Woran erkenne ich einen guten Klavierlehrer?

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Viva la musica
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dürfte eine 40-jährige kaum eine Chance zu haben, in den nächsten 20 Jahren das Niveau zu erreichen, dass sie als 5-jährige hätte erreichen könne
Hach ja, wieder die talentierten 5jährigen...

viel mehr als der Vergleich mit den Kindern, die sich ab 5 zielgerichtet Richtung Musikstudium zu bewegen scheinen, würde mich ja der Vergleich der durchschnittlichen Instrumentalschüler interessieren. Wie lange hat der durchschnittliche 5jährige, den seine Eltern zum Klavierunterricht schicken denn Unterricht, bevor er mangels Motivation wieder aufhört, und was hat er dann in dieser Zeit gelernt?
Mein Freundeskreis ist voll von Menschen, die als Kinder 2-5 Jahre Klavierunterricht hatten und jetzt gar nichts mehr davon wissen. Und manche ihrer Kinder (auch mein Sohn) üben jetzt auch eher auf Sparflamme...

Ich glaube (hoffe), dass ich als fleissiger, motivierter Spätanfänger in 2-5 Jahren weiter sein werde als sie gekommen sind, wenn ich auch natürlich niemals weiter kommen werde als sie hätten kommen können.

Aber ich sage lieber "ich werde auch als Erwachsene noch gut Klavier spielen lernen" als "ich hätte als 5jährige Pianistin werden können".
 
Stilblüte
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Es gibt sicher sehr viele Ziele, die man "in fünf Jahren" erreichen kann - ganz realistisch. Die große Frage ist allein, ob man als Schüler entsprechend Zeit, Geld und Fleiß investieren will.

Wenn mir ein 40-jähriger Anfänger erzählt, er will in fünf Jahren die Mondscheinsonate komplett und recht gut spielen - klar, kannst du versuchen, dann solltest du ab jetzt zweimal die Woche 90 Minuten Unterricht haben, am besten noch einem Chor beitreten und einmal die Woche Tanzen gehen, dazu jeden Tag mindestens vier Stunden üben... :005:

Ich würde ja sehr sehr gerne mal mit einer kleinen Gruppe genau das ausprobieren. Merkwürdiger Weise hat sich bisher niemand dafür gefunden...
 
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Viva la musica
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Ich würde ja sehr sehr gerne mal mit einer kleinen Gruppe genau das ausprobieren. Merkwürdiger Weise hat sich bisher niemand dafür gefunden...
Der ein oder andere kennt vielleicht diese Fernseh-Shows, in denen Erwachsenen in kürzester Zeit tolle Dinge beigebracht werden... z.B. gabs in meinem Lieblingssport Eiskunstlauf da vor zwei Jahren "Dancing on Ice".

Da haben also erwachsene Totalanfänger, die noch nie Schlittschuhe anhatten , teilweise über 50 Jahre alt, einige Sportler, andere aber auch Schauspieler oder Sänger, 6-7x die Woche drei, vier Monate lang jeden Tag 5-6 Stunden trainiert mit absoluten Profitrainern. Die sind wirklich in kürzester Zeit wahnsinnig gut geworden, und haben alle die ersten Sprünge hingelegt!

Hätten ich und meine Vereinskollegen vom Eislaufverein nicht für möglich gehalten! Klar springen die keinen dreifachen Rittberger mehr, aber die hätten auf dem Level sofort gut bei uns im Verein einsteigen können.

Deswegen - ich wäre bei so einem Experiment gern dabei! Man könnte es ja erstmal auf 3 Monate verdichten, dafür würde ich sogar unbezahlten Urlaub in Erwägung ziehen... Ich bin sicher, dass man mit so einem Intensivprogramm sehr viel Lebenszeit einspart, die man so jahrelang vor sich hin verübt...

