Mal kann ich's mal nicht

  • Ersteller des Themas reymund
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Es muss ins Rückgrat UND ins Hirn. Genauer gesagt: In die Finger, den Kopf und ins Herz. Der Kopf hat übrigens auch noch Augen und Ohren ums Hirn herum :-)
Ja ;-)

Die Augen gehören auf die Klaviatur, die Ohren gespitzt, und die Konzentration sollte möglichst bei der Sache sein (gut, ich bin auch nicht immer mit Höchstkonzentration unterwegs, habe aber immer wieder mal Phasen mit hoher Konzentration)

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Gut finde ich auch die Sache mit dem
Dass man das mitbekommt, was einem der Körper (rück)meldet, und dass man das mitbekommt, was der Körper tut (zum Beispiel, Verspannungen, verkrampftes Üben, oder gar Schmerzen. Solche Dinge sollte man versuchen zu eliminieren, und im Fall von Schmerzen sollte man ein paar Gänge zurückschalten, und nach der Ursache dafür suchen. Wenn man stur und mit dem Kopf durch die Wand weitermacht, kann das recht unangenehme Konsequenzen nach sich ziehen)
 
Bei mir nicht. (Außer bei großen Sprüngen.)
Ich muß mir beim Üben vor allem den Notentext einprägen.
Du hast natürlich Recht! Wenn man nicht auswendig spielt, kann und darf man jederzeit in die Noten gucken, und natürlich auch zwischen Klaviatur und Noten wechseln.

Hab' ich vergessen (ich übe praktisch immer Stücke, die ich schon auswendig kann).
 
Wieso? Das ist doch genau der Punkt, da hat er doch wirklich Recht, der @hasenbein! Wenn es mal geht, mal nicht, funktioniert was nicht richtig. Das ist beim Auto so, beim Staubsauger so, und beim Klavierspielen erst recht!

Es ging mir nicht um den Inhalt, sondern um die Form. Die Inhalte sind richtig aber die Form tendenziell abwertent. Ich übe auch selten hasenbeinrichtig. Klar würde ich schneller vorwärts kommen, wenn ich es täte. Aber wenn ich es mal mache, hat es häufig zur Folge, dass ich ein zwei Wochen gar nicht mehr übe... Weil es eine Überlastung für mich ist. So what. Egal. Ich übe mir MICH richtig und komme langsam aber stätig vorwärts. Und wenn ich mal gefrustet bin, habe ich zum Glück, inzwischen, Leute ausserhalb des Forums, an die ich mich wenden kann. Solange ich mich nicht mehr von meinem eher langsamen Lerntempo frusten lasse, ist alles gut.

Aber wo sollen Anfänger ihren Frust los werden wenn nicht hier? Wir sind im Anfängerforum! Die Info wie man es besser machen kann, wenn man die Resourcen hat ist prima. Aber die Häme für die die Resourcen nicht haben, finde ich mies.
 
Es ging mir nicht um den Inhalt, sondern um die Form. Die Inhalte sind richtig aber die Form tendenziell abwertent. Ich übe auch selten hasenbeinrichtig. Klar würde ich schneller vorwärts kommen, wenn ich es täte. Aber wenn ich es mal mache, hat es häufig zur Folge, dass ich ein zwei Wochen gar nicht mehr übe... Weil es eine Überlastung für mich ist. So what. Egal. Ich übe mir MICH richtig und komme langsam aber stätig vorwärts. Und wenn ich mal gefrustet bin, habe ich zum Glück, inzwischen, Leute ausserhalb des Forums, an die ich mich wenden kann. Solange ich mich nicht mehr von meinem eher langsamen Lerntempo frusten lasse, ist alles gut.

Aber wo sollen Anfänger ihren Frust los werden wenn nicht hier? Wir sind im Anfängerforum! Die Info wie man es besser machen kann, wenn man die Resourcen hat ist prima. Aber die Häme für die die Resourcen nicht haben, finde ich mies.
Bitte nicht aufregen. Ich kann es mehr als verstehen, wenn man bei einem Hobby nicht an seine Grenzen gehen, oder gar diese überschreiten möchte....!!

Solange die Balance zwischen dem, was mir Spaß macht, wie schnell ich vorankommen will, und dem was der Lehrer "erwartet", stimmt, ist alles in Butter.

