effekt ist unglaublich und atemberaubend.
Dieses Thema gerät möglicherweise schnell bei weniger robusten Geistern an psychoanalytische Grenzen und sollte deswegen mit äußerster Vorsicht selektiv dargestellt werden.
 

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