Vielleicht gabs sowas wie diese Show sogar auch mit Instrumenten? :denken:
 
méchant village
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Es geht nicht drum, ob der 5 jährige irgendwann aufhört, und nicht in erster Linie um Talent. Egal was oder wie (gut oder schlecht) er gelernt hat: Das Gehirn speichert in dieser Zeit anders ab. Und das Gespeicherte bleibt abrufbar.
Nur ganz begrenzt kann man das später durch Motivation und viel richtiges Üben plus GKL ein klein wenig ausgleichen.
@Viva la musica
Kurzfristiges Lernen mit viel Einsatz funktioniert auch im Alter - aber das Wissen geht auch schneller wieder verloren.
Ein wichtiger Faktor: Wer sich sein Leben lang im Lernen geübt hat, egal auf welchen Gebieten, wird wohl bessere Chancen haben.
 
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Therese
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Meine Erfahrung ist das nicht, dass jüngere automatisch schneller lernen. Ja, es gibt die berühmten Zeitfenster, aber die die werden mMn überschätzt. Es spielen so viel andere Faktoren eine Rolle, die, so ist meine Beobachtung bei meinen Schülern, mehr Einfluss auf den Lernerfolg haben.
 
Stilblüte
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Deswegen - ich wäre bei so einem Experiment gern dabei! Man könnte es ja erstmal auf 3 Monate verdichten, dafür würde ich sogar unbezahlten Urlaub in Erwägung ziehen... Ich bin sicher, dass man mit so einem Intensivprogramm sehr viel Lebenszeit einspart, die man so jahrelang vor sich hin verübt...
Ich fände sowas auch wirklich sehr spannend!! Diese Reality-Shows haben ja Ausmaße angenommen, die beim Start von DSDS vor 20 (?) Jahren noch niemand erahnen konnte. Nach dem Erfolg von Germany's N.T. gab es, soweit ich weiß, mal eine gefloppte Verision für Schauspieler mit Til Schweiger. Die Frage ist: Ist das gefloppt, weil Til so ein miserabler Moderator war, weil die Teilnehmer ungeeignet waren, oder weil man manche Dinge im Lernen nicht abkürzen kann?
Warum ist noch niemand auf die Idee gekommen, so eine Shows mit Teenie-Bands zu machen? Vermutlich, weil dafür die Zeit zu knapp ist...

Beim Klavierüben (bzw. Instrument üben, und eigentlich überhaupt allem) sind Zeit und Schlaf immens wichtig. Deshalb wird ja ständig das regelmäßige Üben gepredigt. Jeden Tag 30 Minuten wirken besser als nach einer Woche drei Stunden, obwohl die investierte Zeit dieselbe ist. Scheinbar jedenfalls - tatsächlich "übt" das Gehirn munter ohne unser Zutun weiter, und diesen Effekt kann man sich zu Nutze machen! So wie das Geld an der Börse im Idealfall für mich arbeitet, ohne dass ich mich anstrengen muss, arbeitet auch das Hirn für uns, wenn wir es entsprechend füttern.

Die Dosis des regelmäßigen Inputs kann allerdings stetig gesteigert werden! Während die neu angelegte "Klavierspiel-Hirnkammer" eines Neuanfängers vielleicht nach nur zwanzig Minuten gestopft voll ist, hat ein routinierter "Profi-Über" auch nach fünf Stunden noch ein bisschen Luft für Neues.
 
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Viva la musica
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Während die neu angelegte "Klavierspiel-Hirnkammer" eines Neuanfängers vielleicht nach nur zwanzig Minuten gestopft voll ist, hat ein routinierter "Profi-Über" auch nach fünf Stunden noch ein bisschen Luft für Neues.
Wenn es gut über den Tag verteilt ist, passt bestimmt auch in Anfängerhirne einiges rein... nur 90 Minuten Unterricht am Stück würden mich vermutlich in jedem Stadium schlauchen... :008:
 
Peter
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Warum ist noch niemand auf die Idee gekommen, so eine Shows mit Teenie-Bands zu machen?
Das wird doch seit Jahrzehnten ständig gemacht. Nur nicht als Fernsehshow sondern als Einzelprojekte. Mehr als paar Monate braucht es für ne zusammengewürfelte Teenie-Band nicht. Die können dann halbwegs gut Tanzen und Singen.

