Akkorde

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feingeist1

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Hallo,
wie lernt man am besten Akkorde? Für das eigene Komponieren? Oder sollte
man das Lernen der Akkorde sein lassen und alleine vom Blatt spielen?
Für Anfänger ist das Behalten von Akkorden (mit Einzelnoten) nicht einfach,
da es ja auch noch Umkehrungen gibt.

Danke!
 
cwtoons

cwtoons

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Das vom Instrumentalunterricht isolierte Auswendiglernen von Akkorden ist natürlich Unfug.
Man sollte aber wissen, warum es Akkorde gibt, nach welchen Kriterien sie aufgebaut sind und was ihre Funktion ist. Das lernt man, wenn man sich mit Musiktheorie beschäftigt, parallel zur Musikpraxis. Da gibt es Bücher und Onlinekurse.

CW
 
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Rheinkultur

Rheinkultur

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Hallo,
wie lernt man am besten Akkorde? Für das eigene Komponieren? Oder sollte
man das Lernen der Akkorde sein lassen und alleine vom Blatt spielen?
Für Anfänger ist das Behalten von Akkorden (mit Einzelnoten) nicht einfach,
da es ja auch noch Umkehrungen gibt.

Nicht einfach? Mag sein - aber unmöglich ist es nicht, dieses Handwerkszeug in den Griff zu bekommen. Musiktheoretische Literatur zum Themenbereich "Allgemeine Musiklehre" und (mit kleiner zeitlicher Verzögerung) "Harmonielehre" gibt es wie Sand am Meer von Clemens Kühn, Erich Wolf oder auch Klassikern wie Hermann Grabner oder Hugo Riemann und vielen anderen. Auch hier im Forum wird der Suchende fündig.

Viel Erfolg wünscht
Rheinkultur
 
hasenbein

hasenbein

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Ach klar, das ist nicht schwierig, was soll daran kompliziert sein?

Man muß zuerst lernen:

1) Alle Intervalle -wobei erstmal am wichtigsten ist, am Klavier routiniert mit Halbtonschritt, Ganztonschritt, kleiner Terz, großer Terz, Quarte und Quinte umgehen zu können.
Dabei ist es unbedingt zweckmäßig, die größeren Intervalle nicht in Halbtonschritten abzuzählen, sondern in Ganztonschritten - d.h. kl. Terz = 1 1/2 Ganztonschritte, gr. Terz = 2 Ganztonschritte etc!

2) Die Durtonleiter von allen Tönen aus - das gehört a) eh zum Klavierlernen dazu und b) isses auch pillepalle, denn will man eine Durtonleiter spielen, muß man vom Startton einfach "Alle meine Entchen" spielen, damit hat man dann schon mal die ersten 6 Töne; der 7. Ton ist einfach 1 Halbton unter dem 1 Oktave höher wiederkommenden Grundton.

Hat man das wirklich verstanden und kann es flüssig umsetzen, ist Umgang mit Akkorden einfach.

Viele machen den Fehler, die Grundlagen Intervalle und Tonleitern auszulassen bzw. zu vernachlässigen und Akkorde "nach Gefühl und Wellenschlag" zu spielen - dann ist es natürlich kein Wunder, wenn einem die Angelegenheit undurchsichtig und kompliziert vorkommt.

LG,
Hasenbein
 
NewOldie

NewOldie

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ich empfehle die "2 Schritt Therapie:D"

1. Schritt: mach dich frei von absoluten Tonnamen (also fis, C, es usw.) und denke in relativen Bezügen.

Universeller Bauplan eines Dur Akkords ist 1-3-5, d.h. erster, dritter und fünfter Ton einer auf einem beliebigen Ton beginnenden Dur Tonleiter.
Moll ist 1-b3-5, also mit Moll-Terz.
Ein Dominantseptakkord ist immer 1-3-5-b7.

.... solche universellen Baupläne findet man in der Literatur.

