Erfahrungen mit unseren Klavieren

Barratt

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Ich beginne mit meinem ersten Flügel.

Blüthner Modell 6, 190 cm
Baujahr 1920, Patentmechanik, Aliquot, Elfenbeinbeläge auf den Tasten
Gekauft als Kommissionsware im renommierten Pianohaus. Wackelnde, klemmende Tasten o.ä. sind mir nicht aufgefallen. Dort wurde er grundsaniert: Generalreinigung, Neubesaitung, Resoboden ausgespant (die Risse waren eigentlich unerheblich, aber wo die Saiten schon mal unten waren...), zum Neupolyestrieren wurde es zu einer Fachfirma in NRW geschickt (Name/Ort leider vergessen). Bis er bei mir angeliefert wurde, war er buchstäblich wie ein Neuinstrument. Inkl. all dieser Arbeiten landete der Flügel preislich bei knapp 20.

Aufstellungsort: Raum mit niedrigfloriger Auslegeware, ca. 50 qm, kahle Wände, Einrichtung: 3 weitere Instrumente, ein kleiner Tisch, ein Sofa. Temperatur und rLF ganzjährig gleichbleibend bei ca. 22,5 °C und ca. 53%. Der Raum ist nicht hallig.

Klang: "Farbig" aufblühend, strahlend und warm zugleich. Gleichmäßig, ohne Veränderungen bei zunehmender Dynamik. Bass kräftig ohne dröhnend zu sein. Allerdings erst nach Intonierung durch Micha!!! Zuvor war der Diskant hörbar zu schwach im Vergleich zur guten Mittellage.

Stimmhöhe: Normal.

Spielart: Leicht, aber griffig. Da die Patentmechanik (von Micha :cry:) optimal reguliert wurde, kann ich keine Einschränkungen feststellen, die bei dieser angenehmen Mechanik dem Vernehmen nach auftreten können.

Repertoire: Chopin. Besonders geeignet für Nocturnes und "Unaufgeregtes", "Schönes". ;-) Edit.: Es ist ein "verzeihendes" Instrument, anfängertypische Schludrigkeiten im Anschlag fallen nicht wirklich auf. Was - wenn man es negativ auslegen würde - bedeutet, dass man den Einzelton oder die Einzelstimme bewusst herausarbeiten muss.

Aufgetretene Probleme: Die neuen Saiten brauchten mehrere Monate, bis sie sich stabilisiert hatten. Auf dem Weg dahin kam es zu Störgeräuschen (Vibrationen?) im Bass. Sie verschwanden glücklicherweise ebenso "grundlos" wie sie aufgetreten waren.

Verarbeitung: Tadellos. Der Verkäufer machte mich darauf aufmerksam, dass einige Scharniere nicht aus Messing, sondern aus Stahl sind. Das sei auf den Messingmangel nach Ende des WK 1 zurückzuführen. Irgendwie bewegend, so einen direkten Zeugen schwerer Zeiten bei sich zu haben...

Kritik: Das Una-Corda-Pedal bedarf eines hohen Druckes, da muss man Kraft aufwenden. Mich stört das. Leider konnte es auch niemand abmildern.
 
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Ambros_Langleb

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Mein 2tes Klavier

Feurich F125 Baujahr1988 aus Langlau
(es gibt bis auf den Namensaufkleber keine Gemeinsamkeiten mit den aktuell unter der gleichen Bezeichnung angebotenen Chinaklavieren)

Das ist mein Traumklavier.

Es ist inclusive Rollen 125cm hoch, klassisches Konsolengehäuse, dunkleres, rötliches Nußbaumfurnier.

Auch das habe ich vor meiner ersten Klavierstunde gekauft, als ich nur "alle meine Entchen" spielen konnte.
Angeboten wurde es in ebay, etwa 100km entfernt. Vor dem Kauf habe ich es alleine besichtigt und war vom Klang fasziniert, es machte auf mich einen wenig gespielten, neuwertigen Eindruck, nur die Optik in der dortigen "altdeutschen" Umgebung hat mich aber zunächst noch etwas erschreckt.

Ich hatte damals natürlich im Netz recherchiert, was das denn ist und ob es was taugt, stieß hier und anderswo auf meist begeisterte Berichte und entschloß mich zum Glück damals noch "trotz" der Optik zum Kauf.

@sla019 um genau zu sein: du mit deinen in der Welt verstreuten Berichten bist Schuld;-)

Mittlerweile liebe ich es auch wegen. der Optik.

Die letzte mir bekannte UVP vor 5/6 Jahren war 14-15k€, da könnte man jetzt wohl noch 3-5k€ draufrechnen.
Gebraucht von Privat 3000€, Händler bieten solche Klaviere in schwarz für 9-12k€ an.

Das Klavier steht bei mir im Wohnzimmer, offene Bauweise, 60m2 plus angrenzende Treppen in weitere Geschosse, voluminös, nicht hallig, Parkettboden.
Die Luftfeuchtigkeit wird im Winter per Venta auf mindestens 40% gehalten, im Klavier sorgt eine Wasserschale mit Schwamm drin für eine weitere Erhöhung von 9-10%.

Das Repertoir ist, wie im Anfängerbetrieb üblich gemischt, ich habe noch nichts gefunden, was nicht gut darauf klingt. Besonders heraus kommen aber baßlastige Stücke, da das Klavier einen sehr voluminösen, runden, fast rollenden
Klang hat, der mir im forte und fortissimo einen Schauer über den Rücken jagt.
Nein, das läßt sich mit meinem Zoom nicht einfangen, vielleicht liegt das an der Klangabstrahlung, die auf den ganzen Körper wirkt. Ähnlich faszinierend ist aber auch der Diskant im piano, der dann wunderbar singend, ein bisschen in Richtung glockig ist.
Den Klang finde ich insgesamt sehr ausgewogen, keine störenden Übergänge.
Allerdings hat dieses Klavier eine ganz eigene Klangfarbe, die sich von allem was ich sonst kenne unterscheidet. Wie immer ist das sehr schwer in Worte zu fassen. Der Klang ist wie gesagt rund, warm und voluminös, aber nicht so klar wie bei S&S z.B. Mit eigenem Charakter eben, den man mögen muß.
Er erinnert mich immer ein bisschen an das fränkisch gerollte "Rrr" mit dem mich mal ein Mädel in meiner Jugend fasziniert hat.
Was hat das jetzt wieder zu bedeuten:konfus:

Jedenfalls sehe ich besondere Stärken z.B. in baßlastiger Filmmusik, "he's a Pirate" "Black Pearl" etc. klingen bei meiner Tochter umwerfend, Mozart aber ebenso wie ein verträumter Satie.

