Privater Unterricht vs. klassische Klavierschule

  • #21
@Felicity
Zum Thema "Hausaufgaben".

Wenn du ausserhalb deines Unterrichtes, Unterrichtsinhalte ("Übungen" aus den letzten paar Stunden) konsequent wiederholst, dann hast du genug zu tun, dass eine extra Hausaufgabe dich vielleicht zeitlich überfordern würde.
Eventuell hielten deine bisherigen Lehrkräfte es für "selbstverständlich", dass du zuhause ihre Inhalte wiederholst, und haben dich daher nicht drauf hingewiesen (haben dir diese "Hausaufgabe" nicht explizit gestellt ... oder das nur so am Rande mal anklingen lassen).

Die Übungen, die dir eine Lehrkraft in der Stunde zeigt, sind nicht so gedacht, dass man sie 2 oder 3 mal macht, und dann dadurch schon ein "Ziel" erreicht hätte.
Die muss man immer wieder machen. Und wenn man sie drauf hat ("im Schlaf vorwärtrs und rückwärts") macht man sie trotzdem immer mal wieder.

Man überträgt sie in andere Tonarten (sofern der Lehrer mit einem besprochen hat, wie man dabei vorgeht) spielt sie in verschiedenen Lautstärken, Geschwindigkeiten, und mit unterschiedlichen Anschlagstechniken. Immer so lange, bis das "gut" bzw. "besser als vorher" klingt.

Eigentlich bekommst du jede Stunde einen Blumenstraus an "Hausaufgaben", denn letztlich ist die Klavierstunde neben der Anleitung (für Neues) vor allem eine "Hausaufgabenkontrolle" ... du spielst vor, was du zuhause gemacht hast, und die Lehrkraft hört und sieht zu, kontrolliert, korrigiert und versucht zu helfen ... oder sie grinst einmal im Kreis und fängt was Neues an, weil sie glaubt, dass du dafür nun bereit bist.

PS:
Willkommen bei den "Clavioten".
 
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  • #22
haben städtische Musikschulen sowas wie einen Lehrplan, also mehr Struktur :001:

Das ist in Deutschland nur sehr selten der Fall! In fast allen anderen Ländern gibt es mehr oder weniger rigide und verpflichtende Lehrpläne inklusive Jahresprüfungen und dergleichen mehr.
Die größere Freiheit in D erkauft man sich oft mit Chaos Zufälligkeiten und Strukturlosigkeit! Woanders wird das Korsett als einengend empfunden.
Für hier so genannte KKL, die Du ja inzwischen kennen gelernt hast, ist das strukturierte Modell besser, da es möglicherweise einige Verwirrung vermeidet!
 
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  • #23
Eigentlich finde ich einen von außen vorgegebenen Lehrplan kacke.

Wenn ich so recht überlege, wäre der aber manchmal doch gut. Nämlich dann, wenn man mal wieder so einen nervigen "picky" Schüler hat, der nur dann die außerordentliche Gnade zu erweisen bereit ist, mal ausnahmsweise zu üben, wenn das ausgewählte Stück zufällig genau seinem Geschmack entspricht.

Da könnte man dann immer sagen "tja, jetzt ist erstmal das und das dran." Würde vieles vereinfachen und käme so einem Schüler auch sehr zugute.
 

  • #24
@hasenbein , ja, das sehe ich exakt so. Ich bekam so manches Stück in meinem frühen Klavierspielleben vorgesetzt, das ich zunächst nicht durchblickte und folgedessen auch innerlich ablehnte. Aber üben musste ich es trotzdem und so manches Werk hat mir gezeigt, dass man sich auf Wagnisse einlassen muss und dann meistens sehr beschenkt wird.
Bachs Inventionen z.B. fand ich viel zu trocken. Ja, sie sind auch gemein, verlangen sie doch beim Erlernen viel Disziplin, die mir nicht gegeben war.
Meine Mutter hatte oft Kopfschmerzen, was mir immer sehr leid tat und dann bat sie mich, ihr doch nochmal den Bach vorzuspielen - sie hätte liebend gerne darauf verzichtet, wie sie mir später erzählte - und ihr zuliebe habe ich dann geübt.
Und was hat es mir gebracht?
Bach ist ein so großartiger Komponist, ich liebe seine Werke und schätze ihn als vielleicht größten Komponisten überhaupt.
Hätte ich keinen Zwangskontakt gehabt, vielleicht wäre ich im Chopinmelancholiepubertätswahn versackt. Wer weiß das schon...
Meine Schüler müssen sich alle mit Bach auseinandersetzen.
 
