Motivation

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@Klaviernovice

Zwei Fragen:

Bedeutet Königstochter für dich
= Prinzessin?

Und auf welches Studium bereitet Königstochter sich jetzt konkret vor?
Lach
Nein, sie ist kein Prinzesschen. Ich musste nur einen Namen für sie finden. Immer nur "das Kind" oder "die Tochter" fand ich doof. Hätte sie auch "meine kleine Kröte" nennen können. Passt das besser?

Sie hat noch ein wenig Zeit bis zum Abitur.
Das Kind und ich dachten über ein Lehramtsstudium nach. Die neue Klavierlehrerin fand das zwar ganz OK, möchte sie aber eher auf ein Klavierstudium vorbereiten. Wir haben noch ein paar Jahre, das mit dem Kind auszudiskutieren und wir werden am Ende sehen, ob die Vernunft oder die Träumerei gewinnt. Sobald die Lady 18 wird, kann ich als Mutter sowieso nur noch über Gewährung oder Versagung von Finanzmitteln steuern...
 
Das kommt mir bekannt vor, nur ein Jahr später und andere Vereine.
Jetzt kriselt es aber etwas. Die anderen Mädels haben viel mehr Zeit, die Schule ist anstrengend.
Ach die Schule, stimmt, die hatte ich ja in meiner Aufzählung ganz vergessen.
Momentan ist die Vorbereitung auf die zentralen Prüfungen in Klasse 10 angesagt.
Die Königstochter hatte und hat einiges zu tun momentan für die Schule - aber es sieht gut aus. Das Klavierspielen musste da leider etwas gebremst werden, aber bald ist das Schuljahr ja geschafft.
 
Bei uns stimmt die Schule auch. Die Tochter, können ja nicht alle Königstöchter sein 😁, ist zu fleißig und braucht daher viel Zeit zum lernen.
 
@Klaviernovice

Tja, eine solche Story kenne ich auch. Wobei: die Instrumente unserer Söhne waren interessanterweise ein Kontinuum: 12 bzw. 13 Jahre Geige bzw. Cello. Dazu kam das Orchester, das einer von beiden wieder irgendwann aufhörte und durch den Musikverein ersetzte, da dann im Zweitinstrument Posaune. Zwischendurch gründete man auch mal eine Band - herzlich gelacht habe ich über die Frage des Schulleiters nach dem zweiten Band-Auftritt: "Gibt es schon Legendenbildung?"
Sportlich lernten wir die Welt des Handballs kennen, zwischendurch auch die der Sportart Tischtennis, ergänzt durch kurze Ausflüge ins Turnen und Schwimmen. Ski bzw. Snowboard war in unserer Gegend naheliegend und kam dazu. Als Skilehrer zu arbeiten erwies sich als passende Nebentätigkeit an frischer Luft; praktische Erfahrungen in Pädagogik gab es zusätzlich gratis ("Dem Papa von dem einen Kind habe ich mal gesagt, er soll sich vom Pistenrand nicht so einmischen.")
Der Jüngere spielte am Ende seiner Schulzeit auch noch Theater.

Ich denke da ganz anders als @hasenbein : Ich finde es wunderbar, was Kinder und Jugendliche heute alles ausprobieren können. Kein Vergleich mit den 60er Jahren.

Übrigens: Sport und Musik haben sie beide nicht studiert.
Es sind aber schlicht die zwei schönsten Hobbys für Kinder und Jugendliche (wobei es schade ist, dass Musik gesellschaftlich ungleich niedriger angesehen ist als Sport).
 
@ Klafina

Ja, das sehe ich auch so.
Und ich mache alle diese Grillen mit, soweit es mir möglich ist, denn ich selbst hätte mir solche Möglichkeiten sehr gewünscht.

Das mit dem Studieren - wenn sie es am Ende doch nicht mehr will, ist es auch OK.
Vor dem Klavier tendierte sie zu Englisch und Physik auf Lehramt. Jetzt hat sie für die Oberstufe Physik abgewählt ;)
 
Ich kann aus meiner Erfahrung heraus stark vermuten, dass die "Königstochter" (bezeichnende Namensgebung, die darauf hinweist, wie unangemessen Eltern heute ihre Kinder aufs Podest heben und übermäßig umsorgen) nur mittelmäßig spielt (wegen zu wenig Üben und generell zu wenig Beschäftigung mit Musik) und daher ein Klavierstudium nicht in Frage kommt. Ein Instrumentalstudium hat äußerst hohe Anforderungen, da tritt man gegen die ganzen Asiaten und Ostblock-Bewerber an. Für Schulmusik reicht es bestimmt, da haben die Hochschulen ja oft eher Bewerbermangel.
Übrigens finde ich es manchmal auch beknackt, wie viel Zeit Jugendliche, die Musik studieren wollen, mit intensiver Arbeit für die Schule verschwenden. Mann, wenn du nicht ein NC-Fach studieren willst, reicht es, wenn du irgendwie durchs Abi kommst! Investiere die Zeit lieber in MUSIK!
 
