Vertraut ihr eurem/r KL ??

L
LARgAdagio
Guest
Hallo!

Ich lese viel bei Clavio. Weil ich ohne KL übe und lerne. Daher kann ich einige Dinge nicht richtig verstehen, z.B. das hier:

Wenn ich mal einem Freund oder Bekannten ein Stück vorspiele kommt hin und wieder die Frage: „Was, Du bist jetzt zwei Jahre bei Deinem Klavierlehrer und wünschst Dir nicht dieses oder jenes Stück zu spielen? Du spielst was er Dir vor die Nase stellt?“. Ja, genau das mache ich.

Denn er weiß was für mich richtig ist und die Stücke, welche er auswählt finde ich meist schön. Die Noten weniger anderer dagegen hätte ich hin und wieder am liebsten aus dem Fenster geworfen. Aber jedes dieser Stücke bringt mich meinen Wunschstücken näher.

Leider habe ich schlechte Erfahrungen mit KL gemacht und daher bin ich wohl teilweise ungerecht und überreagiere (z.B. damals bei pppetc). Zu lesen, wie ergeben Marlene ihrem KL zu sein scheint, wie sehr sie ihm vertraut, hat mich nachdenklich gemacht und erkennen lassen, dass ich nicht alle KL verdammen darf nur weil zwei sich in der Vergangenheit unmenschlich mir gegenüber verhalten haben.

Marlene hat also Wunschstücke, die wohl noch weit entfernt sind. Mich würde das total frustrieren und jedes Stück das nicht mein Wunschstück ist würde mich total enttäuschen.

Wie ist das bei euch? Habt ihr auch derart „ambitionierte Stücke“. Fangt ihr selber daran an oder wartet ihr auch bis euer KL euch für würdig erachtet es zu spielen. Vertraut ihr auch so sehr seinen/ihren Fähigkeiten? Oder sagt ihr eurem/r KL welche Stücke ihr spielen möchtet? Oder macht ihr es wie Marlene und spielt was kommt?

Mit euren Antworten würdet ihr (Marlene hat mich mit ihren Beiträgen bereits zum Umdenken angeregt) mir helfen, vielleicht wieder den Mut zu fassen mich einem/r KL anzuvertrauen.

Erstmal vielen Dank dafür dass ihr meinen Beitrag gelesen habt.

Gruß
Lara
 
B
buschinski
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Ich weiß noch sehr gut, wie ich meinem KL in der ersten Stunde vor über drei Jahren eröffnet habe, daß ich spätestens Weihnachten das C-Dur Präludium von Bach zu spielen wünsche. Es war Mitte September.

Gut, die darauf folgenden 10-15 Minuten Vortrag mit sehr ernstem Gesicht meines KL habe ich mir wohl selbst zuzuscheiben. Vergessen werde ich sie nicht.

Ich mußte meinen Wunsch also auch vertagen, was letztlich natürlich völlig richtig war. Trotzdem ist es schon so, daß ich überwiegend Stücke spielen möchte, die mir gefallen. Auch ist bei solchen Stücken die Motivation am größten, was sehr viel Fortschritt bringt, zumindest bei mir. Es gibt so unendlich viele Stücke, daß für jedes Niveau und für jede anstehende Übung etwas gefunden werden kann, was gefällt und was gleichzeitig das anstehende Übungsthema enthält. Ich halte es für sehr wichtig, daß der eigene KL den Geschmack des Schülers kennt und die Stücke passend aussucht und bespricht. Anders würde es mir nicht gefallen.
 
40er
40er
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Ich bin nicht mehr der Jüngste. Mir soll es Spass machen. Ich habe nicht unendlich Zeit zum Üben.

Ich schlage der KL ein paar Stücke, die mir gefallen vor. Sie spielt diese und gibt mir ihre Einschätzung zur Machbarkeit. In den meissten Fällen akzeptiere ich ihre Meinung. In den wenigen Fällen, in denen ich trotz ihren Bedenken ein Stück angefangen habe, habe ich nach kurzer Zeit gemerkt warum sie ihre Meinung hatte.

Bisher funktioniert es so gut.

