Restaurierung meines 1876-77 Flügels

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Hallo!
So endlich habe ich die ganze Fotos bekommen und ich kann sie euch zeigen. Das sind eigentlich fotos von der Arbeit die ich bis jetzt machen konnte. (wie schon gesagt ich lebe in Graz, mein Flügen steht aber bei meinen Eltern in Slowenien, und ich habe sehr selten die Gelegenheit dorthin zu fahren; deswegen wird die ganze Arbeit laaaang dauern und ich werde die neue Fotos in "Etapen" da ins Forum zeigen).
1. Foto: Mein Flügel als ich ihn gekauft habe. (ich schätze er wurde am Ende des 19. Jh. schwarz politiert und die Mechanik wurde warscheinlich damals auch renoviert)
2.Foto: Logo auf dem Resonsnzboden (auf dem Lack)
3.-6. Foto: Bevor ich mit der Arbeit angefangen habe. Zu märken sind die nicht orogonalle Hämmer die man in laufe der Zeit reingatan hat und irgendwie aussehen- aber! es funktioniert! :D (da sind etwa 60% originalle Hämmer; der Rest sind irgendwelche, mehr oder weniger, moderne Flügel- und Klavierhämmer)
7. u. 8. Foto: Da wurden Seiten entfernt; man sieht den Steg, den Resonanzboden, auf dem Foto 8 auch die Metallplatte mit den Seitenanhängen...
9. u. 10. Foto: Naja... es ist alles weg :)
11. Foto: Schrift auf der unterer Seite Resonsnzbodens (auch die Risse gut siehtbar :) ) läutet:Marouth 1877, Aug. Marouth, Tag St. Petrus und Paulus, 1877, in Ljubljana.
12. u. 13. Foto: ... auf dem Konstruktionsrahmen...
14. u. 15. Fotos: Da sieht man die erste originalle Politur, das weiße ist der alte Kreidekitt der auf den alten Lack aufgetragen wurde, und dann die Reste der schwarze Politur... und fast fertig geschliefenes Nußfurnier...
 

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weitere fotos

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letzte 5 :)

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sieht nach viel arbeit aus :trompete:
 
Hui, das klingt nach einem Projekt, ich wünsche dir viel Erfolg damit, und besonders auch keine Misserfolge. Ist da der Holzwurm drin? Hoffentlich hält er das wiederbespannen aus.

Würde auch gerne mal wieder an etwas basteln, die Zeit und der Platz fehlt aber.
 
.

es gibt auch viele arbeit... aber wuuunderschöööne arbeit!
lg
 
:)

hmmm... Holzwurm ist nicht mehr drinnen... die (keine Ahnung wie die teile heißen) Längsbretts der Konstruktion sind nämlich aus Buche und die sind durchgefressen... sonst sind die Teile, die aus Fichte sind, in Ordnung... das Furnier ist auch ein bisschen kaputt, da mache ich mir aber am wenigstens Sorgen :) ... es wird eh alles neu politiert werden...
lg
 
hallo!
nach einem jahr geht es endlich wieder weiter mit meiner arbeit :p
die "schönheitoperation" ist fast fertig; es bleibt nur noch der korpus zum politieren :)

und bald werde ich den resonanzboden einbauen müssen. beim ausbau war so:
1. der boden war nur auf einer seite mit dem korpus geleimt (siehe foto-rote linie)
2. auf der geschwungenen seite gitb es ein schlitz wo der boden steckt (foto- blaue linie)
3. hinten liegt der boden einfach auf dem korpus (grüne linie)
fragen:
1.soll ich den boden genauso einbauen, oder sollte ich ihn auf allen drei seiten leimen?
2.soll ich ihn erst einbauen und dann ausspannen oder ausspannen vor dem einbau?
3. ich muss den boden neu lackieren und ich möchte auf keinen fall ein kunstharz lack verwenden. wenn ich den alten lack ein bisschen nachschleife riecht es nach sandarakharz. könnte es sein, dass der boden mit dem sandarak lackiert worden ist? war das im jahre 1877 üblich? oder hat jemand einen besseren historischen rezept? ich habe nur angst weil meine erfahrung sagt mir, dass sandarak ziemlich spröde ist und ich möchte mit der zeit keine probleme haben...

danke danke danke! :kuss:
 

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so! da sind teile meines flügels die schon fertig sind.
und ein paar vom resonanzboden...
 

