Noten lesen/Vorauslesen

Hilft aber bei dem, was @Linnea wirklich möchte (habe ich zitiert).
 
Hilft aber bei dem, was @Linnea wirklich möchte (habe ich zitiert).

erklär mal warum.

Dass das sinnvoll ist, um sich neue, rhythmisch komplizierte Stellen zu erarbeiten, habe ich schon erfahren. Aber wie hilft das, zu verhindern, dass ich mich bei höherer Geschwindigkeit verspiele, weil ich immer wieder von neuen Stellen (die ich isoliert aber kann) überrascht werde?
 
Aber wie hilft das, zu verhindern, dass ich mich bei höherer Geschwindigkeit verspiele, weil ich immer wieder von neuen Stellen (die ich isoliert aber kann) überrascht werde?
Weil die Stellen nicht mehr neu sind, wenn du sie rückwärts-additiv bereits geübt hast.

Und wenn du dich bei hohem Tempo verspielst, übe halt langsamer.
 
super, das hat sogar unsere Stadtbibliothek habe ich gerade gesehen. Das ist doch eine gute Beschäftigung für die unterrichtsfreie Zeit der Sommerferien...
 
Man liest die Noten nicht immer als individuelle Persönlichkeit. Man erkennt das Muster (z. B. kleine Terzen, chromatisch aufsteigend / zerlegte DVs, gegenläufig auf- oder absteigend / whatever you want). In der Zeit orientiert man sich, wie´s danach weitergeht.
Zu solchen Mustern kommen auch formale Aspekte wie das Erfassen von Kadenzen, da die Akkorde ja meist nicht wahllos aneinandergereiht werden. Es lohnt sich auch mal in die Fäden zum Stichwort „Korrepetition“ zu schauen, da Korrepetitoren berufsbedingt viel vom Blatt spielen müssen.

LG von Rheinkultur
 
Im Grunde ist der Begriff des „Vorauslesens“ irreführend, „sinnerfassendes Notenlesen“ passt besser. Warum? Es werden Zusammenhänge zwischen Strukturen und Formen hergestellt und diese Erkenntnisse erleichtern die praktische Umsetzung auf der Tastatur. „Vorauslesen“ suggeriert, dass das Lesen und das Ausführen unabhängig voneinander erfolgen, was nicht zutrifft. Es werden nicht gleichzeitig zwei oder mehr völlig unterschiedliche Handlungen vollzogen, sondern verschiedene Arbeitsschritte blitzschnell und sicher nacheinander ausgeführt. Das mag von außen betrachtet gleichzeitig wirken, ist es aber nicht.

LG von Rheinkultur
 
Im Grunde ist der Begriff des „Vorauslesens“ irreführend, „sinnerfassendes Notenlesen“ passt besser. Warum? Es werden Zusammenhänge zwischen Strukturen und Formen hergestellt und diese Erkenntnisse erleichtern die praktische Umsetzung auf der Tastatur. „Vorauslesen“ suggeriert, dass das Lesen und das Ausführen unabhängig voneinander erfolgen, was nicht zutrifft. Es werden nicht gleichzeitig zwei oder mehr völlig unterschiedliche Handlungen vollzogen, sondern verschiedene Arbeitsschritte blitzschnell und sicher nacheinander ausgeführt. Das mag von außen betrachtet gleichzeitig wirken, ist es aber nicht.

ja, das ist sehr einleuchtend und hilfreich - analog zum Texte lesen eben Wörter erfassen und davon wegkommen zu buchstabieren...
 

Mit notenlesen hab ich auch so meine Probleme. Ich tendiere dazu sofort das gelernte für mich zu strukturieren und kann die stücke sehr schnell auswendig. Leider vergesse ich es auch sehr schnell wieder.

Ist besonders lustig im interricht wenn ich vorgespielt habe und komplett rausgeflogen bin. Ich hatte 0 ahnung wo im stück auf dem blatt ich war. Ich wusste bei welcher gemerkten struktur ich war aber blöd ist wenn man gerade nicht weiß wo diese auf dem blatt ist...

Ich tendiere derzeit dazu die noten wenn ich spiele taktweise zu lesen. Wenn ich takt x spiele schaue ich mir takt x+1 an usw.

Reines Absolutes noten erkennen übe ich derzeit mit einem Programm welches mir jeweils eine zufällige note im notenbild anzeigt die ich auf meinem per usb verbundenem digitalpiano spielen. Das hat mir einiges gebracht zum erkennen von noten.

Zur strukturerkennung von z.b. Akkorden und kadenzen hilft das natürlich nichts.
 
