Wie seid Ihr zum Klavierspielen gekommen?

  • Ersteller des Themas Romantikfreak98
  • Erstellungsdatum

Als ich etwa acht Jahre alt war, kam ich eines Tages nach Hause. Da stand ein großes, braunes Klavier - Fritz Ohm, Braunschweig - im Flur und am nächsten Tag stand auch noch Fräulein Hofmeister im Flur. Das war die Klavierlehrerin.

CW
Genauso unspektakulär war es bei mir. Weihnachten, als ich ca.10/11 Jahre alt war, stand ein Klavier im Wohnzimmer. Kurz danach begann zusammen mit meiner Schwester der Klavierunterricht bei einer Krauseschülerin.
 
Servus
Ich habe Ende letzten Jahres, recht spät mit 19 Jahren mit dem Klavierspielen angefangen.
Die Leiter meiner Musikschule haben mir als Sänger nahegelegt Gitarre oder Klavier zu lernen. Und da mein Bruder schon Gitarre gelernt hat und ich auch keinen Bezug zu dem Instrument habe, wurde es das Klavier. ;)
Meine Eltern gaben das Jawort, immerhin bezahlen sie ja meinen Unterricht (zusätzlich zum Gesangsunterricht) und schenkten mir ein Klavier. :)

Jetzt ein halbes Jahr später bin ich mehr als glücklich mit dieser Entscheidung!
 
Gezwungenermaßen :-D
 
Da steht Klavier. Du spielen Klavier! Hat Spaß gemacht. Spiele nun schon seit 55 Jahren. Spiele überwiegend Orgel. Seit 53 Jahren öffentlich. Klavier begeistert mich nur, wenn ich es stimmen darf. :-D
 
So etwa mit acht (also etwa 1960) hörte ich schon viel Klassik und bei mir kam der Wunsch auf, Klavier zu lernen. Für meine Eltern kam das zunächst nicht in Frage (war ihnen wohl zu teuer). Sie versuchten, mich von Alternativen zu überzeugen. Mein Vater überrumpelte mich mit einem Akkordeon. Er hatte halt ein Faible für Volksmusik, mir war's ein Graus. Meine Mutter (mehr klassikorientiert) überredete mich zur Geige, darauf hab ich mich dann eingelassen und die schließlich bis zum Ende der Schulzeit im Schulorchester gespielt. Mit elf habe ich komponiert, wagemutig für Orchester (natürlich romantisch eklektisches Zeug!). Ein Musikprofessor bekam meine Partitur in die Hand, spielte das Fragment seinen Studenten vor und redete eindringlich auf meine Eltern ein: Der Junge braucht ein Klavier!
Das brachte den Durchbruch! Seitdem bin ich dem Klavier nie mehr untreu geworden.
In einigen Lebensphasen waren aber andere Sachen für mich viel wichtiger, in denen habe ich mich tastenmäßig nicht weiterentwickelt. Sonst wäre ich geläufigkeitsmäßig besser geworden als ich es bin.
Die technischen Grundlagen hab ich in meiner Jugend gelernt. Nach meiner Schulzeit hab ich keinen Klavierunterricht mehr gehabt.

Umfassenderes zu meiner Tastenvita gibts in meinem Vorstellungsfaden "in mehreren Kapiteln":
...
Angeblich soll ich früher gesungen als gesprochen haben ...

Grüße
Manfred
 
Zuletzt bearbeitet:
Meine Klavierbegeisterung wurde gewissermaßen vererbt, sowohl meine Mutter als auch meine Oma waren beide begeisterte Pianisten, die ich oft spielen hörte. Deshalb hatte ich schon früh den Wunsch es auch zu lernen. Mit ca 7,8 Jahren habe ich schließlich angefangen Unterricht zu nehmen.
Allerdings habe ich zuerst 1 Jahr Melodika gelernt, keine Ahnung weshalb:dizzy:
Kennt überhaupt jemand dieses Instrument?:denken:
 
Ich kam zum Klavier wie die Jungfrau zum Kinde :kuscheln:
 
