Ein kleines Fugato...

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alibiphysiker

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Hallo allerseits,

ich hab was Kleines Geschrieben. Ich weiß dass es vom Tonsatz her noch vieles zu verbessern gibt. Mein Hauptziel hier war allerdings einigermaßen gescheite Spannungsbögen zu basteln und endlich mal was fertig zu schreiben. Mit meinem jetzigen Wissen würde ich an viele Dinge ganz anders rangehen und vieles anders machen, habe aber viel gelernt dabei. Viel Spaß! (Einspielung gibt es erstmal keine, da ich es üben müsste :D). Kritik ist wie immer willkommen. Und ja, ich sehe die offene Quintparallele und die Oktavparallelen (und die werde ich auch noch verbessern). Und die Tritonusparallelen sind Absicht! Und Zeile 2 auf der zweiten Seite gefällt mir auch nicht. :D.

Hier die Noten (sorry, ich präferiere es Noten handschriftlich zu schreiben):

https://www.dropbox.com/s/sj6hdwv0rw125bq/Fugato.pdf?dl=0

LG,

Daniel

P.S. Errata (ohje, hab viel verpennt bei der "Reinschrift"): Uppsala, es beginnt im mf. Dynamik ist, soweit nicht anders vermerkt, nach den "empfundenen" Spannungsbögen zu richten. Im zweiten Thema (aka. 16tel) auf dem Fis fehlt ein Akzent. Wenn das Thema in den anderen Stimmen kommt sollen dort auch akzente hin. Das B-A-C-H Motiv in der Mittelstimme vor dem zweiten Thema ist auch mit Akzenten zu versehen.
 
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alibiphysiker

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Da bricht das Stück endgültig auseinander. Der urspüngliche Takt ist weg, das Thema ist weg, die Bezüge zum 1. Teil sind nur auf dem Papier zu sehen, aber nicht zu hören.
Mh, tatsächlich finde ich, dass die Bezüge zum ersten Teil noch zu hören sind, da sie ja in der Oberstimme erfolgen (ist ja die Oberstimme der Sequenz aus dem ersten Teil). Mehr Kummer bereitet mir das was die Mittelstimme macht, bzw. das sehe ich als das eigentliche Problem dieser Zeile an. Es war als Antwort auf die Oberstimme in der Zeile davor gedacht, aber ich befürchte, dass man das als Hörer selbst bei transparentem Spiel nicht verstehen wird. Ich hatte auch kurz die Befürchtung, dass ich das vielleicht zu früh hier hochgeladen habe, aber ich war kurzzeitig so froh den Doppelstrich am Ende gezogen zu haben, dass es mich vielleicht zu einer übereilten Handlung bewegt hat.

Und vielleicht magst du erörtern was du mit "nun bricht es endgültig auseinander"? Das suggeriert, dass es vorher schon am auseinanderbrechen ist. Mir fallen aktuell nur der Übergang T. 9-10 und der Übergang zum zweiten Thema negativ auf, wobei letzterer Übergang vielleicht noch tolerabel ist?
 
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cwtoons

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Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass man auf selbst geschaffenes Kreative stolz ist und dass man es publiziert. Dann sollte man es dem Publikum allerdings auch leicht machen - leichter, als Du es gemacht hast.

Ich sehe zwei Fehler:

1. Handschriftliche Notation ist heute eigentlich niemanden mehr zuzumuten. Es sei denn, man betrachtet seine eigene Notenschrift als "schön", als eine Art genießenswerte Kalligraphie. Das ist hoffentlich hier nicht der Fall. Es geht ja um Musik und das da hat keiner Lust zu entziffern.

2. Es fehlt die Einspielung. Diese lästige Arbeit muss der Interessierte hier offensichtlich selber leisten (also Screenshot, Ausdrucken, Durchspielen), da Du keinen Bock auf Üben hattest.
Oder sollen nur die Wenigen etwas dazu kommentieren und schreiben, die direkt schon nur beim Lesen der Noten ein Klangbild haben?

Tja, sorry for that,

CW
 
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mick

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Das ist eher ein frei imitatorisches Stück als ein Fugato. Der Dux ist ein recht charakteristisches Ganzton-Thema, das dann nicht in der Quinte, sondern in der Terz beantwortet wird. Kann man machen, aber warum eine im klassischen Sinne tonale Beantwortung? Die Charakteristik des Themas wird dadurch so stark verändert, dass man es kaum als Fugeneinsatz erkennt. Und warum setzt die dritte Stimme auf der Sexte ein, diesmal aber als reale Beantwortung des Comes? Weil das Thema in dieser Gestalt außerde nach der "Exposition" komplett aufgegeben wird, entsteht für mich nicht der Eindruck eines Fugato.