Es hat einen großen Dynamikbereich und die Klangfarben verändern sich wie gewünscht je nach Anschlagstärke von weich bis fast perkussiv
Inharmonizitäten sind bis weit in den Baß nicht störend, Übergänge sind unauffällig.
Die Stimmung habe ich von 440 auf 438Hz senken lassen, was meiner Meinung nach dem Klavier und seinem Obertonspektrum gutgetan hat.
Keine spezielle Stimmung.

Zur Spielart: es hat die große Renner AP "Konzertmechanik", die wunderbar gleichmäßige Kontrolle ermöglicht.
Die Tastatur geht allerdings, was das Niedergewicht anbelangt recht schwer.
Das war z.B. der erste Kommentar meiner KL, die damals noch ein leichtgängiges altes Berdux hatte. Auch im Vergleich zum Zimmermann fiel das gleich auf. Ich meine damit nicht, daß es eine zähe Spielart hat, sondern nur ein hohes statisches Niedergewicht.
Sla019 hat an seinem F123 kürzlich die Piloten versetzen lassen, ich denke mal aus diesem Grund?
Als einzigen Negativpunkt in der Verarbeitung muß ich zu weite Tastengarnierungen anführen, die zu einem gleichmäßig zu hohen seitlichen Tastenspiel an allen Tasten führt.
Irgendwann muß ich das mal angehen.

Insgesamt ein hochwertiges Klavier der Oberliga, das für mich nur schwer zu überbieten ist und jeden, der bisher daran spielte, beeindruckt hat.

Sorry, war jetzt doch ein Lobgesang:bye:

Grüße

Jörg
Ja, Micha hat die Piloten versetzt, weil mir das Niedergewicht einfach zu hoch war (54g), es war jedenfalls viel höher als bei meinem Vorkriegs-Feurich, das jetzt eine meiner Töchter hat (nein, nicht die, die das Arnold hat;)). Aber vor dem Krieg hat man das Spielgewicht offenbar generell leichter eingestellt, jedenfalls spielen sich alle Vorkriegsinstrumente, die ich kenne, und das sind ziemlich viele, leichter. Ich weiß, daß man sagt, das höhere Gewicht diene der Präzision des Spiels, aber für viele von uns, die keinerlei Ambitionen auf ein Künstlerdasein haben, waren die alten Gewichtungen wohl doch angenehmer.

Meine Zuneigung zu den "echten" Feurichs speiste sich übrigens ursprünglich aus zwei Quellen, nämlich dem o.g. Drumm von 1.30 Stockmaß, auf dem ich Klavier spielen lernte, und einer ganzen Anzahl unterschiedlicher vom Kleinklavier bis zum 270er Flügel reichenden, die in meiner Uni im Institut für Musikpädagogik stehen (und an deren Beschaffung ich als das obligatorische Nichtfach-, sprich "Aufpass"-Mitglied der einschlägigen Kommision zum größeren Teil über viele Jahre auch beteiligt war). Und deswegen habe ich, nach einer aporetischen Tour durch allerlei Klavierläden, vor 5 Jahren mein jetziges direkt bei Feurich gekauft, auch wenn ich wegen der geringen Produktion unerwünschte Kompromisse eingehen mußte. Vielleicht schreibe ich zu dem am Sonntag noch ein paar Worte.

Richtig, einen spezifischen Klang zu beschreiben, ist nahezu aussichtslos; das sieht man an jeder Konzertkritik, deren Autoren regelmäßig Metaphern-Kaskaden auf den Leser niederplätschern lassen (müssen), aber näherungsweise würde ich sagen, ein Feurich klingt romantisch-warm, ohne aber bis zu dem Grad an nahezu (pardon, in meinen Ohren) kitischiger Expressivität eines Blüthner zu gehen. Man muß einen Schlußakkord in As-Dur mit den vollen, runden Bässen als Unterlage anschlagen und ausschwingen lassen, das sagt mehr als Worte.

Das von Dir beschriebene 125er bietet Thilo vom Klavierladen übrigens derzeit für 7000.- an; noch interessanter allerdings finde ich sein F128 von 1991 für 8750.--; daß das noch keiner weggekauft hat, ist mir schwer verständlich.


Grüße,

Friedrich
 
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Wie Joeach habe ich mein Traumklavier bereits als blutigster Anfänger gekauft. Auch wenns verrückt war, es ging nicht anders, so sehr hat das Klavier mich (und andere) beeindruckt:

Steinway V-125 crown jewel - Sapeli Pommele hochglanz
hergestellt in HH, irgendwann zwischen 2000 und 2005 (müsste nachgucken)
Höhe 125 cm
NP zur Zeit wohl in Richtung 35.000,-

gekauft bei großem Gebrauchthändler anno 2009 (???), quasi unbespielt, für 18.000,- (war ein Klavier"krimi" - hier iwo nachlesbar ;-))

Raum: 80 qm, hallig, aber nicht extrem. Kaum Textil, aber viele Brechungskanten (viele, viele Bücher).Steht auf Fussbodenheizung (soft) - daher Einsatz DC, mit dem ich sehr zufrieden bin. Stimmung halbjährig nötig.

Repertoire-Eignung: m.E. für alles, außer weichem "Bar-Jazz", hier weiche ich lieber auf meinen Flügel aus. Für gewisse romantische Stücke gibt es sicher auch noch geeignetere Instrumente. Perfekt sicher für Barock, Impressionismus, Rock&Pop, sowie modernen Jazz.

Klang: Bass kräftig, grollend, weder weich noch hart / Mitten orchestral (extrem obertonreich), aufblühend / Diskant glockig - insgesamt sehr "reich/voll", aber stets transparent und harmonisch-homogen (mit Ausnahme der letzten 7-10 Tasten, die empfinde ich schon etwas knallig). Die Klangfarbe ist (bis auf den Diskant) sehr gut beeinflussbar..

Einziger Schwachpunkt ist der Übergang von umsponnenen Saiten zu Blanksaiten - hier sind zwei Töne leicht "qaukend", was auch Micha nicht beseitigen konnte. Scheint wohl ein Konstruktionsproblem zu sein, da S&S dort auch die Doppeldämpfer montiert hat.

Der Klang ist extrem gut modulierbar, je nach Anschlagstärke verändert er sich sehr deutlich, was aber auch heißt, dass das Instrument sehr sensibel auf unsaubere Anschläge reagiert und diese deutlich auffallen. Daher sage ich immer, dass das ein gutes Erziehungsinstrument ist ;-). (die gestrenge Gräfin...). Die Intonation ist weder weich noch hart, sondern eben so, dass mein beide Klangrichtungen erzeugen kann, mit einer kleinen Tendenz zum etwas härteren, klaren S&S-Sound.

Gestimmt auf 443 Hz, bei Abweichungen von dieser Werksvorgabe gehen sofort die Obertöne zurück.