@Fou Lou: Vielleicht hilft es Dir bezüglich der Orientierung, wenn du die Hanon-Übungen vom Blatt spielst und mit den Augen auf den Noten bleibst.
 
Im Grunde ist der Begriff des „Vorauslesens“ irreführend, „sinnerfassendes Notenlesen“ passt besser. Warum? Es werden Zusammenhänge zwischen Strukturen und Formen hergestellt und diese Erkenntnisse erleichtern die praktische Umsetzung auf der Tastatur.

Ja, dem kann ich mich gut anschließen.

Die Fähigkeit des Blattspiels ist meines Erachtens in erster Linie das Resultat effektiven Lernens im Rahmen eines audivisuell ausgerichteten, basisorientierten Unterrichtes.

Mit basisorientiert meine ich, dass analog zum Hausbau zunächst ein Fundament aus Grundelementen geschaffen wird (Tonleitern, Arpeggios, Terzen usw.), an dem die Projekte (Spielliteratur) sicher "andocken" können.

Die Arbeit daran muss nicht so trocken verlaufen, wie es sich zunächst anhören mag. Es stehen dafür nämlich nicht nur rein technische Übungen zur Verfügung, sondern auch gehaltvolle, mitunter sogar konzertante Etüden (thematisch ausgerichtete Übungsstücke). Beim Klavier können dabei natürlich auch die Inventionen von Bach gut einbezogen werden.

Dieses Fundament wird im weiteren Verlauf gefestigt und gepflegt, indem vor jeder Erweiterung zunächst zur Konsolidierung mehrere assoziative Projekte erarbeitet werden (bei der Partita/Suite zum Beispiel haben wir ohnehin schon eine Verbindung über die gemeinsame Tonart). Die auf diese Weise systematisch und sicher im Langzeitgedächtnis verankerten Grundmuster (sowohl Bewegungsmuster wie auch die verknüpften Notenbilder) stehen dann dauerhaft zum Abruf bereit. Sie bilden vernetzte Strukturen, die sich in ihrer Wirkung nicht nur summieren sondern potenzieren.

Effektiv lernen bedeutet immer auch stressfrei lernen. Blattspieltraining und Tempomaximierung sollten besser getrennt absolviert werden (ein Dauerläufer trainiert anders als ein Sprinter).
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich gehöre zu den Menschen, die von Beginn an leicht vom Blatt spielen konnten. Es hat mir immer schon große Freude gemacht, ein Papier mit schwarzen Punkten adhoc zum Klingen zu bringen.
Ich denke, es gibt unterschiedliche Begabungen in der Richtung, aber man kann das, was einem schwer fällt auch trefflich üben.
Aber nun zum Problem:
Vorausschauen - auch wenn man es defacto nicht gleichzeitig kann - ist schon der Weg zum flüssigen Spiel. Aber vielleicht sollte man besser: "voraushören" sagen. Wenn man einen Text liest und man versteht den Inhalt, liest man mit der sinnvollen Betonung, weil man weiß, wo es hingeht. Das ist in der Musik auch so. Wenn man beim Spiel stochert, liegt das oft an einer rein vertikalen Denkweise: "Ah, jetzt kommt der Ton links und der Akkord rechts..." Denkt man mehr melodisch, werden einzelne Töne unwichtiger und brauchen nicht soviel Arbeitsspeicher.
Beispiel: Du sollst im Stück eine D-dur Tonleiter spielen. Spielt man vertikal, dann denkt das Gehirn: d,e,fis,g,a,h,cis,d
Denkst Du melodisch, merkst Du Dir Anfangs- und Endton und dazwischen liegt die Skala von D.
Das geht viel schneller. Natürlich ist dafür wichtig, daß man Skalen lernt, Dreiklänge und Umkehrungen, das wurde ja hier auch schon gesagt.
Sehr hilfreich ist es, sich eine Klavierschule zu nehmen und jeden Tag daraus drei Stückchen zu spielen, ohne Rücksicht auf Verluste. Wichtig ist, wirklich vorne anzufangen, auch, wenn man schon länger Unterricht hat. Das hilft, sich vor dem Text weniger zu fürchten. :-)
 
Mit Notenlesen hab ich auch so meine Probleme. Ich tendiere dazu sofort das Gelernte für mich zu strukturieren und kann die Stücke sehr schnell auswendig. Leider vergesse ich es auch sehr schnell wieder.

Das Strukturieren und Auswendigspielen ist soweit eine sehr gute Ausgangsposition. Du kannst jetzt darauf aufbauen, indem du mit einem geeigneten Konzept ergänzende aber aktuell eben weniger ausgeprägte Fähigkeiten stärker förderst.

