Aufgeregt - Was tun

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Digedag

Digedag

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Da ich ja ab und an Gottesdienste begleite habe ich ein Problem:

Ich bin vor jeder Messe sehr sehr aufgeregt (habe Bauchschmerzen usw., schon in der Nacht davor kann ich kaum schlafen).

Was kann ich dagegen tun?

Grüße
Jonas
 
F

florianf

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Hallo Jonas,
genau die Frage hab ich mir heute vor der Messe auch wieder gestellt - was kann man tun, wenn man noch nicht viel Erfahrung hat und nur ab und zu zum Zuge kommt? Ich hab dann auch zwischendurch eine Art "Tunnelblick" beim Notenlesen - auf einmal fühlt es sich so an als ob man alles von den geübten Stücken vom Blatt probieren würde - mit entsprechenden Lesefehlern. o.O
kann man da überhaupt was tun?

Grüße,
Florian
 
R

Rebecca

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Ihr lieben,

darauf kann es nur eine Antwort geben: nehmt es nicht ernst.
Im Gottesdienst sind alle mit ihren eigenen Inhalten beschäftigt und hören nichtmal, wenn ihr irgendeinen Käse spielt. Niemand hört das.
Es interessiert auch überhaupt nicht. Alle kleineren Gemeinden sind froh, wenn überhaupt jemand spielt und der Gottesdienst nicht völlig sang- und klanglos abläuft. Und für alle anderen ist das schon so selbstverständlich, dass es nicht mehr auffällt.

Eure professionell ausgebildeten Kollegen spielen manchmal absichtlich ein bisschen "seltsam" (für Normalverbraucher Ohren), weil sie sich tödlich langweilen würden, würden sie immer die gleichen Harmonieschemen anwenden. Grad auf der Orgel toben sich ganz viele hübsch atonal aus. Es stört niemanden. Höchstens mal Chormitglieder, die ihren Kantor schon ewig kennen und die seinetwegen überhaupt kommen und die ihm dann nach dem Ostergottesdienst sagen "ja hör mal, an OSTERN kannst du doch nicht solche Faxen machen", und selbst das ist nicht wirklich ernst.

Ich hab schon lustige Sachen gemacht; Lieder vertauscht, Strophen weggelassen oder angefügt, bei den Vorspielen herumexperimentiert, und es hat noch nie jemanden interessiert (höchstens in dem Moment der Verwirrung, in dem keiner wusste, welches Lied jetzt eigentlich gesungen wird) ;)

Nehmt es nicht so wichtig. Es soll euch auch Spaß machen, und alle können froh sein, dass ihr es überhaupt tut. Fertig aus basta. ;)

GLG
 
K

klafierspieler

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@Digedag, florianf: Falls ihr einen Lehrer habt, der regelmäßig zu Gottesdiensten spielt, könntet ihr mit ihm vereinbaren, in einem seiner Gottesdienste erstmal ein oder zwei Lieder zu begleiten, statt einen gesamtem Gottesdienst zu spielen. Letzteres ist nämlich ziemlich umfangreich und für Anfänger daher nicht einfach. Auf diese Weise gewöhnt ihr Euch langsam an die Situation.

@Rebecca: Die Leute hören schon, ob der Organist gut spielt oder nicht. Ich bekomme immer wieder Rückmeldungen (positive und freundlich-kritische) , die sich hauptsächlich auf Tempo und Lautstärke beziehen. Aber die Leute sind auch bereit, Anfängern Fehler zu verzeihen und freuen sich über deren Entwicklung. Völlig egal ist es aber nicht, wie gespielt wird, ein Gottesdienst ist immer noch ein würdiges Ereignis.

Und ein bißchen aufgeregt bin ich trotzdem immer noch auch nach über 10 Jahren Praxis, das gehört zum öffentlichen Spielen eben dazu.
 
