Klavierwettbewerbe für Amateure

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Fairerweise sollte erwähnt werden, dass der letztjährige Drittplatzierte auch Medtner (allerdings als Teil eines gemischten Programms) gespielt hat und der Gewinner die ganze Dutilleux-Sonate. In einem früheren Jahr gab es einen zweiten Platz für Stücke aus den Vingt Regards. Die Berg-Sonate gab es auch schon im Finale, um nur einige Stücke zur erwähnen, die zwar vielleicht keine "Raritäten", aber wohl auch nicht gerade "kommerziell" sind, was immer das nun genau heißen mag. Im Jahr 2011 hat einer der beiden Erstplatzierten Kapustin-Etüden gespielt.



Nichtsdestotrotz fand ich die Entscheidungen der dortigen Jury auch mehr als einmal, sagen wir, "überraschend"...

Wie auch immer: Große Glückwünsche an Joh habe ich schon übermittelt. Das Allerwichtigste, die freie Wahl, nur Stücke zu spielen, die einem wirklich am Herzen liegen und das Gefühl einer gelungenen Darbietung dieser Stücke kann einem keine Jury geben oder nehmen!
 
da muss man sich auch die Frage stellen, warum hört man ihn kaum oder selten von den grossen Pianisten.

Weil viele in Medtner nur den russischen Folkloristen sehen, dessen Stil zu wenig westlich ist und der sich den zeitgenössischen Strömungen widersetzte. Hinzu kommt, dass viele Werke Medtners den Durchschnittshörer zunächst überfordern, durch komplizierte Rhythmik, die ständige Vielstimmigkeit und den gelegentlichen Hang zur Überladenheit nicht nur im Klaviersatz, sondern auch in der Anzahl der musikalischen Ideen. Irgendwo habe ich mal gelesen, Medtner sei nur was für Intellektuelle und nur schwer zugänglich. Dass das bei Medtner keineswegs immer so ist, zeigt aber gerade der wundervolle Zyklus op.38, den Joh gespielt hat. Dieser Zyklus beginnt wohl mit dem bekanntesten Werk Medtners, der Sonata Reminiscenza, die von einigen der ganz großen Pianisten (Hamelin, Gilels, Richter, Kissin...) gespielt wurde. Dass man trotzdem damit nicht Punkten kann, ist ärgerlich.

Generell ist eine Aussage eines Fachjuroren, wie: "Hättest du was gespielt, dass ich auch kenne, hättest du bessere Chancen gehabt.", einfach unangebracht. Dass Pianovirus Beispiele dafür genannt hat, dass es bei diesem Wettbewerb auch anders laufen kann, beruhigt mich etwas.

Viele Grüße!
 
Die Repertoireliste für das Konzertfinale des Van Cliburn-Amateurwettbewerbs 2016 ist jetzt online.
http://www.cliburn.org/competitions/amateur-competition/rounds-repertoire/

6 competitors will each present one movement of a concerto, to be selected from the list below, with the Fort Worth Symphony Orchestra:

