4-stimmiger Blueskanon+Ostinato+Oberstimme

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Mindenblues

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Auf den Text "Fürchte dich nicht, spricht unser Gott", wie z.B. im Elias-Oratorium von Mendelssohn verwendet, habe ich mir einen 4-stimmigen Kanon + Bass-Ostinato + Sopran-Oberstimme ausgedacht, den ich hier vorstellen möchte. Es ist vom Rhythmus her ein langsamer Blues.

Mit synthetischen Stimmen und Cello als Oberstimme hört es sich so an (Vorsicht- mit PC-Lautsprechern hört man nicht das Bass-Ostinato, was nach dem Durchlauf der 4 Stimmen danach anfängt):

[MP3="http://family-schmidt-minden.de/MindenBlues2/FuerchteDichNicht.mp3"]FürchteDichNicht Kanon Blues[/MP3]

Was haltet ihr davon?
 
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thomdielock

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auch wenn ich weder mit der kirchlichen musik noch mit den texten familiär bin, möchte ich doch kurz was sagen...

hört sich echt schön an, nicht zu protzig, ich könnte mir das wirklich gut in ener kirche vorstellen...



(insgeheim frage ich mich, wer so einen bass singen soll....)
 
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Fred

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Hi Mindenblues,

zunächst muss ich sagen, das ist wieder einmal etwas sehr Originelles von Dir. Es hat eine sehr weiche Stimmung und gefällt durch interessante harmonische Färbungen.

Wenn Du sagst, vom Rhythmus her wäre es ein Blues, so muß ich sagen, Blues ist ein Formbegriff und keine Rhythmusbezeichnung. Du meintest sicherlich die ternäre Rhythmik die dem Ganzen zu Grunde liegt. Aber das nur nebenbei.

Nach dem Einsatz aller 4 Stimmen höre ich folgende Akkordprogression:

|| G B-7 | Cma7 C7(C#o7) G/D D||

Das nennt man im Jazz eine Subdominantkadenz. Für das C7 steht dann allerdings meist ein C#o7, was Du ja auch andeutest.
Wenn nach der 4. Stimme das Bass-Ostinato einsetzt, bleibt dieser Sachverhalt weitest gehend bestehen, außer dass im 2.Takt auf der Eins durch den Quint-Quartsprung des Ostinantos das Cma7 nicht wirklich unterstützt wird. Was dabei zudem harsch klingt ist der Querstand zwischen bb und b in der 4.Stimme und Ostinato. Ich sehe dabei das b im Ostinato als problematisch an.
Weiterhin würde ich im Ostinato im ersten Takt die Offbeats harmonisch nicht vorziehen, will sagen, 4x den Ton g und 4 x der Ton f# fände ich persönlich besser.
An der später einsetzende Oberstimme würde ich auch einiges anders setzen - aus harmonischen Gründen. Aber dazu vielleicht
ein ander mal mehr.
 
Mindenblues

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@ thomdielock & Fred: Vielen Dank fürs Anhören und Kommentieren!

(insgeheim frage ich mich, wer so einen bass singen soll....)
Wohl wahr, der Bass ist nicht leicht zu singen. Von der Tiefe her würden einige "Subwoofer" unter den Bässen in meinem Chor das tiefe E wohlklingend schaffen, aber die Chromatik hat es dann in sich, da gebe ich dir recht.


Wenn Du sagst, vom Rhythmus her wäre es ein Blues, so muß ich sagen, Blues ist ein Formbegriff und keine Rhythmusbezeichnung. Du meintest sicherlich die ternäre Rhythmik die dem Ganzen zu Grunde liegt. Aber das nur nebenbei.
Ja, ich meinte den Rhythmus. Allerdings, die Oberstimme - ich wünschte mir, ich hätte eine Bluesröhre und könnte sie so singen wie ich es mir vorstelle - nämlich mit vielen Blue Notes drin, wo zwischen H und B irgendwo dazwischen der Ton entsteht, auch an anderen Tönen. Bluesgesang kann man nur unzureichend notieren, leider. Das kommt mit dem Midi-Gedudel auch nicht so rüber. Will sagen, ich hoffe, dass die Oberstimme das Ganze doch ganz schön bluesig einfärben könnte. Wegen mir könnte die Oberstimme endlos dudeln, aber immer im pentatonischen Bluesmode, und oft zwischen den Halbtönen. Kann es leider nicht besser beschreiben. Es könnte z.B. auch eine Dobro-Bluesgitarre mit Slide sein...

Nach dem Einsatz aller 4 Stimmen höre ich folgende Akkordprogression:

|| G B-7 | Cma7 C7(C#o7) G/D D||

Das nennt man im Jazz eine Subdominantkadenz. Für das C7 steht dann allerdings meist ein C#o7, was Du ja auch andeutest.
Ich wünschte, ich hätte etwas mehr Ahnung von sowas. Die Harmonien sind praktisch alles Bauchgefühl bei mir, der Verstand reicht da nicht weit. :(
Aber insgeheim - gilt nur für mich - das Reinziehen des populären, aber schwierigen Buchs "Harmonielehre" von Diether de la Motte, hat mich nicht weitergebracht darin, schöne Harmonien auszuknobeln. Ich denke, ich strapaziere meinen Bauch weiterhin...