2. Schritt: versuche die Akkorde, die oft vorkommen, zu hinterfragen. Irgendwann erinnerst du dich dann daran, dass zum Beispiel die Septime in F7 der Ton Es ist.
Das sind dann erste Orientierungspunkte, Wegweiser in der Wüste:D; nach und nach kommen mehr dazu.
Auch lohnt es sich zu fragen, welche Töne in mehreren Akkorden gemeinsam vorkommen.
Hier liegt ein Schlüssel zur Harmonie, später zur Re-Harmonisierung.

Lieber Gruß, NewOldie
 
rolf

rolf

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Das schöne am Forum ist, dass man neben allem unterhaltsamen Freizeitgeplauder auch immer wieder elementare und zweckdienliche, dazu vernünftige Tipps und Hinweise bekommt.
Ich kann Anfängern in Sachen Akkorde spielen, Akkorde verstehen nur wärmstens empfehlen, Hasenbeins Erklärung auszudrucken, das zu machen (ganz elementar mit alle meine Entchen) und zu verstehen:
1) Alle Intervalle -wobei erstmal am wichtigsten ist, am Klavier routiniert mit Halbtonschritt, Ganztonschritt, kleiner Terz, großer Terz, Quarte und Quinte umgehen zu können.
Dabei ist es unbedingt zweckmäßig, die größeren Intervalle nicht in Halbtonschritten abzuzählen, sondern in Ganztonschritten - d.h. kl. Terz = 1 1/2 Ganztonschritte, gr. Terz = 2 Ganztonschritte etc!

2) Die Durtonleiter von allen Tönen aus - das gehört a) eh zum Klavierlernen dazu und b) isses auch pillepalle, denn will man eine Durtonleiter spielen, muß man vom Startton einfach "Alle meine Entchen" spielen, damit hat man dann schon mal die ersten 6 Töne; der 7. Ton ist einfach 1 Halbton unter dem 1 Oktave höher wiederkommenden Grundton.
hat man das wirklich gemacht (die Entchen von jeder Taste aus!) und verstanden, dann kann man auf ein paar Beobachtungen kommen:
a) alle Durtonleitern haben die Tonschritte oder Stufen ganz-ganz-halb-ganz-ganz ganz-halb
b) Heureka, da ist ja zweimal dasselbe drin: ganz-ganz-halb taucht zweimal auf, dazwischen ist ein Ganztonschritt. Also besteht jede Durtonleier aus zwei identischen Viertonpäckchen (die Dinger heißen Tetrachorde)
c-d-e-f und dann g-a-h-c
c) wow, da kann man das in 1. und 2. gelernte vertiefen:
c-c Prime
c-d große Sekunde (Ganztonschritt)
c-e große Terz (zwei Ganztonschritte)
c-f Quarte (zwei Ganztonschritte und ein Halbtonschritt)
und dann von f nach g ein Ganztonschritt
und juhu: g-g, g-a, g-h, g-c ist wieder wie oben
d) dann nummeriert man die Töne einfach:
c=1, d=2, e=3, f=4, g=5, a=6, h=7 - und dann kommt ja wieder c (wäre dann 8, ist aber einfach nur ne Oktave höher wieder die 1 und dieselbe Chose geht von vorn los)
e) wow, mit den Viererpäckchen, wenn geschnallt, kommt man auf alle Durtonleitern:
c-d-e-f//g-a-h-c = C-Dur
g-a-h-c//d-e-#f-g = G-Dur
d-e-#f-g//a-h#c-d = D-Dur
und so weiter