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  • #10
noch zwei fotos
 

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  • #11
Hallo Klavierrestaurator,

wow, schöne Arbeit. Zu Deinen Fragen würde ich folgende vorschlagen:

fragen:
1.soll ich den boden genauso einbauen, oder sollte ich ihn auf allen drei seiten leimen?
2.soll ich ihn erst einbauen und dann ausspannen oder ausspannen vor dem einbau?
3.ich muss den boden neu lackieren und ich möchte auf keinen fall ein kunstharz lack verwenden. wenn ich den alten lack ein bisschen nachschleife riecht es nach sandarakharz. könnte es sein, dass der boden mit dem sandarak lackiert worden ist?

- Normalerweise ist der Boden komplett an den Auflagern verleimt.
- Ich würde den nach dem Einbau auspanen, da er dann stabiler ist.
- Keine Ahnung ob der Resonanzboden früher mit sandarak lackiet wurde, ich würde ihn heute mit Resonanzbondelack lackieren.

Viel Spaß noch und immer schön von Deiner Arbeit berichten.:p
________________
Axels
 
  • #12
hallo!
nach einem jahr geht es endlich wieder weiter mit meiner arbeit :p
die "schönheitoperation" ist fast fertig; es bleibt nur noch der korpus zum politieren :)

und bald werde ich den resonanzboden einbauen müssen. beim ausbau war so:
1. der boden war nur auf einer seite mit dem korpus geleimt (siehe foto-rote linie)
2. auf der geschwungenen seite gitb es ein schlitz wo der boden steckt (foto- blaue linie)
3. hinten liegt der boden einfach auf dem korpus (grüne linie)
fragen:
1.soll ich den boden genauso einbauen, oder sollte ich ihn auf allen drei seiten leimen?
2.soll ich ihn erst einbauen und dann ausspannen oder ausspannen vor dem einbau?
3. ich muss den boden neu lackieren und ich möchte auf keinen fall ein kunstharz lack verwenden. wenn ich den alten lack ein bisschen nachschleife riecht es nach sandarakharz. könnte es sein, dass der boden mit dem sandarak lackiert worden ist? war das im jahre 1877 üblich? oder hat jemand einen besseren historischen rezept? ich habe nur angst weil meine erfahrung sagt mir, dass sandarak ziemlich spröde ist und ich möchte mit der zeit keine probleme haben...

danke danke danke! :kuss:

Hallo Emmanuel,

Es gibt verschiedene Möglichkeiten für die Risse. Die eleganteste Lösung, weil Du den Resonanzboden ja bereits draußen hast, wäre überhaupt keine Späne zu verwenden, sondern die Bretter erneut verkleben . Das macht man bei historischen Instrumenten so und wäre ein Alternative zu Spänen. Dazu muss man gucken, ob man die Rippen und Stege sanft genug ablösen kann. Die Bretter dann schön trocknen auf etwa 5-6% Holzfeuchte und mit Zulagen (und eventuell mit winzigen Dübbeln) verleimen. Natürlich nur mit Warmleim. Weiterer Vorteil - Wenn alles neu verleimt ist, kann hinterher so schnell nichts mehr aufgehen ;)

Wenn überhaupt, würde ich spirituslöslichen Resonanzbodenlack verwenden - und das nur sehr sparsam. Man muss ihn nichtmal sehen - einfach eine kleine Schutzschicht. Auf der Unterseite kannst du satt mit Schellack-Politur arbeiten. Politur spannt und wölbt den Boden nach oben, wodurch er wieder zum klingen gebracht wird, wenn die Saiten Druck ausüben.

Ich würde übrigens den Boden genauso einleimen, wie er vorher war und nicht anders.

LG
Michael
 
  • #13
Hallo Michael,

Politur spannt und wölbt den Boden nach oben, wodurch er wieder zum klingen gebracht wird, wenn die Saiten Druck ausüben.

das ist ja interessant. Muss dafür der alte Lack runter oder kann man einfach drüber polieren?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten für die Risse. Die eleganteste Lösung, weil Du den Resonanzboden ja bereits draußen hast, wäre überhaupt keine Späne zu verwenden, sondern die Bretter erneut verkleben .

Dazu müsste er die Stege lösen und genauso wieder anbringen. Da würde ich vorher unbedingt eine Schablone anfertigen.


