Akkorde

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stinkale

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Hallo Leute,

spiele jetzt bereits 2 Jahre Klavier. Stücke die ich spiele sind Für Elise, River Flows in You, Fabelhafte Welt der Amelie, und Band 1 von "Klavier mein schönstes Hobby". Ich möchte mich num mehr mit der Theorie beschäftigen. Macht es für euch sinn die wichtigsten Akkorde zu pauken damit man sich bei neuen Liedern leichter tut. Die Akkorde sind dann ja immer wieder in den Liedern "versteckt" und ich denke wenn man sie dann benennen kann und auswendig weiß das man dann viel schneller voran kommt.

Wie geht das ein vernünftiger Klavierlehrer an dieses Thema? Spielt man gleich drauf los oder sind erst Akkorde angesagt?

Danke
 
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elli

Guest
Nö, wozu abstrakt sich quälen, wenn man in der Zeit lieber neue Stücke spielt, und mit jedem Stück erweitert sich der Raum.

Dieses akademische Gefasel von Akkordnamen ist für Klavier Normalos unbrauchbar - es sei denn du willst Liedbegleitungen selbst beifügen, dass kannst du aber nur , wenn du die Akkorde im voraus erfühlst - wie GitarreKlampfer es mit drei oder vier Akkorden drauf haben. Vielleicht sollte man noch die Buchstabensymbole dann dafür kennen, aber wer in dem klassischen Schulkanon unterwegs ist, braucht das schlicht nicht.

Spiel mal lieber demnächst Bach und co. und nicht nur die (vereinfachten) Gassenhauer.

Ich wundere mich sowieso , wie Klavierneulinge ständig sich über hochgeistige "Theorien" austauschen wollen , damit meist aber nur Notation meinen, statt sich auf das handwerkliche Spielen erstmal zu konzentrieren. Erst wenn die Stücke so komplex werden und das handwerkliche beginnt meisterhaft zu werden, lohnen sich doch die Diskussion über musiktheoretische Aspekte. Und dann ist man auch soweit, sich den Stoff dafür selbst zu besorgen. Die Klavierstunde sollte dem Spielen vorbehalten sein und nicht unnützem Palaver, welches man im internet zuhauf selbst nachlesen kann.
 
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ThumbsUP!

Guest
Dieses akademische Gefasel von Akkordnamen ist für Klavier Normalos unbrauchbar
Bödsinn. Aus dieser Haltung heraus ist die verbreitete Unfähigkeit der Klassiker überhaupt erst erwachsen. Früher konnten die ganz selbstverständlich auch improvisieren.

Wenn Bach nichts von Akkorden gewußt hätte, gäbe es seine Musik nicht.
 
Andre73

Andre73

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Ist das wirklich so? Ich komme jetzt nach 2 Jahren immer öfter auf Stücke, die man sich nicht mehr so einfach merken kann wie anfangs. Begleit-Arpeggien hoch und runter am Stück, in jedem Abschnitt mit leicht anderen Variationen - da habe ich jetzt immer öfter in Stücken vorliegen.
Ich habe schon das Gefühl, dass da gewisse Dinge ähnlich ablaufen und nehme mir immer vor, mir die Theorie dazu anzuschauen oder Akkorde/Kadenzen zu üben, damit das einfacher wird - allein mir fehlt die Motivation ;) Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass das nutzlos für mich "Normalo" sei, die Logik dahinter auf theoretischem Niveau (jenseits von simpelstem Dreiklang/Terz/Quinte etc.) besser zu verstehen.
 
T

ThumbsUP!

Guest
Klar! mit der nötigen Theorie dahinter kann man sich größere Zusammenhänge merken, statt jede Note einzeln auswendig zu lernen.

rolf gefällt dieser Beitrag, obwohl ich nur der Däumling bin, YEAH! Sayonara, rolf, sayonara. Gott ist groß...
 