Hat man das wirklich verstanden und kann es flüssig umsetzen, ist Umgang mit Akkorden einfach.
das stimmt!!
aber um das sichtbar zu machen, empfehle ich noch eine Vereinfachung (diese wird dazu dienen, die einfachen primären Dreiklang-Kadenzen in jeder Tonart spielen zu können)
Vorübung:
rechter Daumen auf c1
linker Zeigefinger auf a1
1-2-3-4-5-5-2-2-2-2-5 sind die Entchen und wir wissen, dass die linke Hand den 6. Ton der Tonleiter spielt (klar, Nr.6 ist eins höher als Nr.5)
wenn man dann sieht, dass obendrüber das c wiederkommt und sich an Hasenbeins Erklärung erinnert, dann fehlt nur noch das h1

die Übung selber:
das h, den 7. Ton der Durtonleiter C-Dur, spielen wir jetzt einfach vor dem allerersten c
also:
(kursiv = linke Hand
h-c-d-e-f-g-a-g-f-e-d-c-h-c
also spielen wir die nummerierten Töne:
7-1-2-3-4-5-6-5-4-3-2-1-7-1
wir haben also den 7.Ton, den Leitton, einfach mal vor den ersten Ton gesetzt - und das müssen wir uns merken, denn jetzt fängt das Akkorde bzw. Kadenzenspielen an
a1 = 6 bzw. gr. Sexte über 1
g1 = 5 bzw. Quinte über 1
f1 = 4 bzw. Quarte über 1
e1 = 3 bzw. gr. Terz über 1
d1 = 2 bzw. gr. Sekunde über 1
c1 = 1 bzw. unser Grundton in C-Dur
h = der Leitton zum c1 hin, untendrunter ein Halbtonschritt aufwärts cum Grundton

dieser "Turm" macht es möglich, erst irgendwie mit beiden Händen, dann nur mit der rechten Hand allein (jepp, mit der linken allein bockts auch) die elementare Dreiklangkadenz zu spielen:
5----6----5----5----5
3----4----3----2----3
1----1----1----7----1
oder anders aufgeschrieben:
g----a----g----g----g
e----f----e----d----e
c----c----c----h----c

Voila, damit ist die erste Kadenz gespielt (damit würden sich schon etliche Lieder rudimentär begleiten lassen)

jetzt verkürzen wir das mal:
rechte Hand:
5----6----5----5
3----4----2----3
1----1----7----1
c----f----g----c - das spielt die linke Hand als Bass unten drunter

und das kann man, wenn man die Entchen geschnallt hat, von jedem beliebigen Ton aus spielen. denn es ist überall gleich

der nächste Schritt wäre, sich die oben genannten/gezeigten Akkorde wie aus Bauklötzchen gebaut vorzustellen und dann man ihren Aufbau zu vertauschen (sowas nennt man Umkehrungen):
c--c--h--c
g--a--g--g
e--f--d--e
und
e--f--d--e
c--c--h--c
g--a--g--g

bezogen auf C-Dur haben diese Akkorde Namen und Funktionen:
ceg = C-Dur Dreiklang = Tonika
fac = F-Dur Freiklang = Subdominante
ghd = G-dur Dreiklang = Dominante

........................erst wenn das geht, kommen die von NewOldie erwähnten zusätzlichen Töne wie Septimen hinzu.

das schöne daran: an den Tasten sieht man das viel schneller, wenn man die Entchen drauf hat, als ich hier Zeit zum erklären und tippen verbrauche :):):)
 
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rolf

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ich hab versucht, elementare Kadenzen OHNE fachchinesisch und ohne notenlesenmüssen etc. so einfach wie möglich herzuleiten - tut mir leid, dass das dann den Text etwas in die Länge zieht, so isses aber, wenn man alles so einfach wie nur möglich darstellen will
und ich bin herzlos genug, Anfängern zu empfehlen, das alles zu machen (es ist dann an den Tasten weniger arbeit, als die Textlänge suggeriert)
 
hasenbein

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Wem das schon zu viel ist, sich Rolfs Text vernünftig durchzulesen und zu verstehen und dann ans Klavier zu gehen und das so zu machen, dem ist sowieso nicht zu helfen und der soll auch nicht Buhuhu machen, daß bestimmte Dinge so schwierig seien, bla...

