Einhändig üben

@maxe Ich sag es dir noch einmal (zum 2. Mal jetzt) ganz freundlich - scharf kritisiert wird hier nicht deine Ansicht, bzw. die Ansicht, die du aufgrund der Meinung mehr oder weniger berühmter Pianisten vertrittst. Du bekommst so viel Gegenwind aufgrund deines Schreibstils - vor allem deshalb, weil du exakt diesen Stil dann an anderen kritisierst!

Geh mal in dich, lies deine Beiträge, die Antworten darauf und dann wieder deine Reaktion dazu. Ich mein's nicht böse, kenne dich nicht und hab keinen Anlass, dich vor den Kopf zu stoßen, ich mein's nur gut.
 
@Rudl
M2 (Mittelstufe) etwa WT , Franz Suiten usw.
 
, sondern erhofft sich kompetente und richtungsweisende Ratschläge, die erwartungsgemäß durch mick, Stilblüte und andere sachverständige Clavios gegeben werden können
Was ja auch passiert ist.... danke für den Einwurf, @Klein wild Vögelein.

Ich versuche mal ein Fazit:
Durch Talent und jahrelanges Studium sind Profimusiker weniger darauf angewiesen, die „Technik“ eines Stücks durch Reduktion auf eine Hand zu erschließen. Sie setzen diese Methode kurzzeitig und sehr spezifisch ein, um zum Beispiel Stimmführungen zu isolieren, ihrer Qualtät zuzuhören und ihre Aussage besser herauszuarbeiten.

Die in der Regel weit weniger trainierten Amateure sind gezwungen, die Komplexität der vor allem technischen Anforderungen durch Reduktion auf eine Hand wenigstens ansatzweise beherrschbar zu machen. Ob sie dieses Mittel wirklich immer sinnvoll einsetzen, sei dahingestellt und letztlich nur durch die konkreten Spielsituationen zu klären, von denen hier im Forum viele beschrieben und von den Profis dankenswerterweise mit hilfreichen Kommentaren versehen sind.
 


So wird es an der Musikschule Butzbach gehandhabt:

6. Die folgenden 14 Prüfungsgrade sind fest gelegt:
Vorstufe 1 und 2 (V1 + V2) ; Unterstufe: U1, U2, U3, U4, Mittelstufe: M1, M2, M3, M4, Oberstufe: O1, O2
Die Einstufung in O2 erfolgt in Ausnahmefällen, da dies lt. Lehrplan Musikhochschulniveau entspricht.

http://docplayer.org/34420911-Klavierpruefung-einfuehrung.html
 
Ich gebe allerdings zu bedenken, dass durch die ganze Fummelei die pianistische Karriere, sowohl ein- als auch mehrhändig leiden kann!
 
zumal ja jeder weiß, dass man durch zu viel einhändiges Üben Rückenmarksschwund bekommt und blind werden kann.

Truppenbetreuung

Im großen voll besetzten Zelt tanzt eine Bauchtänzerin vor hundert Soldaten, die seit Wochen keine Frau gesehen haben, ihren Schleiertanz.

Für den ersten fallenden Schleier erhält sie donnernden Applaus, ebenso für den zweiten fallenden Schleier.
Doch je mehr Schleier sie fallen läßt, desto spärlicher wird der Applaus, und als sich die Tänzerin das letzte Stück vom Körper reißt, herrscht peinliche Stille, nur durch einige Seufzer unterbrochen.

Verblüfft haucht die Tänzerin ins Mikro: "Was ist los? Gefalle ich euch nicht?"

"Oh, Darling", krächzt endlich einer der Soldaten, "klatsch du mal mit einer Hand."
 
Ich habe, ich meine sogar hier bei Clavio, einen Beitrag von einer Klavierlehrerin gelesen, die ihre Schüler*innen immer wieder zwischendurch auch einhändig üben lässt - vor allem die linke Hand. Und zwar dann, wenn das Klangergebnis nicht zufriedenstellend ist oder noch mal deutlich verbessert und verfeinert werden soll. Seitdem übe auch ich in Phasen, in denen sich scheinbar klanglich nichts mehr bewegt, beide Hände wieder einzeln. Vor allem links. Ich persönlich finde mittlerweile auch, es kann kleine Wunder bewirken.
 