Ich bin heilfroh, dass in meiner Jugend, und bei meinem 5 jährigen Klavierunterricht, die Dinge so gelaufen sind, dass ich gut damit zurecht kam. Meine wichtigste KL hat z.B. keinen überbordenden Wert auf Werktreue/Artikulation/Feinarbeit gelegt, damit hätte sie mich vergrämt, und ich hätte alles geschmissen.
Die Didakten, die solche Feinheiten erkennen, und danach handeln, mögen hochleben...!
Des weiteren war ich sehr übefaul (2 x eine halbe Stunde die Woche?). Das reichte, um voran zu kommen, und dass ich wenigstens den nötigsten Grundstock für mein späteres autodidaktisches Vorgehen hatte.
Auch das war nicht schlimm. Hätte mich aber jemand zu viel mehr Üben "gezwungen", wär's auch schnell aus gewesen...
 
Ich rege mich nicht auf. Ein Mensch den ich schätze, hat sich so geäußert, dass ich davon ausgehe, dass er nicht verstanden hat, worum es mir mit meiner Bemerkung ging. Daher habe ich versucht, es nochmal näher zu erläutern.
 
@beo : Ok.
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Für einen guten Lehrer geht es auch immer darum, zu erkennen, was man einem Schüler zumuten, und was man von einem Schüler verlangen kann in seiner Situation. Man sollte diese Grenze finden, und sich an dieser bewegen...

Und vielleicht gibt es auch Fälle, wo man einen Schüler zu gewissen Dingen regelrecht zwingen soll, weil man weiss: dieser Schüler wird später dann insgesamt wirklich glücklicher und zufriedener sein.

Aber da wird's meiner Meinung nach schon sehr schwierig, sowas richtig einzuschätzen.

Nicht der Lehrer ist "König", sondern der Schüler. Der in diesem Fall Kunde ist...

(für den professionellen Bereich mögen z.T. andere Maßstäbe gelten)
 
"Musikalisches Bewußtsein", "Fingergedächtnis", ...
Kann mal jemand ein genaues technisches Schema zeigen, wo das alles im Gehirn, im Rückgrat liegt? stilblüte brachte noch das "Herz" ins Spiel.
 
Nicht der Lehrer ist "König", sondern der Schüler. Der in diesem Fall Kunde ist...

(für den professionellen Bereich mögen z.T. andere Maßstäbe gelten)

Die "Klavierlehrer-als-Dienstleister"-Diskussion hatten wir neulich schon mal. Etwa ab diesem Beitrag:
https://www.clavio.de/threads/klavierlehrer-wechseln-nach-nur-7-stunden.24316/page-8#post-592073

Wenn ich mit der Einstellung "Ich bin hier der König und zeige meinem Dienstleister, der sich als 'Lehrer' aufspielt, was er mir gefälligst beizubringen hat" auf Lehrersuche gehe, lande ich letztlich bei dem "Lehrer", den ich dann auch verdiene: Einen, der sich dafür bezahlen läßt, daß er mit mir Zeit am Klavier vertrödelt. Das ist allerdings hinausgeschmissenes Geld - insofern ziehst Du die richtige Konsequenz und verzichtest gleich auf einen Lehrer.
 
@Pedall : so meinte ich es nicht, sondern: ein Lehrer muss mit der gebotenen Rücksicht und dem erforderlichen Einfühlungsvermögen mit dem Schüler arbeiten.

(und nicht etwa auf Biegen und Brechen sich selbst und seine Ansichten über den Schüler verwirklichen. Falls es da keinen möglichen Kompromiss gibt, ist der Schüler vielleicht woanders besser aufgehoben)
______

Ergänzung: aber wir reden hier immer über Schräglagen Lehrer-Schüler. Im Regelfall sollte das eine gegenseitig befruchtende Beziehung sein ("Befruchtung" im geistigen Sinne gemeint).
 

@Pedall : so meinte ich es nicht, sondern: ein Lehrer muss mit der gebotenen Rücksicht und dem erforderlichen Einfühlungsvermögen mit dem Schüler arbeiten.