@ Klavierrestaurator

Ich würde übrigens den Boden genauso einleimen, wie er vorher war und nicht anders.

Vielleicht hat sich der Resonanzboden mit der Zeit gelöst und Du hast dann nur die eine Seite als angeleimt vorgefunden. Schau mal ob du Klebereste auf dem Resonanzboden oder auf der Raste findest der Aufschluss über die Befestigung geben kann.

An Deinem Resonanzboden fehlt eine oder zwei Rippen, hast Du die noch?

_________________
Axels
 
  • #16
hallo!
hey! danke Jungs! es freut mich, dass ihr kommentiert habt!:)

Den Boden wollte ich schon einfach zusammenleimen, es gab abet manche probleme. Die Rippen kann man nicht sanft ablösen, die Bretter sind nicht auf den alten Verleimungen gesprungen sonder irgendwo, die Risse laufen nicht auf der ganzen Länge des Bodens sondern sind am rabd breit und dann V-vörmig und wenn man sie zusammenleimen möchte müsste man eine sehr große Spannung machen was, meiner Meinung, nicht gut sein kann.
Und der Boden wurde nur auf der geraden Seite geleimt (siehe erste zwei Fotos;nur da sind nämlich Leimreste vorhanden). Und ich habe mich geirrt: auf der gescwungenen Seite gibt es kein Schlitz für den Boden (er liegt einfach auf der Raste).
Der Boden wurde auf der unteren Seite auch mit irgendeinem Lack sehr dünn lackiert. Was meinst du, Michael, als Politur? ich politiere mit dem Schellack rubin, mit Benzoe, mit Kopal... Und von jedem Harz habe ich eine 5- 10- und20%ige Lösung. Sollich den boden unten tatsächlich politieren oder einfach mit dem Pinsen anstreichen? Der Boden ist unten ziemmlich rau...

da gibt es ein paar Fotos.. ich habe heute den Korpus einmal geölt und morgen fange mit der Politur an.
lg
emmanuel
 

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  • #17
Hallo Emmanuell,

Ich würde den Boden unten etwas glatter machen und mit dicker Politur wichsen. Wichtig ist, dass er dadurch Spannung in die richtige Form bekommt, und das macht der Schellack besser als andere Lacke. Du könntest den Boden sogar tapezieren. Hast schon mal ein Brett nur auf einer Seite tapeziert? Das wölbt sich dann auch gewaltig.;) Ich kenne Deine Mittelchen nicht alle, aber ich würde Schellack lemon oder so nehmen.

LG
Michael
 
  • #18
halli Michael!
Was meinst du genau mit "tapezieren"? Mit einem Stoff bespannen oder was? :confused:
Naja Schellack lemon beinhaltet viel mehr Wachs als der rubin. Das ist aber der einzige Unterscheid, glaube ich...
Und was soll ich dann aud der oberen Seite des Bodens verwenden?
danke und liebe Grüße
emmanuel
 
  • #19
Hallo Emmanuel,

Nein, ich meinte eine ganz stinknormale Papiertapete. :D

Es gibt spirtituslöslichen Resonanzbodenlack fertig zu kaufen. Frag mich aber bitte nicht um die exakten Ingredienzien. Soviel ich aus nicht bestätigten Erzählungen weiß ist da gelöstes Baumharz drinnen. Er ist im Klavierbestandteile-Fachhandel erhältlich. Es gibt auch einen Verzögerer zu kaufen, damit der Lack gleichmäßig verlauft und den ich gerne verwende.:wink:

Dein Wissen um all die verschiedenen Rezepturen und Tinkturen für Oberflächen ist ja erstaunlich.:cool:

LG
Michael
 
  • #20
hi!
hmmm... tepettenpepier? :rolleyes: klasse! nie gehört dass man sowas machen kann! aber die lösung mit schellack gefällt mir irgendwie besser!
ich muss alles noch einmal überlegen und dann reden wir noch einmal darüber!

ich muss es zugeben! ich beschäftige mich sehr viel mir den alten rezepturen und methoden der bearbeitung der oberfläche im 18. un 19. jhdt.
ich bin auch dabei ein buch zu schreiben wo ich hauptsächlich über die politur rede und dabei verschiedene harze und die kunst des polierens mit denen beschreiben möchte... :cool:

lg
emmanuel
 

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