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elli

Guest
Klar! mit der nötigen Theorie dahinter kann man sich größere Zusammenhänge merken, statt jede Note einzeln auswendig zu lernen.
Musiktheorie im Speziellen ist wie Mathematik, du glaubst doch selbst nicht, dass diejenigen, die meinen sie hätten ein Defizit im Akkorderkennen (schon allein die Fokussierung auf Akkord allein.....), sich mit knochentrockener Theorie abgeben (können).
Und für pianistische Laien ist es völlig unerheblich, ob sie mit Begriffen wie verminderter Septakkord schwadronieren können oder nicht, wenn auf dem Klavier überhaupt noch mit der Ausführung gekämpft wird.

Wenn jemand sich per se für Musiktheorie interessiert, so ist das völlig unabhängig vom Instrumentspiel.

Und klassisch ausgebildete Hobbypianisten brauchen nicht improvisieren wollen, wenn sie es wollten, würden sie es machen.

Pianisten, Instrumentalisten, die gleichzeitig Komponisten sind, oder zumindest improvisieren können waren auch in der Vergangenheit rar. Wer gekonnt improvisieren will, muss zuallererst ein ausgezeichneter Instrumentalist sein - und Otto Normalo ist in der Regel kein ausgezeichneter Pianist.
 
Rheinkultur

Rheinkultur

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Ich habe schon das Gefühl, dass da gewisse Dinge ähnlich ablaufen und nehme mir immer vor, mir die Theorie dazu anzuschauen oder Akkorde/Kadenzen zu üben, damit das einfacher wird - allein mir fehlt die Motivation ;)
Es lohnt sich aber, das Motivationsdefizit zu überwinden und zu erkennen, was in struktureller und formaler Hinsicht in der gerade in Arbeit befindlichen Musik so steckt. Dank gut funktionierender Mustererkennung geht es mit dem Einstudieren und Üben in der Folgezeit nämlich deutlich schneller voran. Die später zu erwartende Zeitersparnis beträgt ein Vielfaches der ursprünglich investierten Lernzeit, um wichtige Zusammenhänge zu erkennen. Warum manche Leute viel besser vom Blatt spielen und beim Einstudieren viel schneller vorankommen als andere? Nicht etwa, weil sie mehr Sachen gleichzeitig erledigen können als andere. Sondern indem sie die wesentlichen Zusammenhänge bereits erkannt haben und ihre Auffassungsgabe zielgerichteter einsetzen können als andere, die sich mühsam am Notentext entlang "buchstabieren" müssen. Damit müssen gut vorbereitete und versierte Lehrkräfte keineswegs einen unverhältnismäßig großen Teil ihrer Unterrichtsstunden blockieren. Auch bei anderen Hobbys beispielsweise sportlicher Art geht es nicht ohne ein wenig Theorie, Analyse und Taktik.

LG von Rheinkultur
 
jauchzerle

jauchzerle

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Oh, Elli ... ehrlich!
Wenn man diesen Faden bis hierher gelesen hat möchte man eh das Klavier als "Normalo", "Laie", "Hobbypianist", "Otto" oder als "diejeniger" sein Klavier gleich hochkant in die Ecke stellenund sich für den Rest des Lebens als unwürdig empfinden!
Muss denn jeder den gleichen Weg gehen wie Du es meinst?
Mir hilft die Kenntnis der Akkorde aus der Orgelei damals bei meinem heutigen Lernen sehr viel.
Wenn das Stinkale gerne mit Akkorden begleitet und frägt, ob es für Seichtigkeiten wie oben genannt hilfreich sein kann ... warum nicht ehrlich mit einem Ja antworten - statt die harte Schule zu empfehlen.
Es fördert doch das Harmonieverständnis, wenn man den passenden Akkord erfühlen kann (so man ihn noch nicht fachlich ableiten kann)
Ich schätze Deine Beträge sehr, verstehe aber oft die Vehemenz nicht.

Nachtrag: Wobei ein vernünftiger Klavierlehrer, wie Stinkale es formuliert, garantiert nicht Akkorde lehren wird - da hast Du absolut Recht. Elli. :super:
 
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Ludwig

Ludwig

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Ich bin Otto-Normalpianist, habe mehrere Harmonielehren verschlungen, kann einigermaßen Generalbass und Akkordsymbole umsetzen.

