Immer wieder die zittrigen Hände...

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PeterGiffon

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Nabend, ich bin der Neue hier :) Ich bin der Philipp, 15 Jahre alt und ich spiele seit jetzt 10 Jahren Klavier.

Damit das hier keine Vorstellungsrunde bleibt, kommt hier mein Problem: Das ewige und nervige Zittern.

Ich üb und üb und üb, weil ich am 5. September Aufnahmeprüfung fürs BKI hab. Alles klappt, alles super, hoch motiviert und gut gelaunt. Sobald ich Unterricht hab, gehts auch schon los! Zittern bis zum geht nicht mehr :( Ich hab mir vor knapp einem halben Jahr einen "autogenes Training" - Kurs angetan. Anfangs war ich davon total überzeugt, später hats nichts mehr gebracht. Der Effekt halt, wenn man was neues ausprobiert :roll: Seit jetzt 2 Wochen benutz ich Baldriantropfen. 1 Stunde vor dem Unterricht 1/2 Teelöffel voll. Die Tropfen scheinen aber was zu bringen. Ich bin entspannter, ruhiger und vor allem zitter ich weniger. Aber dieses Restzittern nervt beim Klavierspielen ungemein. Das Zittern liegt sicher nicht an meinem Klavierlehrer, weil der ist absolut top! Ich bekomm von ihm volle Unterstützung und er weiß auch was ich kann. Aber trotzdem will das Zittern nicht ganz aufhören. Ich hatte grade wieder Unterricht und danach hab ich mich gefragt, ob es nicht mehr bringen würde, wenn ich Tropfen etc. einfach weglass, mich davor an den Rechner setz oder ein Buch lese und dann ohne alles in den Unterricht gehe. So würde ich natürlich weniger darüber nachdenken, als wenn ich mir alles reinhaue und die ganze Zeit irgendwelche Atemübungen mache.

Hat jemand noch ein paar Tipps für mich? Wäre sehr nett :D Auf chemische Mittel zur Beruhigung werde ich NICHT (!) zugreifen, nur so im Vorraus.
 
Ritalin vielleicht?


Nein Spaß, aber vielleicht solltest du mal dein Inneres erforschen, und schauen was deine Unsicherheit auslöst...
 
Hallo Peter,

Das Ding was Du hast heißt nennt sich Lampenfieber.
Das Zittern kommt bestimmt von einer körperlichen Stresssituation - außer Du leidest an Schüttellähmung - was ich mal ausschließe. Viele haben das beim Klavier vor spielen und es ist nichts außergewöhnliches. Es hilft, wenn man viel, viel vor spielt , so dass man dem Körper zeigt, dass es nichts gefährliches für ihn ist und man nicht vom Tiger gefressen wird. Der Magnesiumhaushalt im Körper sollte stimmen...

Es gibt vielleicht noch mehr dazu - und zwar die dauernde Angst Fehler zu begehen. Die beste Eigentherapie ist, wenn man ein Stück so lernt und so sicher und gut spielen kann, dass man praktisch von jeder Note weiterspielen könnte ohne nachzudenken - also in jeder Phase bewusst das Richtige macht. Mehr kann ich Dir auf die Schnelle nicht sagen.

LG
Michael
 
Hat jemand noch ein paar Tipps für mich?

beeinträchtigt dein zittern, wie du spielst - oder stört/nervt es nur vorher, aber wähtend des spielens merkst du´s gar nicht?

wenn letzteres der Fall ist, dann kümmer dich nicht weiter drum (je mehr man sowas beachtet, umso schlimmer wirds)

falls du freilich vor dem losspielen eiskalte Hände kriegst, dann ist es richtiges Lampenfieber - damit muss man leben, wie mit dem Wetter, denn schnell lässt sich das nicht beseitigen
 
Ist dein Lehrer streng?
Der Lehrer sollte das doch merken.
Zumindest solltest du mit deinem Lehrer darüber reden.
 
Der Lehrer ist überhaupt nicht streng. Das liegt auch nicht an ihm. Ich zitter auch, wenn ich in der Schule nur Hausaufgaben vorlesen muss oder was sag, wo ich mir nicht ganz sicher bin :roll:
 
Ich hab mich mal über Magnesiummangel informiert. Trifft irgendwie auf meine aktuelle Situation zu :roll:
 
Der Lehrer ist überhaupt nicht streng. Das liegt auch nicht an ihm. Ich zitter auch, wenn ich in der Schule nur Hausaufgaben vorlesen muss oder was sag, wo ich mir nicht ganz sicher bin :roll:

Das hört sich dann aber doch nach einer Angstreaktion an, nach dem Motto:
"ohje ohje, wenn ich jetzt was falsches sage oder wenn ich mich verspiele, dann bin ich unten durch"
Dabei ist es doch ganz normal, daß man sich mal irrt oder verspielt.
Vielleicht solltest du mal bewußt üben, falsche Noten zu spielen :)
 
