Was erwarte ich als Klavierschüler/ Anfänger, von einem Lehrer?

  • Ersteller des Themas amicusrarus
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Ich sage Menschen, die bei mir Unterricht nehmen wollen, was sie von mir geboten bekommen. Wie ich meinen Unterricht verstehe und was mir wichtig ist. Dann können sie sich überlegen, ob sie darauf eingehen. Man kann nur etwas überzeugend lehren, wenn man voll hinter dem steht, was man tut.
Ich sehe da eigentlich keinen großen Widerspruch zu meinen Vorstellungen, die ich vielleicht zu verkürzt dargestellt habe.
Nur als Beispiel, ich hatte in der Vergangenheit immer wieder phasenweise Unterricht bei zwei Lehrern mit völlig unterschiedlichem Ansatz. Einem, der sehr durch die Hochschullehre geprägt war und entsprechend formell unterrichtet hat, und einem Pragmatiker, der nur gefragt hat wo es fehlt, wieviel Zeit ich zum Üben habe, wann es funktionieren muss und mir dann Tipps gegeben hat, wie ich zum gewünschten Ziel komme.
Ich habe bei beiden viel mitgenommen, aber zu Zeiten, wo die Übezeit knapp war, habe ich mich eher an letzteren um Rat gewandt.

Deshalb ist es mir auch wichtig, das Konzept mit dem Lehrer vorab abzustimmen.

Wenn du einen Fliesenleger bestellst und keine Ahnung hast vom Fliesen, dann ist es gut, dem Fliesenleger zu vertrauen und ihm nicht vorzuschlagen, dass du die Keramik gerne mit UHU an die Wand geklebt hättest...

Fachlich habe ich keinem Lehrer dreingeredet.
 
Ich beziehe mich jetzt einmal explizit auf das Thema des Fadens:

Ich erwarte von einem Instrumentallehrer:

1. ein Studium an einer Musik-Hochschule
2. eine positive Grundeinstellung zu seinem/ihrem Beruf (also nicht: "für einen Konzertpianisten, -violinisten ... etc hat es nicht gereicht, jetzt bin ich eben leider Lehrkraft")
3. ein allgemeines Interesse für die Musik, das sich äußert z.B. in: eigenen (kleinen) Auftritten, kammermusikalischen Aktivitäten, Besuch von Konzerten, Lektüre von Büchern zum Thema der Musik, Interesse/Teilnahme an Fortbildungen ...
4. die Fähigkeit, geeignete Stücke (bzw. bei Anfängern: Schulen) auszusuchen, aber auch Vorschläge des Schülers/der Schülerin zu prüfen und zu akzeptieren
5. die Fähigkeit, technische Probleme aufzudröseln, zu erklären, Strategien zu ihrer Bewältigung zu präsentieren
6. die Vermittlung von Übestrategien (das kann auch dann nützlich sein, wenn man bereits über einige gute Strategien verfügt - man lernt in diesem Bereich nie aus!)
7. die Fähigkeit, mit Nicht-Üben-(Können) adäquat umzugehen (Falls sich jetzt jemand wundert: Das müssen Lehrkräfte an allen Schulen tagtäglich leisten, und zwar nicht für einzelne Personen, sondern immer gleich für 15-30 parallel.:001:)
8. ein differenziertes Feedback ("Das hat nicht geklappt, hier hat X nicht gestimmt, das war super, das läuft gut ...")
9. eine positive Grundeinstellung im Unterricht, die geprägt ist von Wertschätzung, guter Laune, evtl. Humor ...
Zustimmung zu allem, ich würde noch ergänzen:

10. Überblick behalten über Stücke und Lernfortschritte (ggf. HA-Heft o.ä.)
11. Bewusstsein für Lehrerrolle/Selbstbewusstsein, Führung übernehmen
 