R

Rebecca

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@klafierspieler: Ein würdiges Ereignis... kommt drauf an. Und zwar weniger auf den Organisten als auf den Pfarrer... ;)
Gottesdienste sind keine Konzerte, und es geht auch überhaupt nicht darum, sich zu beweisen. Sollte es jedenfalls nicht. Es ist eine Versammlung von Menschen mit gemeinsamen Anliegen. Diese Anliegen beinhalten nichts im Sinne von "hier sind nur die Besten willkommen"... ;) Ganz im Gegenteil, möchte man meinen.

Und die Leute hören definitiv weniger als man meinen würde. VIEL weniger als man selbst. Und wenn hinterher manche meinen, einem gute Ratschläge geben zu müssen, sind das meistens Leute, die selbst irgendein Instrument spielen, wissen, dass hier ein Amateur zugange ist, und zeigen wollen, dass sie auch Ahnung haben (was sie in der Regel trotzdem nicht haben). *g*
Was das Tempo angeht: bei KEINEM Organisten sind alle zufrieden, das habe ich auch noch nie erlebt. Nur, wenn der Organist eine gewisse Autorität ausstrahlt, dann wird keiner anfangen, sich zu beschweren... das, was in dem Fall am ehesten passiert, ist, dass der Pfarrer demonstrativ hinterher singt. *lach* Habe ich auch schon erlebt. Es gab auch schon kleine Kämpfe zwischen Pfarrer und Kantor, bei denen beide stur ihr Ding durchzogen und hinterher war der Organist eine ganze Strophe voraus. ^^

Man kann ja versuchen, auf die Tempowünsche der Gemeinde einzugehen, aber am besten lässt man sich erstmal grundsätzlich überhaupt nicht drausbringen. Ich kann nur wiederholen: alle sind froh, dass überhaupt jemand spielt.
 
K

klafierspieler

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alle sind froh, dass überhaupt jemand spielt.
Daraus darf man aber nicht ableiten: Hier kann ich machen was ich will, brauch mir keine Mühe geben, weil es zu mir keine Alternativen gibt. Natürlich ist es kein Konzert, aber eine würdige Gestaltung sollte man trotzdem anstreben.

Als Trostpunkt für unsere Anfänger: Ich habe solche negativen Erfahrungen wie von Rebecca geschildert mit Pfarrern nicht machen müssen, alle waren kooperativ mit mir als Organisten, das sollten absolute Ausnahmen sein.
 
R

Rebecca

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Jaja, die Pfarrer würden sowas natürlich mit Amateuren nicht machen.
Ich rede jetzt von meiner Mischpoke, das sind alles gestandene A-Kirchenmusiker und Bezirkskantoren und sowas. Da kann sich dann schonmal so ein Späßchen ereignen. Sind ja in der Regel dann auch befreundet mit den Pfarrern.

Und ehrlich: du siehst doch, dass die beiden, die hier über ihre Aufregung geklagt haben, alles andere denken, als dass sie sich keine Mühe geben müssten... im Gegenteil. Deshalb sind deine mahnende Worte hier völlig deplatziert. Hier muss man Druck rausnehmen, nicht einfügen, oder meinst du, sie spielen besser, wenn sie sich Nächte vorher mit Alpträumen und Bauchschmerzen herumschlagen?

Ich zitiere mal einen hochgeschätzten Dekanatskantor und Kirchenmusikdirektor: "Musik ist keine Sache auf Leben und Tod!" und "Das darf man alles nicht so ernst nehmen".

Von höherer Stelle kannst du auch keinen Rat mehr bekommen, lieber klafierspieler...
 
K

klafierspieler

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Ich will keinesfalls mehr Druck aufbauen. Ich habe ja geschrieben, dass Gemeinden gern bereit sind, Fehler zu verzeihen. Wichtiger als das Resultat ist auch hier der Wille. Ich schätze auch ein, daß unsere beiden Fragesteller ehrgeizig sind, so gut wie möglich zu spielen. Diesen Ehrgeiz solltest Du ihnen nicht nehmen. Ich kenne auch einen jugendlichen Spieler, der ziemlich schlecht spielt und bei dem auch keine Entwicklung zu hören ist. Dazu sollte hier niemand ermutigt werden.
 