Mechanik: Dank Micha extrem leichtgängig und ultrasensibel. Dynamik von ppp bis fff problemlos. Aber natürlich wird dadurch jeder Ausrutscher gnadenlos an die Ohren durchgereicht. Die weißen Tasten hätten m.E. einen etwas griffigeren Belag verdient. Aber auch das ist ein verzweifeltes "BNach-Fehlern-Suchen" ;-)

Ansonsten ist die Verarbeitung einfach perfekt und auch im "unsichtbaren" Innenbereich ist nichts zu finden, was nicht von höchster Sorgfalt spräche. Offenporiges Holz im Inneren scheint wohl am Schluss mit 800er Papier geschliffen worden zu sein ;-). Einen einzigen "Schwachpunkt" gibt es, den (fast) alle Klaviere und Flügel haben - die Unterseite des Stuhlbodens ist nicht 1a-lackiert. Das sieht man natürlich nicht, aber man fühlt es manchmal wenn man sich "an das Klavier heranzieht" (das ist jetzt natürlich auch Erbsenzählerei).

Fazit: Ein Klavier, von dem ich mich garantiert nicht mehr trennen werde. Vielleicht ein Ausnahmeklavier - zumindest habe ich nie mehr ein vergleichbares Klavier gefunden - auch nicht unter dem gleichen Typ (Stopp: In Berlin war ein neues 130er Bechstein ebenbürtig, aber etwas "weicher"). Bei allerLeichtigkeit der Mechanik ist es gar nicht leicht zu spielen, da es jede Unsauberkeit sofort aufzeigt. Ich werde es zu meinen Lebzeiten garntiert nicht mehr schaffen, diesem Klavier halbwegs gerecht zu werden - wenn Könner darauf spielen, klingt es nicht mehr nach Klavier, sondern nach vollem Orchester.

Noch ein Wort zur Lautstärke: Dieses Klavier ist definitiv nicht für kleine Räume geeignet - das haut Dich um. Auch die Beschallung von 200-300 qm dürften kein Problem sein. Das Klavier steht übrigens schräg. an der Wand - d.h. eine Ecke ist 10 cm entfernt, die andere etwa einen Meter. Der Klangunterschied zur planen wandnahen Aufstellung war enorm.

NACHTRAG wg @Barrat Post: Die Akklimatisierungszeit war trotz perfekter Wetterverhältnisse und sorgsamster Lieferung enorm: 3-4 Monate hat es gedauert, bis das Instrument zur Ruhe kam. Und weils so schön passt, gibts hier noch ein Video, das gut zeigt, dass die "Gräfin" auch dem Micha nichts verziehen hat. Hier ist er nochmals für alle - mit kariertem Hemd und (heimlich angezogenen !!! ;-)) Pantoffeln. Micha hat das Ganze (in meiner Abwesenheit) mit seinem Handy aufgenommen, was man bei der Klangbeurteilung berücksichtigen sollte - auf jeden Fall laut stellen!

 
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Barratt

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Schön, @fisherman , dass Du mir die Arbeit abgenommen hast. :super:
Da schließe ich mich schnell mit meinem "normalen" V-125 an: Es glänzt in Schwarz. Das scheint aber der einzige Unterschied zu sein - Deinem Erfahrungsbericht schließe ich mich an (die Formulierung "orchestral" trifft es besonders gut. Missstimmigkeiten im Übergangsbereich oder im Diskant kann ich allerdings keine feststellen). Ebenso dem Vergleich mit dem 130er Bechstein - zwischen beiden Instrumenten fiel letztendlich die Wahl auf Steinway.

Bj 2013
Neu erworben bei einer Steinway-Niederlassung.
Aufstellort: Raum 10 x 5 m, kahle Wände, niedrigflorige Auslegeware, fast keine Einrichtung, Instrument steht schräg auf halbe Armeslänge von der Wand entfernt.
Repertoire: Alles, mit folgender Einschränkung: Man muss es KÖNNEN, denn dieses Instrument macht exakt das, was der Spieler tut. :girl: Besonders geeignet für Stücke, die ff oder gar fff erfordern.

Ein sehr responsives Instrument, dem ein versierter Spieler alles entlocken kann und das im Gegenzug original gar keinen Fehler und keine Schludrigkeit verzeiht. Das kann für einen Anfänger bitter sein. :schweigen: Der Farbenreichtum des Klanges ist je nach Anschlag sehr unterschiedlich und reicht von einem lyrischen Pianissimo bis zur martialisch anmutenden Attacke. Was für einen Anfänger leider bedeutet: Ein einzelner Ton in einer sanften Pianissimo-Stelle schlampig angeschlagen - und die ganze Stelle ist missraten. Ich behaupte, da machen schon Milligramm beim Anschlag einen ggf. fatalen Unterschied.


Ich liebe es :herz: aber alle Könner lieben es noch mehr.

Einschränkung allerdings auch hier: Unser betrauerter Michael (:cry2:) hat es vor einiger Zeit erst so scharf gestellt, dass es sein Potenzial ausschöpfen kann. Werksseitig war es eher zahm reguliert/intoniert. Ad usum delphini, gewissermaßen. ;-) Vielleicht, damit der ehrfürchtige Käufer keine Angst bekommt. :lol:

Einschränkung zum Zweiten: Das Instrument hat lange gebraucht sich zu akklimatisieren. Es gab Zeiten, da war ich buchstäblich ver-zweifelt. So ein teures und schönes Instrument und es klang von Woche zu Woche garstiger. Heute erkläre ich mir das so, dass ein derartig empfindliches Instrument jegliches Unwohlsein hörbar kommuniziert.


Zum Vergleich hatte ich damals das Konzertklavier von Bösendorfer unter den Fingern (war mir zu "fest") und das Concert 8 von Bechstein (alle neu). Zwischen dem Bechstein und dem Steinway entschied nur das berühmt-berüchtigte Bauchgefühl.
 
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fisherman

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Jetzt darf ich noch was zu Feurich schreiben, und verweise dazu auf Post #4 von Joeach, da doch einige Parallelen vorhanden sind (und ich bin schon sehr gespannt auf Joeachs Ergänzung zu diesem Post, weil er den Längeren hat;-)):

Flügel Feurich F44 (190 cm), BJ. 1977,
gebaut in Langlau/Franken

Gekauft habe ich ihn 2010 für 8.000,- und noch ein "einiges" in die "Renovierung" gesteckt.
Im Katalog wurde er 2008 noch mit rund 45.000,- ausgewiesen, obwohl Feurich ihn damals bereits nicht mehr bauen konnte, weil die Gussform kaputt war und es wohl an Geld für eine neue fehlte.

Der Flügel steht in enem quadratischen Raum mit ca. 40 qm, dessen eine Seite komplett mit einem sehr schweren Vorhang verblendet ist. Auch hier kommt ein DC zum Einsatz (weils nicht anders geht). Die Stimmhaltung ist ausgezeichnet, so dass die halbjährige Stimmung eher Luxus ist - vermutlich würde 1x Stimmen in 2 Jahren auch genügen. Stimmhöhe 440 Hz.

