Singende Klassik-Pianisten? bzw. klavierspielende Klassik-Sänger?

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Gibt es eigentlich Pianisten der klassischen Kunstmusik, die in Konzerten während des eigenen Klavierspiels gesungen haben? Ich meine nicht Pianisten wie Glenn Gould, die mitgesungen bzw. mitgebrummt haben, auch nicht Persönlichkeiten, die beides separat konnten / können, sondern in Konzerten das Begleiten von Kunstliedern während des eigenen Gesangs. Im Popmusik-Bereich ist das ja sehr verbreitet, während es im Klassik-Bereich (vermutlich wegen der nötigen Stütze) gar nicht üblich ist. Aber kennt ihr vielleicht Exoten, die das schon gemacht haben?
 
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Carl Loewe hat das ausgiebig getan.
 
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Tja, dieses Genre Singen plus Spielen - geht ja auch gut mit Gitarre - ist in der Klassik irgendwie nicht existent. Wer kennt schon Carl Loewe? Ich vermisse es da auch nicht. Ich halte mich da an Blues, Jazz, Rock und verwandte Gebiete.

CW
 
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Ich habe mal kurz darüber nachgedacht, Gesang zu studieren. Vor dem Studium hatte ich eine Gesangslehrerin, die mir das zugetraut hat. Ich wollte dann am Anfang meines Studiums Gesang als Zusatzfach nehmen, aber der Antrag wurde (wohl aus finanziellen Gründen) abgelehnt. Habe es dann nicht weiter verfolgt. Später hatte ich mit einer Sängerin zu tun, die mal kurzzeitig Jungstudentin mit Klavier gewesen war - es war sehr angenehm, dass sie eine Ahnung von Rhythmus, Taktart und der Klavierstimme hatte. Kommt nicht so oft vor... ;-) Aber so konnten wir unsere gegenseitigen Parts gut nachempfinden. Sie ist dann doch eher in Richtung Oper abgewandert. Lied gefiel und gefällt mir ohnehin auch besser mit Männerstimmen. Das ist nicht so laut und da versteht man den Text besser. Vielleicht nehme ich das (solistische) Singen irgendwann einmal wieder auf. Aktuell habe ich dafür aber keine Zeit, habe nicht mal Zeit, in einen Chor zu gehen.
 
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Es gibt von Carlotta Ferrari eine kleine Sammlung "Christmas Carols", die sie 2020 geschrieben und veröffentlich hat, für Singstimme und Orgel. Hintergrund war, dass Gemeindegesang in der Anfangszeit der Corona-Pandemie nicht erlaubt war, aber dass es möglich war, solistisch zu singen.
Ich hab das mal ausprobiert, für mich ging das problemlos. Allerdings ist die Orgelstimme relativ einfach gehalten.

Im Bereich Kunstlied scheitert es bei mir eher an den Klavierfähigkeiten als am Singen :heilig:bzw. fehlte mir bislang die Notwendigkeit, die Klavierstimme ordentlich zu üben, weil ich im Freundeskreis einen begnadeten Pianisten habe, der im Falle eines Falles auch begleiten würde. Und zu zweit macht es einfach mehr Spaß.
 
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Ich mache so etwas. Allerdings ist meine Stimme dann verstärkt. Ich singe eigene Lieder und der Klavierpart ist aufgrund meiner Provenienz eher klassisch, aber die Lieder sind nicht das , was man als klassich bezeichnen würde. Ich habe keine Opernstimme :008: .
Spannend ist es, beides zu verknüpfen. Man muss den Klavierpart so drauf haben, dass er fast automatisch läuft und wie bei Kammermusik mit anderen ist es mal so, dass der Gesang den Fokus hat, mal das Klavier. Mir macht das große Freude, bin ich doch durchaus, wie viele Menschen im kreativen Bereich eher Ads... Da freut sich das Gehirn, dass es so beschäftigt ist, dass andere Wahrnehmungen quasi ausgeschaltet sind.
 
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Kommt das nicht auch auf den Anspruch von Klavier- und Singpart an?

Immerhin gibt es ja doch einige Unterschiede zwischen einem Recitativ, Kunstliedern wie "der Tod und das Mädchen" und der Liedbegleitung nach Lead Sheet.

Daher die Frage, von welchem Niveau (gesanglich/pianistisch) wir hier reden.

Mir fielen Georg Kreisler und Victor Borge ein ... allerdings sind das ja beides Kabarettisten (und beide nicht so aktuell).
 