40er
 
H
holri
Guest
Ich habe ihm ursprünglich mein Ziel/Traumstück genannt wo ich mit ihm gemeinsam in ein paar Jahren hin möchte.
Auf dem jetzigen Weg dorthin schlage ich immer wieder einige Stücke vor die ich gerne spielen möchte und er sucht das Nächste aus. Von manchen rät er unter Umständen mit Begründung ab (was ich dann auch befolge), reiht sie zeitlich nach hinten, oder er schlägt passende Alternativen vor. Finde ich ideal.
Zum Glück haben wir einen ähnlichen Musikgeschmack, wäre das nicht so hätte ich einen anderen KL.
 
cwtoons
cwtoons
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zwei sich in der Vergangenheit unmenschlich mir gegenüber verhalten haben.
Unmenschlich?? Ein sehr großes Wort. Es wird normalerweise in einem ganz anderen Zusammenhang als im Leben mit dem KLavierlehrer benutzt und deswegen setzt es üble Assoziationen frei. Unmenschlich sind mancherlei groteske Lebensumstände und manche Machtstrukturen in sozialen Beziehungen. Aber ein "unmenschlicher" Klavierlehrer?

Den würde ich zum Teufel jagen.

Auch ein komisches Wort, ich würde es niemals im Zusammenhang mit mir und einem Musikstück verwenden. Gemeint ist sicherlich einfach nur fähig genug oder auch imstande sein, eine Aufgabe mit einiger Erfolgswahrscheinlichkeit zu bewältigen. Dann sollte man das auch so und nicht anders ausdrücken, denn:

Würde ist ewas ganz Anderes. Würde spielt keine Rolle zwischen mir und einem anspruchsvollen Stück. Würde habe ich und auch jeder andere Mensch sowieso, die braucht mir niemand zu attestieren, und schon gar nicht der Klavierlehrer.

Einem Klavierlehrer würde ich im Rahmen seiner Sachkompetenz vertrauen bis zum Beweis des Gegenteiles. Er ist nur für einen Minibereich zuständig: für Klavierunterricht.

Ab und zu ist es nicht schlecht, die Bälle 'mal etwas flacher zu halten.

CW
 
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Rubato
Guest
Natürlich schwankt das auch mal, mein KL ist, genau wie ich in meinem eigenen Job, auch mal besser und mal schlechter drauf. Aber im allgemeinen klappt das gut und ich mache die Erfshrung, dass die Stücke meinem Leistungsvermögen entsprechen und immer wieder neue Elemente dazukommen, die für mich neu sind. Und ich akzeptiere dann eben auch mal Stücke, die mir nicht gefallen. Wenn das öfter vorkommt, wird es angesprochen und ein Alternativstück gefunden. Wenn dieses Vertrauen nicht da wäre, würde ich nicht dafür bezahlen, Du würdest sicher auch nicht zu einem Arzt gehen, dem Du nicht vertraust.

Du hattest Unterricht bei pppetc ?

Gruß
Rubato
 
S
schmickus
Guest
... hat also Wunschstücke, die wohl noch weit entfernt sind. Mich würde das total frustrieren und jedes Stück das nicht mein Wunschstück ist würde mich total enttäuschen.


Mit euren Antworten würdet ihr (... hat mich mit ihren Beiträgen bereits zum Umdenken angeregt) mir helfen, vielleicht wieder den Mut zu fassen mich einem/r KL anzuvertrauen.

Lara, das klingt mir alles nach "überspannter Zicke". Wenn du dir das abgewöhnen könntest, hättest du eine entscheidende Weiche gestellt.
 
M
Monique
Guest
Ich weiss ja , dass vielen hier im Forum jetzt die Haare vor lauter Unverständnis zu Berge stehen . Aber ich bin ja auch schon älter und hab nicht mehr viel Zeit , deshalb hab ich einen supi KL der mir meine ,im Origanal zu schweren Stücke , manchmal so umschreibt, dass ich sie ,nach vielen Stunden üben ,auch irgendwann mal spielen kann . Dabei verlieren sie nie die Melodie . Sind nur etwas einfacher gesetzt . So kann ich meine Lieblingsstücke , wenn ich sie dann kann, mit Hingabe in die Tasten und an mein Ohr bringen und freu mich zB. "Auf den Flügeln des Gesanges " spielen zu können . Hach, ist das schön.
LG Monique
 
Barratt
Barratt
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Zur Eingangsfrage: "Vollstes" Vertrauen

Oder sagt ihr eurem/r KL welche Stücke ihr spielen möchtet?

