Wann ist man 'gut' ?

Meiner Ansicht nach habe ich zu spät angefangen!

Völliger Irrglaube. Ich find es erschreckend, wie vielen Menschen abgeraten wird sich weiterhin auf seriöser Ebene der Musik zu widmen, nur weil sie nicht mit 5 Jahren mit dem Klavierspielen angefangen haben. Ich habe mit 8 Jahren für einige Monate Unterricht gehabt. Danach knapp 10 Jahre 0 gespielt. Mit 18 Jahren hats mich dafür ziemlich hart erwischt. Nach 6 Monaten ohne Klavierlehrer, war für mich klar, dass ich richtig spielen will. Für mich gabs nichts schöneres mehr als das Klavier. Jetzt hab ich seit knapp 8 Monaten wieder Unterricht und habe auf Empfehlung meiner KL einem Professor auf der Hochschule für Musik Würzburg vorgespielt. Sicherlich kann ich im Moment nicht mit jemanden mithalten, der von Kindesbeinen an, spielt. Und doch war der Prof der Meinung, dass ich in ~2-3 Jahren soweit sein kann, dass ich mich mit reellen Chancen für die Uni bewerben kann (wenn ich mich weiterhin so fürs Klavierspielen begeistern kann).

Lange Rede, kurzer Sinn.

Jeder kann mit genug Ehrgeiz und Tatendrang seine Ziele verwirklichen.

Egal in welchem Alter.
 
Letzte Woche hatte ich wieder Unterricht, und meine KL gab mir (nur so zum schnuppern) einen Chopin-Band mit, Walzer. Chopin, dachte ich, was soll das, das kann ich nie spielen. Aber da gibt es einen ganz kleinen, wunderhübschen Walzer, ein Allegretto, a-moll, den hab ich mir jetzt seit 7 Tagen "reingepfiffen", und ich kann NICHTS anderes mehr spielen. Also wenn Chopin, dann genau dieses Stück, ich glaube nicht dass er leichtere Stücke geschrieben hat, es hat keine Vorzeichen (ein paar im Stück, aber die sind zu verkraften). Also genau dieses Stück (ist vielleicht das einzige von Chopin, keine Ahnung) halte ich für geeignet, allerdings denke ich trotz deiner Begeisterung, dass es noch etwas zu schwer ist.

Meinst Du diesen Walzer? (s. Anhang)
Den habe ich mit Finale PrintMusic weiter bearbeit. (Akkorde, Fingersatz etc.)

Oder gibt es außer diesem noch leichte Walzer von Chopin?

Gruß
Gerd
 

Anhänge

  • Finale PrintMusic 2008 - [Walzer op. posthum (Brown-Index 150).pdf
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Meinst Du diesen Walzer? (s. Anhang)
Den habe ich mit Finale PrintMusic weiter bearbeit. (Akkorde, Fingersatz etc.)

Oder gibt es außer diesem noch leichte Walzer von Chopin?

Gruß
Gerd

Hi Gerd,

ja genau den meine ich! In dem Walzer-Buch waren noch 1-2 Stücke, die evtl. infrage kämen, aber da muss ich erstmal nachsehen (OP- Zahl hab ich nicht notiert aber vielleicht habe ich den Namen, dann sag ich nachher Bescheid.

Gruß
Emma
 
Hallo!
Da ich mich noch garnicht richtig vorstellen konnte, mach ich das doch gleich mal!
Ich bin 14 Jahre alt, habe relativ spät (so mit 11) mit Keyboard angefangen.
Noten kannte ich schon, weil ich davor Flöte gespielt habe und auch im Musikunterricht aufmerksam war
Nachdem ich gemerkt hab', dass mich Keyboard alleine nicht erfüllt, hab ich auch mit Klavier angefangen. Das war dann mit 13.
Also ich spiele erst seit einem Jahr. Ich denke, dass ich ziemlich ergeizig bin... auch stecke ich mir meine Ziele zu hoch an.. das ist oft demotivierend
Naja, egal. Ich hab meine Klavierlehrerin schon ziemlich abgeschreckt, als ich nach der ersten Schnupperstunde (in der nur gaaaaanz einfach sachen mit 3 tönen gespielt wurden^^) schon gleich die Mondscheinsonate mitgebracht hab^^
Jetzt stellt sich mir die Frage: Wann kann man von sich sagen, dass man gut ist? Meiner Ansicht nach habe ich zu spät angefangen!
Ich hoffe, dass Werke von Chopin irgendwann realisierbar sind...
Gibt es Leute in diesem Forum, die auch in meinem Alter angefangen haben und sich jetzt als 'gut' bezeichnen würden?
Habt ihr Tipps für mich, welche Werke von Chopin verhältnismäßig einfach sind?

