Wundermittel langsames und LEISES Üben?

Oh ja, das kann jeder lesen:

- Euer Argument:
......
was du da alles aufzählst, hat mit dem, was ich dir mitgeteilt und begründet habe, nichts zu tun; obendrein weiß ich nicht, wer "Euer" ist und zuguterletzt leuchtet mir der gereizte Tonfall nicht ein.
wenn du der Ansicht bist, alles richtig zu machen, dann ist das doch ganz wunderbar, da kann man dir nur gratulieren (wobei man allerdings nicht so ganz nachvollziehen kann, warum du Fragen stellst und von irgendeinem nichtgelingen erzählst... das dürfte ja gar nicht sein)
 

Liebe Nica,

vielleicht hilft es, deine schöne Aufstellung mal andersherum zu sehen :):

warum sollte man überhaupt das Metronom benutzen, um etwas schneller zu spielen? Warum ist das überhaupt nötig nach deiner Meinung?

Dein mögliches Argument: na, damit ich weiß, dass ich rhythmisch richtig spiele
Mein Argument: aha, dann liegt also ein rhythmisches Problem vor?
Dein Argument: aber man kann doch rhythmische Probleme mit Metronom lösen
Mein Argument: nein, denn es bedeutet, dass eine grundsätzliche rhythmische Unsicherheit vorliegt. Man spielt aber letztendlich ohne Metronom und muss daher innerlich den Puls spüren, der dem Rhythmus, d.h. den verschiedenen Notenwerten zugrundeliegt.
Dein Argument: aber ich meine, dass man den inneren Puls lernt, wenn man ihn erst einmal äußerlich spürt
Mein Argument: man nennt das Metrum/den Takt nicht umsonst Pulsschlag. Rhythmus und Takt haben viel mit Bewegung, mit dem menschlichen Organismus (Herzschlag, gehen, laufen.....) zu tun und diese Bewegungen vollziehen sich in einer bestimmten Zeit. Man sagt zum Takt auch Zeitmaß. Wenn man nun den Pulsschlag klopft oder klatscht, macht man innerhalb eines bestimmten Zeitmaßes eine organische und runde Bewegung. Das kann man sich viel besser merken als einen Metronomschlag, bei dem man zwischen den Schlägen gar nichts tut, um den Puls zu spüren. Ein Metronomschlag ist zudem starr, unelastisch und unflexibel, während ein Pulsschlag und eine entsprechende Bewegung natürlich, elastisch und flexibel ist. Stell dir mal vor, du würdest zu einem Metronomschlag laufen, um zu trainieren, gleichmäßig zu laufen. Das käme einem doch widersinnig vor, oder nicht? Man hat nämlich einen Puls, man kennt immergleiche zeitliche Abläufe (Tag, Nacht ....), man muss ihn nur fühlen. Jeder kann in einem gleichmäßigen Tempo laufen, dieses Laufen wird aber elastisch sein und nicht starr, so wie ein Herzschlag auch nie metronomisch gleichmäßig ist. Ich hatte es allerdings auch schon, dass das Schüler von meinen Argumenten nicht überzeugt waren, wenn sie es gerade von früher her gewohnt waren, das Metronom zu diesem Zweck einzusetzen. Dann hat immer geholfen, tatsächlich nach Metronom spielen zu lassen. Denn es wurde klar, dass Metronomspielen zum Fühlen eines inneren Pulses völlig ungeeignet ist. Learning by doing. :)

Liebe Grüße

chiarina

P.S.: Ach ja, was den dubiosen perfekten Lehrer angeht: ich glaube nicht, dass es den gibt! Jeder Schüler ist anders und benötigt anderes und was er benötigt, ist immer in Zusammenarbeit und Auseinandersetzung herauszufinden. Die wichtigste Basis für guten Klavierunterricht ist ein Vertrauensverhältnis, bei dem der Schüler alles sagen darf, was er denkt und was er will, denn unmittelbares Feedback ist für den Lehr- und Lernprozess unbedingt notwendig! - dann macht es nichts, wenn es mal Missverständnisse gibt etc.. Ich glaube auch nicht, dass ein Schüler den perfekten Lehrer braucht, wobei erstmal definiert werden müsste, was ein perfekter Lehrer überhaupt ist. Er braucht einen guten Lehrer!
 