Es sagt viel über den Zustand der heutigen Gesellschaft, daß Rolf sich bemüßigt sieht, sicherheitshalber noch so ein Statement wie im vorigen Posting abzugeben...

LG,
Hasenbein
 
rolf

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Wem das schon zu viel ist, sich Rolfs Text vernünftig durchzulesen und zu verstehen und dann ans Klavier zu gehen und das so zu machen, dem ist sowieso nicht zu helfen und der soll auch nicht Buhuhu machen, daß bestimmte Dinge so schwierig seien, bla...

...wir hadern ja öfter mal wegen der Weltrevolution und so :D - aber hier sind wir vollkommen einig -- allerdings: spiel deinen Anteil nur nicht herunter!! Betrachten wir das mal lieber als ne Art Gemeinschaftsarbeit, denn ohne deine Tipps hier hätt ich gar nicht den langen Text verzapft :):)
 
pianochris66

pianochris66

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@Hasenbein und rolf,

in meinem Jahrzehnte zurück liegenden Klavierunterricht wurde Theorie praktisch nicht behandelt (es ging immer nur darum, neue Stücke der klassischen Literatur zu lernen) und danach war bei mir alles autodidaktisch, um diese eigentlichen Grundlagen habe ich mich immer gedrückt. So wie ihr das erklärt habt, habe selbst ich als Theoriemuffel es verstanden, vielen Dank dafür!
 
hasenbein

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Was ich nicht verstehe, ist:

Diese Tatsachen - also Intervalle, Tonleitern, Akkorde - sind ja alles andere als neu, sondern bestehen unverändert schon Jahrhunderte.
Außerdem sind sie nicht kompliziert. Ein Grundschulkind kann sie leicht verstehen.

Warum

a) werden diese dennoch nach wie vor so selten auf logische, verständliche und musikangemessene (wichtig - eine Erklärung darf nicht so sein, daß der Schüler durch unzulässige Tricks ein falsches oder zu unvollständiges Bild der musikalischen Vorgänge bekommt) Weise erklärt?

b) jammern nach wie vor so viele rum, es sei ja so kompliziert und geheimnisvoll - selbst intelligente Erwachsene, die in ihrem Beruf täglich mit weit komplexeren Sachverhalten zu tun haben?

LG,
Hasenbein
 

NewOldie

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Was ich nicht verstehe, ist:

Diese Tatsachen - also Intervalle, Tonleitern, Akkorde - sind ja alles andere als neu, sondern bestehen unverändert schon Jahrhunderte.
Außerdem sind sie nicht kompliziert. Ein Grundschulkind kann sie leicht verstehen.

Warum

a) werden diese dennoch nach wie vor so selten auf logische, verständliche und musikangemessene (wichtig - eine Erklärung darf nicht so sein, daß der Schüler durch unzulässige Tricks ein falsches oder zu unvollständiges Bild der musikalischen Vorgänge bekommt) Weise erklärt?

b) jammern nach wie vor so viele rum, es sei ja so kompliziert und geheimnisvoll - selbst intelligente Erwachsene, die in ihrem Beruf täglich mit weit komplexeren Sachverhalten zu tun haben?

LG,
Hasenbein

hallo hasenbein, ich stelle mich gerne als Versuchskaninchen zur Verfügung und gebe Einblick im mein Denken.

Der Musikunterricht, den ich in der Schule über mich ergehen ließ, war vom Nimbus der Kunst überstrahlt.
Entweder man konnte es (singen und/oder ein Instrument spielen) - oder man konnte es nicht (= NewOldie) und gehörte somit zur Gruppe der Schüler, vor dem sich der Musiklehrer kaum verhohlen ekelte.