Und, by the way:
Warum war Chopin der Ansicht, dass C-Dur die schwierigte Tonart ist?:confused:

Auf Antworten würde ich mich freuen!
Liebe Grüße,
Euer fleissja

Tja, man könnte sich ja auch einmal die Frage stellen, die sich sonst keiner stellt: Wann ist man schlecht???: :rolleyes:

Ansonsten erst 'mal noch Hallo! Eendlich jemand hier der auch noch etwas jünger ist. Ich bin jetzt auch erst 13 Jahre alt. Ich glaube wir sind so die jüngsten hier, oder?? :D
Wo kommmst du her?
 
Kann schon sein, dass wir die Jüngsten sind.
Mikifan, seit wann spielst du denn Klavier?
Ich bin übringens aus Unterfranken.
 
Hi,

Meinst Du diesen Walzer? (s. Anhang)
Den habe ich mit Finale PrintMusic weiter bearbeit. (Akkorde, Fingersatz etc.)

Oder gibt es außer diesem noch leichte Walzer von Chopin?

Gruß
Gerd

das ist der Walzer No. 17 in A Moll. Der hat leider keine Opuszahl. Sondern nur eine KK Nummer: KK IVb Nr. 11.

Hier ist nocheinmal die Liste der einfachsten Chopin Stücke:


Grades 4 – 5

Prelude in E minor, op. 28 no. 4
Prelude in A major, op. 28 no. 7
Prelude in C minor, op. 28 no. 20
Mazurka in C major, op. 7 no. 5
Mazurka in F major, op. posth. 68 no. 3
Mazurka in F minor, op. posth. 68 no. 4
Waltz no. 17 in A minor
Waltz no. 18 in Eb major
Cantabile in Bb major
Feuille d’album

Grade 6

Prelude in B minor, op. 28 no.6
Prelude in E major, op. 28 no. 9
Mazurka in Bb major, op. 7 no. 1
Mazurka in A minor, op. 7 no. 2
Mazurka in E minor, op. 17 no. 2
Mazurka in G minor, op. 24 no. 1
Mazurka in C major, op. 24 no. 2
Mazurka in Ab major, op. 24 no. 3
Mazurka in C minor, op. 30 no. 1
Mazurka in B minor, op. 30 no. 2
Mazurka in G# minor, op. 33 no. 1
Mazurka in C major, op. 33 no. 3
Mazurka in F minor, op. 63 no. 2
Mazurka in G minor, op. posth. 67 no. 2
Mazurka in C major, op. posth. 67 no. 3
Mazurka in A minor, op. posth. 67 no. 4
Mazurka in A minor, op. posth. 68 no. 2
Mazurka in G major no. 50
Mazurka in Bb major no. 51
Polonaise in G minor no. 11
Polonaise in Bb major no. 12
Nocturne in C minor, no. 21
Contradanse
Largo in Eb major

Waltz No. 3 in A minor, Op. 34 no. 2
Waltz No. 10 in B minor, Op. Posth. 69 no. 2
Waltz No. 12 in F minor, Op. Posth. 70 no. 2
Waltz No. 14 in Ab major
Waltz No. 15 in E major

Gruß
 
Völliger Irrglaube. Ich find es erschreckend, wie vielen Menschen abgeraten wird sich weiterhin auf seriöser Ebene der Musik zu widmen, nur weil sie nicht mit 5 Jahren mit dem Klavierspielen angefangen haben. ...

