Klavierspielfrust


C
coucou
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Wer braucht denn einen Klavierlehrer der einen motiviert?
Ich.
Ich spiele eindeutig mehr und besser mit einem Klavierlehrer. Alleine das ich Vorschläge für Stücke bekomme, auf die ich sonst nie gekommen wäre, sie zu spielen. Ohne Klavierlehrer spielte ich zwar auch viel, aber eben nur auf Mittelmäßigen Niveau und vorallem mir weniger Fortschritt.
Das Klavierunterricht auch anders aussehen kann haben ja einige geschrieben, die die gleiche Erfahrung gemacht haben. Deshalb frage ich ja obs auch anders geht. Es ist meine erste richtige Klavierlehrerin in dem Stil, seit 35 Jahren.
Ist auch nicht meine Art, gleich aufzugeben. Kann ja auch nicht sein, dass ich davor sehr motiviert war und jetzt plötzlich weniger. Und weniger motiviert heisst ja nicht, dass gar keine Lust mehr habe.
Es liegt vielleicht auch daran, dass unsere Musikschule schon seit Ende Oktober zu ist, bzw seit märz nur mal kurz auf war.
 
C
coucou
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...und was machst du, wenn dir irgendwer sowas sagt, es dann aber nicht eintritt?
Dann hätte ich es wenigstens versucht. Wer nix versucht schafft auch nix. Niederlagen gehören auch zum Leben dazu. Wäre ja kein Grund irgendetwas nicht erarbeiten zu wollen nur weil man vom Scheitern ausgeht. Hinfallen, aufstehen, weitermachen. Und wie gesagt, theoretisch weiss ich natürlich dass der Zug in dem Alter abgefahren ist.
 
Demian
Demian
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@hasenbein
Ich bin erstaunt: @coucou äußert hier so viele Dinge, die du eigentlich schätzt (musikbezogener Ehrgeiz, Ziele, Arbeitswille, Leidenschaft), bekommt aber von dir die geballte Ladung an Häme... Warum?
 
Hekse
Hekse
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Ach @hasenbein, du weißt doch gar nicht, was sie antreibt...
Auch wenn du immer ein wenig neidisch auf das weibliche Luxusleben bist, die meisten meiner Schulkameradinnen, die diese Art des Lebens gewählt haben, oder dort hinein gerutscht sind, wirken nicht gerade glücklich und erfüllt- also kein Grund für tiefen Neid.
Ich entwickel auch einen gewissen (typisch weiblichen???) Klavierehrgeiz, aber genau wie bei vielen anderen nur als Ersatzbefriedigung. Ist halt schwierig, sich im Job auszutoben, wenn man IMMER aufspringt, sobald der Kindergarten/ Schule quietscht. Da gehen dann halt nur Tätigkeiten, die jederzeit unterbrechbar sind, keinerlei Reise erfordern und idealerweise keinem allzu großen Termindruck unterworfen sind. Die perfekte Zusammenfassung für: Super langweilig!
Alternativ: Toller Job, viel extrinsische Anerkennung und Kinder zuverlässig 10 Stunden am Tag fremdbetreut. Für die allermeisten Frauen auch keine Option.
Ob ich mit Ende Vierzig, wenn meine Schratzen dann weitestgehend ohne mich klar kommen noch Mal Bock habe, mich dem Konzern Karriereristentum zu unterwerfen? Oder doch lieber 35 Stunden arbeite und 3 Stunden klavierspiele??? Wer weiß...
Ohne Kinder würde ich mit Sicherheit kein klavierspielen, weil irgendwo in der Welt dringend irgendein Projekt gerettet werden möchte, aber ob das jetzt der befriedigerendere Lebensweg ist, muss jeder für sich selbst entscheiden.

