Rheinkultur
Ehem. Moderator (RIP)
- Registriert
- 01.04.2012
- Beiträge
- 10.991
- Reaktionen
- 11.004
Werden die Außenstimmen gegeneinander geführt, sind eigentlich die klanglich unschönsten Resultate (Parallelen) von vornherein ausgeschlossen. Die Mittelstimmen sollten keine unnötigen Wege zurücklegen.Und dann wäre noch darauf zu achten, dass die Zwischenstimmen möglichst in Gegenbewegung zu den jeweiligen Außenstimmen laufen, dass man keine Terzen verdoppelt, kaum Quartsextakorrde einbaut.......
Alles als vierstimmigen Choral durchharmonisieren ist keineswegs obligatorisch. Die Stimmenanzahl kann größer oder auch kleiner sein - je bewegter die Stimmführung und das Grundtempo, desto transparenter das Satzbild. Lieber sparsam und kontrolliert im Umgang mit den musikalischen Mitteln und Techniken als den Gemeindegesang durch manuelle Überforderung zu beeinträchtigen. Wenn die Melodie aus jüngerer Zeit stammt, passt eine Begleitung choraliter allerdings sowieso nicht. Da sind Techniken, mit denen man sonst Volkslieder harmonisiert, gefragter - bei NGL-Melodien (Neues Geistliches Lied) ist modale Harmonik (verbreitet im Jazz- und Popularmusikbereich) sinnvoll, da spielen aber wiederum barocke Stimmführungsregeln nicht mehr so eine Rolle. In jedem Falle gilt, lieber eine klanglich passende Harmonie pro Takt als jede Note harmonisieren und dabei auf Irrwege geraten. Viel Erfolg und frohes Schaffen!
LG von Rheinkultur
P.S.: Wer eine einfache Harmonisierung ad hoc hinbekommt, kann sich als nächstes mit der Frage beschäftigen, ob man mehrstrophige Lieder nicht strophenweise unterschiedlich behandelt. Beide Satztypen unbedingt gleichermaßen üben, sowohl vierstimmig choraliter als linear-figurative Zwei- und Dreistimmigkeit im Sinne von Bachs Inventionen und Kleinen Präludien.
Vielleicht hast Du bei Dir in der Region ja einen erfahrenen Organisten/Kantor, bei dem Du mal ein paar Stunden nehmen könntest.


