eignungsprüfung: was ist geeignet, was überspielt?

Theater einer Stadt trotz Subventionen nützt, weil sie attraktiver wird,
Nur werden gerade wieder Theater eingedampft, zB. Rosinskis Stefan in Halle hat von 134 auf 99 orchesterplanstellen runtergestrichen:blöd::blöd: und die künstlerischen Leiter vor den Kopp gekloppt....:drink:


In Thüringen wurde schon kräftig zusammengelegt und es geht noch bald straffer weiter, wer wird denn noch gebraucht, insbesondere gehen viele Neubesetzungen auch an komplett im Ausland studiert habende Musiker:puh:,

dann sollte man auch mal angucken, wieviel drittklassige Solisten trotzdem Lehraufträge oder gar Professuren wahrnehmen.

Für viele Musikfächer würden 5 Fakultäten bundesweit genügen, und das wäre rechtlich vertretbar, denn in Forstwissenschaft und Veterinärmedizin gibts auch nur eine handvoll Studienorte, ja aus Wirtschaftlichkeitsgründen:party::drink:
 
Also ein paar Kleinigkeiten hierzu:

Erstens: Von einer "Schwemme" mittelmäßiger Musiker kann eigentlich nicht die Rede sein. Im Studienjahr 2017/2018 hatte die Musikhochschule München insgesamt 8 Bachelorabsolventen im Fach Klavier (5 BK, 3 BP). In den anderen Jahrgängen sind die Zahlen in der selben Größenordnung. Die Musikhochschule München ist eine der größten Musikhochschulen Deutschlands (UdK und Folkwang sind größer, hier wird aber nicht nur Musik gelehrt), also kann man davon ausgehen, dass die Absolventenzahlen wohl nicht signifikant größer sind. In Deutschland gibt es 24 eigenständige Musikhochschulen, was ausreicht um abzuschätzen, wie hoch hier ca. die Absolventenzahl ist.
Überlegt man nun, wieviele Musikschulen, Dörfer, Kulturzentren, etc. es deutschlandweit gibt, mit dem Wissen im Hinterkopf, dass vielerorts die Wartelisten für einen (qualifizierten) Instrumentallehrer lang sind, sehe ich ehrlich gesagt in keinster Weise, in wiefern eine "Schwemme mittelmäßiger Musiker" ein existentes Problem ist, deren Ursache in den Studierendenzahlen der Musikhochschulen zu suchen ist.

Zweitens: Ich wüsste auch nicht, wie man die Studienplätze noch weiter beschneiden sollte. Nach meinem Wissen gab es vor einem Jahr in einer der größten Musikhochschulen in BaWü nur einen Studienplatz für das Fach Klavier. In diesem Jahr wurde an einer anderen Musikhochschule in einem anderen Instrumentalfach kein Prüfling aufgenommen, da es keinen Platz gab. In meinem Jahrgang studieren in meinem Studiengang insgesamt 4 Studenten und das an einer der größten Musikhochschulen Deutschlands. Befragt man die Statistik zu den Aufnahmeprüfungen der Musikhochschulen in BaWü ergibt sich weiter das folgende Bild (um Mannheim als Beispiel zu nehmen): 1215 Bewerbungen auf die AP, 740 Teilnahmen (davon 538 durch deutsche Staatsbürger), 320 Menschen die Bestanden haben, davon 132 deutsche Staatsbürger.

Drittens: Ich kenne einen sehr mittelmäßigen Musiker, der ein überaus gutes Auskommen hat. Denn im Gegensatz zu seinen mittelmäßigen musikalischen Leistungen ist er ziemlich kreativ und ambitioniert was die Organisation und Durchführung verschiedenster musikalischer Projekte angeht. Soweit ich weiß, muss er nicht mal unterrichten! Für Musiker gilt nämlich das selbe wie für alle selbstständigen Unternehmer: Wer nicht ambitioniert, fleißig und kreativ ist geht unter. Und diese Art von Kreativität korrelliert nach meiner Erfahrung in keinster Weise mit der Leistung in der Aufnahmeprüfung.
 
dann sollte man auch mal angucken, wieviel drittklassige Solisten trotzdem Lehraufträge oder gar Professuren wahrnehmen.

Ein zweitklassiger Solist kann ein erstklassiger Klavierprofessor sein. Und ein erstklassiger Solist kann ein viertklassiger Klavierprofessor sein. Die Anforderungen dieser beiden Berufsprofile sind unterschiedlich!
 
