"Klassik-Melodienraub" in der Popmusik

Dieses Thema im Forum "Werke, Komponisten, Musiker" wurde erstellt von Mathias, 16. Nov. 2006.

  1. Mathias
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    Mathias

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    Ich weiss nicht, ob hier schon ein Thema mit ähnlichem Inhalt eröffnet wurde, mich würde nur interessieren, ob ihr auch in der Popmusik Stücke kennt, die gnadenlos und billigst schöne Melodien aus der Klassik kopiert haben!?

    Ich fange mal mit einem Lied an, dessen "Kopie" mich am meisten nervt!

    SOMEWHERE OVER THE RAINBOW: "gestohlen" aus Griegs Klavierkonzert 3. Satz

    Schöne Grüße! :-)

    Mathias
     
  2. Windir
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    Windir

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    die toten hosen hatten es tatsächlich gewagt in einem ihrer lieder ein kurzes stück der mondscheinsonate als intro einzusetzen, weiß jetz nich mehr welches lied das war weil ich das schnellstmöglich wieder vergessen wollte...
     
  3. Marty
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    Marty

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    Das war "Hier kommt Alex" in der Unplugged Version.

    Letztens sagte mir jemand, dass Pachelbels Kanon für ein Hip-Hop Stück genommen wurde. Kennt das jemand?
     
  4. pigface joe
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    pigface joe

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    als hip-hop version nich, aba die ganzen canon rock version die es hundertfach bei youtube oder so gibt...
     
  5. Geli
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    Geli

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    Das hört sich für mich so an, als würdest Du das als Schindluder ansehen. Sicher sind manche Versionen total albern und hätten nicht unters Volk gebracht werden müssen. :evil: :evil: Grundsätzlich finde ich verpopte Klassik (einigermaßen vernünftig gemacht) garnicht so schlecht um junge Leute, die sonst nichts mit Klassik am Hut haben, an diese Musik heran zu führen. Manch einer hat auf diese Weise schon Spaß an den großen Klassikern gefunden :lol: :lol:
    LG
    Geli
     
  6. Mathias
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    Mathias

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    Das ist in meinen Augen eine reine Abzocke - sich mit fremden Federn schmücken und eine Ideenlosigkeit sondergleichen:

    1) die "jungen Leute" wissen meist gar nicht, dass die Melodie aus der Klassik stammt, sondern denken, sich....geniale Melodie, was "meiner Band" hier eingefallen ist: sprich kein Konnex zur Klassik

    2) es werden Millionen verdient, ohne dass das ware Genie (zB Grieg in meinem Fall) auch nur einen Cent sieht (auch zeitlich so lang zurückliegende Stücke bzw Komponisten gehören rechtlich geschützt)

    3) dieser Kitsch ist in meinen Ohren ein absolutes Greuel! Mir stellt es jedesmal die Haare auf - und auch Grieg würde sich sicher noch im Grabe umdrehen :-(

    --> es geht auch anders: Procul Harum mit "A Whiter Shade of Pale" wurde ausdrücklich von Bach inspiriert (steht auf der CD) - wäre also zumindest anständig, zu schreiben, von welchem Komponisten sie klauen ;-)

    Allerdings - hab ich grad gelesen - gibt es selbst bei diesem Lied Schwierigkeiten! Hier wird nämlich darüber gestritten, "wer diese Melodie gestohlen hat" - Sachen gibts ;-)

    Streit über Urheberschaft von "A Whiter Shade Of Pale"

    Über die Urheberschaft des 60er-Jahre-Hits "A Whiter Shade Of Pale" ist unter ehemaligen Mitgliedern der Band Procol Harum ein Streit entbrannt. Der frühere Band-Organist Matthew Fisher klagte in London auf Anerkennung seiner Mitautorenschaft an dem Lied.

    Als Autoren des Erfolgstitels aus dem Jahr 1967 gelten bisher Frontmann Gary Brooker und der Texter Keith Reid. Der 60-jährige Fisher macht jedoch geltend, dass für die markante, von Johann Sebastian Bach inspirierte Hammondorgel-Melodie des Schmuseklassikers er selbst verantwortlich sei.

    Streit über Orgelteil
    Auf seiner Website erklärte Fisher, er habe Brooker und den Verlag Onward Music unter anderem auf einen Anteil an den Tantiemen geklagt. Es gehe um die Anerkennung, dass Fisher den Orgelteil von "A Whiter Shade Of Pale" komponiert habe, sagte dessen Anwalt Mike Shepard heute.

