wieviel Geld für einen guten klavierlehrer?

Dieses Thema im Forum "Forum für Anfängerfragen" wurde erstellt von jennily, 30. Mai 2017.

  1. jennily
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    jennily

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    Also ich habe vor ein paar Tagen mit dem spielen begonnen. Bin noch Anfängerin. Natürlich würde ich gerne Unterricht nehmen. Dabei ist mir aufgefallen, dass die Stundenpreise von Klavierlehrern stark variieren. Welcher Preis ist denn realistisch? Ich möchte nicht Zuviel zahlen, wenn es nicht seriös ist, aber auch nicht zu wenig weil derjenige vll selbst nicht sooo gut ist. Danke für euren Rat.
     
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  2. rolf
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    rolf

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    ...kann man solche Sätze wie den zitierten wachen Geistes und nüchtern ausformulieren?
    :lol::lol::lol::lol::lol::lol::lol::lol:
     
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  3. Rheinkultur
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    Rheinkultur Super-Moderator Mod

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    Einigermaßen schräge Formulierung, da hat @rolf schon recht.

    Aber dazu gibt es hier zum einen schon diverse Fäden wie diesen:
    https://www.clavio.de/threads/gute-frage-was-darf-ein-kosten.22460/

    Zum anderen ist das Preis-Leistungs-Verhältnis wichtiger als eine reine Zahl ohne Klarheit, was fachlich tatsächlich geboten wird. Zwei Varianten kommen für Interessenten in Betracht, wenn sie Klavierunterricht nehmen möchten. Entweder wird man an einer der in der Region befindlichen Musikschulen fündig, die ihre Preise meist schon im Online-Angebot benennen. Oder man entscheidet sich für einen der freiberuflich tätigen Anbieter am Markt, deren Angebote nicht durch öffentliche Mittel gefördert werden und die zwangsläufig etwas teurer sein können. Sind diese in Berufsverbänden wie dem DTKV organisiert, kann das bei der Einschätzung auf der Kundenseite hilfreich sein, zumal diese Verbände unter ihren Mitgliedern in gewissen zeitlichen Abständen Honorarstatistiken erstellen und eine einschlägige Qualifikation meist eine Voraussetzung für die Mitgliedschaft ist.

    LG von Rheinkultur
     
  4. Stilblüte
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    Stilblüte Super-Moderator Mod

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    Wie viel 45 Minuten (nötige Mindestdauer) kosten, hängt stark von der Region und vom Lehrer ab. Unter 20€/45 Minuten ist auf jeden Fall und für jeden Lehrer zu wenig. Realistisch sind wohl zwischen 80 und 120 € pro Monat bei wöchentlichem Unterricht. Je nach Ambition nach oben offen (nach unten hoffentlich nicht).
     
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  5. Annaklena
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    Annaklena

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    20€ für eine Klavierstunde? Gibt es wirklich so billige Klavierlehrer, die etwas taugen? Unter ca. 40€ die Stunde habe ich da nichts gesehen. Oder ist das jetzt der Preis bei Musikschulen, 80€ im Monat?
     
  6. Annaklena
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    Annaklena

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    Für einen guten Klavierlehrer kannst Du niemals zu viel zahlen. Die Frage ist: Was willst Du erreichen? Nur so ein bisschen „The river flows in you“ oder „Zelda“ klimpern oder richtig Klavierspielen? Bach, Mozart, Chopin, Liszt, Beethoven?

    Wenn Du nur so ein bisschen klimpern willst, reichen wahrscheinlich auch die sogenannten „Tutorials“ bei YouTube, wo Dir jemand zeigt, welchen Finger Du auf welche Taste legen musst. Die sind kostenlos. Oder meinetwegen auch so etwas wie Synthesia. Das verstehe ich persönlich aber nicht unter Klavierspielen.

    Das ist aber nur meine Meinung. Wenn jemand mit so einem Tutorial glücklich ist, ist das auch in Ordnung. Mir persönlich würde das nur nicht viel bringen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 2. Juni 2017
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  7. Stilblüte
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    Stilblüte Super-Moderator Mod

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    Es gibt sicher recht tauglichen Klavierunterricht für 20€ die Stunde, irgendwo. Allzu viel sollte man bei dem Preis aber natürlich nicht erwarten. Vor allem nicht da, wo man normalerweise sucht. Befindet man sich im hintersten Käffchen irgendwo in der Pampa, wo man von den Maklern angebettelt wird das große Haus doch zu mieten und noch drei Monate mietfrei dazubekommt, könnte es solche Angebote schon geben. In Köln und München würde ich eher nach dem doppelten Preis suchen, alles andere ist (leider oft selbst verursachte) Abzocke bzw. unter Wert Verkauf.
     
