Absolutes Gehör

Kann mir einer der Absolut- bzw. guten Relativhörer mir bei einem Stück etwas Hörhilfe leisten? Ich habe 95% fertig, aber zwei, drei Dinge höre ich einfach nicht. Vier Ohren sehen besser als zwei. Einfach PN, danke.
 
Beim Chorsingen finde ich meine Art der Wahrnehmung sehr anstrengend, wenn Lieder in einer anderen Tonart gesungen werden und ich die Lieder noch nicht auswendig kann. Wenn ich etwas auswendig kann, ist Transponieren kein Problem, aber vom Blatt kann ich es in einer anderen Tonart nicht singen - während die Chorkollegen um mich herum damit gar kein Problem haben.
Bei mir ist das beim Spielen genau so. Digis oder andere Keyboards können ja per Knopfdruck transponieren, was viele auch nutzen. Für mich wäre das unmöglich. Habe das mal versucht und mich immer verspielt, weil die Ohren was anderes gehört haben als die Finger gespielt haben.
 

Bei mir ist das beim Spielen genau so. Digis oder andere Keyboards können ja per Knopfdruck transponieren, was viele auch nutzen. Für mich wäre das unmöglich. Habe das mal versucht und mich immer verspielt, weil die Ohren was anderes gehört haben als die Finger gespielt haben.

Ach, des ist ne Trainingssache.

Hilfreich ist es, öfter mal Stücke in andere Tonarten zu transponieren, dann gewöhnt man sich dran, daß es wurscht ist auf welcher Tonhöhe sich des Stück gerad befindet.

Schau mal, i muß ja in meinem Beruf mitunter auch mal des eine oder andere Instrument tiefer stimmen um keinen größeren Schaden zu hinterlassen.

Wennst auf 427 Hz runterstimmen mußt, geht des ja gerad noch - wird aber schon deutlich.

Ab einen halben Ton oder noch weiter drunter, hast da dann scho was ganz was anderes - der krasseste Fall den ich hatte;

Wiener Flügel mit losen Wirbeln und Gußplattenschaden hab zwar gesagt "ist nimmer stimmbar" aber der Kunde hat darauf beharrt daß es - egal wie - gestimmt werden muß...

Ok, kleine Terz tiefer, damit es noch irgendwie spielbar ist.

Walkürenritt beginnend mit As Moll ....des klang scho irgendwie komisch....
 
Mir ist es auch wurscht, ob ein Stück in einer anderen Tonart ist. Und eine Gitarre kann ich auch ohne Probleme anders stimmen :005:.
Aber ein Digi transponieren, C greifen und F# erklingt, das geht bei mir nicht.
 
Aber ein Digi transponieren, C greifen und F# erklingt, das geht bei mir nicht.
Integriert ins Digi geht das nicht ... aber MIDI machts möglich.
Da kannst du ein Subkontra-C spielen ... und ein dreigestrichenes f# hören, wenn du das willst.

Je nach gewünschter Transpositiion musst du eine Gitarre nichtmal umstimmen. Von C nach Fis bedeutet für mich, dass ich den Zeigefinger meiner Greifhand im 2. Bund festtackere (ein Capo tuts auch), und dann eben "E-Dur" spiele.
Bei Es-Dur statt E-Dur kommt der Capo eben in den 3. Bund, und ich spiele "C-Dur".
Wenns ums Transponieren geht, ist die Gitarre ein sehr freundliches und flexibles Instrument.

Ich hoffe, das verstehen jetzt nicht nur Gitarristen ...
Die "Tonarten" in Anführungszeichen sind natürlich nicht klingende Akkorde, sondern Griffmuster.
 
Zuletzt bearbeitet:
Integriert ins Digi geht das nicht ... aber MIDI machts möglich.
Da kannst du ein Subkontra-C spielen ... und ein dreigestrichenes f# hören, wenn du das willst.
??? Was hat das mit meiner Aussage
Aber ein Digi transponieren, C greifen und F# erklingt, das geht bei mir nicht.
zu tun?

Je nachdem, welche Möglichkeiten ein Digi/Keyboard hat, kannst du mehr oder weniger im Umfang transponieren. Ein Yamaha Montage z.B. kann +/- 4 Oktaven transponieren (mit einem Note Shift in der Tonerzeugung sogar noch zwei Oktaven mehr). Dazu braucht es kein MIDI, und das war auch nicht mein Thema.
Wenns ums Transponieren geht, ist die Gitarre ein sehr freundliches und flexibles Instrument.
Das ist unbestritten. Barré-Griffe kannst du einfach halbtonmäßig verschieben. So kannst du einen kompletten Song transponieren, ohne einen einzigen Akkord anders zu greifen. Für einen halben Ton höher startest du einfach einen Bund höher und fertig.
 
@Dromeus
OK ... ich hatte deine Aussage einfach falsch verstanden.
Du hast scheinbar eher ein Problem damit, in C-Dur zu bleiben, obwohl deine Ohren Fis-Dur hören.