Leoniesophie

Leoniesophie

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Hallo Digedag,
liest du hier noch mit?

Einiges Hilfreiches wurde hier geschrieben, welche Tipps helfen dir weiter?

Aus der Sicht einer absoluten Amateurklavierspielerin sehe ich das so:

Aufregung gehört immer dazu, das lässt sich nicht vermeiden

Mentales Training ist hilfreich: sich bewusst machen, dass die Orgelbegleitung nicht im Mittelpunkt steht, sie läuft als Begleitung im Hintergrund, ergo stehst Du auch nicht im Mittelpunkt.Versuche die Aufregung in dir wahrzunehmen und zu spüren: wie wühlt sie sich bei dir an? Was passiert mit dir während des Spielens? Nimmt die Aufregung im Verlauf eines Liedes ab? Konzentrier Dich auf die Musik weg von dir selbst. Hast du viele Gelegenheiten, die Lieder zwischendurch an der Orgel zu üben? Mach das! Setz Dich an die Orgel und stell' dir vor, die Gemeinde sitzt gerade unten. Nicht zuletzt:Übe die Stücke, bis du sie 120 % ig kannst, bis sie Dir zu den Ohren rauskommen. Das schafft Sicherheit! Mach' dir bewusst: Du machst das freiwillig und ohne Geld, es ist letztendlich ein Geschenk von Dir, Du weisst, Du gibst Dein Bestes, besser gehts nicht.

LG
Leonie
 
R

Rebecca

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Klafierspieler, keine Sorge, eine entspannte Haltung gegenüber Gottesdiensten nimmt bestimmt keinem den vorhandenen Ehrgeiz, musikalisch etwas gut zu machen.
Das Eine hat mit dem Anderen überhaupt nichts zu tun.
Und wenn jemand übermäßig nervös ist, dann kann man nichts besseres tun, als ihm klar zu machen, dass das alles gar nicht so wild ist, wie er in dem Augenblick denkt. Das Erfolgserlebnis ist ungleich größer, wenn man gerne tut, was man tut (nicht völlig beängstigt) und die Sache um ihrer selbst Willen betreibt, statt irgendwelchen imaginären Ansprüchen genügen zu wollen. Von mir selbst weiß ich, dass man in der Regel tausendmal besser übt, wenn man den eigenen Ansprüchen genügen will, als wenn man sich vorzustellen versucht, was irgendjemand anders von einem möglicherweise erwarten würde.

Ehrlich gesagt habe ich eher den Eindruck, dass du dich und das, was du tust, furchtbar gerne furchtbar wichtig nimmst, und es dir deswegen nicht in den Kram passt, wenn ich nicht finde, dass ein Gottesdienst keine riesige Sache ist. Dummerweise stimmt es halt. Es ist keine große Sache, und in den meisten Fällen gehen die Leute auch nicht hin, um den Organisten kritisch zu beurteilen. Die haben ganz andere Motive.
So, also sag' mir doch bitte, dass ich mich täusche, und es hier nicht einfach um dein aufgeblasenes Möchtegern-Organisten-Ego geht... ;)



Und liebe anderen: macht euch keinen Kopf. Ehrlich nicht. Ich verspreche euch, dass sich alle freuen, dass ihr spielt, ohne euch nach Fehlern abzusuchen - sie würden sich hüten! Und die paar wenigen, bei denen es anders ist, gelten nicht, die haben einfach nötig, sich aufzuspielen und verstehen auch gar nicht, worum es geht (und können es in aller Regel selbst natürlich auch nicht besser) *g*
 