  8. thomas 1966
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    thomas 1966

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    Nachvollziehbar. ;-)

    Es ist so wie du schreibst, die Preise sind verschieden. Das ist die Realität.


    Bei den Kriterien bei der Suche würde ich andere vor den Preis stellen. Es sollte insgesamt passen. (Wie kommt man miteinander zurecht, welche Fortschritte erwartet man?)
     
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  9. saugferkel
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    saugferkel

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    Ich will bisschen Chopin klimpern. Geht's ohne Unterricht überhaupt nicht? :cry:
     
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  10. Klafina
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    Klafina

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    Wöchentlicher Unterricht, eine Zeitstunde, an einer kommunalen Musikschule in BaWü:

    152 Euro.

    Die (Schul)Ferien werden selbstverständlich voll mitbezahlt.

    Das mag manchen viel erscheinen; ich selbst finde den Preis in Ordnung. Instrumentallehrer sollten nicht am Hungertuch nagen müssen und Ferien haben sie genauso verdient wie andere Arbeitnehmer auch. Es gibt sowieso einen bedauerlichen Trend von Festangestellten zu (schlecht bezahlten) Honorarkräften an den Musikschulen.

    In dem Preis enthalten sind übrigens 28 Euro, die Erwachsene zusätzlich zahlen müssen, da BaWü für jedes Kind diesen Betrag monatlich zuschießt. Ein Kind (besser gesagt, dessen Eltern) müsste also für den gleichen Unterricht 124 Euro bezahlen.
     
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  11. saugferkel
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    saugferkel

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    20€ je Stunde sah ich hier und da auch angeboten. Ich find's krass ehrlich gesagt.

    Eure Branche ist aber nicht die Einzige, deren Anghörige den Preis drücken. Bei uns ist es auch die Regel. Sogar will die EU die GOT abschaffen. Dann werden wir offiziell sehen, dass einer gerne die Katze für 30€ auf dem Küchentisch kastriert.

    Gekriegt hab ich übrigens von einem anderen auch die Unterrichtseinheit für 70€ angeboten, der mir sagte, dass ich bestimmt guten Klavierunterricht hatte als Kind, obwohl ich's bereits sagte, dass ich keinen hatte.

    Naja.
     
  12. Annaklena
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    Annaklena

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    Sag niemals nie. ;) Ich kann nur aus meiner eigenen Erfahrung berichten. Ich habe mein ganzes Leben lang versucht, Klavierspielen zu lernen. War immer mein Traum. Habe andere Instrumente gelernt, das ging, immer wieder autodidaktisch versucht, Klavier zu lernen. Ging nicht.

    Vielleicht habe ich mich nur blöd angestellt, aber jetzt habe ich zum ersten Mal in meinem Leben richtigen Klavierunterricht bei einem Klavierlehrer, der richtig Ahnung hat - und ich lerne wie geschmiert. :) Ich hätte mir diese Gelegenheit früher in meinem Leben gewünscht, dann könnte ich jetzt schon ganz anständig spielen. Aber es ist nie zu spät, und ich genieße den Unterricht jetzt sehr, und dass ich so viel und so schnell dabei lerne.

    Du musst wissen, was Du willst. Ich denke, das Allerwichtigste beim Lernen ist das Feedback. Und dafür brauchst Du einen Lehrer. Ohne Feedback mit Onlinekursen und so geht auch. Könnte aber dazu führen, dass Du Dir viele schlechte Angewohnheiten aneignest, die Dich dann beim Lernen behindern können.

    Muss nicht sein, jeder Mensch ist anders, kann aber. Ich bin keine Pianistin, ich kann selbst noch kaum spielen, und die erfahrenen Tastenvirtuosen hier sehen das vielleicht anders, aber ich denke, man kann sich schon einiges selbst beibringen, aber wenigstens in Abständen sollte ein Feedback von einem Klavierlehrer eingeholt werden. Sonst kann man sich total verrennen, gibt vielleicht auf, weil man Schmerzen in den Händen bekommt, frustriert ist, weil man eben niemals zu Chopin kommt usw.