Genau. Dann gibt es 3 Möglichkeiten:

1. Entweder schätzt sie das so ein, dass ich das schon hinbekomme und wir machen´s einfach, oder aber
2. Sie rät davon ab, da noch zu schwer - und begründet das auch nachvollziehbar, oder
3. Sie empfiehlt mir, zuvor noch dies oder jenes zu erarbeiten, was auf einem etwas niedrigerem Niveau die Voraussetzungen für das angestrebte Stück schafft.

Bin bislang sehr gut damit gefahren, auf sie zu hören. Aber ich bin mir sicher, ein riesiges Glück mit ihr gehabt zu haben.
gott.gif
 
L
LARgAdagio
Guest

Nein, aber er hat mich genervt und ich habe ihn im Forum angestänkert.


Die beiden haben mich zum Teufel gejagt!


Unmenschlich, pädagogisch unterste Schublade, hartherzig. Ja! Die beiden KL fanden mich unmenschlich im Aussehen (Unfall mit Brandverletzungen) und wollten mich nicht unterrichten.
 

Stilblüte
Stilblüte
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Man sollte unterscheiden zwischen Wunsch-Stücken, die man spielen kann und solchen, die noch zu anspruchsvoll sind.

Die meisten Lehrer freuen sich bestimmt, wenn der Schüler Interesse und Engagement zeigt und von sich aus Stücke vorschlägt. Wenn sie als zu schwer eingestuft werden, sind sie entweder im Moment völlig unspielbar, oder der Lehrer möchte sie noch "aufheben". Denn es gibt immer nur ein erstes Mal für ein Stück, und der Leistungsstand beim ersten Üben bleibt immer ein bisschen am Stück haften. Wenn einem das Stück sehr am Herzen liegt, möchte man sicher auch ein gutes Ergebnis erreichen und wird von selbst einsehen, dass es schöner wird, wenn man wartet.
- Oder aber, man schafft sich eine "Baustelle", übt an einem Stück, das eigentlich zu schwer ist. Das Ergebnis wird dann nicht ganz so gut wie bei den leichteren Stücken, vielleicht übt man es gar nicht zu Ende, aber lernen tut man sicher etwas dabei, und natürlich kann man es auch später noch beenden.

Stücke, die geeignet sind und vom Lehrer abgelehnt werden sind vermutlich welche, die ihm nicht gefallen. z.B. weil er sie schon 100 Mal unterrichtet hat, sie sehr bekannt sind, sehr langweilig sind für ihn (Tiersen) oder für ihn so wertvoll, dass er sie nur Schülern gibt, die sie auch richtig gut spielen können.

Ich finde, Schüler und Lehrer sollten sich gegenseitig akzeptieren und aufeinander eingehen. Dazu gehört, dass man sich als Schüler auf den Lehrer einlässt, denn der Lehrer hat so einen großen Wissens- und Erfahrungsvorsprung, dass der Schüler einfach viele Dinge nicht absehen und einschätzen kann. Es braucht etwas Zeit, um wirklich zu merken, ob ein Lehrer gut zu einem passt und man etwas lernt.
Natürlich gehört auch dazu, dass der Lehrer auf den Schüler eingeht und hin und wieder "weniger sinnvolle" oder "weniger angenehme" Wünsche akzeptiert.

Wenn die Literaturwünsche grundsätzlich völlig verschieden sind (Jazz - Klassik - Pop...), sollte man sich einen anderen Lehrer suchen.
 
M
Monique
Guest
Liebe LARgAdagio!
Auf jeden Fall solltest Du noch einmal einen Versuch starten , wenn Du Klavierunterricht nehmen möchtest , Dass, was Dir geschen ist , ist einfach unfassbar, unmenschlich und auf das höchst mögliche zu verabscheuen . Glaub mir , nicht alle sind so schlecht. Wenn Du am Wohnort die Möglichkeit hast , aus mehreren KLs auswählen zu können , dann mach es . Du wirst sehen es gibt noch gute Menschen , auch gute menschliche liebevolle KLs .Ich hab so einen .
Viel Glück ! Herzliche Grüsse Monique
 
Marlene
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Lara, das klingt mir alles nach "überspannter Zicke". Wenn du dir das abgewöhnen könntest, hättest du eine entscheidende Weiche gestellt.