BACH Concerto in D Minor, BWV 1052: I. Allegro
BACH Concerto in D Minor, BWV 1052: III. Allegro
MOZART Concerto No. 9 in E-flat Major, K. 271 (“Jeunehomme”): I. Allegro
MOZART Concerto No. 9 in E-flat Major, K. 271: III. Rondo (Presto)
MOZART Concerto No. 21 in C Major, K. 467 “Elvira Madigan”: I. Allegro maestoso
MOZART Concerto N. 21 in C Major, K. 467 “Elvira Madigan”: III. Allegro vivace assai
MOZART Concerto No. 23 in A Major, K. 488: I. Allegro
MOZART Concerto No. 23 in A Major, K. 488: III. Allegro assai
BEETHOVEN Concerto No. 1 in C Major, op. 15: I. Allegro con brio
BEETHOVEN Concerto No. 1 in C Major, op. 15: III. Rondo (allegro scherzando)
BEETHOVEN Concerto No. 2 in B-flat Major, op. 19: I. Allegro con brio
BEETHOVEN Concerto No. 2 in B-flat Major, op. 19: III: Rondo (molto allegro)
BEETHOVEN Concerto No. 3 in C Minor, op. 37: I. Allegro con brio
BEETHOVEN Concerto No. 5 in E-flat Major, op. 73: III. Rondo (allegro)
MENDELSSOHN Piano Concerto No. 1 in G Minor, op. 25: III. Presto
SCHUMANN Concerto in A Minor, op. 54: I. Allegro affettuoso
SCHUMANN Concerto in A Minor, op. 54: III. Allegro vivace
SAINT-SAËNS Piano Concerto No. 2 in G Minor, op. 22: I. Andante sostenuto
SAINT-SAËNS Piano Concerto No. 2 in G Minor, op. 22: II. Allegro scherzando
SAINT-SAËNS Piano Concerto No. 2 in G Minor, op. 22: III. Presto
SAINT-SAËNS Piano Concerto No. 5 in F Major, op. 103 “Egyptian”: I. Allegro animato
SAINT-SAËNS Piano Concerto No. 5 in F Major, op. 103 “Egyptian”: II. Andante
SAINT-SAËNS Piano Concerto No. 5 in F Major, op. 103 “Egyptian”: III. Molto allegro
SHOSTAKOVICH Piano Concerto No. 2 in F Major, op. 102: I. Allegro
SHOSTAKOVICH Piano Concerto No. 2 in F Major, op. 102: III. Allegro
 
Weil viele in Medtner nur den russischen Folkloristen sehen, dessen Stil zu wenig westlich ist und der sich den zeitgenössischen Strömungen widersetzte. Hinzu kommt, dass viele Werke Medtners den Durchschnittshörer zunächst überfordern, durch komplizierte Rhythmik, die ständige Vielstimmigkeit und den gelegentlichen Hang zur Überladenheit nicht nur im Klaviersatz, sondern auch in der Anzahl der musikalischen Ideen. Irgendwo habe ich mal gelesen, Medtner sei nur was für Intellektuelle und nur schwer zugänglich. Dass das bei Medtner keineswegs immer so ist, zeigt aber gerade der wundervolle Zyklus op.38, den Joh gespielt hat. Dieser Zyklus beginnt wohl mit dem bekanntesten Werk Medtners, der Sonata Reminiscenza, die von einigen der ganz großen Pianisten (Hamelin, Gilels, Richter, Kissin...) gespielt wurde. Dass man trotzdem damit nicht Punkten kann, ist ärgerlich.

Generell ist eine Aussage eines Fachjuroren, wie: "Hättest du was gespielt, dass ich auch kenne, hättest du bessere Chancen gehabt.", einfach unangebracht. Dass Pianovirus Beispiele dafür genannt hat, dass es bei diesem Wettbewerb auch anders laufen kann, beruhigt mich etwas.

Viele Grüße!

da mag was dran sein, von dem deutsch-französischen Komponisten
Friedrich Kalkbrenner, dem Österreicher Ignaz Moscheles, dem aus Böhmen stammende Alexander Dreyschock usw. hört man auch kaum noch was.





 
wirklich schade! wer an so einem Wettbewerb teilnimmt, will gewinnen und hat der Masse zu gehorchen.

Joh schreibt nicht oft bei Clavio aber was er geschrieben hat lässt mich vermuten, dass er seinen eigenen Kopf hat, dass er sich keine Vorschriften machen lassen möchte und möglichst spielt was ihm zusagt. Er lässt sich meiner Vermutung nach nicht verbiegen oder vereinnahmen – und gehorchen will er schon gar nicht. Er ist Amateur und somit hat er meiner Ansicht nach das Recht der Masse nicht zu gehorchen. Ich finde es gut, wenn jemand sich und seinen Ansichten treu bleibt.

Stellt sich die Frage, warum tut man sich so einen Scheiss an ?