Dieses Instrument wurde nicht rational gekauft, sondern "kam" wirklich zu mir – wer eine esoterische Gutenachtgeschichte lesen will, kann mir ne PN schicken ;-) . Ergebnis war also, dass ich einen Flügel einfach so gekauft hatte und Micha war bei Anlieferung zufällig zum Stimmen da und schlug die Hände über dem Kopf zusammen, weil das Teil einen Wartungsstau hatte und die Hämmer nicht nur abgespielt waren - sie hatten 2 cm lange ebene harte Platten statt einer runden weichen Spitze! ;-). Entsprechend knallig klang er ...

Ich hatte bei diesem Flügel ein Klangideal und eine Spielart "vor Augen", die quasi dem in Post #7 beschriebenem Klavier diametral gegenüberstehen sollte. Micha hat es in mehrtägiger Arbeit (und mehrmaliger Nachintonation über die Jahre) geschafft, dieses Ideal zu 100% zu erreichen - hierbei nun Feurich-spezifisch ist/war und was Micha "gezaubert" hat, kann ich nicht beurteilen. Ganz sicher ist es nicht Feurich-typisch, mit so extrem abgezogenen Hämmern zu spielen, hier fehlt ja doch einiges an Masse, was sich sicherlich auf Klang und Spielgefühl auswirkt. Ein partieller Test mit neuen Hämmern hat mich aber schnell davon überzeugt, dass genau diese abgezogenen Hämmer mir den Klang bringen, den ich wollte.

Micha hat einmal gesagt, Instrumente klängen so wie Ihre Erbauer. Als Franke kann ich sagen, dass dies auf meinen fränkischen Flügel zu 100% zutrifft. Generell würde ich den Grundklang als "einfach, grundtönig und wenig spektakulär" bezeichnen, aber - wie auch Joeach schon beschrieb - als durchaus eigen. Die Bässe sind satt und wunderbar weich, keinesfalls aber "kernig" - die Mitten dito und ohne großartige Obertöne - der Diskant klar, aber nicht glockig. Alle Töne stehen sauber "im Raum", jedoch ohne "Aufblühen".

Der Dynamikumfang ist nach oben hin beschränkt (kleine HK?). Ein fff muss man bei diesem Flügel herausprügeln - worauf die Bässe "knorzig und leicht agressiv" werden - der Diskant schmerzt bei solcher Behandlung mit einem zu harten "Attack". Spielt man den Flügel aber in normaler Lautstärke oder gar piano, so entfaltet er eine ganz eigene, einlullende Schönheit. Diesen Flügel kann man so leise spielen, dass man garantiert keinen Nachbarn verärgert. Die Klangformung ist bei diesem Flügel eher eingeschränkt, die Veränderungen bei unterschiedlicher Spielweise sind natürlich nicht so ausgeprägt wie bei einem S&S.
Insesamt ist das Klangbild sehr homogen und die einzelnen Töne (wie bei einem Franken) nicht so sauber getrennt wie bei den kühlen Klaren aus dem Norden. Dadurch ist der Flügel aber für den Anfänger-Spieler viel genussvoller und nachsichtiger!

Die Mechanik ist dank Micha präzise, aber auch hier: Kein S&S! Versucht man, dem ppp noch ein p anzufügen (wozu dieser Flügel zumindest mich verführt), so kann schon mal ein Ton wegbleiben.

Bemerkenswert ist hingegen die Pedalfunktion! Das Dämpferpedal arbeitet erst ziemlich weit unten, was den Fuß angenehm entlastet. Auf dem "aktiven" unteren Drittel aber lässt es sich extrem fein (und mit deutlich unterschiedlichem Ergebnis) dosieren. Weitaus besser als beim Steinway-Klavier! Hier kann man also nicht nur von Halb-, sondern auch von Viertel- oder Dreiviertelpedal sprechen. Was - nebenbei bemerkt - sich auch wieder sehr verzeihend auswirkt und ein etwas schludriges Spiel fördert. Franke eben! ;-). Auch das Una-Corda-Pedal hat (dank Micha!) eine extreme Wirkung: Hier klingt der Flügel wie von weither durch den Nebel, sehr atmosphärisch. Ein völlig anderes Instrument!

Der Flügel ist m.E. weniger schön für Bach, Pop und Rock. Romantik hingegen, speziell Stücke, die mit wenigen, einfachen Tönen auskommen müssen, sind auf diesem Flügel ein wahrer Genuss! Und für weichen Bar-Jazz kann ich mir kaum ein schöneres Instrument vorstellen.
Generell ist der Bereich Bass und untere Mittellage wunderbar weich und voll - so dass ich durchaus manche Stücke eine Oktave nach unten versetze. Einmal Bassist - immer Bassist ;-)

Kurzum: Dieser Flügel ist tatsächlich das Gegenteil zum im Post #7 beschribenen S&S-Klavier.

Schwachpunkte: Auch hier gefällt mir der Übergang nicht. Zwei Töne tendieren zu einem zarten Quak-Unterton.
Ansonsten ist die Verarbeitung untadelig, wenngleich ebenfalls nicht auf dem allerallerobersten Niveau.
Für Augenmenschen: Auch wenn die Gesamtproportionen - wie bei fast allen Flügeln zwischen 180 und 210 - sehr angenehm sind, so sieht ein Designer (leider ich) doch, dass hier ein Franke steht und kein schicker Italiener. Da ist alles ein wenig kräftiger dimensioniert. Robust und solide - zu Lasten des letzten Schicks. Nicht so schlimm, wie z.B. bei Förster, aber eben doch spürbar. Optisch eben kein Fazioli.

Wer ein wenig gucken möchte, kann sich an dem Video mit Micha (ach!) delektieren, das ich während der Renovierung gemacht habe. Achtung: Die unterlegte Musik ist nicht vom Feurich. die Originalsounds am Anfang und Ende entsprechen auch IN KEINSTER WEISE der Realität, da zum einen das Mikro des Camcorders nix taugte und ich zusätzlich in der Nachbearbeitung ziemlichen Sch.. mit Hall & Equalizer gebaut habe. Man hört aber noch, wie knorrzig der Sound wird, wenn Micha reinhaut. Nee, das ist nix für diesen Flügel.

http://www.dailymotion.com/video/xo0vfn
 
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Piano1956

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Heute versuche ich mein altes Sauter Klavier zu beschreiben. Es ist dabei sehr schwer objektiv zu bleiben, da einem ein Klavier über die Jahre ans Herz wächst. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um einen Konzertflügel oder ein Kleinklavier handelt.


Letztes Jahr habe ich das Klavier vor einem Umzug verkauft. Neben dem Sauter hatte ich die meiste Zeit auch noch andere Klaviere.

Sauter Sondermodell, Baujahr 1967, natürlich Nußbaumfurnier(!)
Herstellungsland: DeutschlandHöhe 102 cm, Breite 143 cm, Tiefe 55cm

Neupreis DM 6.500,-

Das Instrument wurde bei einem Händler neu gekauft.