Ich kann aus meiner Erfahrung heraus stark vermuten, dass die "Königstochter" (bezeichnende Namensgebung, die darauf hinweist, wie unangemessen Eltern heute ihre Kinder aufs Podest heben
Natürlich ist sie auf einem Podest. Auf meinem persönlichen in meinem Herzen.
Du kannst davon ausgehen, dass das Kind im echten Leben keinesfalls auf Rosen gebettet war.
Abgesehen davon ist es sicher nicht an dir, die Angemessenheit zu beurteilen.
Was ist mit dir los, dass Du über Menschen urteilen musst, die Du nicht kennst und das nur aufgrund von Begrifflichkeiten?

nur mittelmäßig spielt (wegen zu wenig Üben und generell zu wenig Beschäftigung mit Musik) und daher ein Klavierstudium nicht in Frage kommt.
Nun, in der Tat. Die ungeliebte Trompete und auch die Gitarre haben nur wenig Zuwendung erfahren.
Klavier spielt sie selbstverständlich nur mittelmäßig, vielleicht ist dir aufgefallen, wann sie damit angefangen hat.
Ich persönlich halte das mit dem Klavierstudium tatsächlich auch eher für unwahrscheinlich und das Lehramt für einfacher und außerdem am Ende auskömmlicher.
Es ist die Klavierlehrerin, die mehr in ihr sieht (eine sehr motivierte Dame, die nach wie vor an der nächstgelegenen Hochschule ein und ausgeht).
Wir werden sehen, was passiert. Ich erwarte ehrlicherweise keine gefüllten Konzertsäle.
Liegt dann aber nicht wirklich an mangelndem Üben sondern eher am späten Beginn.
Die Aufnahme in den studienvorbereitenden Unterricht der Musikschule nach etwas mehr als einem Vierteljahr ist auch nicht aufgrund fehlenden Übens gelungen.

Übrigens finde ich es manchmal auch beknackt, wie viel Zeit Jugendliche, die Musik studieren wollen, mit intensiver Arbeit für die Schule verschwenden. Mann, wenn du nicht ein NC-Fach studieren willst, reicht es, wenn du irgendwie durchs Abi kommst! Investiere die Zeit lieber in MUSIK!
Ja, sehe ich auch so. Im Moment muss nur deshalb mehr gelernt und weniger gespielt werden, um den Eintritt in die Oberstufe sicher (!) zu schaffen (Die Lockdownzeit hatte da durchaus einige Folgen und zwei vollzeitarbeitende Eltern können da leider nicht immer alles auffangen).
Was ab der 11 in der Schule passiert, werden wir wieder lockerer sehen, meinetwegen darf sie so lange für das Abi brauchen, wie rechtlich zulässig...
Wer studieren will, braucht nun mal ein Abi.
Übrigens kann auch ein gutes Abi nicht schaden. Ich halte Jugendliche für unberechenbar und die Möglichkeit eines späteren Sinneswandels ist ja auch nicht ausgeschlossen.

Im Moment ist aber alles gut und das Kind glücklich mit ihrer Musik.
Mehr will ich als Mutter ja gar nicht.

Usprünglich ging es in diesem Faden aber mal um Motivation.
Was ich ursprünglich mal darstellen wollte, ist dass man diese nicht aus dem eigenen Nachwuchs herausprügeln kann, egal wie engagiert man selbst ist. Eigenes Überengagement mag da sogar manchmal das Gegenteil bewirken.
Der Gitarrenlehrer, den meine Tochter zuletzt hatte, hat bestimmt genauso über sie gedacht wie sweetchocolate es beschreibt. Jetzt erst ist die Passion gefunden und auch die Lehrerinnen sind sehr glücklich.
 