Die Antwort hat Joh doch bereits gegeben:

Mein Ziel war es, diese tolle und wunderbare Musik den Leuten zu zeigen und Medtner ein wenig bekannter zu machen.
 
wirklich schade! wer an so einem Wettbewerb teilnimmt, will gewinnen und hat der Masse zu gehorchen. ( Zitat Joh:" Medtner zu unbekannt / nicht beeindruckend genug für die breite Masse.) Das man mit Medtner in Frankreich auch anderswo keinen Eindruck machen kann, hat die Masse und Richter entschieden, jeder Coach hätte davon abgeraten.
Stellt sich die Frage, warum tut man sich so einen Scheiss an ?

Ganz einfach: es ist Musik, die einem am Herzen liegt! Der wahre Kenner erkennt den Wert der Darbietung und wenn einem danach auch nur einer sagt wie sehr es ihm gefallen hat, dann weiss man warum man es gemacht hat! Und Joh schrieb, dass er es einmal vor 800 Zuschauern aufführen wollte. Für diesen Traum "opfert" man auch einmal einen Platz auf dem Treppchen!
 
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Lieber Joh, herzlichen Glückwunsch zu Deiner ganz hervorragenden Platzierung in Paris. Du wirst Deinen musikalischen Weg weiter gehen, das ist entscheidend.
(Ich habe leider Deine Medtner-Einspielung hier noch nicht anhören können, daher auch noch kein Kommentar oder Like dazu. Komme zur Zeit einfach zu nichts.)
 
Fairerweise sollte erwähnt werden, dass der letztjährige Drittplatzierte auch Medtner (allerdings als Teil eines gemischten Programms) gespielt hat und der Gewinner die ganze Dutilleux-Sonate. In einem früheren Jahr gab es einen zweiten Platz für Stücke aus den Vingt Regards.

Ja, das ist korrekt. Aber wie du sagtest, hat er neben dem kurzen Stück von Medtner die Ravel Sonatine und Un Sospiro von Liszt gespielt - also ein sehr angenehmes und vorteilhaftes Programm. Über das Spiel möchte ich jetzt nichts sagen - mir liegt es fern, andere Pianisten übers Internet kritisch zu beurteilen, wenn diese damit nicht einverstanden sind und nichts davon mitbekommen.
 

Lieber Joh,

auch von mir hier herzliche Glückwünsche zum Erreichten in Paris.
Herzton möchte ich mich hier ausdrücklich anschließen mit ihrem Beitrag und dem Wunsch zum Erfolg auf Deinem weiteren Weg.

LG Hartwig
 
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Reaktionen: Joh
Eine Ankündigung: vom 10.-12.9. findet der prix amadeo in Aachen statt! Wäre doch schön, wenn nicht nur @pianovirus aus dem Forum antritt! Wäre es nicht was für @alibiphysiker ?
 
so ein Sch..., jetzt kann ich da wieder nicht mitmachen :-(
Außer die in Warschau sagen mir ab, was ich nicht glaube und hoffe
 
Gibt's da eine offizielle Webseite, wo man die Termine, Regularien usw. nachlesen kann?
Hab nichts gefunden, - außer die schon verlinkte Webseite, auf der alles noch aus dem Jahr 2014 steht.

Hallo Fips, wir haben bisher auch nur erfahren, dass der Wettbewerbe an diesem Wochenende stattfinden soll. Ich vermute aber sehr, dass es wieder zwei Runden geben wird (1. Runde 15 Minuten, 2. Runde 20 Minuten, freie Repertoirewahl) wie im vergangenen Jahr. Wäre schön, Dich dort zu sehen!!
 
Danke, Tobias. Ich überlege noch... - wohl bis zum Anmeldeschluss. :-)

Schon der Zustand des Überlegens ist ja angesichts Deiner früheren Haltung als Erhöhung der Teilnahmechance anzusehen. Also, überlege nur weiter... :super:

Ich frage mich gerade, ob man mit freier Repertoirewahl auch ein 30minütiges Stück, z.B. eine mehrsätzige Suite, auf die zwei Runden aufteilen dürfte?

Ich habe mir genau dasselbe für die Sätze einer Sonate vorgenommen; ich nehme an, das sollte kein Problem sein...
 
Die erste Runde besteht aus 10 Minuten, nicht 15. würde schauen, dass ich etwas variables Repertoire habe, zeigt doch eher die Vielseitigkeit
 

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