Was dabei zudem harsch klingt ist der Querstand zwischen bb und b in der 4.Stimme und Ostinato. Ich sehe dabei das b im Ostinato als problematisch an.
Aber ich sehe da keinen Querstand - das bb in der 4. Stimme kommt auf das 2. Viertel, und da singt der Bass schon ein E. Und im 1. Viertel hat sowohl die 4. Stimme als auch das Ostinato ein b.

Weiterhin würde ich im Ostinato im ersten Takt die Offbeats harmonisch nicht vorziehen, will sagen, 4x den Ton g und 4 x der Ton f# fände ich persönlich besser.
Geht nicht, weil dadurch Quintparallelen entstünden. Ich habe mich zumindest bemüht, dass innerhalb des Kanons incl. Ostinato keine offenen Quint-oder Oktavparallelen da sind. Bzgl. Oberstimme habe ich nicht mehr drauf geachtet, weil ich denke, dadurch, da diese Stimme so exponiert ist, spielt das keine Rolle.
 
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thomdielock

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Wohl wahr, der Bass ist nicht leicht zu singen. Von der Tiefe her würden einige "Subwoofer" unter den Bässen in meinem Chor das tiefe E wohlklingend schaffen, aber die Chromatik hat es dann in sich, da gebe ich dir recht.
da sist der vor/nachteil von den midis... die sagen einem nicht, ob das möglich ist...
wobei ein krichliches stück mit subwoofer sicher eine interessante angelegenheit wäre:)


Ich wünschte, ich hätte etwas mehr Ahnung von sowas. Die Harmonien sind praktisch alles Bauchgefühl bei mir, der Verstand reicht da nicht weit. :(
Aber insgeheim - gilt nur für mich - das Reinziehen des populären, aber schwierigen Buchs "Harmonielehre" von Diether de la Motte, hat mich nicht weitergebracht darin, schöne Harmonien auszuknobeln. Ich denke, ich strapaziere meinen Bauch weiterhin...

ich denke jetzt mal blauäugig, ohne die geringste ahnung von musiktheorie ode rkomposition zu haben, dass die guten komponisten wohl auch ab und zu mal nach bauchgefühl harmonieren... 1+1 ist nicht immer eine schöne 2
mir fällt noch auf, das der anfang der cello-melodie sehr "erwartet" war.
jedenfalls hatte ich einen takt vorher im kopf eine sehr ähnliche melodie...
ob das jetzt gut oder shclecht ist, kann ich nicht sagen, aber eine anmerkung war es mir doch wert :)
 
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Wann ist ein Blues ein Blues?

Wenn Du sagst, vom Rhythmus her wäre es ein Blues, so muß ich sagen, Blues ist ein Formbegriff und keine Rhythmusbezeichnung. Du meintest sicherlich die ternäre Rhythmik die dem Ganzen zu Grunde liegt. Aber das nur nebenbei.
Nachdem ich die Nacht über diese Aussage nochmal habe sacken lassen, will ich dazu doch noch was anmerken:

Ein typischer Standardblues hat ein 12-taktiges Schema mit einer typischen Harmoniereihenfolge, die Tonika, Subdominante und Dominante enthält. Jedoch: es gibt 8-taktige, 7-taktige, 13-taktige Bluesschemen, whatever. Weiterhin, die Harmonien können nahezu beliebig sein.

Dies bedeutet, Blues tritt in verschiedenen Formen auf. Eines ist allen Formen gemeinsam, das ist zum einen der ternäre Rhythmus, genauer gesagt, ein Rhythmus mit ternären Synkopen, ein sehr tief empfundenes "damm - - da damm - - da damm - - da damm". Kann es nicht wissenschaftlich ausdrücken, leider. Zum anderen ist es eine an der pentatonischen Tonleiterskala orientierte Melodie.

Also, wenn man denn unbedingt Blues definieren muß, dann (für mein Gefühl) eher über den Rhythmus und Melodiestruktur, aber weniger die Form (weil zu vielfältig).

That's the blues, at least to me.
 
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Fred

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Habe meinen Beitrag zurück gezogen.

Sorry wollte diesen Faden nicht stören.
 
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Da Fred seinen Beitrag gelöscht hat, ist dadurch die Erwiderung darauf aus dem Zusammenhang gerissen, daher lösche ich sie hier auch.
Weiterhin, falls ich durch meine Aussagen verletzt haben sollte, tut es mir leid, habe jedoch inhaltlich keinen Jota zurückzunehmen.

Stattdessen möchte ich auf ein Video verweisen vom "Father of the Delta Blues", Son House:
Er singt a cappella "John the Revelator". Das Lied hat alles, was ein Blues braucht.

http://www.youtube.com/watch?v=TG86smScoaA

So mag sich jeder selber davon ein Bild machen, aus welchen Elementen Blues in der Essenz besteht
 
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