LG,
Hekse
 
godowsky
godowsky
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@godowsky wie war das bei dir? Du schriebst ja,,dass man so nicht weit kommt...
Als vor ein paar Jahren mein Unterricht immer gleichförmiger und leider auch langweiliger wurde und sich auf monotone Korrekturhinweise beschränkte habe ich den Unterricht bei meiner KL beendet und mir einen anderen KL gesucht.
Mit dem habe ich mein Anliegen einer gezielteren und planmäßigeren Förderung besprochen .
Der neue Unterricht begann mit einem längeren Vorspiel aller möglichen Stücke aus meinem Repertoire und das wurde auf einem Tablet dokumentiert, also gefilmt.
Dann schaute sich der KL das bis zur nächsten Stunde an und erstellte eine lange ( :lol: ) Liste von Baustellen.
Soweit möglich erklärte er seine Ansicht anhand der gefilmten Vorspiele und zeigte Fehler, Mängel und Ungenauigkeiten, aber auch positive Aspekte auf. Dann machte er Vorschläge, wie man an den diversen Problemen Verbesserungen erzielen könnte. Das war z.B. gezielte Arbeit an der Genauigkeit, Rhythmusübungen, Auswendigspiel, Transpositionen, Üben der manualen Unabhängigkeit, Spannungskontrolle , Vertiefen der Basics, Schulung eines gleichmäßigen Spieles , stummes Spielen, Arbeiten an Tonfärbungen und Dynamik, Pedalkontrolle (eine Wissenschaft für sich!) u.v.m.
Hierzu wurden mir technische Übungen von Brahms, Cortot,Liszt und Etüden von den Klassikern wie Czerny, Pischna, Moszkowski, Pozzoli u.a. angeboten und die technischen Anforderungen intensiv zusammen erarbeitet.
Das war teilweise richtig anstrengend und weit außerhalb der eigenen Komfortzone.
Zu den bearbeiteten Themen bekam ich als Hausaufgabe auch immer die Entwicklung von eigenen kleinen Übungen, Sätzchenspiel.
Sodann suchte er gezielt Originalwerke aus der Klavierliteratur die entsprechendes Material enthielten und ich versuchte, das so gut wie möglich musikalisch umzusetzen.Oft sind wir hier übrigens auch bei JSB gelandet.
Nützlich war auch das gemeinsame von ihm kommentierte Betrachten von Tabletaufnahmen meiner Stücke.
Sehr wichtig für mich war eine vernünftige Auswahl der Schwierigkeitsstufen und eine positive Verstärkung .
Auf diese Art und Weise habe ich wieder eine Weiterentwicklung erreicht.
 
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coucou
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Ach @hasenbein, du weißt doch gar nicht, was sie antreibt...
Auch wenn du immer ein wenig neidisch auf das weibliche Luxusleben bist, die meisten meiner Schulkameradinnen, die diese Art des Lebens gewählt haben, oder dort hinein gerutscht sind, wirken nicht gerade glücklich und erfüllt- also kein Grund für tiefen Neid.
Ich entwickel auch einen gewissen (typisch weiblichen???) Klavierehrgeiz, aber genau wie bei vielen anderen nur als Ersatzbefriedigung. Ist halt schwierig, sich im Job auszutoben, wenn man IMMER aufspringt, sobald der Kindergarten/ Schule quietscht. Da gehen dann halt nur Tätigkeiten, die jederzeit unterbrechbar sind, keinerlei Reise erfordern und idealerweise keinem allzu großen Termindruck unterworfen sind. Die perfekte Zusammenfassung für: Super langweilig!
Alternativ: Toller Job, viel extrinsische Anerkennung und Kinder zuverlässig 10 Stunden am Tag fremdbetreut. Für die allermeisten Frauen auch keine Option.
Ob ich mit Ende Vierzig, wenn meine Schratzen dann weitestgehend ohne mich klar kommen noch Mal Bock habe, mich dem Konzern Karriereristentum zu unterwerfen? Oder doch lieber 35 Stunden arbeite und 3 Stunden klavierspiele??? Wer weiß...
Ohne Kinder würde ich mit Sicherheit kein klavierspielen, weil irgendwo in der Welt dringend irgendein Projekt gerettet werden möchte, aber ob das jetzt der befriedigerendere Lebensweg ist, muss jeder für sich selbst entscheiden.

LG,
Hekse
Nur noch mal kurz zu diesem off topic :
Es geht doch rein gar nicht darum, warum ich soviel Zeit zum Klavierspielen habe, ob ich ueberhaupt ein luxusleben führe und warum ich klavierspiele? Man muss sich dich nicht für sein Hobby rechtfertigen? Andere machen 2 Stunden am Tag Sport (ich schaffe leider nur 1 Stunde pro Tag) , malen, etc.. Ist doch schön wenn man eine Freizeitbeschäftigung hat, die einen erfüllt? Lass uns doch einen extra thread dafür aufmachen, die Meinungen anderer hören. Ja, Irgendwie kommt das hier total negativ rüber dass man so ein schönes Hobby wie klavierspielen hat und sich für die Zeit die man dafür in Anspruch nimmt, rechtfertigen muß? Kann doch jetzt nicht sein?
Und nebenbei muss ich mich rechtfertigen dass ich nicht arbeite? Warum sollte ich arbeiten, für was, hab auch gar keine Zeit dazu. 😁
 