Etwas befremdlich wirkt für mich auch die Mischung zwischen mehr oder weniger barocker Linien- und Harmonieführung (z.B. Takte 3-5) und dann unvermittelt folgender Quasi-Modernität mit (zu) großen Abständen zwischen Diskant und Mittelstimme, unsanglichen Intervallen und nicht-funktionsgebundener Harmonik.

Nett finde ich den versteckten Passus duriusculus in der Sechzehntelpassage. Schade ist, dass darauf im weiteren Verlauf kein Bezug genommen wird. Im Verhältnis zu diesem Einfall und der rhythmischen Auffälligkeit dieses Abschnitts finde ich den ziellos sequenzierenden Schlussabschnitt ziemlich fade. Der wirkt ein wenig wie Organistenzwirn.
 
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Pedall

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Mh, tatsächlich finde ich, dass die Bezüge zum ersten Teil noch zu hören sind, da sie ja in der Oberstimme erfolgen (ist ja die Oberstimme der Sequenz aus dem ersten Teil).
Sie sind nicht mehr zu erkennen, da sie jetzt als Sechzehntel erklingen und damit wie ein ganz anderes Stück wirken.

aber ich befürchte, dass man das als Hörer selbst bei transparentem Spiel nicht verstehen wird.
Ich befürchte, daß man als Hörer weder die Metrik noch den Sinn der ganzen Sechzehntel verstehen wird

Und vielleicht magst du erörtern was du mit "nun bricht es endgültig auseinander"? Das suggeriert, dass es vorher schon am auseinanderbrechen ist. Mir fallen aktuell nur der Übergang T. 9-10 und der Übergang zum zweiten Thema negativ auf, wobei letzterer Übergang vielleicht noch tolerabel ist?
(Taktzahlen wären auch nett gewesen.)
Der ursprüngliche Dreiertakt wird in Zeile 5 beim zweiten Einsatz des zweiten Themas "gestört", es ist nicht klar, ob wir hier einen Taktwechsel haben oder einen Themeneinsatz "gegen den Strich"; in den zwei Takten vor dem Sechzehnteleinsatz wird man (je nach Interpret) möglicherweise nochmal zwei Dreiertakte hören (und diesen auch in den ersten Sechzehnteln noch "weiterdenken"), von da an wird es - polyrhythmisch? (Das suggeriert das Notenbild) Oder einfach nur metrisch konfus? (So wird es vermutlich beim Hörer ankommen.)
 
alibiphysiker

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Ich danke euch für eure Kommentare und Einschätzungen! Haben mich bei einigen Dingen tatsächlich erst auf die Problematik hingewiesen. Ich werde dieses Stück vorerst nicht "verbessern", sondern die dabei gewonnenen Weisheiten (und danke dafür) bei was neuem hoffentlich gewinnbringend einsetzen.
 
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Peterchens:Mondfahrt

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würde mich da gern einklinken, da ich auch gerade mit Fuge anfange. Vielleicht können hier ja mehrere von einander lernen...

Mein Beispiel ist einfach der Versuch, ein Thema bzw. einen Schnipsel davon (bis zum f') vierstimmig zu exponieren. Ist zugegeben noch etwas kraus und moduliert für den Anfang wohl schon zu viel, aber es sollen ja noch viele Versuche folgen. Da wär's doch langweilig, wenn der erste schon gut wäre... ;-)

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cwtoons

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Wieviele Peterchen fahren hier auf Clavio eigentlich zum Mond?

Und schreiben die alle Fugatos - oder wie die Dinger heißen?

CW
 
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Peterchens:Mondfahrt

Guest
Wieviele Peterchen fahren hier auf Clavio eigentlich zum Mond?

Und schreiben die alle Fugatos - oder wie die Dinger heißen?

CW
hast Du nix anders zu tun, als Forenmitglieder zu jagen und damit den Thread zu verschmutzen und unleserlich zu machen?

Wie wär's mit einem konstruktiven Beitrag - oder fehlen dazu die Fachkenntnisse?
 
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cwtoons

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Ich jage nur multiple Persönlichkeiten. Das macht Spaß.

Meistens wittere ich sie schon bei ihrem ersten Beitrag.

Und jetzt gehe ich komponieren - eine vierstimmige Fuge natürlich, für jede Mondfahrt eine Stimme.

CW
 
cwtoons

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Doch, habe ich. Mir macht vieles Spaß.

CW
 
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Pedall

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Wie ich sehe, ist Peterchen schon wieder zum Mond abgereist.
 
