Bach Präludium - Haydnspaß

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Die Aufnahme gefällt mir. Ich schließe mich trotzdem den beiden hier an:
ubik, danke für deinen Kommentar. Man kann ja nicht sagen, daß mich dieses zuviel rubato! zuviel Pedal! (ups, von Pedal war diesmal ja garnicht die Rede :D) in irgendeiner Weise überraschen würde. Und ich kann auch niemandem Hoffnung machen, daß das Prinzip "steter Tropfen..." bei mir irgendeine Auswirklung hätte (außer daß ich dann irgendwann mit noch mehr rubato und noch mehr Pedal und noch langsamer spiele), aber es zeigt mir doch, welche Erwartungshaltung bei den allermeisten Hörern vorhanden sind, und daß man halt doch immer wieder erklären muß, warum man so spielt wie man spielt.

Ob man das jetzt mit Rubato, also mehr romantisch, spielt oder
Mit "romantisch" hat rubato für mich ü-ber-haupt nichts zu tun. Rubato hat den Zweck, die musikalische Form zu verdeutlichen - also eine recht abstrakte Sache, und harmonische oder melodische Besonderheiten hervorzuheben. Ich bin eigentlich ein ganz und gar unromantischer Mensch - in dem Sinne, wie das Wort romantisch heute üblicherweise verwendet wird.. 8)

sich mehr auf die logische Seite der Musik zuwendet (wie z. B. Gould spielt),
Findest du, daß Gould besonders logisch spielt? Ich finde eigentlich, daß er besonders unlogisch spielt :) Unromantisch spielt er auch, aber Romantik ist mir ja nicht wichtig.
 
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Franz

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Mit "romantisch" hat rubato für mich ü-ber-haupt nichts zu tun. Rubato hat den Zweck, die musikalische Form zu verdeutlichen - also eine recht abstrakte Sache, und harmonische oder melodische Besonderheiten hervorzuheben. ...
Rubato oder tempo rubato (ital. rubare = rauben, stehlen) auch rubamento di tempo, rubando bezeichnet in der Musik verschiedene Arten von Verlängerung oder Verkürzung im Spielen von Tönen, oft verbunden mit der Forderung, dass die "geraubte Zeit" wieder zurückgegeben werden muss. ..." (http://de.wikipedia.org/wiki/Rubato)

Agogik (griech. ἄγειν (ágein) = führen) bezeichnet die Kunst der Tempoveränderung im Rahmen eines musikalischen Vortrags. Die Änderungen liegen außerhalb der mechanischen Tempowerte (Metronom) und sind Bestandteil der musikalischen Interpretation durch den Dirigenten oder Solisten.

Dies betrifft vor allem feinste Temponuancierungen innerhalb musikalischer Phrasen bei melodischen oder harmonischen Höhepunkten, die den Vortrag ausdrucksvoll gliedern und beleben. So benötigen große Intervallsprünge ein wenig mehr Zeit als kleinere Schritte, werden harmonische Vorhalte oder der erste Ton einer Zweier-Bindung ein wenig gedehnt. ... (http://de.wikipedia.org/wiki/Agogik)

... A good place to begin teaching rubato is in Bach's Short Preludes from the Little Clavier Book for Wilhelm Friedman Bach. ...(http://www.keyboardcompanion.com/RubatoArticle/Rubato2.html)
 
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Hallo Franz,

danke für die Links und die Unterstützung! :)

Ich möchte allerdings nicht so gern über Begriffe streiten. Der Begriff "rubato" wird in unterschiedlichen Zusammenhängen durchaus verschieden verwendet. Bei Mozart ist oft die Rede davon, daß die Melodiehand verzögert und beschleunigt während die Begleithand ganz streng im Takt bleibt. Ich würde gern mal hören, wie sich sowas anhört - konnte mir bisher aber noch niemand demonstrieren.

Bartok verwendet auch in einigen Stücken die Vortragsanweisung rubato, bei Bartok ist eindeutig ein metrisch freies, quasi improvisando-Spiel gemeint.

Ich selbst benutze die Begriffe rubato und Agogik gleichbedeutend: alles, was vom mathematisch-mechanisch "exakten" Zeitpunkt des Beginns eines Tons abweicht. Ob die "geraubte Zeit" wieder zurückgegeben wird hängt vom Einzelfall ab. Eine allgemeine Regel würde ich da nicht sehen. Cortot meinte mal, gestohlen ist gestohlen, der Räuber bringt ja die gestohlenen Sachen auch nicht wieder zurück :D

lg
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Diese Seite hier gefällt mir noch am besten:

und da vor allem die konkreten Beispiele von Jean Candlish

http://www.keyboardcompanion.com/RubatOldArticle/Page1.html

.
 
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