Motivation

  • Ersteller Ersteller sweetchocolate
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  • #221
(was mit Soziologie übrigens noch schwieriger gewesen wäre).

Das war selbst mir dummem Arbeiterkind klar :005:

Leider hat es bei mir zu lange gedauert, um wirklich nachhaltig für die Zukunft zu sein, denn meine unwissenden Eltern arbeiteten gegen jeglichen Wunsch nach Akademisierung (fing schon damit an, dass sie versuchten, mir den Besuch des Gymnasiums trotz Bestnoten zu versagen).

Ich gönne mir somit nach wie vor selbst nicht viel und stecke so viel es geht in die Zukunft der Kinder. Damit meine ich nicht nur Geld sondern durchaus auch Zeit, denn "Jura hat hier Familientradition" oder ähnliches gibt es hier ja nicht und so übernehme ich viel der durchaus notwendigen Recherchearbeit.
Das Internet ist sowieso in dieser Hinsicht ein Segen, endlich ist das "how to" öffentlich zugänglich. Auch wenn man dafür teilweise viele Stunden ordentlich wühlen muss.
 
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  • #222
In der Praxis scheuen möglicherweise viele den mehr oder weniger großen bürokratischen Aufwand oder tun sich schwer damit, eine Art Bittsteller-Status einzunehmen. Da kann ich mir schon vorstellen, dass viele Förderungsberechtigte etwaige Mittel gar nicht zur Nutzung abrufen.

LG von Rheinkultur
Diese zwei Gesichtspunkte werden in der Tat immer wieder vorgebracht. Die Sache mit dem bürokratischen Aufwand kann ich durchaus nachvollziehen, es erfordert eben Anstrengung und Auseinandersetzung. Nicht alle bringen die Energie dafür auf.
Bürokratie entsteht eben aber auch dadurch, dass man es möglichst allen in der Gesellschaft recht machen will, was per se ja auch absolut richtig ist, aber Vereinfachungen schwierig macht.

Dass man nicht gerne Bittsteller ist, kann ich weniger gut verstehen. Wenn der Gesetzgeber eine Leistung für einen vorsieht, z.B. (Schüler)Bafög, sollte man sie auch in Anspruch nehmen.

(Ich selbst bekam als Schülerin und Studentin eine Halbwaisenrente und habe die nicht abgelehnt.)
 
  • #223
Oder man ist alleinerziehende Mutter.
und raucht und hat ein Abo beim Nageldesigner und beim Friseur und hat das neueste iPhone. Nee, Leute, kommt mir bitte nicht mit Sozialromantik-Kitsch. Das Bürgergeld ist großzügig bemessen und es gibt jede Menge anderer Hilfsangebote/Vergünstigungen.
 

  • #224
Muss ja jeder selbst wissen, ob er lieber an Sozialromantik-Kitsch glaubt oder der Springerpresse hinterherhechelt.
So dreht sich halt am Ende ein jeder in seinem eigenen Gefängnis im Kreise.
 
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  • #225
Das Bürgergeld ist großzügig bemessen
Das sehe ich auch so. Die meisten Menschen die kein Bürgergeld benötigen werden das so sehen.
Ich vermute aber stark, dass ich das ganz anders sehen würde, wenn ich darauf angewiesen wäre und sich auf einmal alles darum dreht, wie ich mit den paar Euros durch den Monat komme .
 
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  • #226
Ich glaube, dass die Welt der Klavierspieler vielleicht keine Schnittmenge und auch keinen Kontakt mit der realen Welt der alleruntersten Lohngruppen hat und sich deswegen mangels Erfahrung hier etwas abgehoben äußert. Man sollte jedoch immer Bedenken, was solche abwertenden Äußerungen für Menschen bedeuten, die reale Armutserfahrungen machen oder gemacht haben.

Und wer nicht glaubt, dass es diese Gruppe gibt und was das trotz Sozialleistungen bedeutet, dem empfehle ich eine Hospitanz bei einem Familienzentrum, einer Tafel oder auch in der Kirchengemeinde eines ärmeren Stadtteils, wo man in größeren Städten zahlreiche Menschen trifft, denen nach Miete von ihrem Lohn nicht mehr genug Geld zum Leben bleibt. Tatsächlich gibt es bei weitem nicht genug Sozialwohnungen und oft werden wegen Formalia (z.B. Wohnung größer als vom Amt erlaubt) auch keine Mietübernahme gewährt. Wer versucht, betroffenen Menschen, darunter viele Alleinerziehende, ehrenamtlich beim Finden von Wohnraum und durch Behörden zu helfen, erlebt große Armut besonders bei den betroffenen Kindern und einen teilweise wirklichkeitsfremden Behördendschungel, der keineswegs immer hilft und auch in unserem Sozial- und Wohlfahrtsstaat Mütter mit Kindern in die Obdachlosigkeit rutschen lässt oder diese wieder zurück zu gewalttätigen Partnern zwingt.