Ich weiß wirklich nicht wie die Situation in NRW oder in Bayern ist. In Berlin gibt es zwei große Musikhochschulen und eine Musikschulleiterin beklagte sich vor geraumer Zeit im Gespräch, sie bekäme keine Cellolehrer, die einerseits das Instrument menschenwürdig beherrschen und andererseits brauchbares Deutsch sprechen. Gitarren- und Klavierlehrer werden gesucht.
Man hat den Beruf des Lehrers an Musikschulen - nicht ohne Grund! - seit Jahrzehnten schlechtgeredet und die Ausbildung durch Überfrachtung mit fachfremden Inhalten (Musikpädagogik) unattraktiv gemacht.
Das Musikexportland Nr. 1 (bis zum 2. Weltkrieg!) ist zum Musikimportland Nr. 1 geworden. Man schaue sich die Programme der deutschen Konzerthäuser an!
Wer spielt da?
Wer unterrichtet an deutschen Hochschulen?
 
Ein zweitklassiger Solist kann ein erstklassiger Klavierprofessor sein. Und ein erstklassiger Solist kann ein viertklassiger Klavierprofessor sein. Die Anforderungen dieser beiden Berufsprofile sind unterschiedlich!
Das ist nicht ganz unrichtig, wobei ich eher die zweite Alternative bejahe, und als Musikprofessor sollten nur erstklassige Solisten bestallt werden, man muss eben suchen und finanziell was drauflegen, es gibt schon noch lupenreine hochkarätige Solisten, die auch glänzende Lehrerpersönlichkeiten sind. Da muss man denen entgegenkommen und sie als Künstler mit dem Verwaltungskram in Ruhe lassen, welcher normale Vollblutmusiker hat denn Lust auf Hochschulgremiensitzungen, ewigen Dienstbesprechungen, usw....
 
Dann solltest Du langsamer trinken, ned so hastig. Des kann bei so einigen Biersorten mächtig knallen. Kleiner Tip noch, nimm nen Stück Zitrone mit etwas Salz darauf des verhindert n schlimmeren Kater. Ansonsten - Gute Besserung.
Danke, aber da hast Du etwas nicht ganz richtig mitbekommen: Bei mir besteht keine akute Katergefahr. Falls ich mal Tips von einem erfahrenen Säufer benötige, weiß ich, an wen ich mich wenden kann.
 

Danke, aber da hast Du etwas nicht ganz richtig mitbekommen: Bei mir besteht keine akute Katergefahr.

Ah, dann ist ja gut - naja, im Laufe der Zeit vertragt man da scho einiges wenn mans gewohnt ist...aber da können Dir dann auch 3 Bier zuviel ned viel anhaben, und solangst noch so einigermaßen tippseln kannst, ist ja auch noch alles im grünen Bereich :rauchen:

LG
Henry
 
Das ist nicht ganz unrichtig, wobei ich eher die zweite Alternative bejahe, und als Musikprofessor sollten nur erstklassige Solisten bestallt werden, man muss eben suchen und finanziell was drauflegen, es gibt schon noch lupenreine hochkarätige Solisten, die auch glänzende Lehrerpersönlichkeiten sind. Da muss man denen Entgegenkommen und sie als Künstler mit dem Verwaltungskram in Ruhe lassen, welcher normale Vollblutmusiker hat denn Lust auf Hochschulgremiensitzungen, ewigen Dienstbesprechungen, usw....

Wie viel Ahnung hast Du eigentlich vom Hochschulbetrieb?

Wenn Studien- und Prüfungsordnungen in künstlerischen Fächern erstellt werden sollen: Wer soll das denn machen? Soll man die Professoren, die diese Fächer unterrichten, außen vorlassen? Sollen lieber irgendwelche Verwaltungsfuzzis den Professoren vorschreiben, wie sie unterrichten sollen und wie ihre Studis geprüft werden sollen?
Und wenn Professorenstellen neu besetzt werden, wer soll in den Entscheidungsgremien sitzen? Die Vollblutmusikerprofessoren, die Recitals und Lehrproben anhören und beurteilen, oder irgendwelche Hiwis oder Verwaltungsfuzzis, die nach Aktenlage entscheiden?
 
Eben das ist ja ein Teil des systematisch-strukturellen Wahnsinns der Kunsthochschulen, Kunst und Gesetze/Vorschriften usw. passen ned so recht zueinander,
Die Kunst soll und muss frei sein, ein Meister weiß, wann sein Schüler konzertreif ist, da brauchs keine unnötige Reglementierungen...:bye:


Diese irrsinnigen Diskussionen haben schon viele an den damaligen DDR Kunst und Musikhochschulen führen müssen, Kunstunterricht darf nicht durch Bürokratie gebeugt werden!
 
Zuletzt bearbeitet:
Eben das ist ja ein Teil des systematisch-strukturellen Wahnsinns der Kunsthochschulen, Kunst und Gesetze/Vorschriften usw. passen ned so recht zueinander,
Die Kunst soll und muss frei sein, ein Meister weiß, wann sein Schüler konzertreif ist, da brauchs keine unnötige Reglementierungen...:bye:

Eben, dann braucht der Schüler auch kein Zeugnis einer Hochschule.
 

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