J. S. Bach, Präludium & Fuge F-Dur, WTK II (BWV 880)

"nicht ausreichendes Herausarbeiten der Melodie" fand ich halt bissel krass
Das ist doch in kleinster Weise „krass“.
fehlt mir ein bissl Agogik und Dynamik und ein „herausarbeiten“ der „Melodie“
Ich habe gesagt „Fehlt mir ein BiSSL“. Ich weis nicht wie ich’s ausdrücken soll. Nenn es „schärfen“ statt herausarbeiten. Was ist an der Aussage schlimm?

Mir gehts nicht anders, ich denk ich hab mir richtig Mühe gegeben und dann höre ich „ja, es geht also technisch. Warum ist das nicht schön?“ und dann stutze ich und denke mir „Huch? Ich hab mir doch so Mühe gegeben.“ Aber da wird’s doch dann erst überhaupt richtig interessant. Was macht es denn schön? Was ist schön überhaupt?“. Ist schön „korrekt“? Ist schön „sauber“? Wo ist „schön“ bedingt durch den Notentext an sich, aber wo durch die Interpretation?

Also was ist es, dass man sagt „sehr schön gespielt“. Er spielt es sehr gut und für mein Empfinden für sehr schön fehlt das Detail was ich genannt habe. Daran ist nichts krass. Es ist das was ich als Publikum/ Zuhörer dieses Videos empfunden habe. Dazu wurde es geteilt.
 
Nochmal zum Praeludium:
Jedes Achtel ist gestochen gleichmässig, fast wie ein Räderwerk bleibt das Tempo und die Länge der Noten absolut gleich innerhalb der Achtel.
Gleichzeitig erzwingen diese Achtel damit eine Wichtigkeit, die sie durchaus nicht immer haben.
Wenn man sich vorstellt, dass sie meistens nur weiches Verbindematerial sind, um die harmonischen Wendungen und Melodieteile zu vergeschmeidigen, dann könnte das erreicht werden, indem sie deutlich zarter gespielt würden. Dann kämen die Orgelhaftigkeit der langen Töne viel mehr zum Klingen.
Da das Klavier immer auf jedem Ton sofort ein decrescendo startet - das ist echt fies! - , hört man lange Töne nicht genug, wenn nebenlaufende Achtel in gleicher Lautstärke daherkommen.
Das gibt dann einen seltsam zweidimensionalen Klang.
 
um die harmonischen Wendungen und Melodieteile zu vergeschmeidigen, dann könnte das erreicht werden
Ich hab gelernt die „unwichtigeren“ zarter zu spielen und die wichtigen dafür einen ticken länger liegen zu lassen. Das wird dann richtig schwer aber. Es länger durchklingen zu lassen, ohne kleben zu bleiben. Und das dann schön zu formen. Dafür muss der Fingersatz das dann auch zulassen. Ich hab den da konsequent umlernen müssen, weil das mit meinem nicht ging, der hat ein ständiges loslassen erzwungen und da hieß es ich spiele Bach wie eine Schreibmaschine 😁😁🙏
 
Seit wann geht es denn um Perfektion?
Nur, "computerähnlich", "langweilig", "wird der Musk nicht gerecht"

Ich glaube auch nicht dass der TE ein Video teilt mit den Gedanken „es ist perfekt, hier die neue Referenz“ sondern um Anregung zu bekommen

Dort steht doch explizit „NICHT“. Warum muss man immer nur den halben Satz zitieren?
 

Zurück
Top Bottom