"Für Elise" im Unterricht - ja oder nein?

Dieses Thema im Forum "Klavierlehrer-Forum" wurde erstellt von Viola, 14. Dez. 2017.

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"Für Eliese" im Unterricht

Diese Umfrage wurde geschlossen: 3. Jan. 2018
  1. NoGo

    1 Stimme(n)
    4,8%
  2. Wenn es sein muss

    6 Stimme(n)
    28,6%
  3. unbedingt

    7 Stimme(n)
    33,3%
  4. nur auf Wunsch

    12 Stimme(n)
    57,1%
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  1. Fou Lou
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    Fou Lou

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    Und woher weiss ich wanns laut und wanns leise gespielt wird?
     
  2. .marcus.
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    .marcus.

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    Das ist halt der Witz am Forte-piano ;)
     
  3. Fou Lou
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    Fou Lou

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    Du meinst das man soetwas ebend nicht weis?
     
  4. Peter
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    Peter Bechsteinfan Mod

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    Also für mich ist alles vor dem ersten a nur ein "Vorspiel", welches das a als Zielpunkt hat. In diesem Vorspiel versuche ich, gar keine Note zu betonen (also auch nicht die rhythmische 1) sondern die gesamte Melodie zum a hin zu phrasieren. Die erste Betonung kommt dann auf dem ersten a.

    Ob ich damit richtig liege, weiß ich nicht, ist mir auch relativ wurscht, weil viel schlimmer:
    Wenn ich unbewusst das Stück höre (oder es mir ohne weitere Gedanken innerlich abspule) höre ich am Anfang immer einen 4/8 Takt. Der 3/8 fängt bei mir trotz besseren Wissens gefühlt erst beim a an.
    Das ist dermaßen eingebrannt, das geht nur weg, wenn ich das erste dada wegdenke / weghöre.

    Vermutlich deshalb gefällt mir diese Version auch wesentlich besser :-D


    View: https://youtu.be/Fa837PCtXAQ
     
    Zuletzt bearbeitet: 30. Jan. 2018
  5. Frédéric Chopin
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    Frédéric Chopin

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    Und Du liegst auch richtig so! Das Vorspiel spielt zum "a1" hin. Und musikalisch muss das erste "a1" auf "Schlag 1" sein! Logerischerweise gibt es rechnerisch dann einen Auftakt. Und ich muß bei diesem Vorspiel auch nicht gleich nach dem Auftakt im ersten Takt "Schlag 1" hervorheben. Beim "a1" genügt das vollkommen. Ich habe ja bereits den letzten Satz "Allegro" der Beethoven- Sonate op. 26 erwähnt!

    P.S.: Übrigens cooles Video! :-D
     
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  6. Marsupilami
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    Marsupilami

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    Genau das kritisiert Stilblüte aber. Und zurecht.
     
  7. Stilblüte
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    Stilblüte

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    Man muss zwei Dinge unterscheiden: Die ganze Phrase und die Art und Weise, wie man sie betont und spielt, sowie die korrekte "Anwendung" der Taktart. Das gehört zwar zusammen, ist aber nicht dasselbe. Ich sprach von letzterem, Peter von ersterem. So verstehe ich ihn jedenfalls. Obwohl sich also unsere Antworten widersprechen, haben wir beide recht. Ist das nicht schön? :-D
     
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  8. Peter
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    Peter Bechsteinfan Mod

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    Natürlich zu Recht. Ich schrieb ja, dass ich es falsch höre. Nur weg bekommen tue ich es nicht.

    Letztendlich lag aber Beethoven selbst einfach falsch. Der hätte das ganze Ding von vornherein in 4/8 komponieren sollen, dann wäre es bestimmt ein Hit geworden. :lol::lol::lol:
     
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  9. Shigeru
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    Shigeru

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    Verstehe ich jetzt nicht.

    Beethoven war doch mit Für Elise nach dem Erscheinen gleich über 200 Jahre lang an Nummer 1 in den Charts, obwohl er es im 3/8 Takt komponierte

    Das haben nicht mal Elwis Pressluft, die Bitles, Meikl Jackson und Jastin Timberlaigg zusammen geschafft
     
  10. Stilblüte
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    Stilblüte

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    Tja dann stell dir vor was erst passiert wäre, wenn es im 4/4-Takt komponiert worden wäre... Da wäre Beethoven längst heilig gesprochen!
     
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  11. Marsupilami
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    Marsupilami

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    Dann könnte man es auch einfacher in der Popmusik vergewaltigen.
     
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  12. Stilblüte
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    Stilblüte

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    Es ist nun wirklich nicht schwierig, da aus einem Dreiertakt einen Vierertakt zu machen.
     
  13. Peter
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    Peter Bechsteinfan Mod

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    Mein Fehler. Da war ein Smilie zu wenig.
     
  14. beo
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    beo

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    Eben habe ich an einen guten Freund gedacht und an seinen schönen Ausdruck für Stücke, die vom Publikum mehr geliebt werden als vom Musiker:

    Hurenstücke
     
  15. Marsupilami
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    Marsupilami

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    Wenn Werke vom Publikum mehr geliebt werden als vom Musiker sagt das nichts über das Stück aus, sondern nur über Publikum und Musiker.

    Ich mag "Für Elise", wenn sie gut gespielt wird.
     
  16. Rheinkultur
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    Rheinkultur

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    Oder man deutet den Dreiertakt triolisch, etwa so wie Rischahr Kleiderschrank:



    Motto: Solange ich dafür Kohle kriege, spiele ich notfalls den letzten Scheiß.

    In meinem Bekanntenkreis habe ich einen Kirchenmusiker, der hauptamtlich in einer großstädtischen Gemeinde seinen Dienst versieht und nebenbei auch schon mal weltliche Chöre leitet. Wenn wir uns schon mal über fragwürdige und geschmacklose Musikwünsche bei Orgeldiensten austauschen, fällt öfter der Begriff der "Orgelhure". Das kann passieren, wenn bei Hochzeitsgottesdiensten eine Laiensängerin aus dem Bekanntenkreis des Brautpaares engagiert wird, um mehr oder weniger gekonnt irgendwelche abgesungenen Popballaden mit Begleitung der Kirchenorgel zum Besten zu geben. Oder das berüchtigte Ave Maria mit der singenden Hausfrau auf der Orgelempore... .

    LG von Rheinkultur
     
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  17. Rheinkultur
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    Rheinkultur

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    Und Johann Strauss Zwo hätte seine Walzer lieber im Viervierteltakt komponiert, dann könnte man da drauf viel besser marschieren. Klappt beim Flohwalzer doch auch!!!

    "An der schönen braunen Donau" richtig zünftig im Stechschritt - das hätte was. Die ganze großdeutsche Musikgeschichte war ein einziger Irrweg.

    LG von Rheinkultur
     
  18. beo
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    beo

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    Das könnte ein Zusammenhang bestehen. Der Freund von mir ist auch Organist, und bei privaten Hochzeiten muss wohl der eigene Geschmack sehr weit zurück genommen werden, nicht nur wegen des Geldes.
     
  19. pepschmir
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    pepschmir

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    Das ist wirklich grausam. Unfassbar wie man ein Stück vergewaltigen kann....
     
  20. Orgelzeit
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    Orgelzeit

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    Viel schlimmer finde ich aber , wenn man von so schönen Originalen irgendwelche abgespeckte Versionen in die Finger bekommt......