F

florianf

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Vielen Dank für die aufmunternden Worte, sag ich jetzt einfach mal, ohne dem Themenersteller etwas vorweg nehmen zu wollen.
Was mir nach wie vor abgeht ist einfach ein wenig Automatismus wenn ich nervös bin. Viele Stücke gehen nach langem Üben einfach automatisch von der Hand, sofern niemand im Raum ist, und genau diese Sicherheit fehlt mir dann im GD plötzlich.
Ich glaube mittlerweile, positive Erfahrungen sind da das um und Auf, und vllt noch das Ausbleiben negativer Reaktionen der Zuhörer. Gestern nach der Messe (bin spontan bei der Nachbarsgemeinde eingesprungen) ist beispielsweise ein Kirchengeher zur Orgel rüber und hat gemeint, dass sei schon "ein ganz anderer Stil" als der dortige Hausorganist, und gefragt wo ich denn "normalerweise" Organist bin. Solche Momente stärken denke ich am besten den Glauben in die eigenen Fähigkeiten. Leute, denen es "zu schnell" (ältere Kirchenbesucherinnen) oder "nicht demütig genug" (Urteil nach einer Messe vom Priester; gemeint als Anspielung auf Nutzung des vollen Plenums beim Auszug während der Fastenzeit -.- ) hatte ich auf der anderen Seite dann auch schon in den wenigen GDs die ich bisher spielte.
Was mir auffällt ist auch, dass man sich nicht selbst betrügen kann - einreden dass es nicht so auffällt wenn man sich verspielt, hab ich nie geschafft - aber sobald nach dem Segen die Leute rausgestürmt sind (Katholiken eben) gehen alle trickreichen Stellen im Auszug auf einmal wieder ganz glatt.. *schulterzuck*

Liebe Grüße und schönen Abend,
Florian
 

Klassikfreund2

Klassikfreund2

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Ich glaube, es ist ganz normal und auch dem Medium Orgel geschuldet, wo an sich schon eine hohe Konzentration gefordert ist. Mir geht es ebenso, wenn Publikum im Raum ist (oder früher der Kantor) geht alles, was zu Hause problemlos über die Bühne ging, überhaupt gar nicht mehr.

Selbst wenn ich in meiner Kemenate den Rekorder laufen habe, ist alles ganz anders -nur jetzt keinen Fehler machen, prompt ist er da.

Vielleicht sollte man generell den Rekorder laufen lassen um sich daran zu gewöhnen?
 
K

klafierspieler

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Lieber Digedag und florianf,

Richtig ist:

Euer Engagement ist ein wichtiger Beitrag (natürlich nicht der wichtigste) bei der Gottesdienstgestaltung. Ich bin mir sicher, daß Ihr Euch darum viele Gedanken macht (sonst wärt Ihr ja nicht hier), und das ist gut so. Wenn Euch unter Streßbedingungen manches noch nicht gelingt, ist das nicht schlimm, das entwickelt sich mit der Zeit. Und Fehler passieren allen, auch Profis. Es gibt immer wieder Mißverständnisse und Irrtümer. Letztes Beispiel bei mir: Ich dachte, die Zeit ist ran, die läuten hier scheinbar nicht, also fange ich an. Nach dem Vorspiel erstmal längere Pause um das Ende des Läutens abzuwarten. Ein ältere Pfarrer, der schon auf die 80 zugeht, sagt dazu immer "Live is live... "

Falsch ist:

Die Gemeinde sind alles doofe, die nichts mitkriegen. Da kann man spielen was und wie man man will, ist alles egal. Man brauche sich auch nicht vorzubereiten und auf den Anlaß des GD eingehen, weil die eh keinen anderen haben der spielt. Sagte doch mal ein Pfarrer zu mir (war eine unerfreuliche Ausnahme): "Es ist gar nicht gut, wenn der Organist zu viel kann. " Ich sage: er kann gar nicht genug können, so lange er es der Sache unterordnet. (@Rebecca: Ich kann noch längst nicht genug, sonst schreibst Du dem aufgeblasenen klafierspieler gleich wieder, er bildet sich ein, viel zu können. )

