Bach & seine Orgelwelt


M
Monte
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Bei vielen historischen Orgeln gibt es das Problem weniger in der Menge des verfügbaren Windes, sondern in der Anfälligkeit für Schwankungen, da es keine Ausgleichsbälge gibt. Hartes Staccato gibt jeweils einen Schlag in die Windversorgung, die das dann oft mit einem entsetzten Aufjaulen quittiert. Das ist natürlich ein Effekt, den man nicht mit Computersimulationen hinbekommt.
Doch, Hauptwerk kann das ... siehe hier:
http://forum.hauptwerk.com/viewtopic.php?f=1&t=15974
 
kitium
kitium
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Ich bin etwas spät daran, aber ich finde diese Diskussion (oder Diskussionen) von besonderem Interesse.

Was die Registrierung angeht: ja. Es ist in kürzeren barocken Stücken unüblich die Registrierung zu ändern. Bei norddt. mehrteiligen Sachen sieht das schon wieder anders aus.

Zweifellos richtig. Aber vielleicht heißt es nicht, dass die Art mit häufigen Registerwechseln Orgel zu spielen noch nie erfunden wurde. Es gibt ein paar Anweisungen von John Bull, die sehr überraschend sind, denn sie scheinen, auf eine gewisse mise-en-relief zu zielen, indem sich jede Anweisung nur auf den Charakter der nächsten Figur bezieht.

Man fragt sich also, was zum Beispiel bei Sweelinck zu machen ist. Vor allem seine weniger "akademischen" Passagen haben viel mit Bulls Orgelstil gemeinsam. Ich gestehe, dass ich persönlich dafür bin, innerhalb einer "Variatie" eine Registrierung zu behalten (und auch jede Stimme durchgehend auf demselben Manual zu spielen). Vielleicht hätte man damals so etwas langweilig gefunden?

-

Wegen der Frage des Stilbewusstseins in der Interpretation sage ich etwas zu meinen persönlichen Gefühlen, die vielleicht dem heutigen Zeitgeist nicht entsprechen. Sobald die Musik komplex und autonom genug geworden ist, war sie in der Lage, die ganze Denkweite ihrer Komponisten zu umfassen; um an die authentische emotionale Wirkung der Musik herankommen, müssen wir heute auch in der Weite unserer ganzen Welt denken. Manche Musik gibt das her – ohne entstellt werden zu müssen.
 
Axel
Axel
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Ich bin etwas spät daran, aber ich finde diese Diskussion (oder Diskussionen) von besonderem Interesse.



Zweifellos richtig. Aber vielleicht heißt es nicht, dass die Art mit häufigen Registerwechseln Orgel zu spielen noch nie erfunden wurde. Es gibt ein paar Anweisungen von John Bull, die sehr überraschend sind, denn sie scheinen, auf eine gewisse mise-en-relief zu zielen, indem sich jede Anweisung nur auf den Charakter der nächsten Figur bezieht.

Man fragt sich also, was zum Beispiel bei Sweelinck zu machen ist. Vor allem seine weniger "akademischen" Passagen haben viel mit Bulls Orgelstil gemeinsam. Ich gestehe, dass ich persönlich dafür bin, innerhalb einer "Variatie" eine Registrierung zu behalten (und auch jede Stimme durchgehend auf demselben Manual zu spielen). Vielleicht hätte man damals so etwas langweilig gefunden?

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Wegen der Frage des Stilbewusstseins in der Interpretation sage ich etwas zu meinen persönlichen Gefühlen, die vielleicht dem heutigen Zeitgeist nicht entsprechen. Sobald die Musik komplex und autonom genug geworden ist, war sie in der Lage, die ganze Denkweite ihrer Komponisten zu umfassen; um an die authentische emotionale Wirkung der Musik herankommen, müssen wir heute auch in der Weite unserer ganzen Welt denken. Manche Musik gibt das her – ohne entstellt werden zu müssen.


Ja, das ist ein komplexes Thema. Es gibt ja durchaus auch Frescobaldis Anweisungen, die Registrierungen in den Toccaten zu ändern oder mallorkinische Anweisungen für spanische Musik mit Registerwechseln. Was tut man bei Sweelinck? Ich habe oft auch nur pragmatische Lösungen parat und bedaure, dass wir so wenig aus dieser Zeit wirklich sicher wissen.

Grüße
Axel
 
Orgeler43
Orgeler43
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Hallo zusammen. Bin neu hier und finde es sehr interessant und spannend :-) Habe die Tage mit dem Präludium in Es Dur angefangen. Schwer, aber wunderschön. Was ist euer Lieblings-Orgelstück von Bach?
 
Klassikfreund2
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Respekt!

Das bekomme ich nicht mehr hin!

Ich liebe eigentlich alles von Bach, auch die Klavier-, Violin- und Orchesterwerke.
Nachdem ich mir bei der Fuge zur d-moll Toccata so ziemlich die Zähne ausgebissen habe, lasse ich es etwas ruhiger angehen. Das Air, Bist Du bei mir (jeweils in der Orgelfassung), Jesus bleibet meine Freude, Erbarm Dich mein, aber auch Buxtehudes F-Dur Toccata stehen ziemlich täglich auf dem Plan.
Meine Lieblingsorgeln sind dabei Silbermann Zöblitz und Trost Waltershausen

Zu Zeit arbeite ich an BWV 577 und an Albinonis Adagio.

Viel Spaß am Üben!
 
Orgeler43
Orgeler43
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Ok, auch wunderschön. Das Es-Dur ist halt technisch eine Herausforderung. Kann gerade vielleicht mal die 1. Seite "relativ" gut, ohne mich zu verspielen *lach*.
 

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