Es stand zuletzt in einem 15 qm großen Raum mit Teppichboden und Möbeln mit glatten Flächen. Der Raum war definitiv nicht hallig, hat aber auch wenig Höhen geschluckt.

Von der Lautstärke her wirkte das Klavier dort angemessen.
Die Luftfeuchtigkeit im Aufstellungsraum wurde nicht kontrolliert

Auf dem Klavier wurde das klassische Standartrepertoire gespielt (Bach, Beethoven, Schubert, Schumann, Brahms, Chopin, Rachmaninow bis Hindemith)

Das Klavier klang hell und offen. Durch die schwach ausgeprägten Bässe war es etwas unausgeglichen.
Der Übergang von den blanken auf die umwickelten Saiten war deutlich hörbar.

Die Dynamik war eingeschränkt. Ein wirkliches ppp war definitiv nicht möglich. fff ging recht einfach!

Das Klavier war auf 440 Hz gestimmt.

Anfangs erfolgte eine jährliche Stimmung. Später ließ ich das Instrument nur noch nach Bedarf stimmen, da die Stimmhaltung sehr gut war.

Die Intonation war eher hart. Die Mechanik war von Renner. Die Spielart war gleichmäßig, aber schwer.

Die Verarbeitung des Instruments war sehr gut. Es gab absolut keine Mängel, bis auf einen Saitenriss nach 40 (!) Jahren. Das Instrument stand in Räumen mit Fußbodenheizung. Auf die Luftfeuchtigkeit wurde nie geachtet. Als das Instrument vor einem Jahr verkauft wurde, war der Resonanzboden frei von Rissen. Einmal ließ ich zwischen zwei Stimmungen vier(!) Jahre vergehen. Dabei sackte der Ton nur um 0,5 Hz ab und das Klavier wirkte in sich noch harmonisch.

Dieses Klavier ist ein absolutes Arbeitstier. Für Leute, die beim Üben keinen großen Wert auf einen großen Klang legen ist es ideal. Wer ein Stück auf diesem Instrument beherrscht, kann es auf jedem anderen hervorragend spielen. Gerade die schwere Spielart macht den Wechsel einfach.
 
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Also denn mal los, auch wenn ich unser Familienklavier längst nicht so wortreich beschreiben kann wie manch anderer im Forum!

Marke: Haegele

Modell: nicht aufzufinden

Jahr: 1955 neu gekauft, also höchstvermutlich kurz davor hergestellt
irgendwann so um die Jahrtausendwende klanglich und optisch runderneuert

Holz: Kirschbaum

Größe: Höhe 110 cm, Breite 143 cm, Tiefe: 57 cm
Preis damals: Keine Ahnung, ich war noch nicht geboren.;-)Meine Mutter kaufte es sich von ihrem ersten Gehalt als Postangestellte.

Preis heute: Klaviere der Marke werden zwischen 100 und 1500 Euro gebraucht angeboten
Für eine Familie, die ein günstiges Einstiegerklavier sucht, würde ich es durchaus empfehlen. (Vorausgesetzt, es hat die selbe Pflege erhalten wie unseres.)

Standort: ein Raum von etwa 23 Quadratmetern. An den Wänden befinden sich diverse Möbel, die Zimmermitte ist eher leer. Die Luftfeuchtigkeit kann bis zu 35% runtergehen, da unser Haus gedämmt ist. Trotz des (alten) Parketts ist der Raum nicht hallig. Die Lautstärke des Klaviers ist für die Raumgröße angemessen.

Gestimmt ist es auf 440 hz, Intervall: zweimal im Jahr. Als das Klavier im Jahre 2012 bei uns Asyl fand, ließen wir es stimmen und mussten feststellen, dass es sich oft schon innerhalb von zwei bis drei Wochen wieder verstimmte. Seit @Mawima bei uns das Stimmen übernommen hat, hat sich das spürbar verbessert.

Ich spiele das typische Repertoire der Klassik für (fortgeschrittene) Anfänger; falls Sohnemann mal zu Hause ist, erklingen Popsongs und Filmmusik. (Er spielt das einfach so, hatte nie Unterricht.)

Der Klang ist für mich - ich würde sagen, sehr klar, aber nicht hart. Größtes Manko aus meiner Sicht: pp oder gar ppp sind, zumindest wenn mehrere Töne gleichzeitig erklingen sollen, nicht möglich. Das ist ein wichtiger Grund für mich, mich eines Tages eventuell nach was anderem (einem Flügel?) umzutun.

Ein Verkauf käme für mich allerdings aus emotionalen Gründen nie in Frage. Wenn der Platz wegen eines zweiten Instruments knapp würde, bestünde immer noch die Möglichkeit, es einem unserer zahllosen Hobbypianisten in der Familie (das sind dann die Enkel) weiterzuschenken.
Ich habe an diesem Klavier als Kleinkind Dutzende Kinderlieder singen gelernt, habe dann als Schülerin über das blöde Ding geflucht und genieße es heute völlig unerwarteterweise, nachdem ich mir geschworen hatte, nie mehr in die Tasten zu fassen.
Ich glaube, ich besitze sonst keinen Gegenstand (außer Fotos), der mich so mit meiner Kindheit und Jugend verbindet.
 
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Nachtrag:

Ein Monatsgehalt einer Postangestellten im Jahre 1955 dürfte so bei 200 DM gelegen haben. (schätze ich mal.) Ich nehme mal an, dass da im Vorfeld einiges angespart worden war bzw. die Familie etwas dazu gab. Mietkauf war ja vor 60 Jahren noch nicht üblich, so viel ich weiß.

Übrigens hat nicht nur die Kinder-, sondern auch die gesamte Enkelschar die Kinderlieder an diesem Klavier gelernt.

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jauchzerle

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Also gut, dann kommt jetzt er erste nicht ganz so ausgefeilte Bericht meines Klavierchens.

Es ist ein Yamaha M5 A, Herstellungsland Japan. Vermutlich hat es Kirschbaumholzfornier - ich bin mir da nicht ganz sicher.
Es wurde im letzten Quartal 1969 gebaut und über Piano Lang in München am 05.02.1970 in dieses Haus verkauft. Es hat dieses Haus (mit Ausnahme eines kurzen Intermezzos in der Garage) nie verlassen. Ich bin die zweite Besitzerin dieses Klavieres ... rechtlich sogar die dritte, denn es ist das Instrument meiner Nachbarin, das ich übernehmen durfte, nachdem die alte Dame, der dieses Haus gehört hat gestorben ist.
Den Klang dieses Klavieres kenne ich seit 2001. Wir bewohnten früher die andere Seite dieses Hauses und als wir dort eingezogen sind fragte mich die alte Dame besorgt, ob sie denn weiterhin Klavier spielen dürfte oder ob mich das störe. :coolguy:Nein, natürlich störte mich das niemals, ich hab sogar das Radio immer leiser gedreht. Später, als die Dame Witwe wurde, habe ich es ihr zur Auflage gemacht, täglich auf dem Klavier zu spielen, damit ich weiß dass bei Ihr alles in Ordnung ist. Da die Gute auf keinem Fall wollte, dass ich täglich aufmarschiere, hat sie brav täglich für mich hörbar gespielt.
Das Klavier begleitet mich also schon seit 15 Jahren.

