Das dürfte ein identisches Modell sein, also ein 280er aus ca. 1892. Die Farbe der Gußplatte legt nahe, dass der schon einmal in der Fabrik zur Überholung war, denn dieser bronzene Farbton sieht nach original Bösendorfer aus. Die Mechanik dürfte auch der Zeit entsprechen, wenn die Klaviatur so aussieht - und damit wohl noch eine Stoßzungenmechanik.
Der hier abgebildete ist komplett überholt worden, inklusive Neubesaitung, vor allem aber mit einer modernen Mechanik, die der Klavierbauer komplett selbst gebaut hat, inklusive Klaviatur. Die Hebeglieder, Hammer bis zur Kapsel und Fänger stammen aus einem moderneren Bösendorfer um ca. 1920, der Rest ist selbst gebaut. Klingen tut das dann so:
Die 60.000 sind vielleicht für den überholten
Flügel* ein realistischer Preis, aber nicht für das alte Schätzchen. Ohne einen Preis benennen zu wollen: Man muß dafür überhaupt erst einmal einen Käufer finden. Der
Flügel* schaut schäbig aus und es ist schon recht aufwendig, die Oberfläche wieder hinzubekommen - und dann eben die Mechanik, die heute keiner mehr spielen will. Mein Klavierbauer hat den Flügel in vergleichbarem Zustand praktisch geschenkt bekommen, weil ein solches Monster in dem Zustand einfach unverkäuflich ist.
Aber für den Festsaal sollte man schon überlegen, ob man das Geld für eine richtige Reparatur in die Hand nimmt; billiger als ein neuer Konzertflügel ist das allemale und mit einer neuen Mechanik ist das praktisch wie ein moderner, sehr schöner Konzertflügel.