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  • #25
Let's face it: Wenn man den Wünschen der Schüler nachgibt, wollen die allermeisten nur so pedaligen Romantic-Kram spielen. Man hat die Verpflichtung als KL, darauf zu schauen, dass der Schüler die ganze Bandbreite kennenlernt, insbesondere halt ohne Pedal gespielte, rhythmisch genaue, schnelle Musik.
 
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  • #26
Ich bin auch auf Eure Meinunung gespannt, was ihr von Online Kursen haltet.
Nichts! Wobei... in Deinem Fall...

Ich finde gut gemachte (selten genug) Online-Kurse grundsätzlich gut! Aber das kann immer nur eine Ergänzung zu richtigem Unterricht sein.
Wenn man jedoch, wie in Deinem Fall, ständig vom Regen in die Traufe kommt und sich einfach kein Zugang zu gescheitem Unterricht ergibt, bleibt einem ja kaum noch was anderes übrig.
In dem Fall wäre meine Empfehlung "pianowithjonny". Allerdings sucht man hier Klassik oder irgendwelche technischen Übungen vergebens. Es geht vordergründig um Musikverständnis und das Musikmachen im Bereich Pop, Rock, Latin, Jazz... auf jedem erdenklichen Level.

Aber erst mal weiter nach nem richtigen KL suchen!!!
 
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  • #27
Es gibt ja nicht nur online Kurse, sondern auch Klavierlehrer, die online unterrichten (spätestens seit Corona). Wenn man in einer Gegend ohne große Auswahl lebt, kann das doch eine Alternative sein. Die müssen ja nicht alle schlecht sein. Da dürfte die Streuung genau so sein wie bei offline Lehrern.
 
  • #28
Das ist unter Deinem Niveau, @Stilblüte .
Tut mir leid, das war sehr platt formuliert und etwas dem Zeitmangel geschuldet. Die Aussage speißt sich aber tatsächlich aus meinen Erfahrungen und denen meines Umfelds, so schade das auch sein mag.
 
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  • #29
Die Aussage speißt sich aber tatsächlich aus meinen Erfahrungen und denen meines Umfelds, so schade das auch sein mag.
Ich weiß genau, was du meinst. Es gab sie immer, die Männer, die natürliche Autorität und Kompetenz mit Machtgehabe verwechseln. Aber leider betrfifft das auch entsprechende Frauen. Und wenn @Felicity von narzisstischen Zügen bei einer Klavierlehrerin spricht, habe ich leider auch ein ganz bestimmtes Bild vor Augen. Selbstherrlichkeit ist nicht an ein Geschlecht gebunden. Aber unsere Gesellschaft ist ja partriarchalisch geprägt. Vielleicht verzerrt dies das Bild etwas.
 
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  • #30
Tut mir leid, das war sehr platt formuliert und etwas dem Zeitmangel geschuldet. Die Aussage speißt sich aber tatsächlich aus meinen Erfahrungen und denen meines Umfelds, so schade das auch sein mag.
Ich muss leider sagen, dass ich die Formulierung von Stilblüte, vor allem das „ausgemeistert“, sehr treffend und auf sehr positive Weise spitzzüngig fand!

Und kaum sagt eine Frau was gegen „alte weiße Männer“ (der Beobachtung stimme ich leider auch zu), kommt die Sprachpolizei, selbst ein alter weißer Mann, der sonst überhaupt keine Probleme mit gewissen, oft hasenbeinigen Bemerkungen über andere Geschlechteridentitäten hat (wahlweise Frauen, Klavierlehrer, die Jugend ….), vergießt Krokodilstränen und beklagt sich über mangelndes Niveau! Oooh, puttiputtiputt! :025::blume:😄
 
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  • #31
Naja, neben den alten weißen Männern sterben eben auch die alten weißen Frauen.
 