Seitdem übe auch ich in Phasen, in denen sich scheinbar klanglich nichts mehr bewegt, beide Hände wieder einzeln. Vor allem links. Ich persönlich finde mittlerweile auch, es kann kleine Wunder bewirken.
Mach ich auch manchmal so, aber nur, wenn ich müde bin. Wenn ich mehr Energie habe, spiele ich zusammen, aber die rechte Hand pianissimo oder sogar ganz stumm. Das hat den Vorteil, dass man keine andere Haltung einnehmen kann und sofort merkt, wo die rechte Hand die Linke evt. ungünstig beeinflusst. Wenn man die Linke ganz separiert übt (was in dieser Phase des Übens meist auf Anhieb funktioniert), wird die eigentliche Ursache des Problems gar nicht offensichtlich. Wenn man Glück hat, bringt es trotzdem ein wenig, wenn man Pech hat, ist es verschenkte Übezeit. Das Risiko ist mir meistens zu hoch.
 
Zuletzt bearbeitet:
Mach ich auch manchmal so, aber nur, wenn ich müde bin. Wenn ich mehr Energie habe, spiele ich zusammen, aber die rechte Hand pianissimo oder sogar ganz stumm.

Das ist für Fortgeschrittenere bestimmt ein super Übetipp. Ich kann mich nicht so koordinieren, dass ich links spiele und rechts stumm dazu. Vielleicht kann ich mich da heran tasten, wenn ich es übe, aber ich kann dann den Fokus auf keinen Fall mehr auf die linke Hand legen. Stimmt, man merkt bei Deiner Vorgehensweise, wo die rechte Hand die linke ungünstig beeinflusst. Aber mir ging es eher darum, links melodischer und auch leiser zu spielen und die Töne nicht so rauszuhauen. Spiele ich nach getrenntem Üben wieder zusammen verbessert sich der Klang schon deshalb, weil ich links differenzierter spiele. Die Baustelle der Beeinflussung der Hände ist damit noch nicht gelöst. Das stimmt.
 
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Cool. Also links stumm spielen und rechts normal funktioniert merkwürdigerweise. Wenn auch nicht gleich fließend. Bei dem aktuellen Stück habe ich zwar nicht das Problem, dass die linke Hand zu laut ist, aber die Lautstärke links ist auf jeden Fall auch regelmäßig eine Baustelle. Danke für den Tipp!

Huch, Mario, wo ist Dein Beitrag geblieben?
 
Hallo Nora, wenn du links leiser spielen willst, als die rechte Hand (Melodie), solltest Du beim Üben versuchen die linke Hand stumm zur rechten dazu zu spielen und nicht umgekehert.
Wenn beim "stumm" dazuspielen zu Beginn doch noch ein paar Töne lauter werden, ist es nicht schlimm. Der Sinn der Übung ist "nur versuchen" stumm dazu zu spielen. Du wirst sehen, nach dieser Übung kannst du die linke Hand ohne Mühe wesentlich leiser als die rechte Melodiehand spielen. Versuch es einfach Mal. :bye:

Ich bezweifle, dass das viel bringt. Wenn die linke Hand unregelmäßig und klanglich unausgewogen spielt, dann wird das nicht dadurch besser, dass man sie unhörbar spielt. Das wird nämlich auf Anhieb funktionieren. Man muss immer die schwächere Hand klanglich optimal spielen und die stärkere Hand stumm dazu nehmen, damit man sich daran gewöhnt, den Klang der weniger dominanten Stimme mit dem Ohr zu kontrollieren.
 
Einem Anfänger schon. Ist eine bewährte Methode, um dem Körper (bzw. dem Gehirn) überhaupt erst einmal zu "beweisen", dass er in der Lage ist mit verschiedener Gewicht- und Klangverteilung zu spielen. Allerdings ist es eher ein motorisch-mechanisches Hilfsmittelchen. Sobald das einmal geklappt hat, sollte man gleich wieder normal spielen und die neu gefühlte Körperempfindung für die Umsetzung der Klangvorstellung benutzen.

Für Fortgeschrittene sind die Tipps von @mick goldig.
 

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