russische Klavierschule -- was soll das werden?

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Solange der Hund nicht jault oder der Sittich schimpft, ist alles OK. :lol:

Muss kein Belcanto sein.
 
Ich finde das Singen sehr nützlich für das Durchdringen von musikalischen Strukturen.
Ich singe aktuell in zwei Chören und habe dort gelegentlich auch solistische Aufgaben.
Wer z.B. Bachs Weihnachtsoratorium schon gesungen hat, tut sich mit den Fugen des Wohltemperierten Klaviers leichter.
Aber auch schon schlichte volksliedhafte Sätze mitzusingen, stärkt die Fähigkeit, am Klavier die Stimmführung rüberzubringen.

Grüße
Manfred
 
Zuletzt bearbeitet:
So sieht, ganz simpel, vorbildlicher erster Anfangsunterricht aus.
Antwort:
Genau, denn:
Aber ich bin froh, dass mir das Singen erspart geblieben ist.

1. singe ich nur auf Russisch in der Sauna nach der zweiten Flasche Russki Standard Platinum.
2. kann ich kein Russisch und gehe nie in die Sauna. Das Trinken habe ich mir abgewöhnt.
3. halte ich es mit dem Münchner im Himmel: „i hob no nia gsunga!!“
4. Hätte irgendjemand von mir verlangt, beim Klavierunterricht zu singen, hätte meine Amateurpianistenkarriere schon damals im Eklat geendet.

Dann wäre ich Fußballspieler beim Jahn Regensburg geworden:blöd:
 
Wie ich bereits schrieb: Martienssen und andere wenden sich begründet gegen das Singen, andere nutzen das Singen.

Anfangsunterricht MUSS aber, ob mit Singen oder nicht, vom Hören her kommen, damit der audiomotorische Regelkreis aufgebaut wird. Ein Anfangsunterricht sofort nach Noten, also ein "was steht da? Ah, C! Drück ich mal drauf... pleng! OK, was steht da als Nächstes? D! Such... pleng! usw.", durch den ein visuell-motorischer Regelkreis mit nur nachgeordneter, "kontrollierender" Funktion des Ohres entsteht, oder auch so ein reiner "Tastenmuster-und Fingersatz-Unterricht", der im Grunde analog zu Youtube-Tutorials funktioniert, ist strengstens abzulehnen.

Aber das wurde ja nun schon wirklich zur Genüge hier durchgekaut.
Er kann auch vorbildlich sein, ohne dass gesungen wird!
 
Wer z.B. Bachs Weihnachtsoratorium schon gesungen hat, tut sich mit den Fugen des Wohltemperierten Klaviers leichter.

Vielleicht verursacht Singen bei manchen Personen ein unangenehmes Gefühl, dass es sie eher blockiert als weiterbringt. :konfus: Ist offenbar nicht jedermenschs Sache und außerdem sind diese spezifischen Hemmungen auch stark kulturell bedingt.

Das war jedenfalls die felsenfeste Überzeugung meiner früheren israelisch-italienischen Gesangslehrerin.



Die Stimme hat den Vorteil, dass sie ohne Fingersätze auskommt ;-)und sich deshalb auch nicht verhaspelt oder verlangsamt. Ich möchte nicht übertreiben, aber gerade bei Bach komme ich gefühlt doppelt so schnell zum Kern der Sache, wenn ich anfangs eine Stimme der Partitur singe bzw. später jeweils die Stimme innerhalb der Polyphonie mitsinge, die an der jeweiligen Stelle hervorleuchten soll.

Außerdem findet eine gesungene Tonfolge schneller den Weg ins Gedächtnis. Bei mir jedenfalls.



Und nein, ich singe nicht "schön", und pöh, es ist mir egal, was andere denken (falls sie es überhaupt zur Kenntnis nehmen). :lol:
 

Und nein, ich singe nicht "schön", und pöh, es ist mir egal, was andere denken (falls sie es überhaupt zur Kenntnis nehmen).

Mein Sohn schon....
:-D

... habe mich heute früh und vorhin schmunzelnd über ein Martinshorn gewundert. Bisher kannte ich es nur als Quart, aber was ich heute gehört habe, war nicht nur drei- bis viermal g-h, sondern dazwischen zwei- oder dreimal a-d. Sehr musikalisch...