    Brooker erklärte auf der Procol-Harum-Website, er sei entsetzt und bestürzt über die Klage. Das Lied "wurde von Keith Reid und mir geschrieben, bevor Matthew überhaupt Bandmitglied wurde", erklärte er.

    http://orf.at/?href=http://orf.at/ticker/235453.html
     
  7. Wu Wei
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    Wu Wei

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    Glaubst du das oder weißt du es? Ich habe da so meine Zweifel.

    Ansonsten habe ich gegen die Verwendung in der Eintagsfliegen-Musik nicht viel einzuwenden, da ich eh weitestgehend versuche, in dieser Hinsicht Akusto-Hygiene zu betreiben. Der meiste Klangschleim ist an sich schon eine Beleidigung und die öffentliche Nötigung zum Passiv-Hören unverständlicherweise immer noch straffrei. Ein Sakrileg will ich aber in der Verwendung klassischer Motive nicht gleich erkennen: Auch die Großen der Musikgeschichte haben geklaut – allerdings mit dem Unterschied, den Stempel der Ewigkeit draufgedrückt zu haben. :wink:
     
  8. Wu Wei
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    Wu Wei

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    @Matthias

    Recht am geistigen Eigentum hin und her: Gerade dein Beispiel führt uns doch wieder schön vor Augen, was für absurde Auswüchse das Gewinnstreben der Anwaltskanzleien annimmt, die derartige Aktivitäten nur allzu gern schüren.
     
  9. Wolfgang
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    Wolfgang Guest

    *edit wolfgang*
     
  10. Geli
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    Geli

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    Ich habe ab und zu von Klavierlehrern gehört, dass die jungen Anfänger häufig nur an U-Musik interessiert sind und keinen Bock auf Klassik haben (Forumsaktivisten natürlich ausgenommen :!: :lol: ) und deshalb nach Möglichkeiten suchen, ihnen diese Musik schmackhaft zu machen. Vor ein paar Monaten habe ich mal eine ziemlich schwierige Air-Version an einen Musik-Prof. weitergegeben, der ganz angetan war, weil mehrere Elemente (Synkopen, Triolenspiel einer Hand im Gegensatz zu anderen, mehrfacher Tonartwechsel usw.) trainiert wurden. Natürlich habe ich auch ´ne ganze Menge gegen niveauloses Verhohnepiepeln (schreibt man das so?), in Bausch und Bogen verdammen würde ich das aber nicht. :)
    Geli
     
  11. Schmedeshagen
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    Schmedeshagen

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    Ich denke mal ein Anfang in der U-Musik ist sicher nicht schlecht.
    Eine Freundin meinerseits zB hört die Toten Hosen unglaublich gerne, als ich ihr die Mondschein-Sonate in voller Länge vorgespielt habe, kannte sie den Anfang des ersten Satzes nur von der Unplugged Version von "Hier kommt Alex", aufgenommen im Wiener Burgtheater.
    Nachdem ich den letzten Satz beendet hatte, fragte sie mich sofort nach den Noten und übt nunmehr den ersten Satz, den sie ja nur von der Unplugged Version her kannte.

    Seit langem wollte sie sich bereits in die Klassik einspielen, mit dem ersten Satz der Mondscheinsonate aber hat sie -so finde ich- einen guten Einstieg gefunden.
     
  12. Tosca
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    Tosca

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    Kann sich noch jemand an Miguel Rios und seinen "Song of Joy" erinnern?

    Anfang der 70er gab's doch auch mal eine Popgruppe, die den Beethoven in den Synthesizer gepackt hat, der Name liegt mir auf den Fingerspitzen, aber ich komme nicht mehr drauf.