Abgewöhnen sollte man sich es über Menschen zu urteilen, die man nicht persönlich kennt, deren Lebenshintergründe man nicht kennt und deren Reaktionen auf Vorkommnisse man daher nicht einschätzen kann.
 
C
Curby
Guest
Na, lieber doch nicht...
 
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Rheinkultur
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Vertrauen? Ein grundsätzliches Vertrauen auf Kompetenz und charakterliche Integrität ist Grundvoraussetzung für ein gutes Unterrichtsverhältnis, das vom gegenseitigen Geben und Nehmen lebt. Niemals muss aber Vertrauen gleichbedeutend sein mit kritiklosem Ergebensein - und kritisches Bewußtsein nicht damit, der Lehrkraft stets Widerworte zu geben. In der Realität sollten sich die beteiligten Personen fernab von solchen Extremen befinden und sich so auf einer für beide akzeptablen Ebene treffen.

Vertrauen bedarf aber einer gewissen Rechtfertigung, und da kommen einige Bereiche mit ins Spiel, die außerhalb des eigenen Unterrichtsverhältnisses liegen: Was für ein Mensch ist die Lehrerin bzw. der Lehrer? Wie sieht es mit Ausbildungserfolgen aus, was keineswegs nur etwas mit riesigen Preisträgerlisten zu tun haben muss? Herrscht hinsichtlich der Unterrichtskonzeption Transparenz oder bleibt vieles im Unklaren oder Nebulösen? Was passiert bei Unstimmigkeiten und in Konfliktsituationen? Empfindet man das Verhältnis als ein gegenseitiges Geben und Nehmen?

Allerdings ist Beurteilungskompetenz (habe ich den richtigen Lehrer?) etwas, das durchaus mit dem Spielfortschritt wachsen kann, aber auch an andere Faktoren (Lebenserfahrung, Gelassenheit, Belastbarkeit etc.) gekoppelt ist. Ich kann mir vorstellen, dass Marlene oder Monique sich auch außerhalb des Musikbetriebs eine Menschenkenntnis erworben haben, die ein vertrauensvolles Verhältnis zum eigenen Lehrer zu rechtfertigen vermag. Vor diesem Hintergrund gibt es Unterschiede, wenn man als Musikpädagoge mit Kindern oder Jugendlichen oder jungen Erwachsenen oder gestandenen Persönlichkeiten in der Lebensmitte oder Senioren arbeitet. Deshalb macht in der Berufswelt ein sich verselbständigender "Jugendkult" vielfach keinen Sinn: Selbst wenn man älteren Personen ein langsameres Arbeiten unterstellen wollte, könnten diese mit ihrer größeren Erfahrung und Übersicht an der Zeit für Fehlentscheidungen sparen und kommen dann keineswegs langsamer am Ziel an. Wer der "Coolere" ist, stellt sich oft genug erst hinterher heraus...!

LG von Rheinkultur
 
Rheinkultur
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Unmenschlich, pädagogisch unterste Schublade, hartherzig. Ja! Die beiden KL fanden mich unmenschlich im Aussehen (Unfall mit Brandverletzungen) und wollten mich nicht unterrichten.
Es stellt sich die Frage, ob jemand mit so einem auf Augenschein angelegten Menschenbild überhaupt zur Ausübung einer pädagogischen Tätigkeit befähigt ist. Haben die beiden "Kollegen" diese Begründung so gerade heraus ausgesprochen oder sich irgendeine fadenscheinig klingende Ausrede überlegt?

Wie dem auch sei - es gibt gerade in Ballungsräumen eher ein Überangebot an Klavierlehrer(inne)n, so dass man an anderer Stelle qualifizierte Lehrkräfte finden kann. Allerdings liegt es auf der Hand, dass nach Traumatisierung (Unfall) und Retraumatisierung (Ablehnung) das Vertrauen erst wieder wachsen muss.

LG von Rheinkultur
 
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schmickus
Guest
@schmickus Zugegebenermaßen bin ich noch von Deinen Beiträgen zum Thema Hartz-IV usw. beeinflusst. Lara hat aber klar dargestellt, dass es sich bei den 2 Lehrern um Erfahrungen in der realen Welt handeln würde, und dass sie aus ihren Erfahrungen ausgehend vielleicht bei pppetc im Forum überreagiert hätte. Ich finde es nicht fair, schlimme Erfahrungen anderer (die Du nicht kennst) so in Frage zu stellen.