Das Klavier ist klein, sehr klein, also exakt einen Meter hoch. Passt wunderbar zu mir.

Was vergleichbare Klaviere kosten kann ich nicht sagen, den ich finde sehr wenig M5 in diversen Kleinanzeigen. Das Klavier wurde vorher nicht begutachtet und danach war als nächster Fachmensch Micha dran und hat er gestimmt. Nur gestimmt - mehr hat er nicht gemacht.

Der Raum in dem es steht ist eigentlich ein Esszimmer. Vor dem Klavier liegt ein Teppich, der dem Klang eher gut tut, als dass er davon viel wegnähme. Es steht zwischen einem Sekretär und einer Standuhr, ca 10 cm von der Wand entfernt. Es ist für diesen Raum, ca 25 - 30 qm (L-förmig) genau richtig.
Das Zimmer verfügt über viel Holz und zwei große alte Heizkörper, welche aber verkleidet sind und daher indirekt abstrahlen. Die Luftfeuchte wird durch zwei kleine Aquarien im erträglichen Bereich gehalten. Außerdem sind die Fenster nicht ganz dicht. Es ist ein Haus aus den 50er Jahren mit all seinen Vor und Nachteilen,
Das Klavier wurde mit Sicherheit die letzten 20-30 Jahre bevor ich es bekommen habe nicht gestimmt.
Damals stand es zwar im gleichen Raum, aber im Durchgang zur Terasse, und daher eher zugiger als heute. Dennoch klang es nicht sehr verstimmt. Es stand auch damals schon neben einer Heizung.
Irgendwie ist das Klavierchen schon recht robust.

Repertoire: Hm ... hier wohnen lauter Anfänger.
Früher wurde viel Militärmarsch drauf gespielt. Mit viel Kawumm und Temperament. Auch viel bekanntes Klassisches, was ich nicht namentlich benennen kann ... aber kein Bach, das war zu christlich ;-)
Wohingegen ich durchaus Bach spielen mag - wenn ich es erst mal kann.
Es hat natürlich nicht die Fülle eines großen Klaviers aber ich finde, es spielt sich sehr angenehm und durchaus voll. Es reagiert wunderbar auf meine Stimmung. Ich spiele gerne am Abend und beende mit Vorliebe mit Brahms Wiegenlied und rühre mich damit oft selber zu Tränen. Das Stück bedeutet mir persönlich sehr viel und wenn ich es auf diesem Klavier als Anfänger so hinbekomme, dass mir das Wasser in die Augen steigt, dann kann das Klavier nicht allzu schlecht sein.
Was ich heute mit sehr großer Freude gespielt habe war Verdis Gefangenenchor. Also da kommt schon ordentlich Ton raus, wenn man Gas gibt! Ich erkenne in diesem Klavier nicht den viel zitierten brillanten, klaren Yamaha Klang. Mein Klavierchen klingt warm und weich.
Es wurde heute gestimmt und ist ein bisschen höher als 440 hz gezogen worden - hat sich sehr zu seinem Vorteil verändert. Es klingt heller, reiner, heiter ... irgendwie gut gelaunt. Mein Mann sagt, es klingt voller.
Mir wurde bestätigt, dass das Klavier sehr gleichmäßig klingt, dass es trotz seiner 46 Winter noch voll im Saft steht und keinerlei Reparaturen braucht.
An diesem Klavier wurde seit seinem Kauf mit Sicherheit noch nichts ausgetauscht oder repariert, intoniert oder sonst wie verändert. Ich habe es seit Weihnachten 2013.
Es wurde 2014 im Frühjahr von Michael gestimmt. 2015 war ich nicht in der Stimmtour mit eingeplant und dieses Jahr ... !
Ich habe einen Stimmer gefunden, der mein Klavierchen versteht und gut behandelt hat. Was will ich mehr??
Das Jahr dazwischen merkt man schon (zumindest in der Retrospektive) es klingt halt einfach anders.
Es gibt Klaviere, die leichtgängiger sind als meins, aber ich finde im vergleichbaren Bereich (Schrumpfklavier) ist es schon sehr angenehm und leicht zu spielen. Der Anschlag ist nicht butterweich, aber auch weit davon entfernt schwergängig zu sein.
Es ist keine Zicke, aber schon schwerer zu spielen als das ein oder andere Digi, das ich unter meinen ungebildeten Fingern hatte.
Die Mechanik ... steht schön gerade, schlägt dahin wo sie soll und es steht kein Name drauf. Kann ich also nicht weiterhelfen.
Es hat keine Risse, Sprünge, alle Wirbel sitzen fest, die Tasten sind auch gut.
Wenn man sich die Tasten von der Seite ansieht, fällt auf, dass sie nicht alle bündig abschließen. Also wenn man wirklich genau schaut. Mir ist aber auch bei anderen Gebrauchtklavieren aufgefallen, dass die auch ein schiefes Gebiss haben. Es hakt aber nichts und es hängt irgendwie mit der Mechanik zusammen. Mir ist das aufgefallen, als Micha mal unten an ner Schraube gedreht hat, weil der Filz nicht passend hochgeflutscht ist, als er sollte. Auf einmal hat es die Tasten verzogen ;-) Aber auch das scheint nicht wirklich ein Mangel zu sein. Ist irgendwie vergleichbar mit Gänsehaut. Drücke ich unten auf die Bremse, rollt es dem Klavier die Zähne hoch. Es mag halt lieber laut spielen ;-) Alles im grünen Bereich.
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ich hoffe, man kann mit dem Bericht einigermaßen was anfangen.
Jedenfalls hat es mir Spaß gemacht, darüber zu schreiben.
 
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mick

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Ich mach's mal kurz. Mein aktuelles Klavier ist ein ungefähr 20 Jahre altes, geschenktes Digi. Es steht "Kurzweil" drauf, aber der Name täuscht: es ist tödlich langweilig und klingt einfach nur scheußlich. Ich benutze es so gut wie nie, höchstens, um mal ein paar Fingersätze auszuprobieren. Zum Glück bin ich nicht darauf angewiesen, auf dem grässlichen Teil zu üben.
 

jauchzerle

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:lol:Das war mal ein erfrischend anderer Bericht!! Danke Mick!
 