  • #32
Ich muss leider sagen, dass ich die Formulierung...
Tja, als Handwerker finde ich den Satz "Die Meisterlehre hat sich ausgemeistert und stirbt...." (mit was auch immer) recht unsinnig. Btw., vorwiegend junge Menschen und immer mehr Frauen gehen diesen Weg und machen die Meisterlehre. Kurz: Die Metapher hinkt.

Hach, was sind wir wieder schön offtopic. :-D
 
  • #33
Mit "Meisterlehre" ist nicht die Lehre bei einem Meister gemeint, sondern eine bestimmte Art von Ausbildungsgestaltung.

Es gibt Meister (auch alte weiße Männer, die Frauen unter ihnen sind ja meist noch nicht so alt), die richtig gute Lehrer sind ... die Ausbildung bei denen ist damit definitiv nicht gemeint.

Wenn du ein Jahr lang nur die Werkstatt gefegt und das Lager umorganisiert hast und dich nicht als Teil des Betriebes fühlst, weil du fast nichts mit dem Kerngeschäft zu tun hast und das Werkzeug nur beim Aufräumen mal in die Hand nimmst, dann bist du in einer "Meisterlehre" gelandet und soltest dir schleunigst eine andere Lehrstelle suchen.

Meisterlehre ist, wenn du dich auf deinen Berufsschultag freust, weil dir da auch mal was erklärt wird.

Es gibt viele (ältere) Handwerker, die sowas noch erlebt haben ... und die "alten weißen" unter ihnen sind der Meinung, es hätte ihnen doch auch nicht geschadet, und machen das ganz genauso.
 
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  • #34
Aha. Von so einer Definition höre ich nach 35 Jahren im Handwerk das erste Mal. :016:
 
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  • #36
Von so einer Definition höre ich nach 35 Jahren im Handwerk das erste Mal.

Handwerklicher Ausbildungsbetrieb, Chef ist Meister und hauptsächlich im Büro tätig.
Der Lehrling wird einem Gesellen zugeordnet, der ihm die Lerninhalte vermittelt.

Ist das dann eine Gesellenlehre?
 
  • #37
Es gibt halt in allen Sparten „bessere“ und „schlechtere“. Bei Handwerkern, Ärzten, Ausbildern, Schülern, Klavierlehrern und deren Lehrern. Und das alles unabhängig von Sex, Gender und Alter. Das Fatale ist, daß die Schlechteren überall die Mehrheit bilden und man die Guten suchen muß wie eine Nadel im Heuhaufen. Verallgemeinern bringt also gar nüscht.
 
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  • #38
Über sowas stolpert man auch eher in einem allgemeinen Pädagogikstudium.
 
  • #39
Tja, als Handwerker finde ich den Satz "Die Meisterlehre hat sich ausgemeistert und stirbt...." (mit was auch immer) recht unsinnig. Btw., vorwiegend junge Menschen und immer mehr Frauen gehen diesen Weg und machen die Meisterlehre. Kurz: Die Metapher hinkt.
Ich habe selbst einen Meisterklassenabschluss :007: Als Meisterin spiele ich mich trotzdem nicht auf, hoffe ich. Und natürlich gibt es auch überhebliche, erniedrigende, unfaire etc. Frauen, auch davon habe ich gehört. Allerdings kenne ich mehr Männer, die sich so verhalten. Sieht man schon in der Politik. Aber ich will nun auch nicht allzu sehr darauf herumreiten.
Ein Problem an den Unis / Hochschulen ist, dass Professor(inn)en kein Korrektiv mehr haben. Sie können einfach machen, was sie wollen, und selbst gröbere Verfehlungen bleiben meistens ohne Konsequenz. Das ist ein grundsätzlicher, schwerer Fehler im System, der sich auch nicht so leicht ändern lässt.
 
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  • #40
Wenn ich meinen "Master of Arts" wörtlich übersetze, bin ich auch "Meister".
Übersetze ich den Bachelor wörtlich, klingt das aber einfach nicht mehr nach einem Hochschulabschluss.
 

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