Chopin polonaise op. 53

Dieses Thema im Forum "Klavierspielen & Klavierüben" wurde erstellt von pianogirli, 1. März 2011.

  1. Stilblüte
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    Ich weiß natürlich schon, was du meinst. Allerdings finde ich so pauschalisierende Annahmen manchmal schwierig. Es hat sich die Tendenz entwickelt, dass hohe Begabungen grundsätzlich erstmal mit einem Bedauern für das Kind und Unerstellung von tendentiellem Missbrauch, Druck etc. einhergeht. Das kann ja nicht immer stimmen.
     
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  2. Alter Tastendrücker
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    Alter Tastendrücker

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    Diese Unterstellungen stimmen nicht mal für die asiatischen Länder, aber ich habe in diesem Fall nicht pauschalisiert, sondern mir das Video genau angeschaut und auf der Basis ziemlich umgänglicher Erfahrungen geschrieben!
     
  3. Alter Tastendrücker
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    Alter Tastendrücker

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    Außerdem ist gerade dieses Stück für Kinder mit noch unentwickelten zu kleinen Händen äußerst ungeeignet!
     
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  4. Stilblüte
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    Stilblüte Super-Moderator Mod

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    Ok da hast du Recht.
     
  5. Stefan379
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    Stefan379

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    Ja, und wenn man sich ansieht, wie er zur Kompensation die Schultern hochziehen muss...
     
  6. TonySoprano
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    TonySoprano

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    Einerseits ist dieses Leistungsdenken in China oder auch Russland sehr faszinierend und interessant. Ich habe erfahren, dass es der militärischen Disziplin unter (beiden) Kommunistischen Regimen geschuldet ist. In Russland werden die Kinder z.B. auch sehr früh auf Schach gedrillt und so bringt das Land noch heute hervorragende Spieler hervor (Sergey Karjakin, Andrey Esipenko) genau wie beim Klavier.

    Andererseits werden diese Kinder wenig Zeit ausserhalb des Klaviers (oder Schachbretts) verbringen, was prinzipiell traurig ist. Dem könnte man entgegnen, dass manche Kinder Spaß daran haben und gerne so ihre Zeit verbringen, aber sicherlich nicht alle.
     
  7. Alter Tastendrücker
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    Alter Tastendrücker

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    Es gibt in diesem Zusammenhang eine zynische kleine Rechnung:

    Der Konzertbetrieb braucht weltweit pro Jahr 1 bis 2 chinesische Pianisten;
    Wenn jetzt in China jedes Jahr 3 000 000 5-jährige anfangen Klavier zu spielen, dann kann man mit unsinnigen und brutalen Trainingsmethoden in den folgenden 10 Jahren aus diesem Jahrgang 2 999 998 Aspiranten physisch oder psychisch oder beides ruinieren und erhält am Ende die gewünschten 2 Überpianisten für den Konzertbetrieb, für die dann noch ein netter Lebenslauf erfunden wird mit lustigen Geschichten.
     
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  8. Alter Tastendrücker
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    Alter Tastendrücker

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    Und wenn man dann noch aus eigener Erfahrung weiß mit was für einer perversen Mischung aus maximaler Verwöhnung und maximalem Druck viele Eltern in China ihr einziges Kind aufziehen, dann ist das der perfekte Alptraum!
     
  9. Alter Tastendrücker
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    Alter Tastendrücker

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    Dass bei uns in Deutschland aktuell eher das Gegenteil üblich ist, macht diesen Missbrauch nicht besser.
    Mehr Leistungsstreben in D wäre in der Tat nötig und das wurde hier ja auch schon zigfach erörtert. Aber es gibt ja noch was dazwischen.
     
  10. pianochris66
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    pianochris66

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    Wer legt das fest? Dazu noch einen Japaner, nen halben Deutschen und nen Viertel Italiener, oder wie? Die Frage ist ernst gemeint, ich kenne mich mit den Marktmechanismen im klassischen Konzertbetrieb nicht aus. Gibt es wirklich so etwas wie "Bedarf an Nachschub an Pianisten nach Nationalität"? Für mich nicht nachvollziehbar.
     
  11. Alter Tastendrücker
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    Alter Tastendrücker

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    Niemand legt das fest, aber mehr als eine bestimmte Zahl von Namen merkt sich das Publikum nicht. Und da sind pro Jahr eher weniger als 2 Chinesen drin.
    Überhaupt war das eine sehr unpräzise Modellrechnung. Aber die Tendrnz stimmt schon.
    Deutsche spielen in der Lang Lang und Yuja Wang Liga aktuell eher eine kleinere Rolle!
     
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  12. St. Francois de Paola
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    St. Francois de Paola

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    Letztere, von der ich irgendwann mal ein Video gefunden habe, wie sie sieben- oder achtjährig die Waldsteinsonate spielt, behauptet allerdings, relativ spät angefangen zu haben (ich glaube mit 6) und keine so klassischen asiatischen Drilleltern gehabt zu haben.

    Das hat aber natürlich auch mit dem Charakter des einzelnen zu tun, was für den einen milde Strenge ist, ist für den anderen schon Folter.