KrautundRueben

KrautundRueben

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ich mach einfach mal weiter:

Hersteller, Modell:
Bechstein, Marke W. Hoffmann 186 Limited Edition

Herstellungsland: Tschechien, wohl 2007
UVP: vergleichbare Modelle der aktuellen Produktlinien V und T von W. Hoffmann zw. 16000-20000€ (aus meiner Erinnerung, ich hab jetzt nicht nachrecherchiert)
Privat im Herbst 2013 gekauft auf Hinweis eines verdienten Forummitglieds :super:für 6500€.
Nachdem ich auf den Flügel aufmerksam wurde, habe ich mich spontan in den ICE gesetzt und habe den Flügel vor Ort besichtigt. Er hat mir gleich sehr gut gefallen. Nach der Heimkehr hab ich noch einen Klavierbauer eingeschaltet, der ihn begutachtet hat und keine gravierenden Mängel feststellen konnte.
Aufgrund meiner mangelnden Erfahrung mit Flügeln habe ich mich damals dazu entschieden, ein günstiges "Arbeitstier" zu kaufen, da ich noch nicht in der Lage war den Klang von Flügeln ausreichend zu beurteilen um zu wissen was ich für mich ultimativ möchte. Daher stand die Entscheidung dann schnell fest, und ich hab zugegriffen.

Der Flügel steht jetzt in einem Souterrain-Raum mit ca. 28qm, gut gedämpft mit breiten Bücherregalen und einigen Möbeln, allerdings geringer Deckenhöhe von ca. 250cm und gestrichener Betondecke und Steinfliesen. Daher glaube ich dass die Mitten am Sitzplatz vor dem Flügel recht betont sind und einige Frequenzen stehende Wellen erzeugen, die manchmal unangenehm wirken. Zur Dämpfung habe ich einen langflorigen Teppich untergelegt.

Der Raum hat Fußbodenheizung. Eine Heizspirale direkt unter dem Flügel hab ich abgedreht, so dass keine Beheizung direkt von unten stattfindet. Im Winter verwende ich einen Venta mit Funkregler, der die Luftfeuchtigkeit zwischen 50 und 54% hält. Im Sommer kann die LF auch mal auf bis zu 67% steigen, ich hab mich aus ökologischen Gründen dagegen entschieden da was dagegen zu unternehmen.

Der Flügel wurde von Micha damals aus den o.g. Gründen auf meinen Wunsch sehr warm intoniert, um die knalligen Frequenzen im mittleren Bereich unter Kontrolle zu halten. Entsprechend ist er von der Dynamik beschränkt, er "öffnet" sich im forte nicht recht. Klanglich ein Manko, in dem Raum aber wahrscheinlich gesund für die Ohren... Wobei ich nicht weiß ob das fehlende Öffnen wirklich an der Intonation liegt oder eine generelle Beschränkung des Flügels ist.

Die Intonation ist dafür aber sehr gleichmäßig über den gesamten Bereich, nur am Übergang von Agraffen zu Kapodaster quäken die beiden nächsten Noten. Mit der nächsten Regulierung versuche ich das mal optimieren zu lassen. Der Diskant ist nicht optimal durchsetzungsfähig gegen die wirklich starken und lyrischen Mitten und den Tenor. Der Bass ist ordentlich bis runter zum großen Cis, darunter wirds schwammig.

Die Mechanik ist sehr angenehm, das Tastengewicht durchschnittlich. Repetition kann ich nicht recht beurteilen, da bin ich technisch noch nicht so weit... in letzter Zeit fällt mir auf, dass im ppp manchmal die Hämmer die Saiten abdämpfen. Eine Regulierung steht an... fff aus o.g. Gründen beschränkt (oder ich hab noch nicht genug Power :-) Stimmung gleichförmig und stabil. Einmal im Jahr ist ausreichend.

Verarbeitung: keine Beschwerden, außer dass der rechte Tastaturblock locker ist. Liegt daran, dass das Gewinde im Block, in dem die Flügelschraube von unten eingreift, ausgeleiert ist. Ich füttere da das Loch immer mit Streichhölzern aus... aber die Folge ist dennoch, dass es knarzt, wenn die Tastaturverschiebung gegen den Block drückt. Stört mich aber nicht weiter...

Insgesamt ein ordentliches Arbeitstier für einen fortgeschrittenen Anfänger wie mich, aber keine Bindung für ein Leben. Irgendwann werde ich meinen Traumflügel finden, und dann wird der Hoffmann Platz machen müssen...

Viele Grüße
KrautundRueben
 
Henry

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jauchzerle

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ah, also ist das doch keine Einbildung.
 
Henry

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Nein, ist es nicht. Im Lufe der Jahre drücken sich die Waagebalkenflecke unterschiedlich ein, in der Mittellage meist mehr als im Baß und Diskant - eben logischerweise wo man am meisten drauf spielt. Der Tastentiefgang reicht dann unter Umständen nicht mehr ganz aus wenn sich LF ändert, und es fangt an zu trommeln.
Bei anderen Instrumenten diesen Alters ist das allerdings sehr viel ärger ausgeprägt.
LG
Alb
 
Opus10

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Klavier Grotrian Steinweg 122 College mit Konsolen, hergestellt in Braunschweig. Baujahr 1981.
Der Erstbesitzer meines Instruments zahlte damals 12000 DM. Der Preis für ein College von heute liegt bei ca. 18500 €. Ich habe für mein Klavier 6800€ beim Händler bezahlt, was inkl. Transport und Erststimmung zu vergleichbaren Angeboten im Internet noch relativ günstig war.
Das Grotrian hat wohl eine Weile in einem Ferienhaus gestanden und wurde nicht viel bespielt. Ausschlaggebend für meine Kaufentscheidung war aber, dass ich mich sofort in das Ding verliebt hatte, als ich die ersten Töne anspielte und mich die Mahagoni-Hochglanz-Optik verzeihen ließ.

Der Raum in dem es steht ist ca. 16qm groß, Holzdielenboden, hohe Altbauwände mit selbstgebastelten Schallschluckern, Regalen und Schreibtisch bestückt. Das Klavier ist an sich natürlich laut, jedoch angemessen (für meine Ohren, meine Nachbarn mögen das anders sehen). Die Luftfeuchtigkeit wird durch Venta auf minimum 40% gehalten.

Ich spiele hauptsächlich Klassik und finde, dafür ist es auch am besten geeignet. Der Klang ist strahlend, brilliant und gleichmäßig, nicht zu warm aber auch nicht zu hart.
Spielt man eher ppp wird es weicher, im fff sehr kräftig und voluminös. Es hat ein sehr breites dynamisches Spektrum und lässt durch einen sensiblen Anschlag sehr feine Nuancierungen zu.
Es hat eine Renner-Mechanik. Die Spielart ist gleichmäßig und präzise, die Tasten sind schwer gewichtet, was zu Anfang für mich sehr ungewohnt war.
In der Spielweise ist es sehr transparent und verzeiht nicht viel, daher ist es wohl eher kein Anfängerklavier.
Gestimmt ist es derzeit auf 443 Hz, das steht ihm gut finde ich. Bislang habe ich es nur ein Mal nach dem Transport stimmen lassen. Ich habe den (ersten) Eindruck, es ist etwas empfindlich und es muss dieses Jahr nochmal gestimmt werden. Feuchtigkeitsschwankungen findet es nicht gut: Da es in meiner Wohnung in der Heizperiode nun etwas trockener wurde, fingen die Hämmer an zu prellen. Sehr nervig, mittlerweile aber eingestellt und kein Problem mehr.
Eine Abschließende Bewertung über Stimmhaltung usw. kann ich allerdings noch nicht abgeben, dafür habe ich es noch nicht lange genug...
 
