Silentsystem nachrüsten

T

Take-Two

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Hallo,
ich habe mir Ende letzten Jahren ein Wendl & Lung Klavier neu gekauft. Nun nervt meiner Frau die Klavierüberei und ich muß meine Übezeit vormittags erledigen.
Das ist mir persönlich aber zu wenig.
Wer hat sich schon mal ein Silentsystem nachträglich einbauen lassen?
Welche Systeme sind gut?
Was kostet so etwas in etwa?
Freue mich über jede Antwort!
 
Gerd

Gerd

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Ich habe mir auch nachträglich ein Silent-Sytem der Fima KORG einbauen lassen.

Kostenpunkt 2000,00 EURO.

@Take-Two: Habe Dir dazu eine PN geschickt.
 
fisherman

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mir wurde von nachträglich eingbauten silent-systemen abgeraten und statt dessen der kauf eines zusätzlichen digis nahegelegt... der händler hat daran nix verdient.

für 2000,- euro kriegst du schon was interessantes. ich würd mal über diese variante nachdenken.
 
Gerd

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mir wurde von nachträglich eingbauten silent-systemen abgeraten und statt dessen der kauf eines zusätzlichen digis nahegelegt... der händler hat daran nix verdient.

für 2000,- euro kriegst du schon was interessantes. ich würd mal über diese variante nachdenken.

Über diese Variante habe vor meiner Entscheidung zum Silentsystem auch nachgedacht.

Vor dem Kauf des Klaviers hatte ich bereits eine YAMAHA-Orgel.
Im Anfang habe ich dann bei Bedarf auch wechselweise auf beiden Instrumenten gespielt.

Meine Erkenntnis: Auch das beste E-Piano (oder Orgel) kann nicht annähernd das gewohnte Spielgefühl mit dem Klavier ersetzen, und gerade als Anfänger, meine ich, sollte das nicht vernachlässigt werden.
 
Dimo

Dimo

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Pros und Cons

Silent oder zusätzliches Digipiano?
Naja - beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile.

Klar - das Spielgefühl ist bei Silent besser.
Ich bereue meine Entscheidung für "Flügel plus Stage Piano" jedoch nicht, aus den folgenden Gründen:

-Wenn ein Zimmer "belegt" ist, kann ich im anderen Zimmer üben.

-Das Stage Piano läßt sich überall hin mitnehmen (letzten Sommerurlaub zum Musizieren im Ferienhaus in Österreich:cool:).

-Abwechseln zwischen zwei Instrumenten erhöht die Flexibilität - ich kann mich jetzt schneller auf fremde Instrumente einstellen.

-Ich kann Stücke für zwei Klaviere zuhause spielen...:)

Fazit: Bei der Entscheidung kommt es halt auf die individuelle Situation an...:rolleyes:
 
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fisherman

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Meine Erkenntnis: Auch das beste E-Piano (oder Orgel) kann nicht annähernd das gewohnte Spielgefühl mit dem Klavier ersetzen, und gerade als Anfänger, meine ich, sollte das nicht vernachlässigt werden.

ja, aber take2 hat ja schon ein piano.

wenn die gründe, die dimo anführt und die auch für meine entscheidung galten (+das argument, dass in meinem haushalt 2 leute ans klavier wollen:D), für take2 allerdings irrelevant sind, dann würde ich eine dritte variante ins feld führen wollen:

verkauf das wendl & lung und kauf dir ein piano mit einer serienmäßigen silentfunktion (kawai? yamaha?). dort schlägt das extra nämlich nur mit 1000-1500,- zu buche (gebraucht natürlich noch weniger) und , wie man mir versichert hat, sind die serienmäßig verbauten silentschaltungen besser und in der regel nicht als nachrüstsatz erhältlich.
 
fisherman

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@gerd

bitte! eine orgel ist natürlich meilenweit von einem klavier entfernt, um nicht zu sagen: sie ist ein völlig anderes instrument.

heutige digitalpianos kommen immer näher ans klavier. wieso würden sich sonst leute einen digi-flügel zum preis eines normalen kaufen?
 
J

Jutta Unger

Guest
mozart hatte auch keine silentsysteme. liszt glaub ich auch nicht. beethoven hatte eines, unfreiwillig. im grunde ist es doch so: wer musik schafft macht töne. wem dass in der nachbarschaft nicht passt, soll wegziehen. keinesfalls sollte die kunst dem banausen weichen.
 
K

koelnklavier

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Glücklicherweise lebe ich in einem Haus, wo niemand Anstoß nimmt an meinem Klavierspiel und an dem meiner Schüler. Man sollte aber als Musiker zumindest Verständnis aufbringen für den "Interessenkonflikt" zwischen Musizierfreude und Ruhebedürfnis. Lärm machen bekanntlich immer nur die anderen. Auch der Techno-Freak kann sich nicht vorstellen, daß die prächtig wummernden Bässe seines Walkmans oder seiner Auto-Stereoanlage die Mitmenschen belästigen.

Für alle, die den Text noch nicht kennen:

Eduard Hanslick:
Ein Brief über die "Clavierseuche"

Sie wünschen meine Ansicht über jene unbarmherzige moderne Stadtplage zu hören, die es heute glücklich zu der ehrenvollen Bezeichnung "Clavierseuche" gebracht hat. [...] Ich halte die herrschende Seuche für unheilbar und glaube, daß wir nur mittelbar, auf weiten ästhetischen und pädagogischen Umwegen dahin gelangen können, ihren verheerenden Fortgang allmälig einzudämmen.