Begriffe wie Intervalle oder Tonarten waren für mich abstrakte und nicht erfahrbare Konstrukte, ähnlich wie übersinnliche Fähigkeiten, (Sehen von Engeln oder Elfen:p), von denen Zeitgenossen behaupten sie zu besitzen.
Ich stelle fest, dass ich keine musikalische Gabe hatte - und dass ich ausgeschlossen war.

Der Theorie-Unterricht orientierte sich an Schülern, die privaten Unterricht hatten.
Ein Folgen des Unterrichts war einem "Normalo" nicht möglich.

Als Gnadenbrot wurden bei Musikarbeiten Laberfragen (was ist eine Sonate etc.) gestellt, um die sich der im Schatten der Muse stehende Teil der Schüler wie räudige Hunde hermachen durfte, um sich eine 4- zu sichern.

Mit einem Satz: ich habe Musik als Ausgrenzung erlebt.
Als Outlaw habe ich mit anderen "Unantastbaren" auf eigene Faust Musik gemacht.

Ich habe jahrzehntelang nicht für möglich gehalten, dass Musik und Rhythmik mit logischen und exakt nachvollziehbaren Kriterien beschrieben werden kann. ( ... ich habe mich immer gefragt, wo beim 3/4 Takt das 4. Viertel bleibt, es nicht verstanden und als per se unerfahrbare Musik-Esoterik auf sich beruhen lassen ...)

Erst mit Anfang 50 ist mir die Harmonielehre von Sikora in die Hände gefallen und der Mythos begann sich zu entschleiern ...


Lieber Gruß, NewOldie
 
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Leoniesophie

Leoniesophie

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Der Musikunterricht, den ich in der Schule über mich ergehen ließ, war vom Nimbus der Kunst überstrahlt.
Entweder man konnte es (singen und/oder ein Instrument spielen) - oder man konnte es nicht (= NewOldie) und gehörte somit zur Gruppe der Schüler, vor dem sich der Musiklehrer kaum verhohlen ekelte.
Der Theorie-Unterricht orientierte sich an Schülern, die privaten Unterricht hatten.
Ein Folgen des Unterrichts war einem "Normalo" nicht möglich.

Hallo New Oldie,
leider hat sich bis in die heutige Schulzeit nix geändert. Friss oder stirb lautet das Motto.
Die Themen in Musik sind abgehoben und praxisfern. So kann man keine Jugendlichen für Musik begeistern.

Es spiegelt den Wert von Musik in der Gesellschaft und somit auch im Schulalltag wieder.

LG
Leonie
 
cwtoons

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Der Musikunterricht, den ich in der Schule über mich ergehen ließ, war vom Nimbus der Kunst überstrahlt.
abstrakte und nicht erfahrbare Konstrukte, ähnlich wie übersinnliche Fähigkeiten
nicht für möglich gehalten, dass Musik und Rhythmik mit logischen und exakt nachvollziehbaren Kriterien beschrieben werden kann
Sehr gut beobachtet, finde ich.

Das und noch einiges mehr führt dazu, dass Musiker als im Exklusivbesitz von total mysteriösen Fähigkeiten angesehen werden, so wie Schamanen. Diese Fähigkeiten sind unerklärbar und natürlich nicht oder kaum lernbar. Wenn man dann darauf verweist, dass Musik machen zu achtundneunzig Prozent aus technischen und theoretischen Dingen besteht, glaubt das niemand.

CW
 
hasenbein

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Das Spiel "Bridge" oder "Skat" ist komplizierter als "Mau Mau". Ja.

Beklagst Du Dich da auch: "Ach, das ist soooo kompliziert"??

Entweder Du hast Bock, das Spiel zu lernen, dann lernst Du's auch (Opas in der Dorfkneipe können's ja auch), oder Deine Motivation reicht nicht aus, weil Du es nicht interessant genug findest.

Genauso ist es auch mit Molltonleitern, Septakkorden etc. Peng, aus.