(und nicht etwa auf Biegen und Brechen sich selbst und seine Ansichten über den Schüler verwirklichen. Falls es da keinen möglichen Kompromiss gibt, ist der Schüler vielleicht woanders besser aufgehoben)
______

Ergänzung: aber wir reden hier immer über Schräglagen Lehrer-Schüler. Im Regelfall sollte das eine gegenseitig befruchtende Beziehung sein ("Befruchtung" im geistigen Sinne gemeint).

Was ich meinte, ist die Einstellung, der "Kunde Schüler" sei "König". Die habe ich zitiert, darauf bezog sich mein Kommentar.

Wer mit dieser Einstellung einen Lehrer sucht, hat die Schräglage schon fest einprogrammiert.

Hast Du die verlinkte Diskussion gelesen?

Vielleicht bist du auf die Feststellung gestoßen, daß
... der Unterricht nun mal von Lehrer und Schüler gemeinsam gestaltet wird, natürlich unter Führung des Lehrers.
 
Kooperative Führungskultur nennt sich so etwas in Hierarchien. Allerdings handelt es sich hier um ein Verhältnis zwischen Kunde und Dienstleister. Da gelten andere Regeln.
 
Wenn man nicht auswendig spielt, kann und darf man jederzeit in die Noten gucken, und natürlich auch zwischen Klaviatur und Noten wechseln.
Mein spielbares Repertoire ist deutlich größer geworden, seit ich nicht mehr alles erstmal auswendig lerne, sondern konsequent mit Noten übe. Auch das Erschließen von neuem Text geht so viel schneller.

Hab' ich vergessen (ich übe praktisch immer Stücke, die ich schon auswendig kann).
Stücke, die ich bereits so viel geübt habe, sind in der Regel mit meinem begrenzten Möglichkeiten nicht mehr nennenswert zu verbessern, so daß sich das Üben daran weitgehend erübrigt.

Das dürfte dann die anderswo erwähnte von 80-auf-100-Prozent-Geschichte sein, wo ich als Amateur mit einem halben Jahr Fummeln an diversen Stellen sicher noch den einen oder anderen Schliff machen könnte, aber ich nutze im Rahmen eines Hobbies die begrenzte Zeit aber lieber dafür, noch mehr neues Material kennenzulernen. Interessanterweise verbessert das nämlich auch meine älteren Stücke, ohne daß ich explizit daran übe.
 
Rein formal ist natürlich das Verhältnis zwischen KL und seinem Schüler das zwischen "Dienstleister" und "Kunde", das ist richtig.

Nur schießt sich der "Kunde" in diesem Falle selber ins Bein, wenn er das zu einer "Haltung" macht.

Lest z.B. Eugen Herrigels "Zen in der Kunst des Bogenschießens" - da sieht man, wie eine echte Lehrer-Schüler-Beziehung aussieht, die den Schüler wirklich weiterbringt. Dieses heutige "Entitlement" von Schülern, diese Besserwisserei (obwohl man ja nichts weiß) und diese Anspruchshaltung ("mach, dass es unheimlich viel Spaß macht, aber bitte möglichst ohne Anstrengung") ist sehr schädlich.
 
Dieses heutige "Entitlement" von Schülern, diese Besserwisserei (obwohl man ja nichts weiß) und diese Anspruchshaltung ("mach, dass es unheimlich viel Spaß macht, aber bitte möglichst ohne Anstrengung") ist sehr schädlich.
Das ist natürlich auch eine Frage des Alters des "Schülers", wie er sich verhält. Ein guter Lehrer hat eine natürliche Autorität und verhält sich wie ein "Pferdeflüsterer" oder "Hundeführer", je nach Schüler. :party:
Wichtig ist, ob das Gespann auf Dauer fahren kann. Dazu muss die Chemie stimmen, und man muss miteinander - auch über sich selbst - lachen können.
 
So nachdem ich jetzt täglich 3-4 Std. geübt habe, Takt für Takt Violinschlüssel und Bassschlüssel zusammen , jetzt kann ich das Stück bis auf einige Stelle fast auswendig spielen. Hase hatte vielleicht recht ich war nur zu faul mal länger Zeit am Stück zu üben.
 
Und, wie fühlt sich das jetzt an? Ziemlich geil, oder?
 
Natürlich habe ich Recht.

Nicht weil ich mir einbilde, immer Recht zu haben oder so, sondern weil ich nun wirklich lange genug unterrichte (und selber übe...) um genau zu wissen, wie Klavierschüler so ticken.
 

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