Die Qualen, die wir täglich durch nachbarlich klimpernde Dilettanten oder exercierende Schüler erdulden, sind in allen Farben oft genug geschildert. Ich glaube allen Ernstes, daß unter den hunderterlei Geräuschen und Kißklängen, welche tagsüber das Ohr des Großstädters zermartern und vorzeitig abstumpfen, diese musikalische Folter die aufreibendste ist. In irgend eine wichtige Arbeit oder ernste Lectüre vertieft, der Ruhe bedürftig, oder nach geistiger Sammlung ringend, müssen wir wider Willen dem entsetzlichen Clavierspiel neben uns zuhören; mit einer Art gespannter Todesangst warten wir auf den uns wohlbekannten Accord, den das liebe Fräulein jedesmal falsch greift; wir zittern vor dem Laufe, bei welchem der kleine Junge unfehlbar stocken und nun von vorn anfangen wird. [...]

Es sind mir im Moment nur zwei Arten erinnerlich von behördlichem Einschreiten gegen die Belästigung durch Clavierspiel. Die Pariser Polizei hat einzelne Beschwerden dahin entschieden, daß ohne Erlaubniß der Nachbarn nicht vor sieben Uhr früh und nach elf Uhr abends musicirt werden darf. [...]

Eine zweite polizieliche Fürsorge besteht, den Zeitungen zufolge, jetzt in Weimar, wo es gegen zwei Mark Strafe verboten ist, bei offenen Fenstern zu musiziren. Es ist dies eine wohltätige Verordnung – beschämend nur durch den Gedanken, daß eine Obrigkeit erst befehlen mußte, was das eigene Anstandsgefühl einem jeden von selbst diktieren sollte.

Auf diesem Gebiete musikalischer Attentate darf ich mich der schmerzlichen Erfahrungen rühmen. Es war eine angeblich "ruhige", etwas enge Gasse, in welcher ich vor einigen Jahren das Glück hatte, ein clavierfreies Haus zu bewohnen. Aber mir gegenüber stürmten aus drei Stockwerken alle bösen Geister zu den stets offenen Fenstern heraus. Während im ersten Stock mehrere musikalische Schwestern von schwachem Gehör und stets verstimmtem Clavier Beethoven, Strauß, Offenbach und Chopin durch einander schüttelten, blutete über ihnen ein junges Opfer musikalischer Dressur stundenlang unter Tonleitern und Uebungen. Am frühesten begann die Sopran-Dame im dritten Stock ihr Tagwerk mit italiensichen Arien aus "Lucia" und der "Nachtwandlerin". Es schien ihr Appetit zum Frühstück zu machen, wir Anderen verdienten keine Rücksicht und Donizetti war ja längst todt. So ging es des Morgens. Der Abend pflegte im anstoßenden Hause durch vierhändiges Abschlachten altersschwacher Ouvertüren gefeiert zu werden, und [...] niemals, gar niemals kam diesen kunstsinnigen Gemüthern der Gedanke, es könnten ihre musikalischen Orgien uns wehrlose Leute in der Nachbarschaft belästigen. [...]

Auszüge aus:
Eduard Hanslick, Gemeine, schädliche und gemeinschädliche Klavierspielerei; erschienen in: E. Hanslick, Aus neuer und neuester Zeit. Der Modernen Oper IX. Theil. Musikalische Kritiken und Schilderungen. Berlin 1900.​

Und nun eine ungestörte geruhsame Nacht! :)
 
ubik

ubik

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Der Text gefällt mir :D
 
klaviermacher

klaviermacher

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keinesfalls sollte die kunst dem banausen weichen.
Da geb ich Dir vollkommen recht!

Hallo,
ich habe mir Ende letzten Jahren ein Wendl & Lung Klavier neu gekauft. Nun nervt meiner Frau die Klavierüberei und ich muß meine Übezeit vormittags erledigen.
Das ist mir persönlich aber zu wenig.
Wer hat sich schon mal ein Silentsystem nachträglich einbauen lassen?
Welche Systeme sind gut?
Was kostet so etwas in etwa?
Freue mich über jede Antwort!

Wendl&Lung hat eigene Silentsysteme - frag da mal nach, denn die haben ja schon Geschäfte mit Dir gemacht und werden Dich zufrieden stellen wollen.
Liebe Grüße
Klaviermacher
 
K

Klavierbaumeister

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Das org. W&L-Silent-System ist ähnlich dem Pianodisc GT-2, bietet aber mehr Klänge.
Es ist nicht unbedingt das High-End-System, aber wenns nur ums nächtliche Üben geht ganz ok. Die Yamaha/Kawia-Werks-Systeme sind besser.

Aber:
Das W&L-System lässt sich nachrüsten, es gibt sogar von W&L einen org. Nachrüstsatz, der entsprechend vorbereitet ist und von einem Fachmann bei Dir zu Hause eingebaut werden kann.
Frage einfach mal bei Deinem W&L-Händler.
 
gabrijel

gabrijel

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Da mein Konzertflügel in der Mietwohnung ziemlich laut ist und ich gerne noch bis spät in die Nacht übe habe ich mir zusätzlich ein Silent-System einbauen lassen
http://www.pianodisc.de/index.php?site=41
Kostenpunkt 3000 Euro.
Nun, abgesehen davon, dass ich fast weinen musste, als ich hörte wie der Klavierbauer an meinem Baby hämmerte,sägte,bohrte,schraubte und zum Schluss noch ein Hämmerchen kaputt ging bin ich nicht wahnsinnig vom Silent System begeistert. Der Anschlag verändert sich beim Stummschalten des Flügels und der Klang im Kopfhörer ist auch nicht so ganz das Wahre. Für das grobe einüben des Stücks ist das Sil. Sys ok, aber für das feine ausarbeiten eignet es sich überhaupt nicht.
 
 

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