Das hört sich dann aber doch nach einer Angstreaktion an, nach dem Motto:
"ohje ohje, wenn ich jetzt was falsches sage oder wenn ich mich verspiele, dann bin ich unten durch"
Dabei ist es doch ganz normal, daß man sich mal irrt oder verspielt.
Vielleicht solltest du mal bewußt üben, falsche Noten zu spielen :)

Ich müsste echt mal mit meinem Klavierlehrer absprechen, dass ich 1 - 2 Stunden extra viel falsch mach :D
 
Ich hab die Magnesiumtabletten mit Orangengeschmack zum auflösen in Wasser genommen ... Die schmecken geil! :D
 

Peter, pack den Stier bei den Hörnern. Gebs offen zu. Sprich es aus. Mache Witze darüber.
Ich hatte das gleiche Problem und das hat mir geholfen. Braucht etwas Zeit.

Schule, Referat: "Wenn Ihr mich unscharf seht, dann macht Euch keine Gedanken um Eure Augen. Ich zitter nur so schnell."
Klavierspiel: "Böse Finger! Hört sofort auf! Sonst hol ich den Hammer und hau Euch!"

In der Regel lachen dann alle und hoffentlich auch Du! Ist kein Wundermittel, das beim ersten Mal zu null Zittern verhilft, aber mit der Zeit wird sich Dein Problem in Luft auflösen.

Atemtechnik ist natürlich auch wichtig und LOCKERE Körperhaltung. Schultern hängen, die Zunge liegt locker !!! im Mundraum, der Unterkiefer hängt entspannt !!! Mundraum und Atmung sind sehr wichtig für möglichst große Entspannung!
 
Das mit dem Zittern wissen alle in der Klasse, aber den Spruch bring ich :O Aber danke, ich probiers mal.
 
Es geht nicht darum, dass alle das wissen. Es geht darum, dass Du es offensiv öffentlich machst. Das kann bis zur übertriebenen, bewussten Darstellung des Zitterns gehen (Keiner zittert so schön wie ich! Shake Baby, shake! Oder: And i shake everything i got - anzügl. Grinsen) Wichtig bei allem ist, dass Du Dich quasi neben Dich selbst stellst und über Dich selbst lachst. Deine Stimme muss fest und fröhlich sein! "Kann mir mal eines von Euch Mädels die Hände halten - die zittern so sehr."

Und es muss auch gar nicht zwanghaft witzig sein: "Ihr alle wisst ja, dass ich zitter wie Sau - also, wenn mir die Blätter runterfallen, wärs echt nett, wenn jemand mir sie aufhebt, weil das mit Zitterfingern verdammt schwierig ist und mich nur noch mehr zittern lässt."
 
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Lieber Peter,

vielleicht findest du auch in diesem Faden Hilfreiches:

https://www.clavio.de/forum/professionell-klavierspielen/15540-das-erste-mal.html

Ansonsten:

letztendlich geht es doch um die Musik. Stell die Musik in den Mittelpunkt, nicht wie du spielst. Höre ihr zu - mit ihr kannst du dein Publikum berühren. Man kann auch mit zittrigen Händen sehr gut spielen - was meinst du, wieviel Leute, auch Profis, zittrige Hände haben. Ich habe meistens eiskalte Hände - auch damit kann man spielen. Akzeptiere einfach, dass es so ist, dreh vielleicht den Spieß um und sage "ich will so zittrige Hände haben wie möglich" :p (dann klappen wenigstens die Tremoli - o.k., das war ein Scherz :p ). Der Musik ist es schnurzpiep, ob du zittrige Hände hast, dem Publikum auch.

Wenn man Angst vor dem Zittern hat, wird das Zittern dadurch nicht besser. Du hast ja dann doppelt Angst, einmal vor dem Vorspielen und dann noch vor dem Zittern.

Also spiele möglichst viel vor, versuche dabei, schön und lebendig zu spielen und beherzige Haydnspaß' Tipps mit Verspielern (die interessieren nämlich niemanden - Rubinstein hat mal sinngemäß gesagt "wenn ich mich verspiele, spiele ich danach so schön, dass die Leute den Verspieler völlig vergessen"). Das Zittern gehört offensichtlich zu dir, nimm's einfach an und konzentriere dich auf die Musik.

Liebe Grüße und viel Erfolg bei der Prüfung!!!

chiarina

P.S.: Baldrian würde ich weglassen. Fang in der Klavierstunde mit dem an, wobei du dich am wohlsten fühlst. Auch das Prüfungsprogramm sollte so ausgerichtet sein.
 
Vielen vielen Dank @chiarina, Haydnspaß und fisherman
 
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