Rheinkultur
Rheinkultur
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@hasenbein
Ich bin erstaunt: @coucou äußert hier so viele Dinge, die du eigentlich schätzt (musikbezogener Ehrgeiz, Ziele, Arbeitswille, Leidenschaft), bekommt aber von dir die geballte Ladung an Häme... Warum?
Eben. Wie könnte man sonst die durch günstige Umstände gewonnene viele Tagesfreizeit nutzen? Beim Edelitaliener Cappuccino schlürfen? Durch die Shopping Malls flanieren und Markenklamotten kaufen, obwohl die Kleiderschränke zuhause schon randvoll sind? Oder lieber künstlerischen Ehrgeiz entwickeln und möglichst gut Klavier spielen lernen wollen? Letzteres müsste doch einen professionellen Musiker freuen, wenn man solche erwachsenen Schüler unterrichten darf.

Bevor hier die Bitte um Moderation nochmals geäußert wird: niemand muss sich hier rechtfertigen, weil es das Schicksal mit ihm gut gemeint hat, betone ich hier als Moderator ausdrücklich.

Sir Thomas Beecham war ein großartiger Dirigent, dessen Mozart-Interpretationen heute noch als beispielhaft gelten können. Sind diese heute weniger wert, weil Beecham aus reichem Hause stammte und nie unter wirtschaftlichem Druck arbeiten musste?

LG von Rheinkultur
 
rolf
rolf
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theoretisch weiss ich natürlich dass der Zug in dem Alter abgefahren ist.
wenn du das tatsächlich weißt, dann brauchst du doch als Motivation keine unrealistischen Illusionen a la "KL sagt aber klar @coucou , du wirst konzertreif, komm nur immer schön in die Klavierstunde" - setz´ dir realistische langfristige Ziele. Mit Engagement, viel üben und Geduld kann man es schaffen, mittlere Sachen (Grieg Hochzeitszug, Beethoven Mondschein komplett etc) auf ansprechendem musikalischem Niveau zu spielen; und so ein Ziel kannst du ohne mimimi-Geschreibsel in Freizeitforen deiner Lehrkraft problemlos mitteilen.
 
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coucou
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Als vor ein paar Jahren mein Unterricht immer gleichförmiger und leider auch langweiliger wurde und sich auf monotone Korrekturhinweise beschränkte habe ich den Unterricht bei meiner KL beendet und mir einen anderen KL gesucht.
Mit dem habe ich mein Anliegen einer gezielteren und planmäßigeren Förderung besprochen .
Der neue Unterricht begann mit einem längeren Vorspiel aller möglichen Stücke aus meinem Repertoire und das wurde auf einem Tablet dokumentiert, also gefilmt.
Dann schaute sich der KL das bis zur nächsten Stunde an und erstellte eine lange ( :lol: ) Liste von Baustellen.
Soweit möglich erklärte er seine Ansicht anhand der gefilmten Vorspiele und zeigte Fehler, Mängel und Ungenauigkeiten, aber auch positive Aspekte auf. Dann machte er Vorschläge, wie man an den diversen Problemen Verbesserungen erzielen könnte. Das war z.B. gezielte Arbeit an der Genauigkeit, Rhythmusübungen, Auswendigspiel, Transpositionen, Üben der manualen Unabhängigkeit, Spannungskontrolle , Vertiefen der Basics, Schulung eines gleichmäßigen Spieles , stummes Spielen, Arbeiten an Tonfärbungen und Dynamik, Pedalkontrolle (eine Wissenschaft für sich!) u.v.m.
Hierzu wurden mir technische Übungen von Brahms, Cortot,Liszt und Etüden von den Klassikern wie Czerny, Pischna, Moszkowski, Pozzoli u.a. angeboten und die technischen Anforderungen intensiv zusammen erarbeitet.
Das war teilweise richtig anstrengend und weit außerhalb der eigenen Komfortzone.
Zu den bearbeiteten Themen bekam ich als Hausaufgabe auch immer die Entwicklung von eigenen kleinen Übungen, Sätzchenspiel.
Sodann suchte er gezielt Originalwerke aus der Klavierliteratur die entsprechendes Material enthielten und ich versuchte, das so gut wie möglich musikalisch umzusetzen.Oft sind wir hier übrigens auch bei JSB gelandet.
Nützlich war auch das gemeinsame von ihm kommentierte Betrachten von Tabletaufnahmen meiner Stücke.
Sehr wichtig für mich war eine vernünftige Auswahl der Schwierigkeitsstufen und eine positive Verstärkung .
Auf diese Art und Weise habe ich wieder eine Weiterentwicklung erreicht.
Das hört sich doch gut an, es scheint also doch anders zu gehen.
Ja, "monotone Korrekturanweisungen", so kann man es sagen kurz zusammengefasst. Letztes Jahr hatte ich ja einen anderen Klavierlehrer auf einer anderen klavierschule, da war es noch extremer. Ich hatte ein Stück bekommen, hab ihm das die Woche drauf vorgespielt, er sagte an manchen Stellen was, spiel das lieber so, nicht so, und bekam dann schon ein neues Stück auf. Er hatte nie irgendwas zur Interpretation gesagt. Und am Jahresende hat er mir selber empfohlen, zu einem anderen Klavierlehrer zu gehen, der auch einen Flügel hat und auf einem Konservatorium als Musiklehrer gearbeitet hat. Vielleicht sollte ich den mal kontaktieren.

