Die Zugstreben vor den Pedalen weisen aus, dass es noch die alte deutsche/ Wiener/ Prellzungen-Mechanik ist.
Wenn der Bösendorfer eine Stoßzungen- bzw. "doppelt englische" Mechanik hätte, dann wäre seine Sanierung weit "ertragversprechender" als mit der liebhabernden Wiener Mechanik.
Das wechselte im Zeitbereich von ca. 1900 (als der Imperial herauskam) bis ca. 1906, als sich wohl Bösendorfer generell von der Wiener Mechanik verabschiedete. Der
Flügel sollte also wohl älter sein, und hat damit min. ca. 120 Jahre auf dem ehrwürdigen Buckel.
Für einen Liebhaber, der nicht Profi-Pianist ist, kann das immer noch ein sehr schönes Instrument werden. Bissel problematisch sind wohl die Beschaffbarkeit und die Preissitu für Teile der Mechanik, wenn denn man eine Wiener Mechanik sanieren will. Das müsste ein Fachmann für sowas checken.
Alte Bösendorfer sollten auch in den klassischen "Ecken" geprüft werden, also Stimmstock, der Resonanzboden, und auch der Rahmen. Ich erinnere mich, mal in Mülheim an der Ruhr einen recht alten (um 19010?) Semikonzertflügel in Augenschein genommen zu haben für einen mich besuchenden ex Clavio-Admin, der parallel sich per Hdy vom Klaviermacher Michael beraten ließ - und dann die Finger von dem Flügel ließ.
Zu einem weit tieferen Preis hatte dann der Klaviermacher dennoch gekauft - Argument zum Preis-Tieferlegen: Rahmenriss. Der Flügel wurde dann komplett saniert und wohl auch - nach sehr viel Arbeit - gut verkauft.