(Ein bisschen off-topic, ich weiß):

Beim Thema "Königstochter/-familie" fiel mir spontan noch eine kleine Anekdote ein, die ein früherer Kollege erzählte:

"Es ist Sonntagmorgen. Im Kinderzimmer sind bereits Geräusche zu vernehmen, es könnte ein Rollenspiel sein. Die Eltern drehen sich noch einmal im Bett herum und hoffen inständig, dass sie noch eine Weile verschont sein mögen. Da hören sie, wie der Junge zu seiner Schwester sagt: 'Kommen Sie, Frau Königin, wir wecken unsere Diener!' "
 
Übrigens finde ich es manchmal auch beknackt, wie viel Zeit Jugendliche, die Musik studieren wollen, mit intensiver Arbeit für die Schule verschwenden. Mann, wenn du nicht ein NC-Fach studieren willst, reicht es, wenn du irgendwie durchs Abi kommst! Investiere die Zeit lieber in MUSIK!
Ich finde, auch Musiker - und vor allem Musiklehrer jedes Genres!!! - sollten über eine fundierte Schul- und Allgemeinbildung verfügen. Es gibt kaum etwas Gruseligeres als Klavierlehrer, deren Horizont auf die 88 Tasten und musikalisch auf die Zeitspanne von Bach bis Rachmaninov beschränkt ist. Schaut man sich die Lebensläufe der wirklich guten Pianist(Inn)en an, dann stellt man fest, daß viele von ihnen auch Medizin oder sonstige NC-Fächer hätten studieren können. Auch Lehrer wie Busoni oder Neuhaus stellten an ihre Schüler nicht nur pianistische Erwartungen. - Aber für Jazzer mag ja anderes gelten.
 

Ich finde, auch Musiker - und vor allem Musiklehrer jedes Genres!!! - sollten über eine fundierte Schul- und Allgemeinbildung verfügen.
Volle Zustimmung - nur erlangt man diese allgemeine Bildung in den wenigsten Fällen darüber, was heutzutage in den Schulen abgeht. Sondern dadurch, dass man ein interessierter Mensch ohne Scheuklappen ist, der gerne Wissen aufnimmt. Genau das aber wird durch die Überfrachtung, der sich Schüler heute gegenüber sehen und die keine Zeit mehr zum Neugierigwerden lässt, verhindert.
 
nur erlangt man diese allgemeine Bildung in den wenigsten Fällen darüber, was heutzutage in den Schulen abgeht.
Im schulischen Bereich geht es genauso zu wie beim Klavierunterricht: es gibt gute und schlechte. Wer die erstbeste Schule wählt, den ereilt ein ähnliches Schicksal wie derjenige, der beim Klavierlehrer nur auf den Preis guckt. Aber gute Schulen (wie gute Klavierlehrer) stellen auch Anforderungen. Da ist von Seiten des Schülers Engagement gefragt.

Erfahrung aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis: Gute und engagierte Schüler beklagen sich weitaus seltener über ihre schule als diejenigen, die man zum Jagen tragen muß. Schon merkwürdig - oder?
 
Im schulischen Bereich geht es genauso zu wie beim Klavierunterricht: es gibt gute und schlechte. Wer die erstbeste Schule wählt, den ereilt ein ähnliches Schicksal wie derjenige, der beim Klavierlehrer nur auf den Preis guckt. Aber gute Schulen (wie gute Klavierlehrer) stellen auch Anforderungen. Da ist von Seiten des Schülers Engagement gefragt.

Erfahrung aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis: Gute und engagierte Schüler beklagen sich weitaus seltener über ihre schule als diejenigen, die man zum Jagen tragen muß. Schon merkwürdig - oder?
Womit wir dann auch wieder beim Thema Bildungsgerechtigkeit - insbesondere im Bereich kulturelle Bildung - sind.

Ich bin eine sogenannte Erstakademikerin. Nicht nur der Weg zum Abschluss war mit großen Wackersteinen gepflastert, auch die Verwertung des harterkämpften Universitätsabschlusses gestaltete sich ohne Beziehungen aus dem Elternhaus ungleich schwieriger.

Selbst meine Kinder haben dadurch auf ihrem Lebensweg Nachteile, wenn auch nicht mehr so gravierend.
 
Ich bin eine sogenannte Erstakademikerin. Nicht nur der Weg zum Abschluss war mit großen Wackersteinen gepflastert,
Sei dankbar dafür! So hast Du Dir in jungen Jahren schon Resilienz antrainiert, die Du immer wirst brauchen müssen. Es gibt genügend Kinder aus Akademiker-Haushalten, die genau deswegen scheitern, weil sie zu wenig gegen Widerstände kämpfen mußten.
auch die Verwertung des harterkämpften Universitätsabschlusses gestaltete sich ohne Beziehungen aus dem Elternhaus ungleich schwieriger.
Was nützen die Beziehungen eines Naturwissenschaftlers, wenn Filius Musik oder Filia Germanistik studieren will?
 