................
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
dass man ihm eine lockere elastische und sichere Spielweise inklusive musikalischer Tugenden vermittelt - kriegt er das irgendwo, ist es seine Sache, ob er´s umsetzt oder nicht ;)
da es genügend Fälle von hartnäckiger Beratungsresistenz gibt (warum und wozu auch immer), gibt es auch genügend Fälle von eher wenig erbaulichem Klavierspiel.
...so einfach wäre das eigentlich :D:D
 
(1)
Ich habe darin Deine Begründungen zitiert - ja nun, wenn ein Zitat von Dir mit dem, was Du mitgeteilt hast, nichts zu tun hat, dann brauche ich es ja nicht zu lesen.
(2)
Meine Absicht war das jedenfalls nicht.
(1) ...eher aus dem Zusammenhang gerissen... und nochmal werde ich nicht wiederholen, wie man vom vorausgreifen zu automatischen Bewegungen gelangt, denn das behagt dir nicht...
(2) dann war wohl auch nicht deine Absicht, von Problemen mit ins Tempo bringen zu reden - sorry, wenn darauf dennoch irrtümlich reagiert wurde (man konnte halt leider nicht wissen, was deine Absichten sind und was nicht) ;)
 
..................
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Dann interessiert mich aber, woher du weißt, welche Metronomzahl du einstellen musst. Denn um diese Zahl einzustellen, brauchst du doch schon eine bestimmte Vorstellung oder machst du dann einfach einen Strich weiter als beim letzten Mal?
 
Ja nu, wie ich schon gesagt habe: Bisher sind einfach keine überzeugenden Argumente gekommen. Wenn man halt keine hat, dann kann man nicht erwarten, dass der andere zustimmend nickt. So einfach kann's sein.

Das höre ich in meiner langjährigen Beratungspraxis -auf völlig anderem Gebiet- immer dann, wenn die andere Seite nicht bereit ist, eigene "Dogmen" in Frage zu stellen. Was nicht zur eigenen Sichtweise passt, wird verdrängt oder gar nicht wahrgenommen. Vielleicht sind manche Gehirne ja so programmiert? Was sagt die Hirnforschung dazu? :)
 

..................
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Mit Metronom zu üben kann durchaus sinnvoll sein, eben weil man gezwungen wird, ein bestimmtes Tempo strikt einzuhalten. Ich sitze z.B. gerade an einem Stück Minimalmusic für kleine Besetzung. Dort wird mit Sicherheit möglichst metronomisch gespielt werden, sonst gibt es keine Chance, überhaupt irgendwo gemeinsam anzukommen. Ich wäre blöd, wenn ich dieses Stück nicht immer mal wieder mit Metronom üben würde. Auch um langsam aber sicher auf Tempo zu kommen, da sehe ich durchaus einen Sinn drin (das Metronom kann helfen, sich selbst zu disziplinieren).
 
Gubu, auf welche Argumente bin ich nicht eingegangen? Bitte mit Zitat.
 
Hallo Nica,
eigentlich wollte ich nix mehr zu dem Thema Metronom schreiben. Aber jetzt muss es doch sein!

Naja, ist die direkte Konsequenz deiner Einstufung von Leoniesophie, die einfach das macht, was der KL sagt, als gute Schülerin...

Ich glaube, Du hast Dich jetzt einfach ein wenig in dem Thema verrannt. Wie sonst könnte man sich erklären, wie Du auf solchen Unsinn kommst.

Wo steht Deine obige Annahme in meinem Text? Nirgendwo. Du kannst davon ausgehen, daß ich nicht einfach das mache, was der Kl sagt. Ich schrieb bereits, Du kannst weiter nach der Tempomethode arbeiten, obwohl Du das Stück noch nicht einwandfrei beherrschst, aber sich sage dir, daß Du dir damit keinen Gefallen tust, wenn du es übertreibst. Ich stelle auch ab und an das Metronom an, aber nicht dafür. Da müssen keine weiteren Argumente gebracht werden, denn es wurden bereits genug genannt.

LG
Leonie
 
.................
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
@Nica
fallen deine Finger immer entspannt automatisch auf die richtigen Tasten? in jedem Tempo, egal ob Sprünge oder Ketten von Bewegungsgruppen? und das mühelos? rhythmisch und klanglich richtig?
wenn ja, dann ist das pima
wenn nein, dann wäre zu überlegen, wie zu üben ist, um dahin zu gelangen
 

Zurück
Top Bottom