    Ich weiß noch, wie ich als Teenager mal jemanden gefragt habe, wie lange ich wohl brauchen würde, um Chopin spielen zu können. Die Antwort war: "Ein Jahr mindestens." Hätte ich mir damals Klavierunterricht und ein Klavier leisten können (oder hätte es schon Digitalpianos gegeben), hätte das vielleicht gestimmt. Jetzt kann ich es 40 Jahre später immer noch nicht.

    Überleg Dir mal, was Dir das Klavierspielen wert ist, was es Dir bedeutet. Willst Du es wirklich können? Wirklich, wirklich, WIRKLICH? Dann kannst Du irgendwo die Euros finden, die ein guter Klavierlehrer kostet, und wenn auch nur einmal im Monat.

    Ich leiste mir das jetzt einfach und verzichte dafür lieber auf etwas anderes. (Ich zahle allerdings auch keine 70€. Auch keine 20€. Mein Klavierlehrer liegt dazwischen, und das finde ich völlig in Ordnung.) Ich nehme einmal wöchentlich Unterricht, weil ich jetzt am Anfang denke, dass ich viel falschmachen kann und nicht zu lange ohne Feedback sein möchte. Aber das bleibt natürlich jedem selbst überlassen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 2. Juni 2017
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  13. Bassplayer
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    Bassplayer

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    Hier wird oft von "Klavierstunde" geredet, weiter oben wurden 45 Min erwähnt, aber ich hatte z.B. idR Einheiten zu 60 Min. Das ist schon mal ein großer Unterschied (=1/3 mehr als 45 Min).

    Auch machen Lehrer oft Unterschiede, ob man regelmäßig (z.B. wöchentlich) kommt, oder ob Termine individuell vereinbart werden.

    20 Euro für 45 Min. fände ich jetzt nicht zu wenig, wenn ich die "Stunde" regelmäßig bei einem Studenten nehmen würde.
    Meine letzten Lehrer - in der Szene bekannte studierte Profi-Musiker - nahmen für individuelle 60 Min. zwischen 40 und 50 Euro.
    LG
    BP
     
  14. Annaklena
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    Annaklena

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    Ja, das stimmt, das sollte man vielleicht noch dazusagen. Mein Klavierlehrer ist schon lange kein Student mehr, der ist studierter Profimusiker, schon ewig.

    Was "Szene" sein soll, weiß ich jetzt nicht. Ich glaube, er ist in der "Barockszene" oder der "Mozartszene" unter seinen Kollegen ganz bekannt, wenn man das so sagen kann. Außerdem wäre das für mich kein Kriterium, ob jemand als Musiker in irgendeiner "Szene" bekannt wäre. Mir geht es darum, ob er ein guter Musiker und vor allem ein guter Lehrer ist. In irgendeiner Szene bekannt zu sein heißt ja oft nur, man hat die richtigen Leute zur richtigen Zeit getroffen, das ist kein Kriterium für Qualität, das kann genauso gut Glück sein oder eben Vitamin B.

    Bekannte Musiker sind ja oft keine guten Lehrer, weil sie das nie gelernt haben. Also wären in der - was auch immer das heißen soll - "Szene" bekannte Musiker für mich eher zweite Wahl. Es sei denn, sie sind ausgewiesen gute Lehrer. Lieber ein guter Lehrer, den keiner außer seinen Schülern kennt. :)
     
  15. Bassplayer
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    Bassplayer

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    Da gebe ich dir Recht, dass die Bekanntheit und der Erfolg als auftretender Musiker nicht unbedingt mit der Kompetenz als Lehrer korreliert. Aber wenn man nicht nur als Musiker, sondern auch als Instrumentalpädagoge bekannt ist, kann das für die Nachfrage nach Unterricht hilfreich sein und die Nachfrage kann für den Preis durchaus eine Rolle spielen.
     