Weitere Tips: laßt Euch genügend Vorbereitungszeit zugestehen und nehmt nicht aus Gutmütigkeit zu viele oder zu kurzfristige Orgeldienste an. Scheut Euch nicht davor, nur manualiter zu begleiten: So habe ich auch angefangen, und dann erst eines und dann immer mehr Lieder mit Pedal gespielt. Und nicht unbedingt schwere Stücke, die gerade gelernt wurden, gleich zum nächsten GD spielen, sondern leichte, weiter zurückliegende. (Die Hörer können den Schwierigkeitsgrad nicht wirklich einschätzen. )

Frohes und entspanntes Spielen wünscht der
klafierspieler
 
Digedag

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@Leoniesophie:
Ja ich lese mit. Am meisten hat mir geholfen, dass ich mir kein Kopp machen soll, wird schon klappen ^^ (irgendwie).

Grüße
 
T

Tastenkatze

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Ging mir in grauer Vorzeit auch mal so mit der Aufregung vor den Messen... Was dagegen hilft? Spielen, spielen und nochmals spielen. Viel Spaß! :D
 
rolf

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Am meisten hat mir geholfen, dass ich mir kein Kopp machen soll, wird schon klappen ^^ (irgendwie).
eben!
hilft ja nüscht: wenn man spielen muss, geht kein Weg dran vorbei und dann wird auch keine Aufregung das verhindern können (es sei denn, du kollabierst und musst bewußtlos per Krankenwagen abtransportiert werden - aber das ist sehr sehr selten)
 
X

xXpianOmanXx

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mich würde so ne denkweise noch mehr verrückt machen :D
etwas zu "müssen" & zwang allgemein ist ja doch eher unschön ;D

-> "die aufregung nützt mir gerade eh nix" reicht als autosuggestion,
viel wichtiger ist die somatopsychische komponente ;) genau da ist's, wo man zu allererst ansetzen sollte und wo man die effektivsten ergebnisse erzielt bekommt, sofern denn bedarf besteht.
 
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Rheinkultur

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"Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem." (Röm 12,21)
So lautete die Jahreslosung der Evangelischen Kirche 2011 und im Zusammenhang mit diesem Faden wäre selbige wieder aktuell. Es geht nämlich darum, negative Inhalte (das Aufgeregt-Sein) durch positive zu ersetzen: Sich bestmöglich vorbereitet zu haben, gerne zu spielen, mit guter Musik ein positives Zeugnis für den Glauben abzulegen und damit die Verkündigung von Gottes Wort zu bereichern - es gibt genügend Varianten zur Auswahl. Man bediene sich also:
"So sah ich denn, dass nichts Besseres ist, als dass ein Mensch fröhlich sei in seiner Arbeit; denn das ist sein Teil." (Pred 3,22)
Brahms - Denn es gehet dem Menschen

Ungeeignet sind dagegen negativ besetzte Inhalte: Wer sich suggeriert, "ich bin nicht aufgeregt", sieht im Geiste stets das Bild eines aufgeregten Menschen - und landet wieder da, wo er eigentlich weg wollte. Und ohne ein gesundes Maß an Anspannung ist inspiriertes Musizieren ohnehin nicht möglich - und dieses gesunde Maß macht wach und konzentriert, worauf es ja letztlich ankommt.

LG von Rheinkultur
 
rolf

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etwas zu "müssen" & zwang allgemein ist ja doch eher unschön ;D
gleichermaßen scharfsinnig wie politisch korrekt -- indes: du "musst" atmen, ob de willst oder nich, du musst Hausaufgaben machen und Klausuren schreiben, du musst essen und trinken, du musst dich waschen, oh BUHUHU lauter böse Zwänge...
wer Orgeldienst in der Kirche versieht, der "muss" halt auch Orgel spielen, wenn Leute da sind
 
 

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