Rheinkultur

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Wie ich sehe, ist Peterchen schon wieder zum Mond abgereist.
Die Namen, unter denen der Autor mit den vielen Identitäten inzwischen hier schon den Abflug gemacht hat, wird inzwischen keiner mehr zählen. Da kann man schon mal den Überblick verlieren - vermutlich weiß der Autor selbst mittlerweile nicht mehr, welche bereits auf den Mond geschossen wurde und welche hier oder andernorts noch unterwegs ist.


Kritik ist wie immer willkommen. Und ja, ich sehe die offene Quintparallele und die Oktavparallelen (und die werde ich auch noch verbessern). Und die Tritonusparallelen sind Absicht! Und Zeile 2 auf der zweiten Seite gefällt mir auch nicht. :D.
An dem Satz selbst würde ich nichts ändern - und dafür lieber bei künftigen Projekten eine strukturelle, formale und stilistische Eingrenzung vornehmen und diese einhalten. Bei dem vorliegenden Stück beherrscht das Material seinen Schöpfer - es sollte umgekehrt sein.

Stilistisch ist das "Fugato" in einem im weitesten Sinne neobarocken Umfeld anzusiedeln, in dem offene und verdeckte Quinten nicht mehr stören. Parallelführung dissonanter Intervalle, Querstände, Sekundreibungen und dergleichen mehr finden sich in Hindemiths "Ludus Tonalis" und ähnlichen Stücken des 20. Jahrhunderts, von denen ich mir vor dem nächsten Kompositionsprojekt mal das eine oder andere zwecks Analyse vornehmen würde.

@mick hat zu strukturellen und formalen Belangen einiges bereits angemerkt. Eine Fuge würde ein wiederholtes Aufgreifen von Dux und Comes erforderlich machen, um als eine solche gelten zu können. Ein Fugato wäre ein solches, wenn in den verschiedenen Abschnitten des Satzes ein imitatorisches Stimmengefüge errichtet würde, dessen thematisches Material jedesmal ein anderes sein dürfte. Zählt man die Takte des zweiseitigen Stücks durch, ergibt sich folgendes Bild: Bis einschließlich Takt 11 eine dreistimmige "Exposition" im dorischen Modus auf A mit Ausnahme des F im Takt 7 (unteres System), dann Reduktion auf ein rhythmisches Imitationsmuster durch im Quintenzirkel aufsteigende Kreuztonarten mit Wechsel in die Freitonalität ab Takt 17. Ab Takt 24 folgt bis Takt 29 mit Sechzehntelketten neues thematisches Material, das bereits beim dritten Stimmeneinsatz wieder verschwunden ist. Ab Takt 30 sind wir wieder in den Kreuztonarten wie ab Takt 12 angelangt, bis ab Takt 42 Chromatik und Freitonalität dominieren, nun allerdings als Kette in Doppeloktaven bis zum Schluss. Eine Engführung der beiden strukturellen Muster (Achtel gegen Sechzehntel) hätte sich eher angeboten - statt einer Verdichtung folgt eine Reduktion in die faktische Einstimmigkeit, an der die hinzugefügten Oktavverdopplungen nichts grundsätzlich ändern. Damit hat das Stück polystilistische Züge, ohne dass man diese Mischung als bewusst so gestaltet empfindet. Irgendwo zwischen Schostakowitsch und Schnittke könnte man Vorbilder für eine solche Satzweise ermitteln und sich daran orientieren. Das von @Pedall festgestellte "Auseinanderbrechen" beruht darauf, dass zwischen den unterschiedlichen Strukturen und Materialien weder ein Zusammenhang noch ein Gegensatz deutlich wird und die rhythmische Abfolge mit Gegenakzenten in den Takten 27 bis 29 zusätzlich Instabilität einbringt, die nirgendwo so recht hinführen will... .

Daher mein Impuls, vor dem Schreiben des nächsten Stücks bei Hindemith, späterem Bartók und weiteren Anregern bis hin zu Frühwerken von Ligeti (Musica Ricercata) erforschen und nachvollziehen, wie man strukturell und formal mit ähnlichem Material zu stimmigen Ergebnissen gelangen kann. Frohes Schaffen!

LG von Rheinkultur
 
Rheinkultur

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Und jetzt gehe ich komponieren - eine vierstimmige Fuge natürlich, für jede Mondfahrt eine Stimme.
Kannst Du sicherstellen, dass jede Stimme im gleichen Tempo zum gleichen Ziel unterwegs ist? Sonst müsste man sich einen jener Planeten aussuchen, die mindestens vier Monde haben. Frag mal den Typ hier:


Oder lass uns Peterchen auf die Asteroiden beamen, da ist die Auswahl größer. Völlig losgelöst von der Ördöööö... .

Das Universum ist so schön, drum lasst uns in die Kneipe gehen!

LG von Rheinkultur
 
 

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