Lange Rede, kurzer Sinn.

Jeder kann mit genug Ehrgeiz und Tatendrang seine Ziele verwirklichen.

Egal in welchem Alter.

Hallo miteinander,

das sehe ich auch so!

Zu beachten ist hinsichtlicher pianistischer Fortschritte lediglich:

Wer aufhört besser sein zu wollen, hört auf gut zu sein!:D

LG

Debbie digitalis
 
fleissja: Ich spiele so seit ich 7 Jahre alt bin. Also ca. schon 6 Jahre lange. Unter den Einspielungen findest du auch eine von mir. Chopin-Etüde. Ich selber komme aus Baden-Würrtemberg, Kreis Karlsruhe.

Kennt von euch noch irgendjemand irgendjemanden hier, der auch noch jünger ist??? :D
 
Tja, man könnte sich ja auch einmal die Frage stellen, die sich sonst keiner stellt: Wann ist man schlecht???: :rolleyes:

Oh, oh, das wär aber keine sehr nette Frage. Und auch keine sehr hilfreiche.

Der Begriff "gut" ist aber auch nur bei vorsichtiger Anwendung hilfreich.

Gut und schlecht sind relative Begriffe, sie sagen erst etwas aus, wenn man einen Vergleichsmaßstab definiert. Es hängt also vor allem davon ab, mit wem du dich vergleichst, ob du gut bist oder schlecht.

Eine andere Frage wäre: wie weit ist es noch bis dahin, daß ich so gut spiele wie XYZ.

Auch diese Frage ist sehr schwer bis garnicht zu beantworten. Weil nämlich niemand weiß, wie deine Fortschrittskurve in der Zukunft aussehen wird. Je besser jemand schon in jungen Jahren ist, umso eher kann man eine Prognose für die Zukunft machen. Aber auch dann kann sich alles ganz anders entwickeln.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Jetzt muss ich auch mal meine Gedanken zu diesem Thema loswerden:

Es ist verständlich, dass sich jeder Klavierspieler früher oder später – wohl eher früher –*die Frage stellt „Wie gut bin ich eigentlich?“, auch ich kann mich dessen nicht verschliessen.
Aber dann denke ich mir immer: Ist Musik denn ein Wettkampf? Ist es denn wichtig ob ich besser oder schlechter bin als Klavierspieler XY?
Nein, ist es nicht.
Wie Haydnspaß schon geschrieben hat lernt jeder anders, jeder hat andere Stärken und demzufolge ist ein Vergleich mit anderen schon allein deswegen absolut sinnlos.

Wenn man sich dem Leistungsgedanken beim Klavierspiel aber nicht verschliessen kann dann muss man immer eine intraindividuelle Bezugsnorm zugrunde legen, sprich man muss seine eigenen Fortschritte über einen längeren Zeitraum betrachten – und sich dann einfach an ihnen erfreuen ohne sich Gedanken über andere zu machen.

LG, hemlock
(die sich freut, dass sie heute den den Teil des oben schon erwähnten Chopin Walzers der gestern gar nicht klappen wollte heute einigermaßen hinbekommen hat)
 
hemlock;Es ist verständlich, dass sich jeder Klavierspieler früher oder später – wohl eher früher –*die Frage stellt „Wie gut bin ich eigentlich?“,
Diese Frage stelle ich mir nie. Weil mir das eigentlich egal ist. Die Beobachtung anderen gegenüber geschieht bei mir in der Stille. Ich kann nur so gut sein, wie ich übe, spiele, mich interessiere.
man muss seine eigenen Fortschritte über einen längeren Zeitraum betrachten – und sich dann einfach an ihnen erfreuen ohne sich Gedanken über andere zu machen.
 

Ich mache Musik eigentlich auch nur, weil es mir Freude bereitet.

'Gut' ist meiner Ansicht nach ein sehr dehnbarer Begriff und vollkommen subjektiv.

Man kann demnach also sagen "Ich bin zufrieden und finde, dass ich dieses Stück für (meine Verhältnisse) gut spielen kann."