In der Opernkorrepetition muss man regelmäßig spielen und singen gleichzeitig. Wenn ich mit einem Sänger eine Ensemblestelle probe, muss ich die fehlenden Stimmen zwar nicht bühnenreif singen, aber zumindest stimmlich markieren können, damit die Anschlüsse stimmen und der Sänger eine Orientierung hat. Je nach Szene kann das einfach (Sprecherszene Zauberflöte) bis sehr anspruchsvoll (Judenquintett Salome, Beginn Elektra etc.) sein.
 
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  • #11
Später hatte ich mit einer Sängerin zu tun, die mal kurzzeitig Jungstudentin mit Klavier gewesen war - es war sehr angenehm, dass sie eine Ahnung von Rhythmus, Taktart und der Klavierstimme hatte. Kommt nicht so oft vor... ;-)
Immer diese Vorurteile gegenüber SIngenden (m/w/d)! Im Falle von FLINTA*-Personen kommen die von Cis-Männern häufig als "Defizite" geframten individuellen Schwerpunktsetzungen doch nur dadurch, dass eine patriarchale Gesellschaft ihnen von klein auf einimpft, Theorie "sei sowieso nichts für sie", und sie systematisch vom Besuch entsprechender Lehrveranstaltungen abhält!!1!
 
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  • #12
Wie sagte noch damals mein Gesangslehrer aus dem Opernfach: "Viele meiner Kollegen haben das absolute Gehör. Sie hören absolut nichts."
 
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  • #13
Es gibt auch welche mit absolutem Gehör, die absolut nichts hören. Das ist dann besonders tragisch :005: Ich frag mich, ob das genetisch bedingt ist. Ich kann mir wirklich überhaupt nicht vorstellen, wie man ne Oktave nicht von einer Terz unterscheiden kann.
 
  • #14
Es gibt offenbar sogar Leute, die bei zwei Tönen nicht sagen können, welcher höher bzw. tiefer ist. Faszinierend...
 
  • #16
Ich mag Menschen mit absolutem Gehör nicht, denn die bremsen im musikalischen Alltag unglaublich.

Die zwingen regelmäßig zu Stimmorgien, bis auch wirklich jedes Instrument im Bereich von 0,5c um den amtlichen Kammerton liegt.

Für mich wäre ein absolutes Gehör eine absolute Qual und daher bin ich absolut froh drüber, nicht damit belastet zu sein ... oder mein Umfeld damit belasten zu müssen.
 
  • #17
Ich mag Menschen mit absolutem Gehör nicht, denn die bremsen im musikalischen Alltag unglaublich.

Die zwingen regelmäßig zu Stimmorgien, bis auch wirklich jedes Instrument im Bereich von 0,5c um den amtlichen Kammerton liegt.

Für mich wäre ein absolutes Gehör eine absolute Qual und daher bin ich absolut froh drüber, nicht damit belastet zu sein ... oder mein Umfeld damit belasten zu müssen.
Nicht jeder mit absolutem Gehör ist gleich ein lebendes Stimmgerät.
 
  • #18
Es gibt auch welche mit absolutem Gehör, die absolut nichts hören. Das ist dann besonders tragisch :005: Ich frag mich, ob das genetisch bedingt ist. Ich kann mir wirklich überhaupt nicht vorstellen, wie man ne Oktave nicht von einer Terz unterscheiden kann.
Du meinst, die können zwar die Höhe einzelner Töne bestimmen, aber keine Intervalle?
 
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  • #19
Ich mag Menschen mit absolutem Gehör nicht, denn die bremsen im musikalischen Alltag unglaublich.

Die zwingen regelmäßig zu Stimmorgien, bis auch wirklich jedes Instrument im Bereich von 0,5c um den amtlichen Kammerton liegt.
Du kennst ganz offensichtlich niemanden mit absolutem Gehör. :bye:
 
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  • #20
@Stefan379
Ich habe leider so jemanden in einer meiner Bands.

@mick
Wenn du das sagst ... aus dem Alter, dir zu widersprechen bin ich raus.
Dann kenne ich eben nur jemanden, der nervt, sobald die Band um 0,5c abgesackt ist und dem es nicht ausreicht, wenn die Instrumente in sich stimmen und aufeinander abgestimmt sind.
Um die Töne exakt bennenen zu können, fehlt ihm die musiktheoretische Sicherheit ... der weiß nicht, wie der Ton heißt, aber er meint zu wissen, ob er "passt".
Viellecht ist es nicht "absolutes Gehör" sondern nur "Tonhöhengedächtnis".
 
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