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Kunst kommt von können.
Im Sinne dieser Definition ist es Kunst.
wenn DAS als Kunst gezählt werden darf, dann doch wohl auch ein Lied, welches sehr eindeutig auf Mozarts Lacrimosa basiert, aber sonst seine ganz eigenen Wege geht.
Ich schlag mal schnell nen Querschläger zwischen die Diskussion, indem ich Nora zustimme und meine neutrale Haltung von heute Vormittag aufgebe. Ich find die Mozartadaption von Evanescence einfach auch toll. Ich kann aber überhaupt nicht sagen weshalb.
Normalerweise gehts mir bei so Klassikverwurstelungen in Popsongs auch so, dass mich das kalte Grausen packt, aber bei diesem Lied wars eher eine volle Begeisterung die mich gepackt hat.

z.B. die Variation, Transkription
z.B. Malen/Forografieren von Landschaftsbildern - sind ja streng genommen auch "Kopien"
In einer Kollage werden keine "Ursprungsangaben der verwendeten (ausgeschnittenen) Zeitungen und Zeitschriften" gemacht - ist jedem einleuchtend.
Heute gibt es "Musikstücke", die aus zusammengeschnittenen Szenen von Volgelsingen, Meeresrauschen und mehr bestehen.
Die Qualität des neu entstehenden Musikstücks ist von der Grundlage aber nahezu nicht abhängig.
Ich muss ehrlich gestehen, dass ich manche der bisher getroffenen Aussagen NICHT nachvollziehen kann.
Ein "Hauptwesensmerkmal" der KUNST ist, das durch MENSCHLICHE KREATIVITÄT etwas NEUES geschaffen wird. Hierbei sind Rückgriffe auf etwas BESTEHENDES eher der Normalfall als die Ausnahme.
Das funktioniert gerade dann, wenn man das Übernommene nicht in die Qualitätsbewertung einfließen lässt, sondern eben nur das, was der Künstler macht: das Einbauen. Ich glaube, der Punkt ist aber für manche genau der, dass der Betrachter verleitet werden könnte, diesen Unterschied nicht zu machen, wenn er die Vorlage nicht kennt; z.B. bei Zitaten von Grieg finde ich diese Gefahr sehr real. Und indem man dieser Gefahr nicht durch Kennzeichnung des Zitats entgegentritt, so könnte man argumentieren, hat man eine Mittäterschaft daran, dass andere das Zitierte als originäre Erfindung interpretieren (sprich: man kann sich nicht einfach auf deren Unwissenheit ausreden, weil man mit deren Unwissenheit rechnen kann/muss), und damit wäre es eine Form davon, sich mit fremden Federn zu schmücken.Die Grundlage kann nämlich sehrwohl eines beeinflussen: Das Wohlgefallen, das das Stück auslöst; wie schön es klingt. Und sofern das vom Zitierten getragen wird, darf es dem Zitierenden bestenfalls als Zeichen guten Geschmacks angerechnet werden, aber nicht als Zeichen genialer Erfindertätigkeit.


Interessant ist, dass er [Sting] seinem Popsong ein eher wenig gebräuchliches Moll-Schema (ein wenig im Stil der "langsamen Rock-Ballade") unterlegt, aber zwischen den Strophen des schematisierten Refrainsongs Musik aus der Suite "Leutnant Kis" von Prokovev einfügt (und zwar eine sehr "melancholisch-russische" Stelle). Einerseits bezieht er mit dieser Integration musikalisch Position (eher pro Perestroika als pro Reagan), andererseits machte er aber das umfangreiche Zitat aus dieser zur Sowjetzeit komponierten Filmmusik-Suite nicht kenntlich. Urheberrechtlich dürfte das Prokovev-Werk noch nicht frei gewesen sein zu diesem Zeitpunkt (80er Jahre)
--wie auch immer: zur Popularisierung Prokovevs hat Sting nicht so wirklich beigetragen
[snip]
eine Kennzeichnung des Zitierten wäre redlich - ob diese das jeweilige Publikum interessiert, ist eine andere Frage. Aber könnte so der Gefahr entgehen, sich den Schmuck fremder Federn vorhalten lassen zu müssen.

SOMEWHERE OVER THE RAINBOW: "gestohlen" aus Griegs Klavierkonzert 3. Satz
Es sei noch dazu gesagt, wenn Sting damit bestehende Urheberrechte verletzt hat, wer hat dann diese Passagen eingespielt? Mit solchen Produktionen und der Verteilungsmaschinerie (Rundfunk usw.) sind doch Kohorten von musikalisch und auch rechtlich sachkundigen Leuten befasst. Warum haben die Rechteinhaber nicht geklagt? War evtl. dieselbe Plattenfirma Rechteinhaber?
Das kann man sich zwar fragen, aber es ist nicht mein Problem, ich hab zwar im Leben nur eine Sting CD gekauft, aber indirekt krieg ich ja kein Geld dafür, sondern bezahle das u.A. mit den Rundfunkgebühren.
genau nimmt.(1)
Evtl. hat Prokofiev auch selber Filmmusik komponiert, das ist mir nicht klargeworden.
(2)
Als regelrechten "Raub" würde ich das auch nicht sehen, es ist etwa so, als ob man einen "Lick" aus einem anderen Song kopiert.
(3)
Stings Aufnahme ist bei "Universal Music" erschienen, ein Label bei dem man es mit dem Copyright (zumindest wenns um Youtube gehtgenau nimmt.
(4)
Und laut Wikipedia hat Sting nach dieser Aufnahme eine Rolle in "Peter und der Wolf" übernommen....
(5)
Es sieht ganz und gar nicht nach Klau aus, sondern in Amerika würde man sagen, das ist "fair use" und ich muss nun sagen, es gefällt mir immer noch.
(6)
Ob Prokofiev auf dem CD Label erwähnt wurde, konnte ich nicht in Erfahrung bringen....
ok, es wäre halt fair oder zumindest informativ, wenn sich ein Hinweis auf den Plattenhüllen etc fände - aber ich weiß auch nicht, ob das da nicht doch vielleicht der Fall ist?