Ich finde es immer wieder erstaunlich, was bei Sendungen wie "Voicekids oder so" schon nach wenigen Wochen in den "Battlerunden" präsentiert wird.
 
Quint Eastwood
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Vielen Dank für die vielen Rückmeldungen und Gedanken. Ich vermute, ich werde mal mit meinem Klavierlehrer ein konkretes, realistisch erreichbares Ziel festsetzen und ihn bitten die Schritte zu diesem Ziel definieren. Das Ganze in einem überschaubaren Zeitraum.
Ich denke ein schönes Ziel wäre die Appassionata ,aber dann schon so in der Art von Barenboim. Da würd ich mir dann auch 5-6 Monate Zeit nehmen. Wenn ich das erreicht hab wär ich mit meinem Lehrer zufrieden.

:021:

Ok, Schluss mit lustig.....ein konkrete Ziel, ja, da find ich schon eines das tatsächlich realistisch erreichbar ist. Immerhin spiel ich Brahms Intermezzo op. 118,2 auch schon ganz ordentlich.
Ich nehme an, dass ich möglicherweise einfach zu ungeduldig bin und dass mein Klavierlehrer, da 25 Jahre jünger als ich, nicht immer fordernd genug ist. Das werd ich mal ansprechen.
 

G
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Es geht nicht drum, ob der 5 jährige irgendwann aufhört, und nicht in erster Linie um Talent. Egal was oder wie (gut oder schlecht) er gelernt hat: Das Gehirn speichert in dieser Zeit anders ab. Und das Gespeicherte bleibt abrufbar.
Nur ganz begrenzt kann man das später durch Motivation und viel richtiges Üben plus GKL ein klein wenig ausgleichen.
@Viva la musica
Kurzfristiges Lernen mit viel Einsatz funktioniert auch im Alter - aber das Wissen geht auch schneller wieder verloren.
Ein wichtiger Faktor: Wer sich sein Leben lang im Lernen geübt hat, egal auf welchen Gebieten, wird wohl bessere Chancen haben.

Ich bin der Meinung daß ein Kind anders abspeichert, weil sein Gehirn mangels ausgebildeter, effizienter Erklärmöglichkeiten für seine Perzeption, das Wahrgenommene dergestalt individuell "phantastisch" mit eben Hüllsubstrat verbrämt, dass es aus der Not an Mitteln eine Tugend macht und das ungreifbare dadurch erfassbar und begreifbar, oder zumindest memorisierbar macht.

Das kann der Erwachsene auch, er muss halt nur genug Bums im Kopf haben komisch zu denken und Chuspe die Dinge unkonventionell, aber dafür kindlich individuell, zu kodieren.

Je oller umso doller.

So wie ein Kind, dessen Wirklichkeit aus einer irisierenden, vor- und zurück zerfallenden, und sich wieder und wieder rekonfigurierenden Kollage aus Wirklichkeitseindrücken konstituiert, kann ein Erwachsener auf diese Kollagetechnik eindrücklich zurückgreifen und somit, mMn Wesens - kompatibler kodieren.
 
godowsky
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So wie ein Kind, dessen Wirklichkeit aus einer irisierenden, vor- und zurück zerfallenden, und sich wieder und wieder rekonfigurierenden Kollage aus Wirklichkeitseindrücken konstituiert, kann ein Erwachsener auf diese Kollagetechnik eindrücklich zurückgreifen und somit, mMn Wesens - kompatibler kodieren.
:027::027::027:
Whow !
Mal wieder in Höchstform !
 