Ja, das ist sicher sinnvoll. Gleichwohl halte ich es nur bedingt so. Ich sage Menschen, die bei mir Unterricht nehmen wollen, was sie von mir geboten bekommen. Wie ich meinen Unterricht verstehe und was mir wichtig ist. Dann können sie sich überlegen, ob sie darauf eingehen. Man kann nur etwas überzeugend lehren, wenn man voll hinter dem steht, was man tut.
Also mein Konzept würde ich nicht ändern, aber natürlich auf die entsprechende Person eingehen und jeden nach seiner oder ihrer oder esseser Facon fördern.
Schüler, die mit ihrer Prioritätenliste ankommen, würdest du erst mal freundlich aber bestimmt einnorden? "Repetitive Neoklassik können Sie später gerne privat üben. Lassen Sie uns erst mal die Grundlagen legen. Aber Achtung, das könnte Ihre Meinung über diese Musik beeinflussen. ;-)"
Würdest du, einmal stellvertretend für alle KL, schülergefertigte Priolisten gar als übergriffig empfinden?
 
Natürlich höre ich mir nicht nur an, was der Schüler erwartet, ich sage deutlich, was mir beim Unterrichten wichtig ist. Unterricht ist keine Einbahnstraße, und wenn ein potentieller Schüler von meiner Bemerkung, dass Musiktheorie wichtig ist, abgeschreckt wird, ist das so.
Natürlich formuliere ich das so, dass die Musiktheorie an praktischen Stücken und alles andere als langweilig präsentiert wird - aber alleine das Wort "Musiktheorie" scheint manchen zu erschrecken. Warum auch immer. Trauma aus der Schule?
Humor ist wichtig, auf alle Fälle.
Und Flexibilität, es gibt nichts schlimmeres als das sture Durcharbeiten von einer Klavierschule, ohne als Lehrer dabei nach rechts oder links - eben auf den Schüler - zu gucken (im übertragenen Sinne).
 
Ich weiß nicht, für mich geht das an der Realität vorbei.

Als ich die erste Stunde genommen habe, hatte ich die Idee, dass es schön wäre, an Weihnachten Weihnachtslieder zu spielen. Ich wusste, dass mir der Klang des Klaviers gefällt. Und ich hatte eine Ahnung, dass es da eine interessante Welt zu entdecken gibt.

Ich weiß noch, dass ich sehr dankbar war, als ich festgestellt habe, dass mein Lehrer den Unterricht selbst strukturiert und ich mich ganz auf das Spielen konzentrieren kann.

Aber sonst... ?

Ich glaube, ich wäre da mit sämtlichen Entscheidungen überfordert gewesen. Und manches muss man auch ausprobieren. Woher soll ich denn wissen, ob ich mich für Musiktheorie interessiere, wenn ich (außer im Schulunterricht) nie damit in Kontakt kam? Und auch nicht weiß, wo sie hilfreich ist?

Und es wäre doch auch schade, wenn sich der Musikgeschmack über die Jahre nicht entwickeln würde? Wenn man nichts neues kennen lernen würde?

Mein Lehrer kann gut erklären, er spielt wunderschön und hat eine sympathische Art. Das reicht erst mal um ihm die Führung zu überlassen und auszuprobieren, was er vorschlägt.

Wenn ich mit irgend etwas gar nicht zurecht komme, kann ich das dann immer noch sagen.
 
Was bei selbständig tätigen Musiklehrern oft vergessen wird ist, dass diese auch ihre Kranken- und Rentenversicherung selbst erwirtschaften müssen. Die können dann nicht ihre Dienstleistungen zum gleichen Preis anbieten wie ein Student oder ein Musiklehrer mit Festanstellung, der vielleicht nach der Schule noch ein paar Klavierschüler hat.

Wollte ich nur mal so in den Raum stellen
Es gibt die Künstlersozialkasse, die die Hälfte der Sozialbeiträge übernimmt, ähnlich wie bei Angestellten. Voraussetzung für die Mitgliedschaft dort ist, dass man nachgewiesenermaßen einem künstlerischen Beruf nachgeht, man also zB. eine entsprechende Ausbildung hat.
Alle freiberuflichen tätigen Musiker und Instrumentallehrer, die ich kenne, sind in der Künstlersozialkasse.
Insofern stimmt Dein Argument hier nicht so ganz.
Was aber natürlich nicht heißen soll, dass Musiker bzw. qualifizierter Musikunterricht nicht gut bezahlt werden sollen und müssen.
 