Es ist richtig, dass man dann immer einen Bezug zum Vergleichen braucht.

Ich finde, Leute die sich als gut bezeichnen auch etwas angeberisch und arrogant.^^ So denke aber wahrscheinlich nur ich.

Vielen Dank, dass ihr hier eure Meinungen abgegeben habt! Sie waren/sind sehr hilfreich. Liebe Grüße fleissja
 
Ich finde, Leute die sich als gut bezeichnen auch etwas angeberisch und arrogant.^^ So denke aber wahrscheinlich nur ich.

Hallo fleissja,

da muß ich ja jetzt doch nochmal meinen Senf zugeben..
Nach meiner Erfahrung denken so sehr viele Mensch, was ich allerdings immer sehr schade finde.
Denn meiner Meinung nach gehört es zu einer positiven Lebenseinstellung auch einfach mal sagen zu können "Ja, ich bin gut" und wenn es nur bei Kleinigkeiten ist.. Wenn man das nicht gerne, nicht offen sagen will, weil man Gegenüber anderen nicht als arrogant dastehen will, finde ich lässt man sich einfach von Menschen klein machen, die wahrscheinlich einfach nur neidisch sind oder nicht dem Mut haben, zumindest zu versuchen, sich über das was sie sind hinauszuentwickeln und deswegen andere auch kleinhalten wollen. Und nach solchen Leuten möchte ich ehrlich gesagt mein Leben nicht ausrichten. Wenn ich hier so die Beiträge von dir Lese bin ich echt beeindruckt, mit welcher Motivation und mit welchem Einsatz du ans Lernen gehst, ich muß sagen, damit ziehst du mich auch ein wenig mit. Deine Motivation ist etwas, worin du gut bist, was ich daran angeberisch, wenn du das für dich einfach mal anerkennst?

Sry, so tiefenpsychologisch wollt ich jetzt eigentlich gar nicht werden, aber ich laß es jetzt einfach mal so im Raum stehen. Und jetzt mach ich mich wirklich wieder zurück an mein DigiDing, weiterüben.
SG Anja
 
Hi Anja,
schön, dass ich dich auch motivieren konnte.
Es stimmt, dass ich ziemlich ehrgeizig bin, da geb ich dir recht!
Vermutlich hab ich nur die Einstellung, weil ich etwas zu wenig Selbstbewusstsein habe, um sagen zu können, dass ich 'gut' sei.
LG Janik
 
ich würde sagen ich wäre gut wenn ich ein notenblatt mittlerer schwere bekommen würde, und es runterspielen könnte bzw. wenn ich ein stück nur höre und es dann improvisiert spielen könnte. muss derzeit immer ein stück langsam auswendig lernen, da ich es als unmöglich empfinde gleichzeitig zu spielen und noten zu lesen. ich habe aber auch nie anfängerstücke gespielt, sondern immer dass was ich wollte. für mein erstes stück das ich gelernt habe (sadness and sorrow), hab ich nen ganzen monat gebraucht bis ich es passabel durchspielen hab können.

ich hab mit 16 begonnen und denk mir auch ständig "warum hab ich nicht früher begonnen" bzw. "ach gott, heut hab ich wieder nicht geübt". hatte nie einen lehrer aber da ich es nicht beruflich machen möchte ist es nicht unbedingt nötig.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Wenn man irgendwann denkt man wäre gut genug, dann denke ich ist das der Anfang vom Ende. Man wird faul werden und irgendwann nicht mehr gut sein.
Beim Spielen eines Instrumentes stellt sich jeder irgendwann die Frage wie gut er ist. Genauso wie die meisten wohl oft genug das Gefühl haben nicht gut genug zu sein. Dieses Gefühl treibt einen dann zum Üben. Viele große Musiker sagen über sich auch, dass sie mit einem gegebenen Konzert oft nicht wirklich zufrieden sind, da sie manche Stellen hätten besser oder anders spielen können. Trotzdem war das Konzert sehr gut, da ja keiner weiß was der Musiker denkt...
 

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