Da hat sich LARgAdagio aber ziemlich missverständlich ausgedrückt. Im Übrigen stellte ich nicht die Erfahrungen von LARgAdagio in Zweifel, sondern wollte wissen, ob sie Fakten oder Interpretationen derselben mitgeteilt hat. Jetzt bin ich aber doch erleichtert, dass pppetc sich nicht danebenbenommen hat.
 
LMG
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Hmm. Hi all.

Mal so aus ner anderen Perspektive betrachtet ( ich weiß gar nicht, wie son KL aussieht, denn ich hatte und habe keinen, und bei mir kommt auch kein solcher ins Haus ), meine ich folgendes:

1. ) [...]Nur, LARgAdagio, nach Deinen Lebenserfahrungen z.B. mit dem Unfall und was Du wahrscheinlich alles noch von Leuten zu gehört bekommen hast, nicht nur von den Klavierlehrern, ist Dein Missvertrauen auch verständlich. [...]

2. ) Es kann z.B. sein, dass Dir schon die Vorstellung, im Klavierunterricht eine 1:1 Situation für 30 Minuten durchhalten zu müssen, egal was der Lehrer sagt, unangenehm ist. [...]

3. ) [...] (er ist nicht Dein Therapeut und auch nicht Dein Freund, sondern Klavierlehrer), aber Dir zuhören sollte er schon.


@ LB, zu diesen Punkten:

1. ) Natürlich ober-ätzend, was Lara da erlebt hat. Nicht nur Unfall, sondern auch Ablehnung infolge der Folgen dieser Aktion ( Unfall ), die sie sicherlich selbst gerne nach Kräften vermieden hätte.
Daher, @ ablehnende Klavierlehrer: Inakzeptabel.


2. ) Gerade für soziophobe Individuen, die Gruppiges oder Kommunikatives nicht besonders schätzen, ( so wie ich, z.B. :D ), ist schon von vornherein eine solche Situation einladend für misstrauische Gedanken. Kommen dazu noch evtl. Vorbehalts-Vermutungen, z.B. wegen Gebrechen / Schwächen / Behinderung usw., wirds noch schwieriger. Allerdings ist natürlich zu sagen, dass es ja auch gewichtige Gründe geben mag, sich, auch wenn man diese 1:1-Situationen NICHT liebt, Klavierlehrkräfte zu buchen. Wobei man doch weiß, dass es sich - meistenteils, so meine Vermutung - um Einzelunterricht handelt.
Bei Gruppenunterricht kann die Sache evtl. leicht besser, oder aber auch leicht schlechter aufgefasst werden. Siehe Anm. oben: "Gruppiges".

3. ) Die genannten Bezugspersonen werden durch Begriff "KL" aber nicht vollends negiert. Besonders "Freund" ist eine m.E. sehr GUTE Voraussetzung, für JEDE Art Lehrer. Zitat Feuerzangenbowle, wie bereits schonmal erwähnt:

"Der Lehrer sollte der FREUND seiner Schöler sein."
- aber diesmal konstruiere ich mal weiter, abweichend vom Filmzitat:

..und der Lehrer sollte GANZ VON SELBST und ohne es erst einfordern zu müssen, die Hochachtung seiner Schüler GANZ AUTOMATISCH gewinnen. Dies geschieht zunächst durch sein Auftreten, bzw. seine weiterführenden Antworten auf Fragen und Probleme, durch UMFASSENDES Wissen in allerlei Bereichen, auch in Bereichen, die nicht vordergründig etwas mit "Klavier" zu tun haben. Dort allerdings müsste er oder sie extrem viel Wissen haben, und dies auch Z E I G E N können, denn sonst wird er unglaubwürdig und in den Augen der Rezipienten ein Nichts. Ferner sollte er Witz, Esprit und Humor besitzen, aber auch fähig sein, dies an verschieden ausgerichtete, aber in sich homogene Gruppen von Personen anzupassen, und auch von diesen zu lernen, oder an die diversen Einzelschüler. Der Lehrer sollte also selbst auch lernen, mit jedem Schüler, den er trifft, und jedem Bröckchen Wissen, dass er selber darbietet - und damit saugt er auch Ideen seiner Schüler auf, erlernt diese, und kann sie dann selbst weitervermitteln. Ein Kreislauf.