Ich würde mir nicht anmaßen, mit dem Lehrer über sein Konzept zu diskutieren. Aber ich glaube, man merkt früher oder später, ob er eines hat und ob das was taugt.
Diskutieren würde ich zu Anfang, ob das grob hinhaut mit der Musikrichtung, bei einem Jazz Lehrer brauche ich keinen Klassik Unterricht nehmen.
 
Klar, und dann soll er natürlich auch noch toll aussehen, auf einem Bein hüpfen und Handstand machen können.
Schönheit liegt ja bekanntlich im Auge des Betrachters.;-)
Auf einem Bein hüpfen müssen schon Kindergartenkinder können - bei der Einschulungsuntersuchung. Aber da kann man bei fortgeschrittenem Alter der Lehrkraft sicher großzügig sein. ;-)
Als eine, die nie gut im Kunstturnen war, bin ich auch beim Handstand großzügig. ;-)
 
Es gibt die Künstlersozialkasse, die die Hälfte der Sozialbeiträge übernimmt, ähnlich wie bei Angestellten.

Stimmt auch nicht so ganz, bei der KSK übernehmen zwar der Bund und andere 50% der Beiträge, die andere Hälfte muss aber vom Versicherten selbst getragen werden.

Da musst Du damit kalkulieren, dass zwischen 15 und 20 % Deiner Einkünfte für die Sozialversicherungen draufgehen, das musst Du erst einmal erwirtschaften.
Arbeitnehmer übersehen das oft, weil das Gehalt ja netto ausgezahlt wird.
 

Arbeitnehmer übersehen das oft, weil das Gehalt ja netto ausgezahlt wird.

Naja, man verhandelt das Gehalt in Brutto und man bekommt eine Lohnabrechnung, in der das schön aufgedröselt ist. Es gibt wohl wenige Arbeitnehmer, die den Unterschied zwischen Brutto und Netto nicht kennen.

Was eher übersehen wird: auch den Arbeitgeber-Anteil muss der Arbeitnehmer selbst erwirtschaften. Schafft er das nicht, ist die Position für den Arbeitgeber unwirtschaftlich, und der Arbeitsplatz wackelig.
 
Naja, man verhandelt das Gehalt in Brutto und man bekommt eine Lohnabrechnung, in der das schön aufgedröselt ist. Es gibt wohl wenige Arbeitnehmer, die den Unterschied zwischen Brutto und Netto nicht kennen.

Was eher übersehen wird: auch den Arbeitgeber-Anteil muss der Arbeitnehmer selbst erwirtschaften. Schafft er das nicht, ist die Position für den Arbeitgeber unwirtschaftlich, und der Arbeitsplatz wackelig.
Kann ich alles nachvollziehen, hat aber wenig mit dem Ausgangspunkt für meine Stellungnahme zu tun, da hatte nämlich jemand die Frage in den Raum gestellt, warum denn der Klavierunterricht so teuer ist.
 
Ich sehe da eigentlich keinen großen Widerspruch zu meinen Vorstellungen
es war auch nicht mein Ansinnen, zu widersprechen.
Fachlich habe ich keinem Lehrer dreingeredet.
habe ich auch nicht behauptet.
Schüler, die mit ihrer Prioritätenliste ankommen, würdest du erst mal freundlich aber bestimmt einnorden?
wenn jemand zu mir kommt und nur Einaudi spielen möchte, würde ich demjenigen sagen, dass er (oder sie oder es, Ihr wisst schon) diese Musik soviel spielen will, wie er möchte, im Unterricht würde ich auch Fragen dazu beantworten, aber mein Fokus liegt nicht bei dieser Musik.
Ich denke, dass ich sie mittelbar einnorde durch Angebote, von deren Existenz sie vorher nichts wussten.
Das Interessante bei einem Lehrer ist ja der Wissensvorsprung! ;-)
Wenn mir jemand sagt, dass er definitv null Bock auf Klassik hat, würde ich ihm einen Kollegen empfehlen.
Ganz einfach.
alleine das Wort "Musiktheorie" scheint manchen zu erschrecken
das Problem kenne ich nicht, vielleicht, weil ich es anders benenne.
 
