Melodie gezielt komponieren


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Nils
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Hi,

ich produziere schon seit langer Zeit eigene Trance-Stücke und habe mittlerweile 33 erfolgreich produziert. Es klingt erstmal total zusammenhangslos, denn was hat Klavier schon mit Trance zu tun ? Eigentlich ganz einfach: Die Musiktheorie gilt überall. Gerade da die meisten virtuellen Tonstudios einen Schwerpunkt auf dem Synthesizer legen, lässt sich viel Wissen vom Klavier problemlos übertragen (habe ich auch gerade bei den Tonarten unendlich oft gemacht). Aber ich habe ein Problem, falls man es überhaupt so nennen kann. Ich setz mir grundsätzlich ein Ziel was ich in dem neusten Stück erfüllen will. Doch erfülle ich dieses Ziel nie. Es kommt immer wieder was anderes raus, bis auf einen Ausnahmefall bisher. Das ist aber an sich auch nicht nur negativ, es entstehen meistens andere sehr schöne Sachen. Ich habe gar nicht so den Einfluss darauf, außer ich weiß die exakten Regeln welche für mein aktuelles Ziel gelten. Und genau darum geht es: Ich will nun mal nicht Trance sondern ein Drum'n'Bass einschieben. Das klingt jetzt noch primitiver, aber: Drum'n'Bass ist vielleicht nicht ganz der richtige Ausdruck, denn es soll auch eine Melodie haben, welche von dem 170er Takt richtig Schwung und von den Bässen eine Fülle kriegen soll (bei Trance hätte ich diese Fülle mit Pads etc. geschaffen). Die Fülle mit den Bässen geht eigentlich ganz einfach indem man einen kräftigeren Bass nimmt (tief und breit, nicht zu dröhnend), dieser muss eigentlich nur ein paar zur Tonart passende, längere Töne spielen und fertig. Rythmisch ist es sehr schnell. Es soll quasi ein Kontrast zur Melodie sein. Alles mit etwas Zeitaufwand garantiert zu schaffen. Doch das Problem ist einfach die Melodie. Sie soll schön hell sein, als würde sie über dem ganzen Rest liegen. Es ist also in Planung, dass sie auch durchaus als Ausgleich zum Bass etwas höher sein soll. Wäre die Melodie zu tief wäre es mir zu primitiv vom Klang her, zu plump einfach. Es ist zwar schwierig mir da zu helfen, denke ich, aber habt Ihr irgendwelche Ideen wie man das in ein Raster bekommt ? Also dass sie hell ist (mit einem leicht ausklingenden Instrument gespielt, damit sie noch weiter über dem Rest liegt/schwebt), Dur, angenehm - längere Töne welche in irgendeiner Weise eher schnell umspielt werden sollten, so dass immer ganz kleine Pausen drinnen sind - aber die Melodie immer eine schöne Fülle hat und nicht belastend wird für das Gehör. Gibt es zum Beispiel Tonarten die sich hierfür besonders gut eignen würden ?
Ich habe gerade schon sehr viel genannt was mir die Arbeit eigentlich erleichtern sollte, weil vieles durch die Trance-Erfahrung schon klar ist. Doch fehlt mir einfach noch ein kleiner Schritt damit ich einfach mal die Melodie mache wie ich sie wirklich will.
Um es nochmal zu verdeutlichen: Man muss dazu wirklich keine Ahnung von Trance oder in diesem Fall einer starken Abwandlung von Drum'n'Bass haben, sondern woanders. [Von Drum'n'Bass habe ich auch keine sonderlich große Ahnung....] Also scheut Euch nicht, der einzige Unterschied ist einfach die Umsetzung der Musik. Ich könnte schließlich auch Klavierstücke komponieren - sie sind nur anders konzipiert und umgesetzt. Jeder Klavierspieler könnte umgekehrt auch schöne Trancemelodien entwerfen, hätte wahrscheinlich dann Probleme den Klang in Fülle zu bringen, so wie ich wiederum Probleme hätte die linke Hand bei einem Klavierstück gut zu machen (=Klangfülle zu schaffen).

Gruß,
Nils
 
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Martin Major
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die antwort lautet: komponieren.

sofern ich deine frage überhaupt richtig verstanden habe. :confused:
 
Heglandio
Heglandio
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Die meisten hochwertigen Trance und Drum'n'Base Geschichten haben einfache Harmonien. Hab mir mal ein Stück angeschaut und dir eine Vorlage rausgehört. Das sind Harmonien, die sich schon hundert mal in der Musik wiederholt haben.

Verse = F#m7(9) durchgängig, fetter Akkord mit dem b3/9-Clash. Gesetzt hat er sogar nur drei Noten: Fis (1), As(9) und A(b3)!
Chorus = Bm7(9) - C#m7 - F#m7(9) | Bm7(9) - C#m7 - F#m7(9) | etc.

Beim Chorus zusätzlich noch ne kantige Frauenstimme mit irgendnem gequitche dazu. ;-) Dann hast du schnell deinen Trance oder Drum'n'Base.