Irgendwie kam ich mit meinem Sohn darauf zu „sprechen“ und ich habe ihm die beiden Quarten mit einer Sprachdatei über WhatsApp nahegebracht. Er: „Kommste Dir dabei nicht blöd vor?“ Ich: „Nö, wieso sollte ich?“.

Ich kann doch nix dafür, dass meine Stimme sich anhört, als wollte ich eine Elster imitieren.

:-D
 
Er: „Kommste Dir dabei nicht blöd vor?“

Das ist ja das kulturelle Problem. "Deutsche" haben kulturbedingte Hemmungen zu singen, sobald jemand zuhören könnte.

(Wie gesagt, eine Aussage meiner damaligen Gesangslehrerin aus einem – zumindest was die Sangesfreude angeht – anderen Kulturkreis. Selbstkritisch reflektiert muss ich ihr recht geben.)
 
Das ist ja das kulturelle Problem. "Deutsche" haben kulturbedingte Hemmungen zu singen, sobald jemand zuhören könnte.

(Wie gesagt, eine Aussage meiner damaligen Gesangslehrerin aus einem – zumindest was die Sangesfreude angeht – anderen Kulturkreis. Selbstkritisch reflektiert muss ich ihr recht geben.)

Wie erklärst Du Dir dann das Phänomen der Fischer-Chöre:konfus::-D?
 
Wie erklärst Du Dir dann das Phänomen der Fischer-Chöre:konfus::-D?

:konfus: Ein "offizieller Anlass" (Chor) stellt vermutlich einen anderen Sachverhalt dar. Ist ja auch nicht meine These. Andererseits gebe ich zu bedenken, wie man reagiert, wenn jemand z. B. singend in der Stadt herumläuft. Die spontane Assoziation ist nicht "da ist jemand fröhlich" sondern es ist eine Irritation. Es ist hierzulande nicht üblich, "einfach so" für andere hörbar zu singen.

Schade eigentlich. ;-)
 
Meine Erfahrung ist, dass von 10 Menschen ca 7 sagen: „Ich kann nicht singen", wenn ich z.B. Frage, ob sie für ihre Kinder singen, auch schon während der Schwangerschaft. Nächste Antwort: „Aber ich lege mir immer eine Spieluhr auf den Bauch, hänge sie an die Wiege, an den Kinderwagen".

Meine Antwort habe ich hier im Forum schon mal beschrieben.

Noch schlimmer ist, wenn (meist) Mütter bei Kinder-Vorsorgeuntersuchungen sagen: „Er oder sie kann nicht singen"!
Das ist oft der Grundstock für o.g.

Ich denke Hasenbein meint das sogenannte "Solfège" als Studieninhalt ganz am Anfang des Studiums, bin mir aber nicht sicher.
In irgendeinem Faden hatte ich eine Website mit Studieninhalten, also Inhalt 1. Semester u.s.w. Da ging es aber um das Thema Alexander-Technik und Körperbewusstsein. Leider finde ich ihn nicht mehr.

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Solfège
 
Guten Morgen,


Legato-Erklärung der Russ.KlvSchu 1 S.22 ist etwas eigenartig/ problematisch erklärt, dort heißt es, daß der erste Ton einer Legatogruppe durch Herabsenken der Hand (sic) zu spielen sei und der folgende durch geringe Hebung der Hand....

---->dem Anfänger sollte doch erst einmal der richtige Gebrauch seiner Fingergelenke insbesondere der Fingergrundgelenke bei stillstehender ruhiger Hand beigebracht werden, damit er die Töne sauber mit den Fingern und eben nicht mit der Hand spielt, wieviele spielen später völlig undifferenziert aus einem wüsten Finger-Hand-Matsch und verbauen sich feine fingerfertige Gestaltungsspielräume...,
Daumen wird noch "brutaler" und Kleinfinger kann seine Schwachheit "geschickt" kaschieren durch diesen Handeinsatz....

Das man später natürlich auch Handabsenkungen , Gewichtseinsatz , atmende Handgelenke usw. benötigt ist unstrittig, sollte aber eine saubere präzise Fingertechnik nicht behindern

PS: Auch eine Schwer-Leicht-Gruppe sollte anfangs bei ruhiger Hand sauber aus den Fingern geübt werden, wie man später das Handgelenk unterstützend bewegt ist dann erst zu klären
 

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