Ich bin mir gerade unsicher, ob ein derart geschultes Gehör in der imperfekten Praxis nicht eher hinderlich ist.

Ich habe kein absolutes Gehör ... und daher ist mir (zum Glück) egal, was ich höre, bzw. es bewirkt zumindest keine Änderung meiner Bewegungsabläufe.
 
ich hatte deine Aussage einfach falsch verstanden.
Ja, deshalb habe ich ja nochmal reagiert. Ich bin manchmal (äh, oft?) etwas knapp in meinen Worten, da wird es wohl leicht missverständlich.

Ich bin mir gerade unsicher, ob ein derart geschultes Gehör in der imperfekten Praxis nicht eher hinderlich ist.
Ja, im geschilderten Fall ist es durchaus hinderlich. Wenn man die Lehrjahre auf einem akustischen Klavier zugebracht hat, hält sich der Nachteil in Grenzen, da dort der "Transpose-Button" eh fehlt. Gute Profis transponieren "on-the-fly", das kann ich so nicht. Ich werde für meine "Künste" aber auch nicht bezahlt ;-) . Wenn mir jemand ein Lead-Sheet oder Noten oder die Nase hält und sagt, kannste das drei Halbtöne höher spielen, dann sag ich ja, bei der nächsten Probe. Dann transponiere ich mir zu Hause den Aufschrieb und dann geht's los :musik064:.
 
Gute Profis transponieren "on-the-fly", das kann ich so nicht. Ich werde für meine "Künste" aber auch nicht bezahlt
Ich bin ebenfalls kein guter Profi und ich verdiene mit meiner Kunst oft genug auch kein Geld.
Trotzdem sage ich zu dem Leadsheet, welches transponiert werden muss, nur "gib mir 10 Minuten" ... meist reicht das, um ein transponiertes Leadsheet zu erzeugen.
Bei Noten brauche ich allerdings auch länger (da isses dann auch bei mir nächste Probe) ... und von der Transposition bis zum aufführfertigen Stück dauert es ohnehin noch eine Weile ... je länger man es anders gespielt hat, desto länger dauert auch die Umstellung in den meisten Bands.

Ich fand nur die Vorstellung seltsam, dass ich über den Höreindruck stolpern könnte ... ich höre relational ... und da kommts nicht so drauf an, in welcher Tonart das Stück steht .. es muss in sich stimmig klingen.
 
Wenn mir jemand ein Lead-Sheet oder Noten oder die Nase hält und sagt, kannste das drei Halbtöne höher spielen,
Das kann ich bei unbekannten Stücken auch nicht einfach so, bzw. es ist mit einem enormen kognitivem Aufwand verbunden, weil ich die "richtigen" Töne (so, wie sie aufgeschrieben sind und wie ich sie innerlich höre), erst aus meinem Kopf verdrängen und durch Töne ersetzen muss, die drei Halbtöne höher sind.

Der gleiche kognitive Aufwand entsteht, wenn bei einem Digi z.B. statt einem c ein f erklingen würde (analog für die anderen Töne). Da erwartet mein Gehirn, dass bei der C-Taste auch ein c kommt. Wenn dann aber ein f kommt, bin ich ständig zum Umdenken gezwungen, was bei mir buchstäblich Übelkeit und einen starken Widerwillen auslöst.

Trotzdem sage ich zu dem Leadsheet, welches transponiert werden muss, nur "gib mir 10 Minuten" ... meist reicht das, um ein transponiertes Leadsheet zu erzeugen.
Bei Stücken bzw. Melodien, die ich kenne (und auswendig spielen kann), ist spontanes Transponieren kein Problem (von sehr komplexen Stücken mal abgesehen). Neulich ging es mir bei einem Stück von Mendelssohn so, dass ich vergaß, in welcher Tonart es geschrieben wurde und ich anfing, es in der falschen Tonart zu spielen, was ich dann aber daran merkte, dass sich die Handgriffe so seltsam unbequem anfühlten.
 
Neulich ging es mir bei einem Stück von Mendelssohn so, dass ich vergaß, in welcher Tonart es geschrieben wurde und ich anfing, es in der falschen Tonart zu spielen, was ich dann aber daran merkte, dass sich die Handgriffe so seltsam unbequem anfühlten.
Mich bringt's zum Glück nicht so durcheinander, wenn es anders klingt. Komplexe Stücke müsste ich auch erstmal umschreiben, und dann ein bisschen Üben ... der andere Klang würde mich dabei wenig irritieren.
Meine Klangvorstellung ist irgendwie nicht so stark von der Verbindung zwischen Noten und Klaviatur geprägt.

Bin ja eigentlich auch kein echter Pianist ... ich spiele nur unter anderem auch Klavier.

Ich habe bei einem Vorspiel an einer Musikhochschule allerdings mal den zweiten Satz der Mondscheinsonate mit der linken Hand eine Quarte zu tief angefangen. Das hat mich in der Situation so aus der Bahn geworfen, dass ich das Vorspiel abbrechen musste. Ich konnte mich leider vorher auch nicht warmspielen.
 

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