In dem Musikhaus, wo ich meine Lehre gemacht habe, wurde auch Keyboard unterrichtet. Als ein Lehrer wegfiel, wurde ich gefragt. Und was soll ich sagen: ich hab ja gesagt - ich war jung und brauchte das (ziemlich gute) Geld. Da waren dann ca. 6 Schüler, alle mit Kopfhörer.
Ach Du heilige Sch***e! Das erinnert mich an meine allerersten musikalischen Anfänge mitten in den 1970ern! Mein Vater war als Schulleiter in einer kleinen süddeutschen Dorfgrundschule tätig, wo es für den Musikunterricht eine Kofferorgel gab, auf der ich mir autodidaktisch ein paar Grundfertigkeiten aneignen konnte. Da sich im Schulhaus auch die von uns bewohnte Lehrerwohnung befand, konnte man auf die im Schulhaus befindlichen Apparaturen (z.B. ein Tonbandgerät der Marke Telefunken) schon mal nach Unterrichtsende zurückgreifen.

Irgendwann geriet die Musikalität in den Blickwinkel meiner Eltern und ich wurde im katholischen Kinder- und Jugendchor sowie in einer "Heimorgelschule" der nahegelegenen Kreisstadt angemeldet. In letzterer spielte sich genau dieses beschriebene Szenario ab: In einem Unterrichtsraum standen links und rechts von einem Mittelgang jeweils drei von den damals zeittypischen zweimanualigen Heimorgeln mit dreizehntönigem Stummelpedal und Begleitautomatik. Mit einem Mitglied beschäftigte sich die Lehrkraft persönlich und die anderen waren mit aufgesetzten Kopfhörern sich selbst überlassen. Unterrichtet wurden alle nach einer Heimorgelschule in mehreren Heften, die ich bereits nach nicht allzu vielen Wochen komplett durchgearbeitet hatte. Dazu gab es zwei oder drei Bände einfacher Spielliteratur, darunter simpel gesetzte Klassiker. Als ich selbst mal Noten mitbrachte, die ich gerne im Unterricht gespielt hätte, sagte der Lehrer, das könne er selber nicht mehr spielen, geschweige denn unterrichten. Zu schwer, kann ich nicht. Schon bald legte die Schulleitung meinen Eltern nahe, einen anspruchsvollen Einzelunterricht andernorts für den begabten Sohn zu organisieren, den man leider selber nicht im Angebot habe.

Also gab mir der den Kinderchor leitende Bezirkskantor ein wenig musikalisches Rüstzeug mit auf den Weg, ließ mich zur Begleitung des Chores selbst ans Instrument ran und ich bekam privaten Klavierunterricht bei einem extrem jähzornigen alten Kapellmeister, der einst unter Karl Böhm an der Dresdener Staatsoper gearbeitet hatte und sich nach seiner Flucht in den Westen mit Klavierstunden und als Leiter diverser Gesangvereine mehr schlecht als recht über Wasser hielt.

Wer also in solchen Schulen Heimorgel oder Keyboard unterrichtete, dürfte seinerzeit kaum eine klassische Ausbildung oder gar ein Hochschulstudium absolviert haben, möglicherweise Amateure mit Besuch diverser Lehrgänge, um Anfängerunterricht mit bescheidenem Anspruch erteilen zu dürfen plus Spielpraxis als Alleinunterhalter oder Tanzmusiker in Amateurbands. Allerdings dürfte es in diesem Bereich vor vierzig Jahren oder mehr kaum ein richtiges Ausbildungswesen gegeben haben, was man den Lehrkräften ja nun nicht zum Vorwurf machen darf.

LG von Rheinkultur
 

Ein regelrechtes Multifunktionshaus: Ursprünglich war das Dorf selbständige Gemeinde und im Erdgeschoss rechts befanden sich die Räume des Rathauses und der Proberaum des örtlichen Musikvereins. Im Obergeschoss gab es zwei Wohnungen, von denen eine als Zuhause für den Lehrer und seine Familie diente. Über einen eigenen Eingang links gelangte man in eine Grundschule mit zwei Unterrichtsräumen und Lehrer- und Lehrmittelzimmer, in dem u.a. die Kofferorgel der Marke Hohner und das Tonbandgerät der Marke Telefunken aufbewahrt wurden.

