Was übt/spielt ihr gerade?

ich habe in dieser Woche einen weiteren Band Scarlatti-Sonaten bekommen. Seine Kreativität ist unglaublich. Als Ergänzumg E-Dur-Suite von Händel. Der wird oft sehr vernachlässigt - von mir auch. "Damit J.S.Bach vertreten ist" - nein das hat er nicht nötig, weil die Qualität seiner Musik
so grenzenlos ist. Einen fast völlig vergessenen Orgelchoral habe ich vor einigen Wochen zufällig für mich entdeckt: BWV 721 "Erbarm dich mein, o Herre Gott" kompromisslose Begleitstruktur plus reiche, z. T. überbordende Harmonik - es hat was Magisches. Lässt sich auch am Klavier wunderbar darstellen - das Werk eines 19jährigen.
burton
 
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Ich habe gestern von meinem Klavierdozenten Skriabins op. 16 bekommen. Find ich super, ist nämlich bisher eine Leerstelle bei mir und die Stücke scheinen ein guter Einstieg zu sein.
 
Meine erste Bach Invention (Nr. 8). Es fühlt sich an als hätte ich noch nie beidhändig gespielt :018:
So viel zu "Bach deckt Deine Lücken auf" - so ähnlich meine ich zumindest das mal hier gelesen zu haben.
 
Danke :004:
Ich gebe ja zu, dass ich mich das beim Hören nicht besonders anspricht aber spielen (vor allem, wenn es langsam besser wird) macht echt Spass
 
Sicherlich ein reizvoller Einstieg in Bachs polyphones Denken. Als Klavierlehrer würde ich allerdings in der Reihenfolge vorgehen, wie sie Bach auch in dem (instruktiven) Klavierbuch für Wilhelm Friedemann Bach angelegt hat:
C d e F G a h B A g f E Es D c
D.h. am Anfang stehen erst einmal die eher melodisch konzipierten Inventionen, bevor Bach den kleinen Friedemann mit Akkordbrechungen gefordert hat. Die Invention in C und d sind zudem ein geniales Kompendium, was sich mit einem Thema so anstellen läßt: Umkehrung, Abspaltung, Vergrößerung, Krebs …

Trotzdem viel Spaß mit der F-Dur-Invention. Und denk daran: Die Nähmaschine gibt es erst seit der Mitte des 19. Jahrhunderts. Da war Bach schon 100 Jahre tot.
 
Danke für den Hinweis! Struktur ist leider nicht die Stärke meines KL... Ich hab mir ehrlich gesagt die rausgesucht, die auf den ersten Hörer nicht ganz so furchtbar klang :007:
 

Semyon Barmotin: Prélude Op. 12/16
Cécile Chaminade: Havanaise Op. 57
Albéniz: Rapsodía Espanola, Transkription des Originals für Klavier und Orchester für Klavier solo vom Komponisten
Ein Abschnitt erfordert den Triller mit einer Hand und die Melodieführung mit derselben Hand, rechte und linke Hand im Wechsel. Gab es nicht für diese Technik, die ab und zu auch in anderen Stücken verlangt wird, eine Etude? Fällt mir gerade nicht ein, von wem die ist. Vielleicht kann mir jemand auf die Sprünge helfen.
Catoire: Prélude Op. 17/4
 
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Nach BWV 846 (Fuge) und 847 (Präludium und Fuge) jetzt 793 (Sinfonia / dreistimmige Invention).
Muß dazu aber sagen das ich abseits von Bach fast Musikanalphabet bin. Bis auf den einen oder anderen
"Gassenhauer" (z.B. 1. Satz der Mondscheinsonate) habe ich es noch nicht geschafft mich auf anderes zu
konzentrieren :-) . Habe jetzt aber fest vor mich demnächst mit Scarlatti auseinanderzusetzen.
 
Ich spiele jetzt die Klaviersonate in F-Dur VL 155 (aus dem Jahr 1898) von Čiurlionis. Hab mir vor ein paar Tagen von dessen Urenkel die Noten zukommen lassen. Auch, wenn die Sonate selbst sicher nichts Außergewöhnliches ist, finde ich es spannend und interessant, sie als Bestandteil der intensiven kompositorischen Entwicklung von Čiurlionis zu betrachten :015:

Da die meisten ihn nicht kennen werden – Čiurlionis hat in seinem Werdegang viele Umbrüche abgelegt. Sein gesamtes Frühwerk (ab 1896) ist geprägt von gewöhnlichen romantischen Werken, eher Stilkopien. Interessant ist zu wissen, dass Čiurlionis eine starke Neigung zum Kontrapunkt hatte, seine Kanons und Fugen zeigen Čiurlionis’ exzellentes Formenverständnis, wie im Übrigen auch diese Sonate. Erst nach Abschluss der Kompositionsstudien 1903 begann Čiurlionis interessantere kompositorische Experimente, zum Beispiel kryptografische Variationszyklen. Der Durchbruch gelingt um 1907, wo er bereits jenseits der Tonalität komponiert, damit die Zwölftonleiter vorwegnahm und dann auch die Synthese von Musik und Malerei anstrebte. Er behielt Formen bei, es sind weiterhin viele Fugen und seine Gemälde(zyklen) taufte er unter anderem „Sonaten“ (ehe er 1911 schon wieder starb).
 
Wir haben im vorletzten Konzert mit dem Hochschulchor das Sanctus (1902) von Čiurlionis gesungen. Wunderschöne Musik, kenne sonst noch nichts von ihm, steht aber bei mir auf jeden Fall auf der Liste für weiteres Nachforschen. Möchte auf jeden Fall auch mal eine Klavierkomposition von ihm spielen - wenn ich das jemals zeitlich schaffe (oder die Prioritäten entsprechend setze), denn die Wunschliste ist sehr lang :007:
 
Wir haben im vorletzten Konzert mit dem Hochschulchor das Sanctus (1902) von Čiurlionis gesungen. Wunderschöne Musik, kenne sonst noch nichts von ihm, steht aber bei mir auf jeden Fall auf der Liste für weiteres Nachforschen. Möchte auf jeden Fall auch mal eine Klavierkomposition von ihm spielen - wenn ich das jemals zeitlich schaffe (oder die Prioritäten entsprechend setze), denn die Wunschliste ist sehr lang :007:
Falls du mal Hilfe brauchst, Klaviermusik oder so von ihm zu finden, sag einfach Bescheid. Ich hab praktisch alles an Noten von ihm – im Gegensatz zum Internet. Wirklich, ich hab lange vergeblich viele seiner Kompositionen gesucht, bis ich dann letzten Sommer seine Museen besucht und mir da die entsprechenden Kontakte verschafft hab :004:

Heisst das, er starb 1911 zum zweitenmal ?
Das ist selbst in Komponistenkreisen sehr ungewöhnlich.
burton
Genau, er starb zum zweiten Mal. :004: Na ja, irgendwie hat er als gleichgewichtiger Komponist und Maler auch zwei Leben gelebt.
 
Haydn, Sonate Nr. 9 in F-Dur, Hob. XVI:9



Ich wollte eine Haydn-Sonate. Wie mein KL auf die Idee kommt, dass ich diese spielen könnte? Keine Ahnung. Aber ich arbeite dran und habe meinen Spaß dabei. Das Tempo der verlinkten Aufnahme werde ich wohl nicht erreichen, aber damit kann ich leben.
 
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