Was mich auch immer wundert, ist, dass meine jetzige Klavierlehrerin mir nie etwas direkt zeigt. Also zum Beispiel, wie sie sich manche Stellen vorstellt. Oder ist es wirklich nur deshalb, um meine eigene Vorstellungskraft anzuregen?
Ich hatte ja mal was dazu geschrieben, dass sie in der ersten Stunde super viel Wert aufs Handhochheben nach jedem Bindebogen legte. Ich konnte mir nicht vorstellen, wie dass an manchen Stellen gehen soll, dass es sich trotzdem fließend und nicht stockend anhört. Ich fragte ob sie mir das mal so vorspielen könnte und sie meinte nein, sie wolle nicht, dass ich sie kopiere. Das hat mich sehr irritiert.
 

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coucou
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wenn du das tatsächlich weißt, dann brauchst du doch als Motivation keine unrealistischen Illusionen a la "KL sagt aber klar @coucou , du wirst konzertreif, komm nur immer schön in die Klavierstunde" - setz´ dir realistische langfristige Ziele. Mit Engagement, viel üben und Geduld kann man es schaffen, mittlere Sachen (Grieg Hochzeitszug, Beethoven Mondschein komplett etc) auf ansprechendem musikalischem Niveau zu spielen; und so ein Ziel kannst du ohne mimimi-Geschreibsel in Freizeitforen deiner Lehrkraft problemlos mitteilen.
Ja natürlich kann ich das schaffe, die Sachen jetzt sind ja auch schon auf mittlerem Niveau und ich kann sie auf musikalischem Niveau spielen. Darum geht es ja nicht. Ich hab doch ganz am Anfang geschrieben,dass ich die Stücke bisher gerne spielte und Fortschritte gemacht habe. Ich weiss es nicht, warum ich weniger Motiviert bin, der Unterricht ist monoton. So wie andere es geschrieben und geschildert haben. VIELLEICHT liegt es daran, vielleicht auch nicht und ich sollte meine Ansprüche vielleicht einfach runterschrauben.WIe gesagt, ich habe keinen anderen Vergleich und versuche mich zu erkundigen , ob es Sinn machen würde, einen anderen Klavierlehrer auszuprobieren.
meine KLavierlehrerin hat mir übrigens selbst vorgeschlagen, an der Fantaisie weiterzuarbeiten. Aber ich hab es erstmal sein gelassen, weil ich mich auf die anderen Stücke konzentrieren wollte. Ich hab sie ihr einmal vorgespielt und selbst da kamen gar keine Hinweise auf Technik, Handhaltung , übetipps für bestimmte Takte(da gibts ne Menge wie ich es auf Youtubetutorials gesehen habe). Sie sagte nur was zum Pedaleinsatz. Deshalb will ich das jetzt auch erstmal nicht weitermachen in ihren KLavierstunden.
 
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coucou
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Die KL kann es in Wirklichkeit gar nicht vernünftig vormachen. Deswegen schiebt sie Scheingründe vor.
Vielleicht, ich will ihr jetzt aber auch nichts unterstellen. Muss ein Klavierlehrer immer perfekt die Stücke auf Lager haben, die er mit seinen Schülern macht? Soll ich sie das nächste Mal fragen, ob sie mir das Stück so vorspielt, wie sie es von mir hören möchte?
 