Versuche dabei nicht, dich als Lerntyp umzukrempeln. Ich denke, dass es bei dir viel günstiger sein wird, lediglich das Gefälle zu den anderen Eingangskanälen ein wenig auszugleichen.


Warum ich dieser Meinung bin:

Die Vorläufer unserer heutigen Noten wurden als "Neumen" bezeichnet (gr.: neuma - der Wink). Sie wurden anfangs noch ohne Linien gesetzt und hatten lediglich die Funktion, den Sänger im richtigen Moment an etwas bereits Bekanntes, aber eben nur mündlich Überliefertes wieder zu erinnern.

Aufgrund der Notenlinien müssen wir uns neue Stücke heutzutage nicht unbedingt vorspielen lassen, doch sobald wir etwas vollständig einstudiert haben, funktioniert das Abspielen vom Blatt weitgehend immer noch so, wie in den alten Tagen: die Noten werden wieder zu Neumen. Und anders würde es auch gar nicht gehen.

Der springende Punkt bei dir könnte sein, dass du als Lerntyp eher auditiv und vor allem auch haptisch ausgeprägt bist. Der "Wink", welcher bei dir eine motivische Bewegungsfolge auslöst, wird dann letztlich das vorhergehende Motiv (auditiv) bzw. die vorhergehende Bewegungsfolge/Fingerstellung (haptisch) sein. Gegen Beides zusammen haben die Noten (visuell) momentan anscheinend gar keine Chance und werden bis auf weiteres immer den Kürzeren ziehen.

Aber um es nochmal zu betonen: Lerne deine Fähigkeiten lieber zu schätzen und richtig zu kanalisieren, als dich irgendwie umkrempeln zu lassen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Was mir total schwer fällt ist voraus zu lesen. Gerade sind meine Augen immer genau bei der Note, die ich spiele (egal ob Klavier oder Klarinette), und nicht, ...

... wie ich verstanden habe dass man es eigentlich machen sollte, schon im nächsten Takt.

Ist das denn wirklich empfehlenswert ???

Bei meiner ersten Videoaufnahme war ich anfangs noch unsicher und wusste nicht so richtig, wie ich in die Kamera schauen sollte. Es fiel mir schwer, nicht in einen starren Blick zu verfallen.

Da ich mir die nötige Routine aber nicht aus dem Hut zaubern konnte, hat mir Folgendes vorläufig gut weitergeholfen:

Rechts und links von der Kamera habe ich mir in einem gewissen Abstand zwei markante Gegenstände ausgesucht und mich darauf eingestellt, diese bei der Aufnahme immer gleichzeitig zu erfassen. Man bekommt dann diesen "entspannten" Blick, den wir manchmal haben, wenn wir irgendwo hinschauen aber mit den Gedanken ganz woanders sind. Zwischendurch war es immer mal angenehm, leicht umherzuschweifen, um dann wieder zur Mitte zurückzukehren.

Ich nenne das hier einfach mal den Weitwinkelblick im Gegensatz zu dem von dir angeführten fokussierten Blick.

Nun gibt es aber einen interessanten Zusammenhang zwischen Blick, Körperspannung und Wahrnehmung. Das fällt mir immer wieder auf, wenn ich neue Gitarrenschüler eine spezielle klassische Anschlagtechnik ohne Griff und daher nur mit der rechten Hand spielen lasse:

Die Konzentration, die diese Übung bei korrekter Ausführung erfordert, führt anfangs oft zu überhöhter Körperspannung, die ich links an Arm und Fingern deutlich erkennen kann. Gleichzeitig beobachte ich einen leicht starren, eher unbeweglichen Blick und einen harten Anschlag.

Das Bemerkenswerte ist, dass ich in solchen Situationen immer am besten weiterhelfen kann, wenn ich die Schüler während der Übung bitte, ihren Blick einfach mal frei umherschweifen zu lassen. Ich stelle dabei auch gerne ganz banale, aufmunternde Fragen zu den Dingen, die sie dabei sehen.

Es zeigt sich dann, dass der Blick nicht nur Indikator für eine Anspannung ist, sondern auch umgekehrt eine regulierende Wirkung zu haben scheint.

Dieses Vorgehen führt nämlich in der Regel, anfangs etwas zögerlich aber ohne dass ich es explizit ansprechen muss, zu einer deutlichen Entspannung, die ich noch weiter fördere, indem ich zwischendurch auch mal sehr leise spielen lasse.

Durch das Wegschauen von der Hand wird dabei zusätzlich noch der Tastsinn angeregt und das unruhige Hin- und Herschauen zwischen Blatt und Spielhand abgestellt.