Ich weiß nicht, für mich geht das an der Realität vorbei.

Als ich die erste Stunde genommen habe, hatte ich die Idee, dass es schön wäre, an Weihnachten Weihnachtslieder zu spielen. Ich wusste, dass mir der Klang des Klaviers gefällt. Und ich hatte eine Ahnung, dass es da eine interessante Welt zu entdecken gibt.

Ich weiß noch, dass ich sehr dankbar war, als ich festgestellt habe, dass mein Lehrer den Unterricht selbst strukturiert und ich mich ganz auf das Spielen konzentrieren kann.

Aber sonst... ?

Ich glaube, ich wäre da mit sämtlichen Entscheidungen überfordert gewesen. Und manches muss man auch ausprobieren. Woher soll ich denn wissen, ob ich mich für Musiktheorie interessiere, wenn ich (außer im Schulunterricht) nie damit in Kontakt kam? Und auch nicht weiß, wo sie hilfreich ist?

Und es wäre doch auch schade, wenn sich der Musikgeschmack über die Jahre nicht entwickeln würde? Wenn man nichts neues kennen lernen würde?

Mein Lehrer kann gut erklären, er spielt wunderschön und hat eine sympathische Art. Das reicht erst mal um ihm die Führung zu überlassen und auszuprobieren, was er vorschlägt.

Wenn ich mit irgend etwas gar nicht zurecht komme, kann ich das dann immer noch sagen.
Mein KL wirkt manchmal wie Mister Miyagi. Mal spielt er die "Hausaufgabe" an, um ein Verständnis für eine bestimmte Technik zu schaffen oder lässt mich "unbefleckt" starten, um meine Interpretation abzuwarten. Dann wird meist in der nächsten Stunde über Betonung und Dynamik gesprochen. Das ist interessant und man fällt automatisch in das Thema Musiktheorie hinein. Manche Aufgaben erscheinen auch als reiner Skillcheck und sind dann doch die Vorstufe für eine bestimmte Technik.

Wenn er mir eine Auswahl zur Verfügung stellt, frage oder analysiere ich mit welcher Alternative ich die meisten Probleme haben dürfte und nehme diese. Ähnlich hält er es auch mit seiner Auswahl grundsätzlich. Jede Woche ist der Grad an Forderung zur Überforderung nicht überschritten, aber ich muss mich reinhängen, um zurecht zu kommen. Genau so möchte ich es auch.

Die Schülerin vor mir ist deutlich älter mit einem offensichtlich völlig anderen Ziel. Was ich so beim Warten mitbekomme, ist der Ansatz dort deutlich anders.

Selbstbestimmung ist ein hohes Gut, aber bei kompetenten Lehrern würde ich auch meine eigenen Vorstellungen des Unterrichtsaufbaus etwas stärker hinterfragen.

Ich kenne es aus dem Sportbereich als Trainer. Manche Sachen erscheinen schon nach kurzer Zeit erstrebenswert und "cooler" als Grundlagenarbeit, aber ohne das richtige Fundament kann man auch kein Haus bauen.
 
Schade, dass du laut Impressum deiner Webseite außerhalb meiner Erreichbarkeit Unterricht gibst. Beim losen Überfliegen deiner Seite fiel mir auf, dass deine Tätigkeit als Lehrerin sich hinter dem Reiter "Pianistin" versteckt. Mit dem Begriff verbinde ich "konzertierend", Unterrichten ist nach meinem Verständnis kein Muss.


Oft? Das motiviert ja total ;-). Aber kann ich verstehen. Sehe mittlerweile ein und akzeptiere, dass die Ansicht verbreitet und berechtigt ist, dass zum Komponieren die Motorik Gewehr bei Fuß stehen, halbwegs fertig ausgebildet sein sollte, wie sich die Strategie "eins nach dem anderen" ansonsten ja auch im Alltag bewährt. Mit Kenntnissen der etablierten Literatur kriegt man schon mal ein Gefühl für das mehr oder weniger Erwartbare. Ohne das werde ich leicht verführt, irgendwelche Noten aufs Papier zu setzen, die entweder zu unerwartet sind, zu schwierig oder unnatürlich zu fingern, oder zu banal. Gehversuche setzen normalerweise voraus, dass man sich zumindest schon aufsetzen und am Deckenzipfel des gedeckten elterlichen Frühstückstisches hochziehen, schon stehen kann.