Sei dankbar dafür! So hast Du Dir in jungen Jahren schon Resilienz antrainiert, die Du immer wirst brauchen müssen. Es gibt genügend Kinder aus Akademiker-Haushalten, die genau deswegen scheitern, weil sie zu wenig gegen Widerstände kämpfen mußten.

Was nützen die Beziehungen eines Naturwissenschaftlers, wenn Filius Musik oder Filia Germanistik studieren will?
Habe lange überlegt, was und ob ich schreiben soll.

Ich beschränke mich darauf: Ich empfinde Deine Antwort als überaus zynisch.
 
Im schulischen Bereich geht es genauso zu wie beim Klavierunterricht: es gibt gute und schlechte. Wer die erstbeste Schule wählt, den ereilt ein ähnliches Schicksal wie derjenige, der beim Klavierlehrer nur auf den Preis guckt. Aber gute Schulen (wie gute Klavierlehrer) stellen auch Anforderungen. Da ist von Seiten des Schülers Engagement gefragt.
Ich kann nur aus der Perspektive "meiner" früheren Schulform sprechen: was heute für ein (sehr) gutes Abitur eingefordert wird, ist gewiss nicht wenig. Was meine eigenen Kinder da geleistet haben, ist in keinster Weise mit dem vergleichbar, was ich in den 70er Jahren bringen musste. (Okay, das Lehrpersonal damals war partiell durchaus fragwürdig: eine Mischung aus Alt-Nazis mit und ohne Kriegstraumata kombiniert mit realitätsfernen Junglehrkräften. Trotzdem: es gab in allen Gruppen auch gute Leute.)-

Ein nostalgisch-verklärender Rückblick verbietet sich mMn. -

Was die Anforderungen betrifft, so gilt übrigens das auch für das, was ich von "meinen" Abiturientinnen und Abiturienten eingefordert habe/einfordern musste. Wer sich informieren möchte, kann einfach mal auf die HP des IQB anschauen, da findet man zumindest für Deutsch, Mathe, Englisch und Französisch die Aufgaben-Pools der letzten Jahre, auf die die Bundesländer Zugriff hatten.
Ansonsten kann man ja mal in die berühmten roten Bücher des Stark-Verlags reinschauen, insbesondere, wenn man sich für andere Fächer interessiert.
Erfahrung aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis: Gute und engagierte Schüler beklagen sich weitaus seltener über ihre schule als diejenigen, die man zum Jagen tragen muß. Schon merkwürdig - oder?
Und: je besser - desto selbstkritischer.
Womit wir dann auch wieder beim Thema Bildungsgerechtigkeit - insbesondere im Bereich kulturelle Bildung - sind.

Ich bin eine sogenannte Erstakademikerin. Nicht nur der Weg zum Abschluss war mit großen Wackersteinen gepflastert, auch die Verwertung des harterkämpften Universitätsabschlusses gestaltete sich ohne Beziehungen aus dem Elternhaus ungleich schwieriger.
Magst Du das einmal am Beispiel ausführen?

Ich komme aus dem Bildungsbürgertum. Die "Verwertung" meines Bildungsabschlusses, bestehend aus zwei Teilen, geschah im Lehramt strikt nach Leistungsziffer. Da lief nix mit Beziehungen.
(Ausnahmen waren übrigens Elternteile mit mindestens 3 Kindern sowie Spätaussiedler, aber nur für bestimmte Einwanderungsjahre. Das mag man nun einschätzen, wie man möchte.)
Selbst meine Kinder haben dadurch auf ihrem Lebensweg Nachteile, wenn auch nicht mehr so gravierend.
Und wie hat man sich das konkret vorzustellen?
Ich beschränke mich darauf: Ich empfinde Deine Antwort als überaus zynisch.
Ob @Cheval blanc das zynisch gemeint hat, weiß nur sie selbst.

Ich weiß nur eines: Wenn man mir bei irgendwas, was ich unbedingt machen wollte (und da ging es nie um Geld oder Titel, das war mir immer schnuppe), Steine in den Weg legte (und die Erfahrung machen auch Menschen, die aus dem Bildungsbürgertum kommen!!!), wurde ich energisch nach dem Motto "Jetzt erst recht!"
 

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