• Heute Abend wieder traditionelles Chattreffen

Einfacher Choral

P

pjheinrich

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Hallo, liebe Forumgemeinde!

... seit Ewigkeiten komme ich mal wieder dazu, etwas zu posten. - Vor ein paar Tagen ist mir eine Choralmelodie eingefallen, die ich gleich in einen einfachen vierstimmigen Satz [1] verpackt habe.

Ich habe den dann länger liegengelassen und heute mal wieder angeschaut [da mir der Choral ansich nicht schlecht gefällt ... ;) ]. Nun, ... dabei sind mir ein paar (unschöne?!?) verdeckte Quint- und Oktavparallelen aufgefallen, wie z.B.

  • im ersten Takt, 2te auf 3te Viertel zwischen A und B
  • im zweiten Takt, 3te auf 4te Viertel zwischen T und B
  • im dritten Takt, 1te auf 2te Viertel zwischen A und B
  • im vierten Takt, 1te auf 2te Viertel zwischen S und T
  • ...

... die sind mir mal ins Auge gesprungen. Nachdem Tonsatz leider doch schon einige Zeit zurückliegt (und ich ja eigentlich Bauingenieur bin =) ) bin ich mir nicht sicher welche dieser verdeckten Parallelen nun satztechnisch zulässig sind und welche einen groben Verstoß gegen die Stimmführungsregeln darstellen.

Beispielsweise erinnere ich mich daran, dass verdeckte Parallelen durchaus zu dulden sind, wenn die obere Stimme schreitet (d.h. dann wäre die erste verdeckte Parallele im Satz zulässig, oder müsste sich dazu der Alt noch weiter schreitend fortbewegen und er dürfte nicht von c auf e springen?)

Wie sieht das dann aber mit der zweiten o.g. verdeckten Parallele aus? Wenn ich hier den Bass oktavieren würde, wäre ich diese ja umgangen - oder gilt die "verdeckte-Parallelen-Regel" bei Akkord-Lagenwechsel nicht?

Wie ist das bei der dritten genannten Parallele? - Diese ergibt sich ja eigentlich nur dadurch, dass ich den Bass mit Durchgangsnoten etwas "verschnörkelt" habe - ist hier die "verdeckte-Parallelen-Regel" in aller Strenge anzuwenden? (Selbiges Problem tritt auch beim vierten o.g. Beispiel auf ...)

Ich würde mich freuen, wenn ihr mir hier weiterhelfen könnt, da ich mich satztechnisch sehr weiterbilden möchte. - Wenn euch weitere Verstöße gegen allg. Stimmführungsregeln in [1] auffallen, wäre ich über Hinweise sehr dankbar!

Liebe Grüße aus Graz,
pjheinrich

[1]: http://peterjoachimheinrich.at/files/AchBleibBeiUns.pdf
 
Axel

Axel

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Da siehst Du vermutlich mehr Probleme als tatsächlich bestehen.
Um eine verdeckte Parallele zu erhalten, müssen beide Stimmen aus der gleichen Richtung in eine Quinte/Oktave hinein springen. Sobald eine Stimme schreitet ist alles paletti. Außerdem ist das nur zwischen Außenstimmen relevant, also S/A, T/B, S/B. Eine Kombi A/B ist also ungefährlich.
Weiterhin ist zu überlegen, ob in dem gewählten Stil überhaupt verdeckte Parallelen ein Thema sind. Das sieht nach Bach-Stil aus, also müsste man vergleichbare Fälle bei ihm untersucher oder der Einfachheit halber de la Motte konsultieren. Der "strenge" Satz ist ja mehr ein Kunstprodukt der Tonsatzlehre.
Ich habe es jetzt nicht systematisch durchgeschaut, zu spät heute, aber der nicht vorbereitete Vorhalt T.4/2 ist nicht so gut.
Grüße
Axel
 
pianochris66

pianochris66

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Was ein Claude darf, darf ein Heinrich noch lange nicht;)
 
 

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