Aber wenn man gleich anfragt mit der eigenen Prioritätenliste, fragt, ob das in etwa das ist, was man bei Lehrkraft Sowieso erwarten kann, spart man sich eventuell den Anfahrtsweg. Und wenn man das Glück hat, an eine Lehrkraft zu geraten, die bei allen Mängeln auf sonstigen Gebieten die ursprüngliche Zielsetzung des Schülers nicht gänzlich aus dem Blick verliert, die ... ach, es gibt halt so ne und solche.
„Pianistin“ zu sein ist kein geschützter Begriff. Auch in Bands gibt es „PianistInnen“.
Ein geschützter Begriff ist: Konzertpianist/in.
Das bin ich nicht. Aber ja, ich gebe auch Konzerte nur mit Klaviermusik, meiner eigenen aber auch Bach, Beethoven usw. Das habe ich in der Hochschulklasse gelernt.
Mittlerweile gebe ich viel Onlineunterricht. Dafür habe ich entsprechende Konzepte entwickelt.
 
Na ja liebe Stielblüte, wenn der Unterricht zu teuer ist wird Klaviermusik immer eine Elitäre Sache sein.
Solange Elektro-SUVs so teuer sind, werden sie immer eine elitäre Sache sein.
Solange Sternerestaurants so teuer sind, werden sie immer eine elitäre Sache sein.
Solange Urlaube auf Korsika so teuer sind, werden sie immer eine elitäre Sache sein.

Und nun? Beschwerst du dich auch beim Koch, dass du dir sein Essen nicht leisten kannst?

Übrigens , ich war auf vielen Speziallehrgängen 60 Min. sind vollkommen out, das höchste sind 45 Minuten pro Einheit.
Das ist mir egal. 45 Minuten sind die absolute Mindestdauer, alles darunter ist zu kurz. Ich weiß nicht, was für "Speziallehrgänge" das waren, aber an Musikhochschulen hat man 60-90 Minuten Unterricht pro Woche (in Deutschland im Klavierstudium immer 90).
 
Als Ergänzung vielleicht noch:

Natürlich möchten wir (als Kunstschaffende, wie auch als Gesellschaft), dass möglichst jeder mit Kunst und Kultur in Berührung kommt. Dafür gibt es aber auch viele Initiativen: Kostenlose Konzerte, die Kulturtafel, vergünstigte / kostenlose Eintritte für Kinder / junge Menschen / Studenten, spezielle Tage mit freiem Eintritt in Museen, Jekits in NRW (Jedem Kind ein Instrument), kostenlose Mitgliedschaft in Chören. Es gibt Zuschüsse von privaten und öffentlichen Stellen und Berufsverbänden für Härtefälle, Geringverdiener und besonders Begabte für Instrumentalunterricht. Jeder Privatlehrer kann entscheiden, ob er in Einzelfällen günstiger unterrichtet (habe auch ich schon getan). Es gibt verschiedene Preismodelle (Einzelstunden, Zehnerkarten, Durchbezahlung), die unterschiedlich teuer sind.

Aber: Ich als einzelner Instrumentallehrer kann nicht die soziale Ungleichheit ausgleichen und auffangen. Ich kann mich nicht für andere opfern. Ich muss anerkennen, dass Instrumentalunterricht eine Luxusleistung ist, die nicht alle in Anspruch nehmen können. Das ist so. Das tut mir auch leid, aber daran kann ich nichts ändern. Und: Ich werde mich nicht unter Wert oder zu Dumpingpreisen verkaufen, und ich möchte nicht ein Leben lang in einer kalten, kleinen Zweizimmerwohnung hausen, damit ich jedem potentiellen Interessent mit einem Keyboard meinen Unterricht ermöglichen kann. Dafür bin ich nicht selbstlos genug, bzw. nicht zur Selbstaufgabe bereit.
 

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