Ich habe diese Dinge als Junge sehr leicht autodidaktisch gelernt, weil ich die Klänge spannend fand und es mich zudem generell immer gereizt hat, Systeme zu verstehen.

Plant man aber nur deswegen, Septakkorde zu lernen, weil "man gehört hat, daß das ja auch dazugehört" oder weil die blöden Dinger in einem "Lied" vorkommen, das man ja sooo schön findet und auch gerne mal spielen würde, dann sieht's vielleicht eher trübe aus, weil das, bezogen auf den Lerngegenstand, in zu starkem Maße extrinsische Motivationen sind statt der günstigen intrinischen.

LG,
Hasenbein
 
NewOldie

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.... ein mal weiter gesponnen: was wäre, wenn andere Schulfächer auch so behandelt würden, wie oft die Musik?

Schüler wie ich, die Chemie- Physik- Elektronik- Baukästen früh unter dem Tannenbaum vorfanden, mussten sich in der Schule in Naturwissenschaften doch auch ständig langweilen, weil auf andere Schüler Rücksicht genommen wurde.

Warum praktiziert der Musikunterricht in der Schule elitäre Ausnahmen?
In der bildenden Kunst wurde jeder meiner Mitschüler, unabhängig von Begabung freundschaftlich "mitgenommen" und gefördert, wenn er wollte...


Lieber Gruß, NewOldie
 
hasenbein

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@New Oldie: Heute ist aber eine gewisse Besserung im Musikunterricht zu beobachten.

Zwar ist der von Dir beschriebene Kackunterricht nach wie vor äußerst weit verbreitet; jedoch setzen sich Konzepte des Klassenmusizierens (z.B. Bläserklassen) immer weiter durch.
So wie im Kunstunterricht jeder Bilder tuscht, so spielt da jeder in der Klasse dann ein Instrument. Mit einem fitten Lehrer, der auch Jazz/Rock/Pop-Kenntnisse hat, kann das eine schöne Sache sein, die auch Schüler zum anderweitigen Weitermachen (Instrumentalunterricht, Bandspiel etc.) motivieren kann.

@Nica: Ja, aber dann ist Dein Kommentar, mit Verlaub gesagt, etwas zweckfrei.

LG,
Hasenbein
 
Leoniesophie

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Zwar ist der von Dir beschriebene Kackunterricht nach wie vor äußerst weit verbreitet; jedoch setzen sich Konzepte des Klassenmusizierens (z.B. Bläserklassen) immer weiter durch.
So wie im Kunstunterricht jeder Bilder tuscht, so spielt da jeder in der Klasse dann ein Instrument. Mit einem fitten Lehrer, der auch Jazz/Rock/Pop-Kenntnisse hat, kann das eine schöne Sache sein, die auch Schüler zum anderweitigen Weitermachen (Instrumentalunterricht, Bandspiel etc.) motivieren kann.

Ja, ist ganz nett, diese Bläserklassen, besser als nix. Nur leider ist es so, daß ein hoher Prozentsatz der Bläserklassenschüler nach dem 1 Jahr Bläserklasse das Instrument wieder in die Ecke wirft. Wenn das was bringen soll, müssten alle Schüler eines Jahrgangs ein Instrument spielen und nicht nur eine Klasse. Nicht zu vergessen, dass der Einzelunterricht ja auch von den Eltern bezahlt werden muss, damit man auch in dieser Bläserklasse spielen kann. Es wäre nur recht und billig, diesen Instrumentalunterricht in den Lehrplan aufzunehmen, das wäre für mich ein Zeichen dafür, dass Musikmachen wirklich als zu Bildung gehörig angesehen wird.

LG
Leonie
 
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hasenbein

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Klar, das ist anzustreben.

So, wie es jetzt ist, ist es halt noch lange nicht gut; es ist nur immerhin ein bißchen besser als früher.
 
Leoniesophie

Leoniesophie

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Ja, ok, das kann ich unterschreiben. :)
 

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