    Und hier die ultimative Grusel-Erinnerung:
    Freddy Breck mit "Überall auf der Welt blühen Rosen" und "Bianca"... :evil:

    Tosca (Originale bevorzugend)
     
  13. Geli
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    Geli

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    Schone Deine Fingerspitzen, das war "Ekseption"
    LG
    Geli
    PS: Übrigens ziemlich gut gemacht damals, finde ich. :lol: :lol: :lol:
     
  14. Wolfgang
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    Wolfgang Guest

    *edit wolfgang*
     
  15. Peter
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    Peter Bechsteinfan Mod

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    So sieht´s aus.
    Ich verstehe hier manche Meinungen nicht. Eine Passage aus einem guten alten klassischen Stück wertet in meinen Augen ein sonst mäßiges Stück auf. Was bitte spricht dagegen? Ich für mich freue mich, wenn sich Klassik und Pop trifft. Wer wann wie und wo damit Geld verdient, ist mir egal, da bin ich nicht neidisch und finde andere "Geldquellen" moralisch bedenklicher. Der Kunst und dem Künstler, egal wie gut oder schlecht er ist, sollten keine engstirnigen Spielregeln aufgezwungen werden, und schon gar kein "Klauverbot" (Klauen ist auch so ein Wort, was hier eher missbraucht wird).
    Das Argument, die Rechte alter klassischer Komponisten zu schützen, ist mir auch zu pauschal. Wo soll das hinführen? Wer hat Mozart inspiriert? Zitate wie "Sein oder nicht sein, das ist hier die Frage" sind mit Recht längst geistiges Eigentum der gesamten Bevölkerung.
     
  16. Windir
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    Windir

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    es wertet das stück auf... toll.... da kannste dann auch gleich das klassische stück ohne den restlichen müll hören, find sowas arm wenn man ideenlosigkeit durch gute musik ersetzt
     
  17. Elio
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    Elio

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    Also was mir einfällt:

    Von Borodin aus Fürst Igor wird verwendet in einem Stück von Warren G. mit Namen Prince Igor.

    Der Kanon von Pachelbel kommt vor in C u when you get there von Coolio.

    Phil Collins - a groovy kind of love ist von Clementi aus einer Sonatine.

    Von Faure wird auch ein Intro von irgendwas verwendet in einem HipHop Stück nur ist mir der Name entfallen...

    Could it be magic von Barry Manilow (oder später Take That) stammt vom 20ten Prelude von Chopin (das in c-Moll), nur etwas schneller.

    Die bekannte Air von Bach kommt vor bei Everythings gonna be alright von Sweetbox.

    Übrigens kenne ich die Musik nur mit Namen weil ich die klassischen Themen erkannt hab oder es irgendwo gelesen hab, nicht weil ich die Stücke besonders toll finde :)

    Mehr fallen mir momentan nicht ein, hab aber noch einen interessanten Link:

    http://www.jochenscheytt.de/popsongs/klassikcovers.html

    Elio
     
  18. Tosca
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    Tosca

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    Es gibt das aber auch umgekehrt:
    Johannes Brahms "Akademische Festouvertüre"!

    Gruß
    Tosca
     
  19. stephen
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    stephen

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    Das war die "Horrorshow" - Musik, die zu einer Theateraufführung von Anthony Burgess' "Clockwork Orange" geschrieben wurde (und in der die Hosen wohl auch mitgespielt haben, leider gibt es keine Aufzeichnungen). Und da klassische Musik in diesem Buch (unbedingt lesen! Reclam UB 9281, Original mit Fußnoten)/Stück/Film eine Schlüsselrolle spielt, finde ich es nicht nur legitim, sondern sogar zwingend, den Klassiker zu zitieren.
     
  20. Hartwig
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    Hartwig

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    Es wurde schon immer geklaut, auch in der Vergangenheit.

    Aber ich gebe den Kritikern recht: es ist unfair den Komponisten gegenüber, damals so wie auch heute.

    Ehrlich fände ich, wenn bei Poptiteln der Ursprung angegeben würde, und dann könnte man immer noch (falls noch lebend) Rechte anmelden oder Achtung zollen, wenn ein Klassisches Werk gut auf "neu" interpretiert wurde.

    Wenn also ein Klassisches Werk bei neuer Musik Verwendung findet, ist es doch auch ein Zeichen für die Unvergänglichkeit solcher Klassischen Werke.
    Manchmal bringt es sogar Spaß, zu raten, woraus das wohl ist.

    Wenn aber jemand versucht, die Mondscheinsonate in abgewandelter Form mit Instrumenten zu versehen (auch nur Streicher, wie letztens gehört im Klassikradio) so gehört sich einfach ein Hinweis darauf, wer der Komponist ist, und wer es bearbeitet hat.

    Mein hier im Forum eingespieltes Werk des 1. Satzes der Monscheinsonate mit Streichern und Klavier auf dem Clavinova von mir gespielt, habe ich so gekennzeichnet.

    Gruß Hartwig