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  16. saugferkel
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    saugferkel

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    @Annaklena Im Großen und Ganzen hast Du recht. Ich wünsch Dir auf jeden Fall weiterhin viel Spaß an den Tasten. Verliere ja den Spaß nicht. Das ist wichtiger als ein KL. :-)
     
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  17. Annaklena
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    Annaklena

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    Ja, das ist richtig. Der Spaß ist das Wichtigste. Allerdings hätte ich ohne meinen KL jetzt nicht so viel Spaß, weil ich nämlich gar nicht gewusst hätte, was ich üben soll und wie.

    Das ist ein entscheidendes Kriterium, finde ich. Ich hatte schon Vorkenntnisse, wusste aber nicht, wo ich anfangen soll. Ich habe eine Menge Noten da liegen, auch Klavierschulen, habe immer mal wieder in das eine oder andere geschaut, auch etwas versucht, aber ich hatte irgendwie kein Ziel. Dann habe ich lieber auf einem meiner anderen Instrumente gespielt, und das Digitalpiano stand eben nur da.

    Da ich das Bach-Präludium 1 schon mal so weit geübt hatte, dass ich es durchspielen konnte, habe ich das dann auch immer mal wieder gespielt, bin aber nicht weitergekommen. Das hat mich frustriert.

    Jetzt bin ich überhaupt nicht mehr frustriert, sondern spiele neue Stücke, die ich gemeinsam mit dem KL ausgesucht habe. Und er hilft mir dabei, sie richtig und gut zu spielen.

    Ich bin überzeugt, es gibt Leute, die wesentlich besser darin sind, ein Instrument autodidaktisch zu lernen. Ich habe auch nach YouTube-Videos gesucht, die mir helfen könnten. Da war ich dann erstmal entsetzt über dieses Ohne-Noten-Spielen und nur Tasten zeigen, die man nacheinander drücken soll. Das ist gar nichts für mich. Zudem sind das alles Musikstücke, die mich nicht interessieren, irgendwelche Popsongs oder Filmmusikstückchen oder ein paar Takte aus irgendwelchen Videospielen. Für mich eher langweilig. Ich möchte eben doch eher die klassische Literatur spielen.

    Ich war schon ein bisschen verzweifelt, weil ich nach einem systematischen Aufbau gesucht habe. Dann habe ich einen kleinen Onlinekurs gefunden und gekauft, der war für den Einstieg ganz gut. So habe ich wenigstens wieder angefangen zu üben und gemerkt, es geht noch.

    Aber schon nach kurzer Zeit hatte ich das Gefühl, ich brauche jetzt Feedback. Ich kann das nachmachen, was der Klavierlehrer mir da vorspielt, aber ich möchte jetzt gern auch, dass er mir sagt, was ich falsch oder vielleicht auch richtig mache, was ich ändern muss, was ich üben muss, worauf ich achten muss.

    Und da bin ich jetzt unheimlich froh, dass ich endlich einen Klavierlehrer habe, der mir das sagt. :-)
     
  18. saugferkel
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    saugferkel

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    Du hast das für Dich Richtige gefunden. Das ist das wichtigste.

    Übeignens gibt es diese "Tutorials" aich für klassische Stücke. (Das bedeutet nicht, dass ich das befürworte.) :-)


    View: https://youtu.be/WvWuco54FHg
     
  19. Klavirus
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    Klavirus

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    "Für Elise" ist ein klassischer Grenzfall.
     
  20. hasenbein
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    hasenbein

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    Aha.

    Du willst also einen guten KL (etwas Seltenes!), ihm aber für sein Gutsein möglichst nicht durch dazu passendes Honorar Anerkennung zollen.

    Mit anderen Worten: Er soll sich entweder aus Verzweiflung unter Wert verkaufen (denn warum sollte sonst jemand Fähiges es billig machen?) oder für Dich "tolle" Schülerin es aus Altruismus extra günstig machen.

    Die hässliche Seite der Marktwirtschaft...
    (Und wie hässlich sie ist, wird man vermutlich auch an den verständnislosen Kommentaren zu meinem Posting sehen können, die nun eintrudeln werden...)

    Und nein, ich finde z.B. Verheiratete, die deswegen billig Klavierunterricht anbieten, weil sie aufgrund ihres Ehepartners das Geld nicht nötig haben, NICHT in Ordnung, weil dadurch für die anderen KL die Preise kaputtgemacht werden.

    LG,
    Hasenbein
     
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