Bin ich jetzt Komisch? :lol::lol:
 
cwtoons

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Ja, was jetzt, soll der neue User Akkorde auswendig lernen oder nicht?

Alle denkbaren Akkorde zu lernen halte ich für einen fulminanten Blödsinn. Wenn er aber die Dur- und Mollakkorde von allen "weißen" Tönen auswendig hersagen und spielen kann, könnte das ja nicht schaden für den Anfang und reicht auch erst einmal. Der Rest kommt dann ohne verkniffenes Pauken dazu.

CW
 

T

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Guest
Gerade "River flows in you" ist ein sehr praxisnahes Beispiel: es besteht aus 4 Takten "Komposition" und der Rest sind aneinandergereihte Variationen davon. Mit der Akkordprogression im Hinterkopf (f#-D9-A-E, wenn ich mich recht erinnere) kann man schön eigene Variationen basteln.
 
Ludwig

Ludwig

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Alle denkbaren Akkorde zu lernen halte ich für einen fulminanten Blödsinn.
Richtig, da gibts doch nix auswendig zu lernen :-D - Die Akkordsymbolschrift muss man ein Mal verstanden haben, dann kann man das auf alle Akkorde der Welt anwenden.

(Dass man sie dann noch nicht sofort am Klavier umsetzen kann - geschenkt, das kommt mit der Übung)
 
jauchzerle

jauchzerle

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ich finde, dass ein paar Grundakkorde echt nicht schaden. C,C7,F,G,D,D7,A in dur und Moll ... mit den kann man zumindest schon mal die Weihnachtslieder "improvisieren". Muss man für diesen Teil des Jahrs schon keine wertvolle Anfängerzeit verplempern. In den kommenden Jahren spielt man die Dinger ja eh vom Blatt, als hätte man nie was anderes gemacht.
 
jauchzerle

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naja, weniger macht ja nicht viel Sinn, oder? :-D



ey :musik:
 
Musicanne

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@stinkale

Hallo Leute,
Macht es für euch sinn die wichtigsten Akkorde zu pauken damit man sich bei neuen Liedern leichter tut.
Ich habe mich anfangs viel mit Theorie beschäftigt, aber was nutzt es wenn man das nicht in die Praxis umsetzen kann? Jetzt habe ich Cembalounterricht und da gehört das lernen des Generalbasses dazu. Aber soweit bin ich noch lange nicht. Zwischendurch hatte ich das üben der Akkorde etwas schleifen lassen, und mehr die Stücke geübt, bis ich vorkurzem gemerkt habe, dass das lernen der Akkorde mir auch bei den Stücken hilft, also übe ich diese vorher.

Mein Tipp für dich: lerne nicht, nur die Theorie (wenn es dich interessiert), sondern auch wie man sie anwendet!

Spiele die Akkorde in Grundstellung mit ihren Umkehrungen. Z.B. C-Dur und G-Dur mit den jeweiligen Grundtönen im Bass. Dann G-Dur und D-Dur, d-moll und A-Dur, a-moll und E-dur, F-Dur und C-Dur und dann das ganze mit einer anderen Stellung anfangen. Da die Grundakkorde in drei verschiedenen Stellungen* möglich sind... kannst du diese alle ausprobieren. Bei den Wechsel der einzelen Akkorde den kürzesten Weg nehmen. Da ist dann ein bisschen ausprobieren angesagt, welcher Fingersatz, wann am besten ist. Da kann dir vielleicht auch dein KL helfen, wenn du nicht weiterkommst.

Bei den Beispiel sind jetzt nur Tonarten mit max. 4 #, aber du kannst dir ja nach dem Schema auch die Tonarten mit b's vornehmen. Bei dem ganzen hilft dir der Quintenzirkel. Nimm dir diesen am besten zur Hand beim üben. Schau dir vorher an, wo die Tonarten im Quintenzirkel stehen, dann wird vielleicht einiges klar.