Natürlich noch ne anständige Baseline und der ganze Rest dazu. Meinst du sowas:
[upload gerade] sorry.
 
Fips7
Fips7
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Verse = F#m7(9) durchgängig, fetter Akkord mit dem b3/9-Clash. Gesetzt hat er sogar nur drei Noten: Fis (1), Ais(9) und A(b3)!

Nur, um meine Verwirrung zu beseitigen: Müsste bei einem F#m7(9)-Akkord nicht gelten: 9 = Gis?


@Nils
Wenn du in deinen Beitrag Absätze einfügen würdest, würde sich das Ganze, glaube ich, leichter lesen lassen...

Grüße von
Fips
 
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Heglandio
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Link: http://www.megaupload.com/?d=M8L5G126
Müsst da ein wenig warten. Geht halt umsonst nicht einfacher. ;-)

Ais oder Gis. Enharmonik. :-) Beides bedeutet im Endeffekt das Gleiche. Wo liegt das Problem?
Ja, eigentlich Gis. Wenn man streng katholisch klassisch denkt. Sind drei Kreuze in der Partitur und somit hat man eigentlich: Fis – Cis – Gis. Ich betone immer wieder: Ich bin Laie und kein Musiker. Korrigiert mich, wenn ich falsch liege. Unwissen wird auf eigene Gefahr angeeignet. :-)

Jetzt mal ehrlich? Sowas ist doch machbar? Hör dir das Zeugs an! Harmonisch dreht sich alles in einer Tonart und benutzt einfache Baselines und Effekte.

Ich finde zuviele Durakkorde in den ganzen Trance Sachen einfach nur fürchterlich! Gute Trancelieder benutzen für meinen Geschmack eher Mollklänge mit 9-ern und 11-ern in den Tensions. Die sind stimmungsvoll und färben tendenziell besser, wie blosse Durdreiklänge hoch und runter gespielt. Mir gefällt der hier ziemlich gut: http://www.myspace.com/stelar1 (Parov Stelar)
Ziemlich Jazzy angehaucht mit nem feinen Sound. Viele Brassakzente. und und und ...
 
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Nils
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Es stimmt, dass sich alles in einer Tonart dreht etc. Aber das mit den Harmonien kann ich nicht in dieser Form bestätigen. Man hat zwar immer mit Harmonien zu tun, aber so stupide wie bei dem von Dir hochgeladenen Stück ist es meistens nicht. Je dominanter die Melodie desto schwieriger wird es, da dann die Melodie prägnant und "symphatisch" sein muss. Ich meine mit symphatisch, dass die Folge der Töne unserem Gehör entspricht, prägnant heißt wiederum, dass sie nicht zu komplex ist.
Jedenfalls weiß ich was Du mir sagen willst, doch bringt es mich einfach nicht weiter. Denn ich habe eben ein riesiges Problem den Effekt zu erzielen, wie ich ihn oben beschrieben habe. Denn da sind es zwar auch zerlegte Harmonien, aber das ist nicht alles, denn Harmonieverstümmelung mach ich oft genug und dann wäre alles kein Problem.
 
Heglandio
Heglandio
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Es stimmt, dass sich alles in einer Tonart dreht etc. Aber das mit den Harmonien kann ich nicht in dieser Form bestätigen. Man hat zwar immer mit Harmonien zu tun, aber so stupide wie bei dem von Dir hochgeladenen Stück ist es meistens nicht. Je dominanter die Melodie desto schwieriger wird es, da dann die Melodie prägnant und "symphatisch" sein muss. Ich meine mit symphatisch, dass die Folge der Töne unserem Gehör entspricht, prägnant heißt wiederum, dass sie nicht zu komplex ist.
Jedenfalls weiß ich was Du mir sagen willst, doch bringt es mich einfach nicht weiter. Denn ich habe eben ein riesiges Problem den Effekt zu erzielen, wie ich ihn oben beschrieben habe. Denn da sind es zwar auch zerlegte Harmonien, aber das ist nicht alles, denn Harmonieverstümmelung mach ich oft genug und dann wäre alles kein Problem.
Ja, was ich dir sagen will: Such nicht nach einem bestimmten Sound. Ich glaube nicht, dass du den irgendwann finden wirst. Electro ist auch viel Klangsynthese und Experimentation. Du kannst nach meiner Meinung schon viel rausholen, in dem du mit Effekten arbeitest. Die kennst du ja bestimmt bereits? Ich mein, wir reden hier auch grösstenteils über Klangsynthese? Und sorry: Aber dein beschriebener Sound ist für mich sehr schwierig ein zu ordnen. Gehts bei dir Richtung Trash? Oder hast du bestimmte Qualitätsansprüche? Hast du etwas was du hochladen könntest? Dann könnten wir konkret darüber diskutieren. ;-)
 

Guendola
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Du verwechselst offenbar Stilmittel und Aussage. Stilmittel benutzt man, um eine Aussage zu treffen aber das hat nichts mit Zen-Buddhismus à la "der Weg ist das Ziel" zu tun.