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sail67

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Ich beschreibe mal mein Klavier:



Seiler 116 Ritmo. Baujahr 2014. Schwarz Hochglanz mit Konsolen. Listenpreis ist 8450€. Mit Renner Mechanik kostet es als Primus knapp 10.000€. Es ist komplett in Kitzingen gebaut, hat allerdings eine Seiler Mechanik und keine Renner. Ich habe damals das baugleiche 116 Primus probiert und dessen Renner Mechanik war um einiges zäher. Ich mag die leichtgängige Mechanik.
Ich habe das Klavier neu gekauft und unter 9 verschiedenen Exemplaren von 116 Ritmo und Primus ausgewählt. Ja, mein Händler hatte glatt 9 Stück davon rumstehen. Im Vergleich mit Haessler, Boston, Kawai und Yamaha gefiel mir das Seiler mit Abstand am Besten. Fülle,Wärme, druckvoller Bass war gegenüber anderen Klavieren in der Preisklasse eine Nummer besser.

Für die Höhe von 116cm hat es einen erstaunlich vollen, druckvollen Bass. Die Mittellage ist präsent aber angenehm für mich. Es klingt einfach eine Nummer großer im Vergleich zu anderen Klavieren. Der Diskant ist klar, nie scharf, manchmal erscheint mir der Diskant etwas zurückhaltend gegenüber dem Bass. Ich muss die Melodiestimme manchmal mit etwas mehr Nachdruck spielen, damit sie sich noch gegenüber dem Bass durchsetzen kann. Mag aber auch daran liegen das ich Linkshänder bin und den Bass mit meiner dominierenden Hand spiele.
Es ist auf 443 Hertz gestimmt und hält die Stimmung sehr gut, obwohl es neu ist. Ich hätte erwartet, dass es am Anfang mehr Arbeit macht. Es ist weder hart noch weich intoniert. Michael musste nur ein wenig nachntonieren um die Gleichmäßigkeit hinzubekommen.
Im pp ist es für mich schwierig zu spielen. Da reagiert es empfindlich. Wahrscheinlich muss die Auslösung noch für pp optimiert werden. Im ff verändert das Klavier seinen Klang. Es wird härter, perkussiver und nicht nur lauter. Das macht das Seiler etwas früher als andere Klaviere. Vielleicht der Größe geschuldet.
Insgesamt ist das Seiler erstaunlich laut für die Größe. Es steht im Wohnzimmer mit 20 qm und 3m Decken.
Im Übergang ist ein Dämpfer gekürzt und das merkt man. Dieser Ton klingt leider nach. Ohne Pedal klingt das Klavier kurz im Klang ohne tot zu wirken. Mit Pedal öffnet sich der Klang unglaublich. Die Saitenresonanz empfand ich sehr stark ausgeprägt zu anderen Herstellern. Insgesamt habe ich die Klangeigenschaften ähnlich nur bei 120-124 cm sonst gehört.
Bisher keine Beanstandungen außer das eine Schraube der Druckstrebe nicht fest war und deshalb ein Ton nicht sauber klang. Jetzt ist Ruhe. Die Verarbeitung ist um Meilen besser als bei Yamaha und Kawai. Die Deckelschaniere, das Klavierband der Tastaturklappe, die Rollen, die Rasten, der Lack, die Pedalmechanik,etc...ist top.

Fehlt was in meiner Beschreibung?
 
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Barratt

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<=== Das Instrument auf meinem Profilbild:

August Förster, 190 cm, Bj. 1928/29 (anhand der Seriennummer nicht klar verifizierbar)
Erworben von privat 2015 aus Erstbesitz (!) von der Tochter der verstorbenen Eigentümerin, Tochter eines offenbar renommierten Frankfurter Klavierprofessors. Über die Geschichte des Instruments weiß ich unüblich viel. Adorno himself hat darauf gespielt :lol: , und es hat die Bombardierungen von Frankfurt in einer dortigen Stadtvilla unbeschadet überstanden - Originalschellack ohne Schäden durch Granatsplitter & Co.

Es überzeugte durch zauberhafte Leichtgängigkeit, eine geradlinige Ausgewogenheit und einen farbigen Klang, der irgendwie "besonders" ist, ohne dass ich es adäquat beschreiben könnte - der Flügel ist einfach ein Sympathieträger, einer, den man sofort mag, einer, der unbedingt gespielt werden will.

Aufstellungsort: Wie man sieht auf einem hochflorigen Wollteppich vor vielen Büchern. Die rLF liegt bei durchgehend +/- 43%, Fußbodenheizung (im Bereich wo der Flügel steht ist sie fast inaktiviert), ca. 23-24 °C. Nach Aufstellung am neuen Wirkungsort tat sich original gar nichts. Der Flügel blieb einfach so, wie er in der Werkstatt vorbereitet wurde. Er musste nach der üblichen mehrwöchigen Akklimatisierungszeit praktisch nicht gestimmt werden.

Zuvor mussten umfangreiche Kleinarbeiten vorgenommen werden. Diese reichten von der KOMPLETTwartung der Mechanik (Filze, Lager, Röllchen und was da sonst noch wartungsbedürftig ist) bis zum Austausch einiger Elfenbeinplättchen des Tastenbelags. Michael riet dazu, zur vollen Ausschöpfung des Klangpotenzials neue Saiten aufzuziehen und die Hämmer neu befilzen zu lassen - diese Arbeiten waren schon fest avisiert und das Instrument sozusagen schon fast auf dem Weg nach Österreich, als... :cry2: Aus diesem Grund wurde er nur "provisorisch" durchintoniert, da die Hammerfilze ja sowieso herunter sollten. Der Diskant ist (sicher aufgrund des Hammerzustands) suboptimal. Der Bass (vermutlich aufgrund des Saitenzustands) teilweise schwummrig

Repertoire: Bei mir Chopin. Die Vorbesitzerin spielte Mozart und Beethoven darauf.

Ich möchte besonders die Tastatur loben. Die schwarzen Tasten laufen im Vergleich zu anderen Tastaturen weniger "spitz" zu, so dass der Finger ein wenig mehr Auflagefläche findet. Sehr komfortabel! Warum werden nicht alle Tastaturen so gemacht...?
 
 

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