*Grundstellung: C E G
1. Umkehrung: E G C
2. Umkehrung: G C E

Viel Spaß beim erkunden
Musicanne
 
Ludwig

Ludwig

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Ihr geht die Sache ein wenig falsch an meiner Meinung nach :-)
Man lernt nicht einen konkrekten Akkord auswendig à la C-Dur Dominantseptakkord = C-E-G-B, sondern man lernt den Aufbau eines Akkordtyps kennen.

Bleiben wir beim Dominantseptakkord, welcher aus einer großen und zwei kleinen Terzen (also einen Durakkord mit zusätzlicher kleiner Septime) besteht. Dieser Aufbau ist bei jedem D7 Akkord gleich, ob es sich jetzt um C, D, Es oder Hisis handelt.

In der modernen Akkordsymbolik wird dieser mit einer einfachen 7 neben dem (Dur-)Akkord notiert.

Die einzige Schwierigkeit ist es jetzt noch, ein Gefühl für diesen Vierklang in den Fingern zu haben, um ihn automatisch, blind, in jeder Umkehrung sowie in jeder Tonart greifen zu können - da hilft es, erweiterte Kadenzen in jeder Tonart und in jeder Lage und Stellung zu üben. Dies muss nicht haupt"beruflich" geschehen, sondern kann auch nebenbei zum Warmspielen passieren.

LG,
Ludwig
 
jauchzerle

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ich glaub, das muss man alles nicht so "verkopft" angehen (und das meine ich nicht unfreundlich, sondern bayerisch) Er könnte sich ein paar Lieder für Anfänger der elektronischen Heimorgel anschauen. Dann hat er das mit den Akkorden wirklich ganz schnell drauf.
Akkordaufstellung an die Wand pappen, die erste Woche darf man spicken in der zweiten muss das klappen. Das ist echt nicht schwer!

Nachtrag:
Wenn ich Euch so lese deucht mich, dass ich Musik ganz anders erlernt habe als Ihr. (nicht dass ich mir Können bescheinige - mitnichten) Mir wurden Instrumente vorgesetzt mit der Aufforderung. Mach mal: Keiner in meiner Familie hat eine musikalische Bildung genossen, aber sie haben gemerkt, dass ich da ein gewisses Talent gezeigt habe.
Angefangen mit der Blockflöte. Klar gab es ein Notenheft, aber es gab auch jemand, der mir vorgespielt hat. Ich hab nachgespielt und dann selber gespielt. Ich war ein Freigeist. So hab ich dann einige Dinge in der Art erkundet. Ich höre Musik eher, als ich sie lesen kann. Ich fühle sie und tu mich mit den Regeln und der Theorie schwer. Klar erringe ich so vermutlich keine Meisterschaft nach Norm. :blöd:
Ich fand im Wohnzimmer eine Mundharmonika! Genial ... ich konnte das Teil spielen, erklären konnte ich es keinem. Als ich dann ne Melodika bekam verstand ich, warum man bei der Mundharmonika nicht immer nur ein- und ausatmen musste um ne Tonleiter zu finden. Die hat halt einfach keine schwarzen Tasten, die Melodika schon.
Ihr seht. ich bin Entdecker ... und dass ich jetzt nach Noten spiele ist schon ein Wunder an sich! Ehrlich. Daher ist es mir auch überhaupt nicht klar, wie man Akkorde erklären muss. Man drückt sie und schaut, wie sie in die Melodie passen. Passen sie nicht, ist was falsch. Dann wird eben weiterprobiert.
So ging das bei mir mit Orgel weiter, dann mit dem Hackbrett und anfangs auch mit meinem Klavier hier. Bis es mir dann zu dämlich wurde.
Klavier ohne Bassschlüssel und ohne Konzept ist einfach "Banane".
So lerne ich jetzt klassisch - verliere aber sicher nie mein Bauchgefühl und Experimentierdrang.
 
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