So, wie es nach deiner Schilderung aussieht, hast du im Moment schlechte Chancen, überhaupt ein zufriedenstellendes Ergebnis zu bekommen: Zum einen sagst du selbst, daß praktisch kein Trance-Stück so geworden ist, wie du es geplant hast und zum anderen bewegst du dich mit D&B auch noch in Gefilden, von denen du laut eigener Aussage nicht viel weißt.

Beschäftige dich erstmal eine Weile mit D&B und lerne, mit den Stilmitteln umzugehen. Dann solltest du dort wenigstens so zielsicher schreiben können, wie die 33 Trance Stücke.

Bezüglich deiner Ziele: Wie definierst du die? Zunächst hatte ich den Eindruck, dir gehe es um Stimmungen etc., jetzt bin ich nicht mehr sicher. Fest steht aber, daß du kein D&B schreiben kannst, wenn du dich nicht damit auskennst, das ist das Hauptproblem, bei dem ich dir auch nicht helfen kann, ich hasse D&B (sorry).
 
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Martin Major
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wie wärs, einfach einen arpeggiator mit den akkorden zu füllen, und den arp auf random zu stellen? :D
 
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Nils
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Es geht um die Stimmungen. Drum and Bass ist von der Umsetzung her nicht mein Problem, ich kriege das Schlagzeug hin. Habe halt nur noch nie eins fertiggestellt, also im Vergleich zu Trance zusammengefasst einfach viel weniger gemacht (habe hier nur angefangene DnB-Stücke welche mir schlichtweg nicht gefallen). Und was den Klang betrifft: http://www.youtube.com/watch?v=2vXIl_i-GeY&fmt=18 Es ist viel Effektkrams, mehr eigentlich nicht. Die Sache ist nur, dass ich wie immer an der Melodie scheiter, meine Melodien sind meistens eher warm und mit einer gewissen Zurückhaltun. Meiner Musik fehlt eben genau die Gefühlslage welche das oben genannte Stück hat. Gerade das Beispiel ist sehr einfach, es ist viel primitiver eigentlich als meine bisherige Musik. Ich mach mir immer Gedanken über perfekte Pads, Klangeffekte usw. und bei dem Stück bei YouTube ist das in der Art - wie ich es meistens mache - nur minimal vorhanden. Er verändert hauptsächlich das Schlagzeug und die Lead mit Cutoffartigen Effekten, vielleicht noch ein paar kleinere Flanger-Effekte.
Ich brauch eben eine solche Melodie. Mir gefällt meine Musik bisher zwar, aber mein langes Ziel, mal was helles und nicht so warmes zu machen, erreiche ich einfach nicht. Der Rest, also Takt, Pads, Effekte etc. basieren alle auf der Melodie. (Pads etc. darf ich hier aber nicht wirklich benutzen.) Meine Musik basiert auch viel auf der Melodie und Abwandlungen/Erweiterungen (=Variatonen). Mit Taktveränderungen im großen Stil, wie es andere manchmal machen, habe ich nur nebenher zu tun (=Takt eher im Hintergrund). Aber immer wenn ich genau so etwas doch mal gemacht habe (selbst wenn nur wenig) hat dann das Stück eine gewisse Eigenart bekommen, welche die Qualität definitiv aufgewertet hat. Was ich damit sagen will: Häufig habe ich mehrere Melodien, welche dann über teilweise recht umständliche Überleitungen alle mal dran kommen im Stück (ideal sind welche mit harmonisch identischer Basis, die kann man dann sogar parallel laufen lassen :)). Aber genau das gefällt mir nicht so. Es darf einfach nicht nur so gehen, mir gefällt auch einfach mal was simples, wie das oben genannte Stück (was aber meiner Meinung nach nicht so primitiv wie ein Hardstyle-Stück ist). Meine Stücke sind zwar keine Ambient-Stücke, aber um sie wirklich mehrfach hintereinander weg zu hören sind die Melodien nicht dominant genug, die Pads verschwimmen dann mit der Melodie und geben einen schönen Gesamtklang. Aber genau diesen will ich nicht nur.
Ich hoffe ich habe nun das genaue Problem mal etwas verdeutlicht.
 
Guendola
Guendola
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Wen du was weniger warmes und helles schreiben willst, mußt du dir eine entsprechende Stimmung vorstellen, besser noch eine Situation. Als Komponist machst du ja genau das Gegenteil vom Zuhörer, du definierst etwas und wandelst es in Musik um. Der Zuhörer hat im Idealfall beim Hören das gleiche Stimmungsbild, wie du beim Schreiben. Um eine Stimmung darstellen zu können, sollte man sie möglichst schon kennen, und das macht es etwas schwerer, nicht jeder hat jede Stimmung so intensiv durchlebt, daß er sie zu Musik machen könnte. Und genau, wie es bei Schauspielern Chamäleons und Charakterdarsteller gibt, haben auch einige Komponisten ihre Schwerpunkte und andere spielen auf der gesamten Skala.
 
 

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