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coucou
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Eben. Wie könnte man sonst die durch günstige Umstände gewonnene viele Tagesfreizeit nutzen? Beim Edelitaliener Cappuccino schlürfen? Durch die Shopping Malls flanieren und Markenklamotten kaufen, obwohl die Kleiderschränke zuhause schon randvoll sind? Oder lieber künstlerischen Ehrgeiz entwickeln und möglichst gut Klavier spielen lernen wollen? Letzteres müsste doch einen professionellen Musiker freuen, wenn man solche erwachsenen Schüler unterrichten darf.

Bevor hier die Bitte um Moderation nochmals geäußert wird: niemand muss sich hier rechtfertigen, weil es das Schicksal mit ihm gut gemeint hat, betone ich hier als Moderator ausdrücklich.

Sir Thomas Beecham war ein großartiger Dirigent, dessen Mozart-Interpretationen heute noch als beispielhaft gelten können. Sind diese heute weniger wert, weil Beecham aus reichem Hause stammte und nie unter wirtschaftlichem Druck arbeiten musste?

LG von Rheinkultur
Lustig dass hier immer noch von ausgegangen wird, dass ich ein Luxusleben führe. :003: Ja, für den ein oder anderen mag es so aussehen, ich hab auch keinen wirtschaftlichen Druck. Ich verdiene schon ein bisschen Geld um mir mein Hobby leisten zu können (ja, es ist teuer, 40-45 euro pro Woche für Klavierstunden, KLavierstimmer, etc....). Theoretisch müsste ich aber nicht zusätzlich Geld verdienen, ich mach es trotzdem, weil es nicht viel Zeit in Anspruch nimmt was ich mache und ich somit was für unsere Haushaltskasse beitragen kann. (nein , ich geh nicht auf den Strich)
 
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Muss ein Klavierlehrer immer perfekt die Stücke auf Lager haben, die er mit seinen Schülern macht?

Nein, muss er/sie nicht!
ABER Grundsätzliches muss er/sie demonstrieren können!!
Ich habe an deutschen Hochschulen (ich kenne nicht alle!) ein Fach wie 'Demonstration im Klavierunterricht' also die Fähigkeit ordentlich vom Blatt zu spielen und viele (sehr viele!!) grundsätzliche Fähigkeiten an einfacherem Material zeigen und vormachen zu können vermisst.
Aber es ist auch schwierig in die überladenen Lehrpläne noch was reinzupressen)
 
rolf
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Ja natürlich kann ich das schaffe, die Sachen jetzt sind ja auch schon auf mittlerem Niveau und ich kann sie auf musikalischem Niveau spielen. Darum geht es ja nicht. Ich hab doch ganz am Anfang geschrieben,dass ich die Stücke bisher gerne spielte und Fortschritte gemacht habe. Ich weiss es nicht, warum ich weniger Motiviert bin, der Unterricht ist monoton.
mal ein paar Fragen:
- du kannst (Tempo, Agogik, Darstellung) Sachen auf dem mus. & techn. Niveau von Griegs Hochzeitszug und Beethovens kompletter Sonate op.27,2 "Mondschein" spielen?
wenn das wirklich so ist:
- wer hindert dich, eine Stufe weiter zu gehen, z.B. Beethovens "Sturmsonate" in Angriff zu nehmen oder das Fis-Dur Impromptu von Chopin oder eine seiner (noch nicht zu schwierigen) Etüden (Revolutionsetüde) ?
- wie kann die Beschäftigung mit wunderbarer Klaviermusik (Hochzeitszug, Mondschein, Sturm etc sind keine Kinderliechen) monoton sein, wo doch so viel in dieser Musik steckt?
- wenn dir der Unterricht, den du hast, nicht behagt, du aber mus. sehr gebildet und dazu spieltechn. recht gut bist, warum übst du dann nicht ohne "Motivationsbremsenlehrkraft" ein halbes Jahr was anspruchsvolles und gehst dann damit - mit deinem eigenen, selbst geschafften Ergebnis - zu einem Lehrer?

Nebenbei: im Presto der Mondscheinsonate, überhaupt in etlichen "mittleren" Sachen gibt es ein paar Stellen rein motorischer Art, die nahezu niemand zu erlernen schafft, dem die nötigen Bewegungsmuster nicht ausführlich erklärt und demonstriert worden sind - dir wurde niemals derartiges gezeigt, aber du kannst das??
 
 

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