    Lang Lang soll ja sehr getriezt worden sein Kissin soll als Kind quasi nur geübt haben, ich frag mich wie es bei der älteren deutschen Generation von Brendel oder Gulda auf der deutschen Seite oder auch Gilels oder Sokolov u.v.m. bei den Russen war.


    Heutzutage bei den Youtube-Wunderkindern finde ich recht auffällig, dass die Ostasiaten stärker als die Russen dazu neigen, noch früher die ganz schweren Stücke spielen zu lassen, dafür spielen die Russen die dann eher so, dass man auch als Erwachsener damit Anerkennung bekäme.
     
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  13. Dreiklang
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    Dreiklang

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    Naja, trotzdem... es wäre die Frage, ob das nun im Endeffekt große musikalische Einbußen bedeutet (nein, tut es nicht).

    Wenn ich Argerich überhaupt etwas anlasten würde, dann, dass sie in Sachen Expressivität/Musikalität und auch makelloser technischer Beherrschung des Stückes bei weitem nicht an Lang Lang und dessen Einspielung heranreicht (weswegen ihre Einspielung auch keinen Platz in meiner Musiksammlung finden wird).
     
  14. rolf
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    rolf

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    ... ja, der Chopin war ein übler Sauhund: er bastelte in As-Dur ein Folterinstrument für asiatische Mägdelein und Knäblein, um diese damit herb zu triezen und zu missbrauchen. Man sollte das offensichtlich menschenverachtende Chopinzeugs verbieten!!
    Nennen wir es beherzt und mutig beim Namen: das op.53 As-Dur Scheusal heißt in Wahrheit Missbrauchspolonaise.

    Nieder mit Chopin (der Kerl, der weder polnisch noch französisch fehlerfrei schreiben konnte, war ja auch obendrein Antisemit - und wie nun klar geworden ist, hatte er noch schlimmere Intentionen)
    _________

    ...oh...will jetzt irgend ein großer Denker und tiefsinniger Geist Buhuhu wegen spöttischem Zynismus machen? Meinetwegen gerne: ich lese mit Freuden Lächerlichkeiten - und mies wie Pilatus wasche ich meine Hände in Unschuld: auf meinem Mist ist der ungemein scharfsinnige Polonaise-Kindertriezen-Sermon nicht gewachsen.

    Wie so oft hier: ein eigentlich interessantes Thema versackt in [...das zensiere ich lieber...]
     
  15. Dreiklang
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    Dreiklang

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    @rolf ist bös' gelaunt... ;-)

    Ein Vorschlag zur Güte: wenn Du willst, dann lösch' ich meinen Beitrag oben drüber wieder (weil Du es bist) ;-)
     
  16. rolf
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    rolf

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    Nö, lass das ruhig stehen: wenn der Nabel der Welt seine Musiksammlung maßstabsetzend einbringt, dann passt das immer und überall! :-D:-D:-D:-D:drink::drink::drink::drink:
     
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  17. Dreiklang
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    Dreiklang

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    @rolf : aber sowas:
    kannst Du nun wirklich nicht allen Ernstes schreiben. Chopin gehört für mich zu den genialsten Komponisten überhaupt (und an -zig Werken von ihm - unterschiedlichsten Charakters - erfreue ich mich mehr oder weniger regelmäßig)
     
  18. TonySoprano
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    TonySoprano

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  19. St. Francois de Paola
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    St. Francois de Paola

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    Wirklich? Habe ich noch nie gelesen. Gibt es da Zitate?
    Bei Wagner ist das ja allgemein bekannt.
    Wobei ich gestehen muss, wenn einer so komponiert, würde ich die Person zwar negativ bewerten, es meinem Genuss keinen Abbruch tun, selbst wenn einer Inquisitions-, SS-, SA-, StaSi-, IS-, Al-Kaida-, PKK-, ETA-, NSU-, Camorra- und Medellinkartellverbrecher in einem wäre.
     
  20. Stilblüte
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    Stilblüte Super-Moderator Mod

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    Die Frage, die hier auch schon öfter diskutiert wurde, lautet:

    Ist die Kunst etwas so hohes, dass sie selbst ihrem Schöpfer nicht "gehört", sondern irgendwann ein völlig selbstständiges Dasein führt? Hat sie also einen Wert, der nur in sich selbst begründet ist und der losgelöst vom Schöpfungsgedanken (und auch sonstigem Gedankengut) seines Erschaffers gilt?

    Vermutlich kann man die Frage nicht pauschal beantworten. Ich persönlich fände es anmaßend, mir Bilder von ****** aufzuhängen, selbst falls ich sie grundsätlich hübsch fände. Möglicherweise sähe es anders aus, wenn ****** ein weltberühmter Maler gewesen wäre (bzw. Kunst geschaffen hätte, die dies nach sich ziehen kann) und irgendwann auf Abwege geraten wäre. Der "Wert" bzw. die Aussagekraft der Kunst muss so viel höher sein als das negative Gedankengut des Künstlers, dass letzteres durch die Kunst in den Hintergrund rückt. Und wo ich dies schreibe merke ich, dass ich niemals Bilder von ****** aufhängen könnte, egal, wie gut sie wären.

    Da Chopin aber nicht per se für antisemitische Äußerungen bekannt geworden ist, kann ich seine Musik also guten Gewissens aufführen.

    Sorry für das OT. Falls es jemanden stört, kann ichs auch wieder löschen.