Aber das ist jetzt in der Tat sehr offtopic, aber dieses klischeehafte Unterschichtenbashing von Menschen, die vermutlich noch nie ein Sozialamt betreten mussten, finde ich unerträglich.
 
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  • #227
Ich glaube, dass die Welt der Klavierspieler vielleicht keine Schnittmenge und auch keinen Kontakt mit der realen Welt der alleruntersten Lohngruppen hat und sich deswegen mangels Erfahrung hier etwas abgehoben äußert.
Du glaubst, dass Menschen, die Klavier spielen, keine unterschiedlichen sozialen Kontakte haben, keine Einblicke, egal welcher Art, in die Welt derer, die (sehr) wenig haben?
Mein lieber Scholli, das ist aber ganz schön klischeehaftig!

Ich vermute einmal, dass ich nicht die allereinzige Klavierspielerin in Deutschland bin, bei der das anders ist. (Bei mir waren und sind es Kontakte mit Flüchtlingen.)
 
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  • #228
Sobald die Lady 18 wird, kann ich als Mutter sowieso nur noch über Gewährung oder Versagung von Finanzmitteln steuern...
Nein, kannst du nicht. Die Unterhaltspflicht besteht unabhängig vom Interesse der Eltern und liegt laut Gesetz höher, als die meisten Eltern zahlen.
 
  • #229
Doch natürlich kann ich.
Solange der Bedarf des Kindes durch Naturalunterhalt gedeckt ist und die gewünschte Ausbildung wohnortnah möglich ist.

Sollte das nicht der Fall sein, so kann der Nachwuchs auch vom Mindestunterhalt in Geld sicher keine großen Sprünge machen.

Allerdings haben meine Kinder derzeit keine Fluchttendenzen. Die wissen sehr genau, dass alles möglich gemacht wird, was geht, solange es nicht den Rahmen sprengt... (und freuen sich durchaus über inzwischen gewonnenen finanziellen Spielraum, sind dabei aber maßvoll in ihren Wünschen).
 
  • #230
Ab der Pubertät sollte man nett zu seinem Kind sein, wenn man es nicht verlieren will.
Die Kinder gewöhnen sich oft schneller an ihre Selbstständigkeit, als die Eltern wahrhaben wollen.
 
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  • #231
Ab der Pubertät sollte man nett zu seinem Kind sein, wenn man es nicht verlieren will.
Die Kinder gewöhnen sich oft schneller an ihre Selbstständigkeit, als die Eltern wahrhaben wollen.
Noe.
Man sollte vorher auch schon nett sein.
Und danach auch noch.
 
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  • #232
Man sollte vorher auch schon nett sein.
Das schadet sicher nicht 😁. Aber ab der Pupertät muss man lernen, dass man nicht mehr alles durchsetzen kann und muss den Widerspruch ertragen. Kämpft man zuviel, ist das Kind mit 18 weg.
Ich überlege jetzt noch, wo ich damals, gerade 18, gepennt habe. Ich weiß nur noch, dass mich meine Eltern gesucht haben.
 
  • #233
Kämpft man zuviel, ist das Kind mit 18 weg.

Meine Eltern waren immer super nett. Trotzdem war ich mit 15 weg. Ich glaube, da gibt es keine belastbare Korrelation.
Viel schlimmer ist es doch, wenn die Kinder mit 30 immer noch zu Hause wohnen. :angst:
 
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  • #234
Trotzdem war ich mit 15 weg.
Deine Eltern wussten aber sicher wo du bist. Mich hat mein Vater zufällig in der Stadt getroffen und bat mich wieder nach Hause zu kommen. Handy gab es damals nicht.
 
  • #235
Der ehemalige Englischleher Django Asül meint dazu:

"Motivation !!! Drum hob I oft in die Runde gsogt: DES KAPIERT DOCH JEDER DEEEPP ! Da haben mich alle selig angestrahlt, weil sie sich gesagt haben: Aha, Deppen san mer scheinbar ned."
 
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  • #237
Mit 15, Respekt!
 
  • #239
Sitzen geblieben?

🤣🤣🤣
 
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