Die Kofferorgel hörte sich immer wie ein Akkordeon an und hatte auch eine Plastiktastatur mit vergleichbarem Spielgefühl. Aber besser als gar kein Instrument immerhin.

LG von Rheinkultur
 
Zuletzt bearbeitet:
Das liest sich wie ein Bildungsroman aus dem 19. Jhdt. Klasse!
 
@Rheinkultur Lager doch deine interessanten Beiträge in einen eigenen Faden aus und erzähl mehr davon!
Da wird mir direkt bewusst, dass ich bei meinem Start bei clavio.de direkt im Wei-Tsin-Fu-Faden mitschrieb, in dem es damals (Frühjahr 2012) hoch herging. Irgendwie versäumte ich es, mich vorzustellen - man gehörte schnell einfach dazu und keiner beschwerte sich darüber, dass es keinen Rheinkultur-Vorstellungsfaden gab.

@Stilblüte: Spontaner Gedanke meinerseits wäre die Eröffnung eines Fadens zum Thema "Wie seid Ihr zum Klavierspielen gekommen?" - da könnten meine Schwänke aus dem Leben im "neunzehnten" (Zitat?!) Jahrhundert ebenso Platz finden wie die Erfahrungen derer, die aus Musikerfamilien stammen oder eben auch nicht. Vielleicht könnte man das Fadenthema noch präzisieren, indem man es auf diejenigen Personen ausrichtet, die heute als Berufsmusiker ihren Lebensunterhalt verdienen: "An die Tastenprofis: Wie sahen bei Euch die allerersten Anfänge aus?" - vermutlich waren längst nicht alle Eltern Klavierprofessoren und die ersten Spielversuche erfolgten keineswegs stets an Steinway-Flügeln...!

Ein regelrechtes Multifunktionshaus: Ursprünglich war das Dorf selbständige Gemeinde und im Erdgeschoss rechts befanden sich die Räume des Rathauses und der Proberaum des örtlichen Musikvereins. Im Obergeschoss gab es zwei Wohnungen, von denen eine als Zuhause für den Lehrer und seine Familie diente. Über einen eigenen Eingang links gelangte man in eine Grundschule mit zwei Unterrichtsräumen und Lehrer- und Lehrmittelzimmer, in dem u.a. die Kofferorgel der Marke Hohner und das Tonbandgerät der Marke Telefunken aufbewahrt wurden.
Vergessen hatte ich, dass es im Untergeschoss noch eine kleine Turnhalle mit Umkleideräumen gab - und ein großes Lager für Theaterkulissen, Weihnachtsdekoration und vieles mehr. Und einen permanent unter Wasser stehenden Heizungskeller... . Der Gymnastikraum wurde auch vom örtlichen Turnverein mitbenutzt. Als mein Vater (der in Deutschland, in den Niederlanden und in der Schweiz als Fußballer erfolgreich war und mich lieber als Sportler gesehen hätte) im Dorf einen Fußballverein gründete, wurde die Raumsituation für die Sportvereine bald besser, zumal schnell am anderen Rand des Dorfes ein Fußballplatz errichtet wurde.

Noch weiter möchte ich den sympathischen Begrüßungsfaden nicht mit Moderatorengerede überfrachten. Vielleicht lagern wir wirklich den "Bildungsroman" in einen eigenen Faden aus, mal sehen.

LG von Rheinkultur
 
@Rheinkultur Das mit dem 19.Jhdt war nicht wörtlich gemeint :-) ich musste bei deiner Schilderung nur spontan an Schubert-Biografieen denken, oder eben typische Romane aus der Zeit.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Ich weiß nicht mehr, wie ich zum Klavier kam. Ich habe schon immer gespielt. Erinnern kann ich mich noch dunkel an meine erste Klavierstunde, da war ich 5. Aber davor habe ich mich auch schon dauernd mit dem Klavier beschäftigt - das Zeug nachgeklimpert, das meine Schwester auf der Geige geübt hat oder die Sachen, die meine Mutter gesungen hat. An ein Leben ohne Klavier habe ich keinerlei Erinnerung.
 
Zuletzt bearbeitet:

Zurück
Top Bottom