Und was die Wahrnehmung betrifft:

Wenn das Ganze in einer Gruppe geschieht, die ohne Blickkontakt und gegenseitige Aufmerksamkeit zunächst in Takt und Tempo völlig durcheinander spielt, dann findet diese spätestens beim Pianissimo endlich doch zusammen und alle spitzen gespannt (in wohldosiertem Maß!) die Ohren in Richtung der leisen Töne.

Resümee:

Meine Empfehlung tendiert deshalb mehr zum "Mini-Weitwinkelblick", rein intuitiv irgendwo zwischen aktueller Note und dem was folgt.
 
Zuletzt bearbeitet:
- zuerst sicherstellen, dass man flüssigst und zügigst Noten beider Schlüssel und Hilfslinien lesen und promt greifen kann!(Alle gebräuchlichen)
- nehmt doch mal ein paar bezgl. des jeseinigen Level deutlich einfachere Stücke und schaut euch ein paar Takte oder Zeilchen nur an, lest sie genau (Harmonie"brücken", Rhythmus Marker, Ähnlichkeiten usw.), singt sie (innerlich) nach/mit und dann irgendwann versucht so viel wie möglich aus dem Gedächtnis aufzuschreiben!, das könnte man mal täglich eine zeitlang ETWAS intensiver angehen,
- man muss letztlich so viel wie möglich Stücke vom Blatt spielen, spielen, spielen, anfangs auch ohne Rücksicht auf diverse Fehler, damit man viel unterschiedliches Material kennengelernt hat, mit der Zeit vieles schon vorausahnt, selbst auf die Gefahr hin das man bei Begleitfiguren mal was auf kurz "umdreht", wird den allermeisten Hörern nicht mal auffallen,
- auch sollte man "Sehende" Gehörbildung betreiben, die Noten sollten einem was zu hören geben
- und es wird durchaus seeeehr nützlich sein, wenn man seine Tonleitern und Akkorde aus dem eFFeFF kann, wer Tonleitern und Akkorde verstanden hat und herunterschnurpst, wird sich mit dem Blattspiel deutlich einfacher tun
- fernerhin gibt es besonders für (bessere) Anfänger ein sehr guten Blattspiellehrgang von Paul Harris in 3 Bänden ( der erste Band kann meist schnell überflogen werden, wenn gute Grundlagen da sind) Den Anhang 19847 betrachten (in 3 Bänden)

hier wird keiner überfordert und es ist auch kein Allheilmittel, aber bei durchgeschulter Verwendung, kann schon dem besseren Anfänger ein gutes Rüstzeug gegeben werden

Hast du Band 2?

Verstehe den Sinn der Fragen im grauen Kästchen nicht so recht.

"...was fällt dir bei Takt 3 bis 6 auf?..."

Ähm: nix?! :konfus:Wo steht die Lösung? Habe ich was übersehen? Darf ich jetzt nicht weiterspielen?:-D

"...Gehe zuerst die Fragen durch... Beginne nicht mit dem Spielen, bevor du wirklich sicher bist..." Mammiii! :cry2:

Ansonsten: Erscheint mir sehr strukturiert aufgebaut. Nochmals Danke für den Tip @maxe!
 
"...was fällt dir bei Takt 3 bis 6 auf?..."
vermute auf seite 10 frage 2
bezieht sich auf Nr1 maestoso

melodische Motive schau mal in violin uind baß zeile was fällt in der Tonfolge und im Rhythmus auf, tip: wiederholungen, abstände der entsprechenden versetzten Motive


ps: auch takt 1 und 2 hat melod /rhythm wiederholung

@stoni99: die blanken Rhythmusvorübungen sind auch lustig und hilfreich wenn du sie unterschiedlich verteilt klopfst, mal alles durchprobieren, auch fuß...Grundschlag/Metrum, Lhand , Rhand und Stimme zählt mit 1-heins u-hund 2-hei u-hund.....

seite 72, 76,98 ist lustig zu klopfen
 
Zuletzt bearbeitet:
vermute auf seite 10 frage 2
bezieht sich auf Nr1 maestoso

melodische Motive schau mal in violin uind baß zeile was fällt in der Tonfolge und im Rhythmus auf, tip: wiederholungen, abstände der entsprechenden versetzten Motive

Das Einzige was mir dazu einfällt: Es ist eine Punktierte Viertel drin. Meinen die das oder was anderes?
Mir fehlt die Auflösung zu dem Rätsel um auf Richtigkeit zu prüfen.:konfus:

Was meinst du mit Motiv? :denken:
 

Zurück
Top Bottom