Orgeltante
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Ich würde ja sehr sehr gerne mal mit einer kleinen Gruppe genau das ausprobieren. Merkwürdiger Weise hat sich bisher niemand dafür gefunden...
Ja das würde mich auch sehr interessieren und in gewissermaßen in "light" mache ich genau das.
Ok, es ist Chor (4 Jahre), Gesangunterricht (2 Jahre), Orgelunterricht (5 Jahre) und Klavierunterricht (2 Jahre), Gehörbildung (0,5 Jahre)- aber so ganz abtauchen würde ich tatsächlich sehr sehr gerne. Übezeit pro Tag für alle Fächer 3-4 Stunden am WE auch mal mehr, dazu kommt noch das Fernstudium und dadurch die Auseinandersetzung mit Musik. Nur leider muss das neben der Arbeit erfolgen, aber wenn ich eine Art der Finanzierung finde, mache ich bei deiner Gruppe gerne mit!

Aber kurz zu meiner Erfahrung: durch das Ineinandergreifen der einzelnen "Fächer" kommt man wirklich gut voran. An "meinem" Instrument Orgel, habe ich schon ein passables Spiel erreicht (Bach 4. Band ist (gut) machbar, Romantik fällt mir noch schwer, vorallem die Franzosen), Klavier ist auf Chopin-Walzer-Ebene (der ist allerdings wirklich noch oberer Bereich), Gesang ojemine aber es wird... da bin ich aber auch am "Übfaulsten". Kosten: vor dem Studium habe ich knapp 300 Euro nur in den Unterricht investiert, das ist wirklich eine ganze Stange Geld unhd nicht einfach.

AbER: es hat sich gelohnt und mich meinem zweiten Beruf näher gebracht!
 
samea
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Ich habe einfach Mühe mir vorzustellen, 2- oder 5-Jahresziele man für Musikunterricht formulieren könnte.
Ich habe einzelne Stücke, von denen ich denke, dass ich sie bis zum Zeitpunkt xy spielen können möchte. Dieses einen Zeitpunkt setzen gehört einfach zu mir. Ich bin gespannt, ob das klappen wird.

Dieses Vorgehen ist mir wichtig um zu überprüfen woran es lag, wenn ich ein Ziel nicht erreicht habe.
 
samea
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Es gibt sicher sehr viele Ziele, die man "in fünf Jahren" erreichen kann - ganz realistisch.


Ich würde ja sehr sehr gerne mal mit einer kleinen Gruppe genau das ausprobieren. Merkwürdiger Weise hat sich bisher niemand dafür gefunden...
Bei einer zeitlichen light Variante wäre ich auch gerne Versuchskaninchen. Die lange würde erst im Rentenalter gehen. 👵
 
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Edeltraud
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Ich habe einzelne Stücke, von denen ich denke, dass ich sie bis zum Zeitpunkt xy spielen können möchte.
Ok, das ist schon realistischer. Allerdings habe ich dabei noch ein anderes Problem: Zu viele Stücke :016: Und dann gibt es neben denen die ich (hörend) kenne auch noch solche die der KL kennt. Bei Stilblütes Experiment wäre ich gerne dabei, aber es wird an der verfügbaren Zeit scheitern. Arbeitend und Kinder noch nicht aus dem Haus bleibt selten mehr als eine Stunde am Tag fürs Üben.
 
samea
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Ok, das ist schon realistischer. Allerdings habe ich dabei noch ein anderes Problem: Zu viele Stücke :016: Und dann gibt es neben denen die ich (hörend) kenne auch noch solche die der KL kennt.

Das Problem kenne ich. Deswegen habe ich ein kleines Buch in dem ich alle Stücke eintrage, die ich einmal spielen möchte. Aus diesen wähle ich dann gezielt einzelne aus, die dann meine "Prüfungsstücke" sind. Am Ersten "Wilde Reiter" von Schumann bin ich gerade dran. :026:
 
Zuletzt bearbeitet:
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Simon_Pianist
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Ein guter Klavierlehrer kann Probleme diagnostizieren und weiß anschließend auch, was eine geeignete Therapie darstellt ;)
 

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