Schlussendlich sollte ein Lehrer auch loben können, und Anerkennung zeigen. Denn dies wäre ein Grundsatz nicht nur aller Kommunikation, sondern auch ein fruchtbares Saatkorn, denn so werden seine Schüler später, wenn sie selbst unterrichten, geneigt sein, ebenso zu verfahren.

Amen.


Kommen wir nun zu Frau Anne.

1. ) Man sollte unterscheiden zwischen Wunsch-Stücken, die man spielen kann und solchen, die noch zu anspruchsvoll sind.

2. ) Stücke, die geeignet sind und vom Lehrer abgelehnt werden sind vermutlich welche, die ihm nicht gefallen.

3. ) Ich finde, Schüler und Lehrer sollten sich gegenseitig akzeptieren und aufeinander eingehen. Dazu gehört, dass man sich als Schüler auf den Lehrer einlässt, denn der Lehrer hat so einen großen Wissens- und Erfahrungsvorsprung, dass der Schüler einfach viele Dinge nicht absehen und einschätzen kann.

4. ) Es braucht etwas Zeit, um wirklich zu merken, ob ein Lehrer gut zu einem passt und man etwas lernt.

5. ) Natürlich gehört auch dazu, dass der Lehrer auf den Schüler eingeht und hin und wieder "weniger sinnvolle" oder "weniger angenehme" Wünsche akzeptiert.

Zu 1: Noten sind Noten. Sonst nichts. Auf den "Zeitfaktor" komm ich gleich noch.

Zu 2: Aha. Aber wenn ich ( gesetzt den IRREALIS ) son Stück nun unbedingt toll finde, und der Lehrer oder die Lehrerin sagt "nee" - dann bin ich ganz traurig und weine in einen Kelch aus rotem Bleikristall hinein.

Zu 3: :D ( Wo es doch soooo viele schlechte Lehrer gibt, wie man oft hier hört, da sagst Du so etwas ? Na das ist ja... . Da muss man ja vor Respekt vor diesen Lehrern mit dem "riesigen Erfahrungsvorsprung und Wissen" ja fast schon umfallen vor Demut. )

Ich sag Dir was: Ich wette, es gibt welche aus der KL-Zunft, die können NICHT MAL ne Tonleiter.

Zu 4: Der Zeitfaktor, Stilblüte, ist ein wichtiges Ding. Auf ihn möchte ich genauer eingehen - aber nicht ausschweifend. Nämlich:

Es kann sein, dass dieser ganze "Kommunikationsprozess und damit das VERHÄLTNIS zwischen Lehrer/in und Schüler/in sich erstmal GANZ LANGE entwickeln muss. Jahrelang ! Man muss GEGENSEITIG Stärken und Schwächen in vielerlei Situationen - und nicht nur am Klavier sitzend :D , erstmal erkundet haben. Und dann, nach einer vielleicht weiteren langen Zeit, hat man erstmal die Grundlage, wie der Gegenüber überhaupt einzuschätzen ist.

In all den Diskussionen, die ich hier las, wird m.E. "mal schnell aus den Gelben Seiten" ein KL rausgeflöht, dann wird monatelang mit dem rumgegökelt, - und dann merkt man, dass es Quatsch war, und vertane Zeit, weil es unsinnig war und man nicht auf einen Nenner kam. Die Länge der Zeit, in der man sich "abklopft", und zwar in möglichst VIELEN Lebensbereichen, lässt , wie ich oben ausführte, den WIRKLICHEN Lehrer zum FREUND werden. Dem man auf Augenhöhe begegnen kann, und der ganz genauso von seinem Schüler lernt. -


Lara hatte oben klargestellt, dass nicht pppetc sie abgewiesen hat, sondern es sich um 2 andere KL gehandelt hatte, die sich nichtsnutzig verhielten. pppetc würde das - meinem Eindruck nach - nie tun. Allgemeine Äußerungen aus anderen Sachverhalten hier einzubeziehen, halte ich daher für bedenklich.

Viele Grüße, Olli !
 
 

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